Fitbit Sense vs. Versa 3: Lohnt sich der Aufpreis?

Fitbit Sense vs. Versa 3: Lohnt sich der Aufpreis?

Welche Fitness-Smartwatch ist besser: Fitbit Sense oder Versa 3? Die beiden Uhren sehen sich zum Verwechseln ähnlich und bieten nahezu den gleichen Funktionsumfang – doch der Preisunterschied beträgt rund 70 Euro. Für wen lohnt sich der Aufpreis also?

Was den Vergleich Fitbit Sense vs Versa 3 angeht, gibt es für den Autor dieses Artikels und Feinde langer Texte eine gute Nachricht: Die beiden Uhren sind sich in ganz vielen Bereichen komplett gleich – von Schlaftracking über Fitness-Tracking bis hin zur Akkulaufzeit oder der App für Euer Smartphone. Wollt Ihr zu all diesen Themen mehr wissen, lege ich Euch die Einzeltests ans Herz:

Es gibt allerdings auch ein paar Unterschiede, die zum Preisunterschied von knapp 70 Euro führen. Und auf genau diese wollen wir nachfolgend ein wenig näher eingehen.

 

Design und Bedienung

Auf den ersten Blick sehen die Fitbit Sense und die Versa 3 gleich aus. Hier wie dort kommt ein 1,58 Zoll großes OLED-Display mit 336 mal 336 Pixeln zum Einsatz. Das magnetisch auf der Rückseite haftende Ladekabel und die Armbänder sind ebenfalls identisch. Das minimale Gewichtsplus von fünf Gramm auf Seiten der Sense fällt in der Praxis nicht auf.

Dennoch gibt es einen großen Unterschied bei der Bedienung. Hatten die früheren Generationen der Fitbit Versa an der linken Gehäuseseite noch eine mechanische Taste, hat der Hersteller diese bei der Versa 3 und der Sense durch einen kapazitiven Button ersetzt. An sich ist die Idee gut, denn ein kapazitiver Button unterliegt keinem Verschleiß.

Allerdings macht der Knopf bei der Versa 3 Probleme. Ein abgewinkeltes Handgelenk reicht aus, um die berührungsempfindliche Taste versehentlich zu betätigen. Das passiert regelmäßig beim Yoga, bei Liegestützen oder auch nur beim Aufstützen auf dem Tisch. Zwar lässt sich der Button auch vollständig deaktivieren, eine schöne Lösung ist das jedoch nicht.

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Kleiner Unterschied, große Wirkung: Bei der Fitbit Versa 3 (links) betätigt man leicht versehentlich den kapazitiven Home-Button. Bei der Sense (rechts) gibt es das Problem nicht. / © NextPit

Wer genau hinsieht, erkennt den Unterschied auf dem Foto oben: Bei der schwarzen Fitbit Sense verläuft die Trennung zwischen den beiden Elektroden vertikal, und die Sensorflächen rücken deutlich weiter vom Handgelenk in Richtung Display. Während meines mehrwöchigen Tests der Sense konnte ich nicht eine einzige versehentliche Betätigung des Buttons verzeichnen. Bei der Versa 3 passiert mir das fast täglich.

Sensoren: Sense mit Wellness-Plus

Wie eingangs erwähnt: Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Sauerstoffsättigung im Blut und Hauttemperatur messen sowohl die Sense als auch die Versa 3. Allerdings bietet das teurere Modell zusätzlich noch einen EKG-Sensor und misst Eure elektrodermale Aktivität (EDA).

EKGs aufzeichnen mit der Sense

Um ein Elektrokardiogramm aufzuzeichnen, installiert Ihr einfach die EKG-App über den Fitbit-OS-Appstore auf Eurer Fitbit Sense. Nach dem Starten der App legt Ihr Daumen und Zeigefinger rechts oben beziehungsweise links unten auf den Rand der Smartwatch und wartet 30 Sekunden. Anschließend signalisiert Euch die Fitbit Sense hoffentlich, dass alles in Ordnung ist.

Wenn Ihr dann in der Fitbit-App nach dem EKG sucht, findet Ihr erstmal: nichts. Auch wenn die Sense die Daten aufs Smartphone überträgt, sind sie dort nach allen Regeln der Kunst versteckt. Der entsprechende Menüpunkt findet sich im Tab "Entdecken" vergraben unter lauter Premium-Features. Dort könnt Ihr all Eure EKGs dann auch noch einmal in Ruhe ansehen und auch als PDF exportieren.

