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Cowboy Cruiser im ersten Test: Rasantes E-Fixie für Gemütliche

Cowboy Cruiser Test nextpit 12
© nextpit

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Dieselben Qualitäten bei einer gemütlicheren Sitzposition – mit dieser Taktik versucht Cowboy aktuell, sich neue Käufer*innen am E-Bike-Markt zu erschließen. Das neue Cruiser-Modell geht dabei für knapp 3.000 Euro an den Start und ist in zwei verschiedenen Farben erhältlich. Aber überzeugt das neue E-Bike im ersten Test? Wir von nextpit haben Cowboy auf der Tech Open Air in Berlin besucht und verraten, ob sich die Testfahrt lohnt!

Cowboy Cruiser
Cowboy Cruiser: Alle Angebote

Kurzfazit & Kaufen

Für sein neues Modell "Cruiser" verlangt Cowboy hierzulande 2.990 Euro – das neue E-Bike lässt sich bereits vorbestellen. Beim Kauf müsst Ihr Euch zwischen den vier Farbtönen Schwarz, Lavendel, Feige, Ton und Sand entscheiden. Zusätzlich zum Cruiser gibt es eine Menge Zubehör wie Gepäckträger, Kindersitze und vieles mehr.

Für die Diebstahlsicherung verlangt Cowboy noch einmal 120 Euro im Jahr zusätzlich. Wollt Ihr dazu auch den Reparaturservice, müsst Ihr weitere 240 Euro jährlich für das Angebot "Cowboy Care" einplanen. Zusammengerechnet bietet Cowboy also Dienstleistungen für 360 Euro im Jahr an, auf den Monat heruntergebrochen sind das haargenau 30 Euro.

Design & Verarbeitung

Mit dem Cruiser-Modell möchte Cowboy eine Alternative mit aufrechter Sitzposition anbieten. Dementsprechend hat der Hersteller den Lenker neu gestaltet – die Handposition ist nun ein wenig mehr Richtung Fahrer geneigt. Mit demselben Rahmen soll das Cruiser-Modell so gemütlicher zu fahren sein und sich von den eher als Rennrad designten, herkömmlichen Modellen abheben.

Gefällt:

  • Hochwertige Verarbeitung
  • Cleaner, minimalistischer Look

Gefällt nicht:

  • Keine Federung
  • Keine verschiedenen Rahmengrößen

Während Cowboy die Sitzhaltung des neuen Bikes verändert hat, setzt man beim Cruiser auf die bekannte Strategie der Vorgängermodelle. Bedeutet, das Fahrrad soll möglichst einfach in der Handhabung sein. Knöpfe oder eine Gangschaltung findet man beim Cruiser nicht, alles wird über das Smartphone oder über einen Drehmomentsensor gesteuert.

Das Cowboy Cruiser ermöglicht eine aufrechte Sitzposition.
Das neue Cruiser-Modell hebt sich optisch kaum vom C4 ab.  / © nextpit

Das Smartphone rückt Cowboy beim neuen Modell wieder deutlich in den Fokus. Clever ist dabei, dass kompatible Modelle bei der Anbringung am Cockpit wie beim C4 kabellos aufgeladen werden. Das funktioniert per Qi-Standard, als Halterung setzt Cowboy auf Quadlock. Der Hersteller bietet Hüllen mit integrierter Halterung an, alternativ gibt's kompatible Adapter zum Ankleben an Eure bestehende Handyhülle. 

Quadlock Cowboy Cruiser
Die auf Quadlock basierende Handyhalterung lädt Euer Smartphone auf. / © nextpit

Die Verarbeitung des neuen Bikes ist über die meisten Zweifel erhaben. Passend zum sehr aufgeräumten Look gibt es nichts, was am Cruiser klappert. Die Stabilität des Rahmens ist ebenfalls sehr hoch. Daher ist es durchaus überraschend, dass sich der Cowboy Cruiser auf Kopfsteinpflaster nicht anfühlt wie die Rüttelplatte in Eurem Lieblings-Gym. Ermöglicht wird das durch die dicke Bereifung, die grobe Stöße abfedert. Hier fühlt sich das Cowboy Cruiser stark wie das neue VanMoof S4 an, welches ich ebenfalls neulich ausprobieren konnte. Beide Bikes zeichnen sich durch einen besonders hohen Fahrkomfort aus.

