Gehäuse und Verarbeitung

Sony setzt beim Xperia Tablet Z auf das “OmniBalance-Design”, das erstmals mit dem Xperia Z eingeführt wurde, die Ähnlichkeiten zum Smartphone sind dementsprechend nicht zu übersehen. Sony hat sich beim Tablet allerdings für eine Rückseite aus Polycarbonat entschieden, die nicht nur griffiger ist, sondern auch bei der Gewichtsreduktion hilft. Es ist mit weniger als 500 Gramm geradezu ein Fliegengewicht und mit gerade mal 6,9 Millimeter ist es auch ein bisschen flacher als das Xperia Z.

Dank Zertifizierung nach IP 55/57 ist das Tablet staub- und wassergeschützt, es lässt sich laut Sony unbeschadet bis zu 30 Minuten unter Wasser eintauchen. Dadurch kann man es gefahrlos am Strand oder im Freibad verwenden, aber die Zertifizierung hat auch zur Folge, dass sämtliche Anschlüsse von Schutzklappen verborgen werden. Wer viel Musik hören möchte, könnte auf Dauer genervt davon sein, jedes Mal auf’s Neue die Klappe zu öffnen, sofern er keine Bluetooth-Kopfhörer besitzt. Wie beim Sony Xperia Z gilt auch hier: Jeder muss für sich persönlich abwägen, ob ihn das stört oder nicht.

Die Verarbeitung ist wie schon beim Sony Xperia Z auf einem sehr hohen Niveau. Spaltmaße sind gleichmäßig, es klappert nichts und das Tablet erweckt durch und durch einen hochwertigen Eindruck. Das kann man in dieser Preisklasse aber auch erwarten.

Display

Der Bildschirm löst mit 1.920 x 1.200 Pixeln auf und ist 10,1 Zoll groß. Daraus ergibt sich ein Seitenverhältnis von 16:10. Obwohl die Auflösung unter der von hochauflösenden Displays wie dem des Nexus 10 (2.560 x 1.600 Pixel) liegt, muss man als Benutzer keine Abstriche machen: Text ist gestochen scharf und auch einzelne Pixel sind mit bloßem Auge nicht auszumachen.

Die Farbdarstellung weiß ebenfalls zu gefallen. Beim Xperia Tablet Z ist wieder die „Mobile Bravia Engine 2“ von Sony installiert, die Fotos und Videos durch softwareseitige Algorithmen mit einem besseren Kontrast und lebendigeren Farben aufhübscht. Das funktioniert in der Praxis erstaunlich gut, ohne dabei das Bild unnatürlich zu verfälschen. Auf Wunsch lässt sich die Engine deaktivieren.

Einen Kritikpunkt des Xperia Z hat Sony beim Bildschirm der Tablet-Variante ausgemerzt: Der Blickwinkel ist sehr hoch und das Bild neigt auch in Schräglage nicht zu Verfärbungen oder “Ausbleichungen”.

Software

Das Xperia Tablet Z setzt auf Android 4.1.2 und Sonys eigenen Herstelleraufsatz in der Tablet-Variante. Der markanteste Unterschied zum nativen Google-System ist die Kombi-Leiste für Buttons und Benachrichtigungen. Unten links sind die typischen Software-Tasten für “Zurück”, “Home” und “kürzlich geöffnete Apps” angeordnet und rechts findet man neben Anzeigen für Uhr, Akku und WLAN die Android-Benachrichtigungen und ein nach oben ausziehbares Menü, in dem man zwischen Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen hin- und herwechseln kann. Sony hat sich hier ganz klar vom Tablet-exklusiven Android 3.x inspirieren lassen.

In der Mitte habt Ihr schnellen Zugriff auf die kleinen Apps (Erklärung folgt später) und die Fernbedienung. Dank Infrarot-Sensor könnt Ihr mit dem Tablet Euren Fernseher oder andere Geräte steuern. Das hat in meinem Test kinderleicht funktioniert: Ihr wählt Typ und Hersteller aus und das Xperia Tablet Z erledigte den Rest.

Ebenfalls mit an Bord sind viele Sony-Apps, darunter allem voran der gut gelungene Walkman. Aber auch Apps für Notizen und zur Sicherung und Wiederherstellung Eurer Daten sind mit dabei. Musikliebhaber und Freunde der sanften Hintergrundbeschallung dürften sich auch über das UKW-Radio freuen. Damit es funktioniert, muss man aber ein Headset einstöpseln, weil das Kabel als Radioantenne dient. Anschließend könnt Ihr aber auch über die im Tablet integrierten Lautsprecher Musik hören. Übrigens ist es egal, ob Ihr das von Sony mitgelieferte Headset oder Eure Lieblings-In-Ears verwendet: Jeder kabelgebundene Kopfhörer kann für den Radioempfang genutzt werden.

Und auch die kleinen Apps, die man unter anderem schon vom Xperia Z kennt, sind mit dabei. Damit lassen sich Mini-Anwendungen für den schnellen Zugriff über den Bildschirm in den Vordergrund legen. Blöd allerdings: Mehr als eine kleine App auf einmal kann nicht eingeblendet werden. Möchte man eine zweite Mini-Anwendung hinzufügen, wird die zuvor platzierte App einfach durch die neue Mini-Anwendung ersetzt.