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Hättet Ihr's gefunden? Der Pfeil zeigt an, wo Ihr die EKGs in der Fitbit-App findet – irgendwo zwischen diversen Premium-Funktionen. Habt Ihr's geschafft, werdet Ihr mit dem rechts abgebildeten Dokument belohnt. / © NextPit

EDA-Scans mit der FitBit Sense

Das zweite Extra-Feature der Sense ist der EDA-Sensor. Wenn Ihr über das Menü der Fitbit Sense einen EDA-Scan ausführt, dann müsst Ihr zwei Minuten lang Eure Handfläche auf das Display der Uhr legen – und Euch entspannen. Die Fitbit Sense erfasst dann über kleine elektrische Veränderungen der Haut sogenannte "EDA-Responses", die auf Stress hinweisen. Bei mir waren dieser Wert im Test stets bei "0".

Außerdem misst die Uhr über den Pulssensor Eure Herzfrequenzvariabilität – je höher der Wert ist, desto besser. Während der zweiminütigen Entspannungspause stieg bei mir der Wert in der Regel und lag höher als mein Normalschnitt, beispielsweise 71 gegenüber 41 Millisekunden.

Fazit: Fitbit Sense vs Versa 3 – welche ist nun besser?

Preislich liegen die Fitbit Sense und die Fitbit Versa 3 rund 70 Euro auseinander. Wer aus gesundheitlichen Gründen eine Smartwatch mit EKG-Funktion sucht, braucht diesen Ratgeber nicht – die Versa 3 ist dann keine Option. Die meisten gesunden Menschen unter 50 dürften dagegen realistisch einmal ein EKG aufnehmen und die Funktion dann wieder vergessen.

Und die EDA-Scans? Ich habe über einen Zeitraum von drei Monaten insgesamt sechs Scans durchgeführt und hatte jedes Mal exakt null EDA-Reaktionen. Und ganz ehrlich: Selbst wenn ich hier nun drei, acht oder 15 Reaktionen hätte: Ich wüsste nicht, was ich mit dem Wert anfangen sollte – und der Flickenteppich aus teilweise hinter der Premium-Paywall versteckten Dashboards macht das nicht besser.

So finde ich zwar in der App eine Übersicht über alle zurückliegenden EDA-Scans. Allerdings sehe ich ohne Premium-Abo meine Herzfrequenzvariabilität nur unmittelbar nach der Messung auf der Uhr – und dann nie wieder. Irgendwo im Schlaf-Dashboard finde ich dann zwar auch meine Herzfrequenzvariabilität, aber nur während der Nacht. Und irgendwie generiert die Fitbit-App aus diesen und anderen Werten dann noch einen Stressmanagement-Score.

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"Full Breakdown" – ja, so fühlt sich das Entziffern der Werte manchmal an (links). Wer hier ohne Premium-Abo auf "See Details" klickt, rennt vor die Paywall. Premium-Kunden bekommen eine weitere Aufschlüsselung zu sehen (rechts), die aber auch nicht so intuitiv zu verstehen ist. / © NextPit

Ein anderer wichtiger Punkt ist noch der kapazitive Home-Button, der sich für eine lange Betätigung mit einer beliebigen App verknüpfen lässt. Ich fand hier im Test etwa den Google Assistant nützlich. Mit der Versa 3 habe ich den armen Google Assistant allerdings mit unzähligen sinnlosen Audioschnipseln bombardiert. Aber 70 Euro für eine bessere Taste? Puh.

Meine Empfehlung: Überlegt Euch gut, ob Ihr ernsthaft die EKG- und EDA-Sensoren braucht. Andernfalls kauft Euch die Versa 3 und probiert aus, ob Ihr mit dem überempfindlichen Home-Button leben könnt. Wenn nicht, dann gebt die Smartwatch innerhalb der Umtauschfristen zurück. 

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Wer ist Euer Gewinner im Duell Fitbit Sense vs Fitbit Versa 3? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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1 Kommentar

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  • paganini vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Würde beide nicht nehmen. Dann eher eine Apple Watch, Garmin oder Samsung damit ist man besser bedient als mit den Uhren hier