Pros des Samsung Gear S

  • Tolles Display
  • Telefonie und Messaging funktionieren gut
  • Gute Akkulaufzeit
  • Äußerst stabil und robust
  • Ziemlich einzigartig

Contras des Samsung Gear S

  • Teuer
  • Unangenehm groß
  • Anfänglich unbequem
  • Den Ziffernblättern fehlt der Pepp

Samsung Gear S: Preis und Verfügbarkeit

Die Gear S wurde am 7. November veröffentlicht und kostet aktuell bei Amazon rund 320 Euro. 399 waren die UVP. Damit ist die Gear S mit Abstand die teuerste Smartwatch auf dem Markt. Zum Vergleich: Die Asus ZenWatch wird aller Voraussicht nach knapp unter 200 Euro kosten.

Samsung Gear S: Design und Verarbeitung

Sie ist groß. Die Gear S ist eine Mischung aus Samsungs Smartwatches und Fitness-Armband Gear Fit. Eine Glasscheibe sitzt hier im Prinzip auf einem runden und ohnehin schon dicken Stück Plastik. Das Armband – ebenfalls aus Plastik – ist breit und der Metallverschluss klobig. Das Endresultat jedoch ist ein stabiles Gerät, dem zumindest in meinem Test nichts etwas anhaben konnte.

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Der Verschluss bei der Gear S sieht hier aus wie bei früheren Gear-Modellen – je nach Armband sieht er aber unterschiedlich aus. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Der physische Homebutton liegt unterhalb des Displays und wird flankiert von den Sensoren für Helligkeit und UV-Licht. Der Pulsmesser ist auf der Unterseite positioniert, hier finden sich auch die Ladekontakte und der Einschub für die SIM-Karte.

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Die Innenseite der Gear S beherbergt Pulsmesser, Ladekontakte und SIM-Karten-Steckplatz. / © nextpit Bildquelle: NextPit

An meinen schmalen Handgelenken sah die Gear S im Test absurd aus, doch zu größeren oder breiteren Menschen könnte sie passen. Ein großer Bildschirm hat selbstverständlich Vorteile, aber darüber sprechen wir später. Zumindest für mich war leider keine der Einstellungen des Armbandes wirklich passend, selbst das letzte Loch konnte die Gear S nicht wirklich fixieren. Das war im Test unangenehm, dennoch konnte ich mich binnen zwei Tagen daran gewöhnen.

Samsung Gear S: Display

Die Gear S hat ein 2-Zoll-Super-AMOLED-Display mit einer Auflösung von 360 x 480 Pixel, womit es die Uhr auf eine respektable Pixeldichte von 300 ppi bringt. Und das spürt man. Angezeigte Inhalte wirken klar, lebendig, und man schaut einfach gerne aufs Display. Leider bieten die wenigen Ziffernblätter, die mit der Uhr kommen, wenig Abwechslung, und ich kann nicht behaupten, dass mir auch nur eines davon besonders gefiel. Doch das ist ein Nebenaspekt. Insgesamt ist das Display toll.

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Das Display der Gear S überzeugt im Test: Farben und Kontraste wissen zu gefallen. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Die in den Bildschirm der Gear S eingebaute Kurve bringt einen optisch reizvollen Effekt mit sich, vor allem wenn man durch längere Texte scrollt. Man hat das Gefühl, an einem Rad zu drehen, auf dem ständig neue Informationen angezeigt werden. Die Touch-Eingaben sind präzise, das Display reagiert prompt. Nur selten verpasste ich Icons beim Tippen, was allerdings sicherlich auch durch den vergleichsweise großen Bildschirm möglich wird.

Ein weiterer großer Vorteil, der die Gear S von bisherigen Android-Wear-Uhren wie die LG G Watch R oder Samsung Gear Live abhebt, ist der Helligkeitssensor: Wie schon bei der Moto 360 und auf jedem Smartphone, lässt sich die Helligkeit der Uhr automatisch dem Umgebungslicht anpassen.