Performance und Gaming

Im Xperia Tablet Z werkelt ein Qualcomm Snapdragon S4 Pro mit vier Kernen und einer Taktung von 1,5 Gigahertz, flankiert von 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Bedienung ist durchweg flüssig, sogar noch noch einen Tick schneller als beim Xperia Z, das mit der gleichen CPU bestückt ist.

Auch in Sachen Gaming macht das Sony-Tablet eine gute Figur. Im 3D-Benchmark “Epic Citadel” kommt es beispielsweise auf einen durchschnittlichen Wert von 55 Bildern pro Sekunde.

Im 3DMark erreicht das Tablet stattliche 5.508 Punkte. Laut Statistik von Futuremark liegt es damit zwar unterhalb von Nexus 4 und auch Xperia ZL, aber bei normalen Spielen habe ich weder Ruckler noch Aussetzer beobachtet. Zocken macht also Spaß! Übrigens: Dass Benchmarks immer auch mit Vorsicht zu genießen sind, zeigt der zweite Testdurchlauf mit 3DMark. Jetzt kam das Xperia Tablet Z “nur” auf 5.491 Punkte.

Kamera

Das Xperia Tablet Z hat zwei Kameras: Die Frontkamera, die vor allem für Videochats geeignet ist, löst mit zwei Megapixeln auf und die rückseitige Kamera bietet eine Auflösung von 8,1 Megapixel. Benutzt man allerdings den Modus “Überlegene Automatik” der Kamera-App, reduziert sich die maximale Auflösung auf 7 Megapixel. Die Fotos, die man mit dem Xperia Tablet Z schießt, sind akzeptabel, mehr aber auch nicht. Aber für mich ist das kein Problem, denn wer aber wirklich ernsthaft mit einem Tablet fotografieren möchte, hat in meinen Augen weitaus mehr Probleme als die Auflösung der Kamera. Dafür ist es dann doch zu groß und zu unhandlich.

Beispielfotos

Die Fotos wirken insgesamt alle ziemlich blass und könnten kräftigere Farben vertragen. Geschossen wurden die Bilder im Modus “Überlegene Automatik” mit einer Auflösung von  7 Megapixeln. Übrigens: Im Gegensatz zum Xperia Z startet beim Xperia Tablet Z die Kamera-App nahezu verzögerungsfrei.

Akku

Im Xperia Tablet Z steckt ein Akku mit 6.000 Milliamperestunden. Zum Vergleich: Das Nexus 10 bietet satte 9.000 Milliamperestunden. Doch wichtig sind reale Erfahrungen. In meinem Test kam das Xperia Tablet Z im Dauerbetrieb bei Gaming und Videos auf knapp 4 Stunden. Beim normalen Surfen hielt das Tablet immerhin rund 7 Stunden durch. Damit liegt es im guten Mittelfeld, mit meinem Nexus 10 erziele ich aber deutlich längere Laufzeiten, was angesichts des größeren Akkus auch nur wenig verwunderlich ist.

Grundsätzlich gilt: Das Xperia Tablet Z hat die gleichen Probleme wie andere Sony-Geräte, die Akkulaufzeit ist im Vergleich zur Konkurrenz deutlich schlechter. Hier kann aber hoffentlich mit einem zukünftigen Software-Update noch nachgeholfen werden.

Technische Daten

Die Hardware kann sich sehen lassen. Kleine Abstriche muss man höchstens bei der Kamera und dem verbauten Akku machen. Der Prozessor ist zwar “nur” ein Snapdragon S4 Pro und kein moderner Snapdragon 600, aber im alltäglichen Betrieb sollte man nahezu nichts davon merken.

  • CPU: Qualcomm Snapdragon S4 Pro, Quad-Core, 1,5 GHz
  • GPU: Adreno 320
  • RAM: 2 GB
  • Interner Speicher: 16/32 GB, durch microSD erweiterbar (bis zu 64 GB)
  • Kamera: 8,1 MP (Rückseite), 2 MP (Front)
  • Display: 10,1 Zoll, 1.920 x 1.200 Pixel
  • System: Android 4.1.2
  • Maße: 172 x 266 x 6,9 mm
  • Gewicht: 495 Gramm
  • Sonstiges: LTE optional
  • Farben: Weiß oder Schwarz

Fazit

Das Sony Xperia Tablet Z ist ein gelungenes Tablet, lediglich der Akku ist etwas schwach. Bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 499 Euro für das Modell mit 16 Gigabyte und Wi-Fi gibt es allerdings bessere Alternativen, beispielsweise das zuvor schon genannte Nexus 10 von Google. Das hat nicht nur den besseren Akku, sondern auch ein höher aufgelöstes Display. Dafür lässt sich der Speicher nicht erweitern.

Wer ein besonders leichtes, elegantes und zudem auch wasserfestes Tablet haben möchte, wird am Xperia Tablet Z aber kaum vorbeikommen. Die LTE-Antenne ist ein weiterer Pluspunkt, der allerdings erst zum Tragen kommt, wenn Sony diese Variante ab Anfang Juni in Deutschland anbieten wird.

Preise und Verfügbarkeit

Das Sony Xperia Tablet Z gibt es in insgesamt drei verschiedenen Versionen mit unterschiedlicher Verfügbarkeit:

  1. 16 GB und Wi-Fi: 499 Euro UVP, Verfügbar ab Ende Mai
  2. 32 GB und Wi-Fi: 548,99 Euro UVP, Verfügbar ab Ende Mai
  3. 16 GB und LTE/4G: 638,99 Euro UVP, Verfügbar ab Anfang Juni