Cowboy Cruiser Lenker
Der neue Lenker ist nach hinten gebogen. / © nextpit

E-Motor und Fahrspaß

Während Cowboy bei der Sitzposition auf mehr Komfort setzt, bleibt die sportliche Natur des C4-Modells unangetastet. Bedeutet, Ihr bekommt einen 250 W starken Nabenmotor im Hinterrad, der über einen präzisen Drehmomentsensor im Tretlager gesteuert wird. Auffällig ist, dass Cowboys Verzicht auf verschiedene Unterstützungsstufen beim Fahren so gar nicht stört. Darüber hinaus darf ich bei einem E-Fixie endlich mal die Trittfrequenz loben.

Gefällt:

  • Sehr hoher Fahrkomfort
  • Trotz Hollandrad-Position noch sportlich
  • Bequemer Sattel

Gefällt nicht:

  • Motor will an der Ampel manchmal nachschieben
  • Lenkerhöhe nicht verstellbar
  • Cowboy bietet keine verschiedenen Rahmengrößen an

Aus meiner rund halbstündigen Testfahrt bleibt vor allem ein Eindruck zurück: Mensch, ist das gemütlich! Privat fahre ich hauptsächlich Sportfahrräder und das Cowboy Cruiser wirkt, wie perfekt für längere Touren am Wochenende ausgelegt. Grund dafür ist neben der aufrechten Sitzposition vor allem der gemütliche Sattel, den Cowboy für den Cruiser optimiert hat. Da die Gewichtsverteilung beim aufrechten Fahren fast vollständig auf dem Sattel liegt, hat Cowboy hier sehr gute Arbeit geleistet.

Cowboy Cruiser Keilriemen
Bei Cowboy gibt's einen Keilriemen statt einer Kette. / © nextpit

Obwohl die Sitzposition auf dem Cruiser-Modell sehr gemütlich ist, kommt Ihr mit dem Cowboy schnell von A nach B. Ohne große Mühen, und trotz des mit 19,8 kg recht hohen Gewichts, habe ich es bei der Testfahrt auf 35 km/h geschafft. Cruisen mit 25 km/h ist dank der starken Unterstützung des 250-Watt-Motors problemlos möglich und für langsames Fahren ist der Drehmomentsensor im Tretlager präzise und feinfühlig genug.

Wirkliche Kritikpunkte habe ich beim Fahrspaß nicht, der trotz der fehlenden Federung auch bei Kopfsteinpflaster nicht allzu stark abnimmt. Wie bereits erwähnt, bedient sich Cowboy dem Trick, besonders dicke Reifen zu verwenden. Ein Versäumnis ist allerdings, dass Cowboy Euch weder die Lenkerhöhe verstellen lässt, noch verschiedene Rahmengrößen anbietet. Das Cruiser-Modell ist daher eher für große Fahrer geeignet. Ich schätze allerdings, dass es zukünftig noch ein Modell mit Step-Through-Rahmen und ähnliche Sitzposition geben wird. 

Cowboy Cruiser Rahmen
Der Rahmen ist streng genommen derselbe wie beim Cowboy C4. / © nextpit

Eine Kleinigkeit ist mir bei meiner Testfahrt noch aufgefallen: Steht Ihr an der Ampel und übt Druck auf die Pedale aus, versucht der Motor Euch ein wenig nach vorn zu schieben. Das ist eher nervig als gefährlich und wird auch durch Festhalten der Bremse nicht unterbunden.