Samsung Gear S: Besonderheiten

Die Gear S wartet mit einem Schrittzähler und Pulsmesser auf, dazu kommen der bereits erwähnte Helligkeits- und UV-Sensor. Letzterer überträgt Informationen zu potenziell schädlichem ultraviolettem Licht an Fitness-Apps wie S Health. Dies erlaubt es dem Nutzer, die gefährliche Überdosis Sonne zu vermeiden beziehungsweise entsprechende Tipps zu erhalten. 

Der andere offensichtliche Vorteil der Gear S ist natürlich der Platz für die eigene SIM-Karte. Ich muss allerdings sagen, dass der Wert dieses Features ein wenig übertrieben dargestellt wurde. Zu behaupten, die Uhr könne „eigenständig“ genutzt werden, ist schlichtweg falsch, wie sich im Test herausgestellt hat. Zunächst einmal muss sie mit einem Samsung-Smartphone verbunden werden, sonst ist sie wenig wert.

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Um die Gear S zu verwenden, benötigt Ihr ein Samsung-Smartphone. / © nextpit Bildquelle: NextPit

In der Theorie bedeutet das jedoch, dass Ihr Euer Smartphone daheim lassen und die Gear S als Miniversion dessen verwenden könnt, inklusive Telefonie, Nachrichten und 3G-Internet (sofern Ihr Eure Nano-SIM in die Uhr übertragt). Für Aktivitäten, bei denen Ihr Euer Samsung-Smartphone nicht dabei haben wollt, ist die Gear S also super, und hier spielt sie ihre größte Stärke aus.

Für mich persönlich kommt es jedoch nicht oft zu diesen Momenten. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es gerade bei langen Nächten auf Partys und in Clubs praktisch sein könnte, denn hier verschwinden Smartphones traditionell gerne. Wobei es da günstigere Lösungsalternativen gibt.

Samsung Gear S: Software

Anstatt auf Android Wear zu setzen, entschied sich Samsung für das eigene Betriebssystem Tizen. Die Navigation durch das System erinnert beim Test der Gear S in vielerlei Hinsicht an Android Wear und ist sehr intuitiv. Ein Wischen von oben nach unten aktiviert den Nicht-Stören-Modus, die Geste von unten nach oben öffnet den App-Drawer.

Wenn Ihr nach rechts wischt, seht Ihr Eure Benachrichtigungen mit einem Überblick über die verschiedenen Kategorien (E-Mail, SMS, Termine und so weiter). Von hier aus könnt Ihr die Benachrichtigungen per Wischgeste abarbeiten oder für den Moment offen lassen. E-Mails können auf der Gear S  in ganzer Länge gelesen (Bilder werden jedoch nicht angezeigt) und über die Software-Tastatur beantwortet werden. Ein Wisch nach links führt schlussendlich zu den Widgets, welche wie auf einem Smartphone-Homescreen arrangiert sind.

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Der App-Drawer sieht wie eine zugespitzte Version dessen aus, was Ihr von Eurem Smartphone kennt. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Die Samsung-App S Health und GPS-Funktionalität machen die Gear S besonders attraktiv für Fitness-Freunde. Sind Apps wie Nike oder S Health geöffnet, überwacht die Uhr Daten wie Schritte, zurückgelegte Entfernungen, den Herzschlag, UV-Strahlen und bereitet sie in Eurem Trainingsplan auf. All das, ohne ein Smartphone dabeihaben zu müssen.

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Die Gear S kommt mit Samsungs eigener Fitness-App S Health. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Dank Bluetooth sendet die Gear S Musik direkt an verbundene Kopfhörer oder spielt sie über die, zugegebenermaßen kleinen und schwachen, Lautsprecher ab. Ich war beeindruckt sowohl von der relativen Leichtigkeit, mit der sich auf der Gear S tippen lässt, als auch von der Telefonie. Angesichts des kleines Displays mit vollwertiger QWERTZ-Tastatur gelang es mir im Test erstaunlich gut, Nachrichten einzutippen – jedoch nicht beim Gehen.

