Pros des LG Watch W7

  • Schöne Optik
  • Echte Zeiger
  • Lange Laufzeit

Contras des LG Watch W7

  • Kein GPS, Pulsmesser, NFC
  • Keine automatische Helligkeitsregelung
  • Ziemlich teuer

Ziemlich teuer

Es gibt Smartwatches wie die aktuellen Modelle von Mobvoi, die deutlich unter 200 Euro kosten. Und es gibt die LG Watch W7. Die hat eine UVP von stolzen 449 Euro – das ist eine ganz schöne Stange Geld, echte Zeiger hin oder her. Immerhin: Für die LG-Fans, die sich ein LG V40 ThinQ zulegen möchten, gibt es ein gutes Bundle-Angebot. Die ersten 1.000 V40-Käufer bekommen die Watch W7 nämlich ohne Aufpreis dazu. Allerdings ist auch das LG V40 ThinQ mit einem Preis von 899 Euro nicht ganz günstig.

Eine wirklich schöne Smartwatch

Die LG Watch W7 gehört sicher zu den schönsten Smartwatches auf dem Markt , zumindest, wenn man auf klassische Uhren-Optik steht. Das Gehäuse aus gebürstetem Metall – übrigens auch an der Unterseite, die besteht anderswo meist aus Plastik – ist hochwertig verarbeitet und wirkt robust. Einzig die schwarze, nicht drehbare Lünette besteht aus schwarzem Kunststoff, das stört aber nicht. Feine Details wie Gummierung an dem drehbaren mittleren Knopf zeigen die Liebe für kleine Feinheiten, die in der Uhr steckt. Die zwei anderen Knöpfe sind nicht drehbar, sie werden ausschließlich gedrückt.

An der Unterseite der LG Watch W7 fällt auf: es gibt keinen Pulsmesser. Ungewöhnlich, das haben eigentlich fast alle aktuellen Smartwatches zu bieten. Praktisch sind die Standard-Armbänder, die viel Spielraum zur individuellen Gestaltung der Uhr lassen. Das Gummiarmband, das LG mitliefert, ist recht dick, trägt sich aber trotzdem angenehm.

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Die Watch W7 von LG ist eine wirklich hübsche Smartwatch. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Zeiger statt OLED-Display

Das Display der LG Watch W7 ist 1,2 Zoll groß und damit etwas kleiner als bei den meisten Smartwatches. In der Mitte des LCD-Bildschirms gibt es ein Loch, das durch die Zeiger notwendig ist. Warum eigentlich LCD und kein OLED wie bei nahezu allen anderen Smartwatches? Nun, die LG Watch hat keine Always-on-Anzeige der Zeit, für die OLED quasi unabdingbar ist, sondern macht das mit den echten Zeigern.

Das Display ist ausreichend scharf und schön anzusehen. Die Helligkeit lässt sich in zehn Stufen einstellen, allerdings nur manuell, es gibt keine automatische Helligkeitsregelung. Das ist manchmal egal, oft aber nervig und generell einfach unkomfortabel. Die Touchbedienung klappt einwandfrei.

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Die Watch W7 hat kein OLED-Panel, sondern ein LCD. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Die Zeiger sind oft im Weg

Die echten Zeiger sind die Besonderheit der LG Watch W7, und zwar vor allem deshalb, weil die nicht nur für die Anzeige der Uhrzeit gebraucht werden. LG hat eine Reihe von Funktionen vorinstalliert, die man „Master Tools“ nennt. Bei diesen Apps werden die Zeiger genutzt, um etwa bei der Stoppuhr oder dem Timer den Verlauf anzuzeigen, beim Kompass stets den Weg nach Norden zu weisen oder beim Höhenmesser die Anzeige zu erledigen.

Das ist alles ganz nett gemacht, aber natürlich auch nicht so richtig nötig , denn selbstverständlich kann man das alles auch mit einer rein digitalen Anzeige abbilden. Ein echter Mehrwert ist das nicht.