Akkuleistung und smarte Funktionen

Die Reichweite des Cowboy Cruisers gibt der Hersteller zwischen 40 und 80 km an. Aufgeladen wird der Akku des E-Bikes innerhalb von 2 Stunden und 40 Minuten – erfreulicherweise könnt Ihr die Batterie abnehmen und in der Wohnung laden. Gesichert ist der Akku über einen Schlüssel – clever ist zudem die Art, wie Cowboy Euch die Reichweite präsentiert. Ohnehin ist das Cowboy Cruiser dank starker App-Integration echt smart.

Gefällt:

  • Akku lässt sich bequem extern laden
  • Reichweite von bis zu 80 km ist solide
  • Viele smarte Features und Angabe der Restreichweite

Gefällt nicht:

  • Diebstahlsicherung schließt Fahrrad nicht ab
  • Anti-Diebstahl-Funktionen und Reparatur-Service nur per Abo

Aus meiner halbstündigen Testfahrt konnte ich mir über die Reichweite des Cowboy Cruiser noch keine Meinung bilden. 40 bis 80 km sind aber solide bei einem Fahrrad, das primär für die Stadt konzipiert ist. Sehr komfortabel ist zudem, dass Ihr den Akku des E-Bikes entnehmen und bequem in der Wohnung laden könnt. Hier bietet Cowboy einen Vorteil gegenüber Modellen wie dem VanMoof S5 (zum Test).

Rücklicht und Schlüssel für den Akku.
Clever: Der Akku ist durch einen Schlüssel gesichert. / © nextpit

Die Nase vorn hat der niederländische Konkurrent allerdings bei der Diebstahlsicherung. Zwar bietet Cowboy auch Tracking-Funktionen und einen Diebstahlschutz, physisch abgeschlossen wird das Fahrrad aber nicht. VanMoof löst das über einen "Kicklock" genannten Stahlbolzen, der sich durch das Hinterrad schiebt. Bei Cowboy müsst Ihr hingegen auf Euer Smartphone hören, das sich meldet, wenn jemand Euer Fahrrad bewegt. Wollt Ihr genauer erfahren, wie das funktioniert, empfehle ich meinen Test zum Urtopia Carbon One.

Ein wenig ärgerlich bei einem Fahrrad, das fast 3.000 Euro kostet, ist zudem, dass Cowboy für bestimmte Funktionen ein Abonnement verlangt. Darunter der Diebstahl- sowie ein Reparatur-Service, der Euch und Euer E-Bike im Falle eines Schadens besucht. Cowboy gibt an, defekte Fahrräder innerhalb von maximal drei Tagen zu reparieren. Wann das möglich ist, entscheidet das Fahrrad in einigen Fällen sogar selbst.

Denn wirklich clever geht Cowboy mit den Daten um, die der Hersteller von seinen radfahrenden Kund*innen sammelt. So gibt es eine Sturzerkennung, die nach Ablauf eines Countdowns Euren Notfallkontakt kontaktiert. Ist nicht viel passiert, fragt Euch die Cowboy-App einige Zeit später, ob Ihr eventuell einen Mechaniker benötigt.

Cowboy Cruiser Google Maps
Funktioniert sehr gut: Die Google-Maps-Integration bei Cowboy. / © nextpit

Eine ähnlich smarte Integration von Daten gibt es auch in der Kompanien-App, welche auf Informationen von Google Maps basiert und Cowboy erst kürzlich einführte. So werden Hotspots für Unfälle oder Diebstähle erkannt und Ihr werdet in der App darauf hingewiesen, wenn Ihr Euch in einer solchen kritischen Zone bewegt. Cowboy zieht zudem Daten wie die Luftqualität oder das Wetter heran, um Euch vor der Fahrt Tipps und Hinweise über mögliche Probleme zu geben.

Wirklich spannend fand ich zudem – und dann war's das auch mit der Lobhudelei über smarte Features – dass Euch Cowboy anzeigt, wie viel Akkustand nach der geplanten Route übrig ist. So könnt Ihr sicher gehen, dass der Akku auch für die Rückfahrt reicht.

