Gewinner und Verlierer: Entschädigung für iPhone-Kunden, Schaden für Uber

Gewinner und Verlierer: Entschädigung für iPhone-Kunden, Schaden für Uber

Gewinner dieser Woche sind iPhone-Kunden: Sie dürfen sich über eine Rückzahlung wegen Apples geplanter Obsoleszenz freuen. Der Verlierer der Woche ist ein Uber-Manager. Anthony Levandowski wird von seinem Ex-Arbeitgeber Google auf 179 Millionen Dollar verklagt, weil er für Uber alte Kollegen abgeworben hatte.

Gewinner der Woche: iPhone-Nutzer bekommen Geld, oder wenigstens mehr Kontrolle

Zugegeben: Apples Argumente klingen verlockend plausibel. Kollegin Julia hat sie in ihrem Beitrag zum #Batterygate-Vergleich wie folgt paraphrasiert:

Mit dem Ausbremsen der iPhones hatte Apple damals Leistungsprobleme wie eingefrorene Displays oder sich abschaltende iPhones bei Kälte in den Griff bekommen wollen. Um die enormen Nutzerprobleme zu vermeiden, hatte Apple bei einigen Geräten per Software-Update eine Leistungsdrossel eingeführt. Sie griff bei iPhones mit einem Akku, der einer Spitzenstrombelastung nicht mehr standhielt, etwa bei Kälte, wenig Restladung oder bei alten Akkus, und fuhr die Höchstleistung des Geräts runter – So konnte das Gerät wenigsten weiter genutzt werden und ging nicht mehr aus, auch ein Akku-Tausch war nicht mehr notwendig.

Nun geht Apple per Vergleich einer Gerichtsverhandlung aus dem Weg und zeigt sich bereit, insgesamt 500 Millionen US-Dollar an betroffene US-Amerikaner auszuschütten. Rechnerisch kommen also voraussichtlich rund 25 Dollar pro betroffenem Gerät zusammen.

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Das iPhone SE war eines der gedrosselten Geräte. / © ANDROIDPIT

Schon zuvor zeigte sich der Hersteller einsichtig und bot im Jahr 2018 in Apple-Shops den Akku-Tausch vergünstigt zu höchstens 29 Euro an. Inzwischen kostet die Dienstleistung wieder bis zu 75 Euro. Darüber hinaus gibt es seit jüngeren Software-Versionen die Möglichkeit, die oben erklärten Drosselungen nutzerseitig in den Einstellungen zu steuern.

In Frankreich gab es wegen des gleichen Falles eine Klage durch die Verbraucher-Aufsichtsbehörde wegen Verstoßes gegen das Verbot geplanter Obsoleszenz. Die von Apple zu zahlenden 25 Millionen Euro verbleiben jedoch in der Behörde. Zusätzlich muss Apple die Gäste seiner französischen Website einen Monat lang darüber informieren, dass seine Updates auf iOS-Versionen 10.2.1 und 11.2.0 iPhones langsamer gemacht haben.

Verlierer der Woche: Anthony Levandowski und Uber, die klüger sein wollten als Google

Dass die kalifornische Bay Area für Arbeiter und Manager in der Tech-Branche ein Haifischbecken ist, dürfte spätestens seit der HBO-Serie Silicon Valley bekannt sein. Allmählich wird die Lage immer komplizierter für Anthony Levandowski, Waymo-Mitbegründer und Pionier in Sachen autonomes Fahren. Zu den bestehenden Klagen seines Ex-Arbeitgebers Google wegen Geheimnisverrates kommen nun Vorwürfe dazu, er habe seine alten Kollegen der Google-Tochter Waymo aktiv zu seinem neuen Arbeitgeber und direkten Konkurrenten Uber abgeworben.

Die ältere Klage kam Uber teuer zu stehen, denn der Mitfahr-Dienst musste nach einem außergerichtlichen Vergleich Aktien im Wert von 245 Millionen US-Dollar an Waymo abgeben. Damit kontrolliert Google einen fünfprozentigen Anteil seiner Konkurrenten.