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Die Stoppuhr nutzt die echten Zeiger der Uhr. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Dafür sind die Zeiger und auch das Loch in der Mitte des Displays immer wieder hinderlich, denn sie blockieren den Blick auf den Text, der angezeigt werden soll. Hier hilft der obere Knopf. Drückt man den, bewegen sich die Zeiger in die Horizontale und die Anzeige rutscht ein Stück nach oben, damit der Nutzer alles sehen kann. Das ist schön, allerdings bewegt sich alles direkt wieder in die Originalposition, sobald man den Knopf loslässt. Hier sollte LG die Möglichkeit schaffen, die Zeiger für eine bestimmt Zeit aus dem Weg zu schaffen, falls man in dem Inhalt auch noch scrollen möchte.

Kaum Besonderheiten bei der Software

LG hat das Betriebssystem Wear OS auf der Watch W7 leicht angepasst , die Liste der Apps und Einstellungen ist kreisförmig angeordnet. Neben den Master Tools für die echten Uhrzeiger gibt es keine weiteren Bonus-Features, dafür aber einen kleinen Abzug. Bei der LG Watch W7 lässt sich nur die untere der beiden Zusatztasten mit einer Wunsch-Funktion belegen, die obere ist ausschließlich dazu da, auf Wunsch die Zeiger aus dem Weg zu schaffen.

Alte Technik ohne viel Schnickschnack

In der LG Watch W7 steckt ein Prozessor, der schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, nämlich der Snapdragon Wear 2100 von Qualcomm. Der Chip wurde an sich längst vom Wear 3100 abgelöst, doch LG setzt immer noch darauf. 768 MByte RAM stehen dem Prozessor zur Seite. Die Watch W7 ist jetzt nicht unbedingt besonders schnell, aber auch nicht zu langsam, die Performance reicht aus. Für den Preis könnte man aber schon ein bisschen aktuellere Technik verlangen.

Das gilt auch für die weitere Ausstattung. Die Uhr hat weder NFC, noch GPS oder einen Pulsmesser, nicht einmal einen Sensor zur automatischen Regulierung der Displayhelligkeit. Das schränkt die Möglichkeiten der Smartwatch dann doch merklich ein und ist einfach schade.

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Die LG Watch W7 wird über die Wear-OS-App von Google konfiguriert. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Bis zu 100 Tage Akkulaufzeit

Die LG Watch W7 hat beim Akku eigentlich zwei Kategorien zu bedienen. Wenn man nämlich die Smartwatch-Funktionen nicht braucht, sondern nur die Zeit ablesen will, kann man das Ladegerät ziemlich lange in der Schublade lassen. LG verspricht im reinen Uhrenbetrieb mindestens 100 Tage Laufzeit, möglicherweise auch mehr. Das erscheint durchaus realistisch.

Als Smartwatch benutzt geht die Laufzeit aber auch in Ordnung, denn die LG Watch W7 muss in der Regel erst nach zwei Tagen geladen werden – das ist nicht verkehrt für eine Wear-OS-Smartwatch! Schönes Detail: Ist der Akku eigentlich „leer“, reicht die Kapazität trotzdem noch aus, um mindestens eine Woche lang über die Zeiger die Uhrzeit anzuzeigen. Dann ist die Uhr wenigstens nicht komplett nutzlos, wenn man mal im Urlaub die Ladeschale vergessen hat.

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Die Ladeschale braucht man bei der LG Watch W7 nicht allzu oft. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Apropos Ladeschale: Die dockt nicht magnetisch an, die Uhr muss eingeklickt werden. Das sollte man beachten, um nicht am nächsten Morgen mit leerem Akku da zu stehen. Das wird aber jedem Besitzer der LG Watch W7 wohl nur einmal passieren.

LG Watch W7: Technische Daten

Zeiger sind gut, aber nicht alles

Unter dem Strich steht bei der LG Watch W7 eine Wertung von dreieinhalb Sternen. Die Smartwatch sieht gut aus und ist sauber verarbeitet, der Akku ist kräftig und mit den echten Zeigern hat LG etwas, was kaum ein anderer Hersteller zu bieten hat. Aber die Negativpunkte stören den Gesamteindruck dann schon ein wenig. Kein NFC heißt kein Bezahlen mit der Uhr, kein Pulsmesser und kein GPS bedeutet untauglich für den Sport, und der Snapdragon Wear 2100 ist nun wirklich nicht mehr auf der Höhe der Zeit – vor allem bei einem so hohen Preis.