Das Telefonieren gelang schnell und einfach und die Sprachqualität war an beiden Enden gut. Es ist definitiv möglich, die Gear S so als Alternative zum Smartphone zu verwenden. Die eigentliche Frage ist eher, ob man das wirklich will.

Samsung Gear S: Performance

Die Gear S schlug sich im Test gut, ob mit oder ohne SIM-Karte. Verzögerungen gab es keine, und so scheint es, als wäre der Dual-Core mit 1 GHz recht zukunftssicher. Diese Smartwatch wird mit allem umgehen können, was Samsung ihm in nächster und nicht ganz so naher Zukunft an Software vorlegt.

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An kleinen Handgelenken kann die Gear S schnell klobig wirken. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Auch blieben die Bugs und Kinderkrankheiten aus, die ich von der Gear S erwartet hätte. Sie schaffte alles, was ich von ihr wollte und verweigerte sich nicht einmal. Vielleicht sollte das voraussetzbar sein, doch das ist es in der Praxis nur allzu oft nicht. Und so war ich positiv überrascht, dass Nachrichten und Benachrichtigungen dann erscheinen, wenn sie sollten. Ich war lediglich dann enttäuscht, wenn ich Nachrichten mit Bildern bekam. Letztere wurden nämlich nicht angezeigt – leider aber auch nicht der Text, den die Bilder begleiteten.

Samsung Gear S: Akku

Die Batterie der Gear S hat eine Kapazität von 300 mAh, was vergleichsweise wenig ist. Laut Samsung sollte das aber dennoch für mehr als zwei Tage Laufzeit ausreichen. In meinem ersten Test schaffte es die Uhr voll geladen locker von Samstag 11 Uhr bis Montagabend. Für eine Smartwatch ist das eine eine gute Laufzeit.

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Die Gear S hat einen Lichtsensor, kann sich also automatisch den Lichtverhältnissen um sie herum anpassen. / © nextpit Bildquelle: NextPit

Um der Wahrheit Genüge zu tun: In dieser Zeit machte ich nur einen schnellen Anruf mit der Gear S und überprüfte auch nicht gerade alle zehn Minuten meine E-Mails. Vielleicht bin ich einfach nicht populär genug, um eine Smartwatch schnell an ihre Grenzen zu bringen. Ich testete jedoch all die hier beschriebenen Features. Insgesamt war das vermutlich leichte bis moderate Nutzung.

Wie die vorigen Gear-Modelle wird auch die Gear S in einer Ladestation aufgeladen, und diese fungiert gleichzeitig als eine Art Power Pack, da sie selber etwas Saft speichern kann.

Samsung Gear S: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Die Samsung Gear S ist eine sehr funktionale Smartwatch. Ihr könnt mit ihr E-Mails schreiben, Anrufe tätigen, das Wetter und Benachrichtigungen checken, und all das mit einem schönen Bildschirm und nur sehr wenigen Rucklern. Solltet Ihr Euer Smartphone wirklich mal zu Hause lassen wollen, ist die Gear S eine denkbare Alternative, und Ihr seid es Euch selbst schuldig, mindestens einmal den Michael Knight beziehungsweise James Bond in Euch rauszulassen, und einen Anruf mit Ihr zu machen.

Wie dem auch sei: Ich persönlich bin nicht sicher, dass ich sie nutzen würde, selbst wenn sie als kostenlose Beigabe daherkäme. Dafür fast 400 Euro auszugeben, erscheint mir daher wie Wahnsinn. Versteht mich nicht falsch, die Uhr ist stark, allerdings nur im Rahmen dessen, was eine Smartwatch aktuell zu sein im Stande ist. Sie kann nichts, was ich nicht lieber auf einem Smartphone erledigen würde. Außerdem ist es frustrierend, dass diese Uhr an ein Samsung-Smartphone gekoppelt ist.

Was ist also das Fazit? Die Gear S ist teuer, unnötig und nicht sehr hübsch – aber womöglich die beste Smartwatch aktuell.