Fazit des Ersteindrucks

Das neue Cruiser-Modell sowie Cowboys Produktphilosophie hinterlässt nach dem Besuch auf der Tech Open Air in Berlin einen sehr positiven Eindruck. Mit dem neuen Modell will sich Cowboy einen neuen Markt erschließen und für diesen scheint das Cowboy Cruiser wirklich gut geeignet zu sein. Bedeutet: Waren Euch die bisherigen Cowboy-Fahrräder immer zu sportlich und zu unbequem, solltet Ihr Euch das Cruiser anschauen.

Cowboy Cruiser Tanguy Goretti
Cowboys Co-Founder Tanguy Goretti hat uns das neue E-Bike gezeigt. / © nextpit

Allerdings ist der Preis von 2.990 Euro noch immer hochpreisig, zumal Reparaturen aufgrund der vielen eigenen Bauteile teuer werden können. Dass die Zusatz-Dienste heruntergerechnet mit 30 Euro zu Buche schlagen, ist zudem echt happig. Das volle Potenzial des Cowboy Cruiser lässt sich zudem nur in Verbindung mit einem Smartphone entfalten, was ebenfalls ein wenig unpraktisch sein kann. Wirkliche Patzer scheint sich Cowboy auf den ersten Blick nicht geleistet zu haben. Im Gegenteil: Besonders die Aufbereitung der Daten zum Schutz von Fahrer*innen bestätigt den ganzheitlichen Blick auf die E-Bike-Industrie, den Co-Founder Tanguy Goretti während seines Vortrags auf der Messe vorgestellt hat. 

Sobald wir das E-Bike noch einmal für längere Zeit testen können, gibt's einen vollständigen Testbericht mit Testnote. Erst einmal stellt uns Cowboy das C4 zur Verfügung, der Testbericht folgt in den nächsten Tagen. Ihr habt noch mehr Bock auf E-Bikes bei nexptit? Dann lest meine Bestenliste für E-Falträder und schaut Euch meine Empfehlungen für Lifestyle-E-Bikes in 2023 an.

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Zu den Kommentaren (3)
Benjamin Lucks

Benjamin Lucks
Produkt-Tester

Benjamin arbeitet als freiberuflicher Journalist und ist dabei stets auf der Suche nach Besonderheiten, die neue Handys, Kopfhörer und Gadgets für den Leser interessant machen. Gelingt das nicht, tröstet er sich mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und seiner Digitalkamera.

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3 Kommentare
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  • Christian Weiten 1
    Christian Weiten vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Ich habe mir ein Cowboy 3 günstig zum Black Friday bestellt. Das Rad fährt sich super, ich bin eigentlich sehr zufrieden. Allerdings sperrt sich das Rad bei halbleerer Batterie und höherer Belastung gerne selbständig, vermutlich ein Akkufehler. Ich bin mit dem Service in Kontakt. Gestern bin ich aber einem Cowboy 3-Fahrer begenet, dessen Fahrrad laute Knack- und Knarz-Geräusche von sich gab, was beängstigend klang. Wie bei VanMoof wurde möglichweise zu sehr an der Qualität gespart. Jedenfalls würde ich nie mehr als 1500 oder 1600 € für diese Räder ausgeben. Dann lieber das neue Sushi Bike, das kostet gibt es für unter 1500 €. Und da kostet der Ersatzakku nur 100 €, bei Cowboy 500 €!


  • 26
    Gelöschter Account vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Wie hoch ist denn das zulässige Gesamtgewicht?

    Meine ehrliche Meinung: Überteuerter Schrott.

    Letztens hatten Sie ein nettes aber viel zu schweren Klapprad aus Leipzig vorgestellt, dessen zulässiges Gesamtbericht bereits ohne das Rad selbst vom Nutzer überschritten wird. Es hat also schon seinen Grund, dass man es über ALDI loszuschlagen versuchte.


  • 9
    Patrick N. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Haben sie es denn dieses mal geschafft, endlich ein Fahrrad zu bauen was die StVZO einhält?

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