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Alphabets "Waymo" hält Levandowski sei Dank fünf Prozent an Konkurrent Uber. / © Waymo

In der jüngeren Klage soll Levandowski persönlich haften. Google will von ihm 179 Millionen US-Dollar Entschädigung für die abgeworbenen Kollegen. Levandowski selbst behaupte laut The Verge, sein Vermögen liege unter 100 Millionen US-Dollar – jedoch habe er damals von Google 120 Millionen US-Dollar Abfindung erhalten. Und selbst wenn; Levandowski habe sich für diese Fälle vertraglich bei Uber abgesichert. Doch auch diese Abmachung liegt nun auf dem Verhandlungstisch. Egal wie also der Streit weiter voranschreitet: Levandowski wird einer der teuersten Mitarbeiter für Uber gewesen sein.

Fazit

Auch wenn Apple die genannten Entschädigungen aus der Portokasse bezahlen kann, sendet der Vergleich ein wichtiges Signal. Verbraucher sind nicht schutzlos der Willkür der Industrie ausgeliefert und können sich gelegentlich auf die Schlagkraft des geltenden Rechts verlassen.

Uber hingegen sollte sich um die Causa Levandowski Sorgen machen, da der Ex-Googler sich als zunehmende Gefahr entpuppt. Schließlich hat er schon in der Vergangenheit bewiesen, dass er seinem alten Arbeitgeber durch sein Handeln viel Einfluss bei Uber zum Nulltarif beschert hat.

Was ist aus Eurer Sicht der Gewinner der Woche, wer der Verlierer? Teilt gerne Eure Story in den Kommentaren!

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22 Kommentare

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  • Ich finde der Kunde ist Gewinner und würde mir für die EU mehr Produkthaftung wünschen!

    In der Summe fand ich aber die Probleme beim iPhone 6 (totes Taptic nach 1+ Jahren, weil sich der Chip gelöst hat) schlimmer wie das Akkuzeugs 😕

    Gelöschter AccountTim


  • Tim kann es halt nicht ertragen wenn was negatives über Apple gesagt wird und muss die halt auf teufel komm raus verteidigen. Und ganz wichtig! Tim hat IMMER recht. Er duldet keinen Widerspruch. Er einfach immer recht basta.


    Wer mir nicht glaubt braucht sich einfach nur seine Kommentare durch zu lesen.

    Mega nervig! Und ich und Florian sind nicht die einzigen denen das schon seit längerem aufgefallen ist.


    • Mimimi...


    • Tim vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Mensch, da ist euch wirklich was ganz großes aufgefallen!
      Ich dulde keinen Widerspruch? Doch. Ich akzeptiere nur keinen Schwachsinn. Und es seid eher ihr, die immer recht haben wollt. Da wird einfach behauptet, dass ich immer recht haben will. Aber Beweise, wie z.B. Zitate von mir, die das untermauern sollen, kommen nie.
      "Braucht sich nur seine Kommentare durch zu lesen." - was steht da denn? Sowas wie "ich habe IMMER recht!" finde ich da gar nicht. Komisch. Und das obwohl du sagst, dass das so sei...

      Ich finde es eher nervig, dass einige wenige hier offenbar generell mit anderen Sichtweisen nicht zurecht kommen.

      PS: hast du auch noch was zum Artikel beizutragen oder ist dieses Blabla schon alles?


  • Sind aber nur Ami Kunden in DE gibts keinen Cent . Würde DE als Verlieren bezeichnen .


  • Ich sehe Levandowski jetzt nicht unbedingt als Verlierer. Er soll ja etliche Dokumente mitgehen haben lassen und das ist Diebstahl. Außerdem gehe ich davon aus, dass man das Abwerben von ehemaligen Kollegen sicherlich vertraglich geregelt hat und Googles Anwälte machen sowas sicherlich wasserdicht. Warum also soll er ein Verlierer sein? Dann wäre ja jeder Verbrecher, der erwischt wird auch ein Verlierer.

    Tim


  • Tim vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    "Darüber hinaus gibt es seit jüngeren Software-Versionen die Möglichkeit, die oben erklärten Drosselungen nutzerseitig in den Einstellungen zu steuern."
    iOS 11.3.1 würde ich nicht gerade als "jüngere Version" bezeichnen. Das ist länger her, als die meisten Android-Smartphones überhaupt Updates bekommen (April 2018).


    •   26
      Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Ich frage mich ja schon, warum du in einer News über Apple und Uber den Drang verspürst im ersten Kommentar gleich gegen Android zu geifern. Aber seis drum.

      Mein Vorschlag: Tief durchatmen, Mund abputzen, und nochmal nachschauen wann iOS 11.3.1 raus gekommen ist. Es sollte so ungefähr 31 teilweise fehlerfreie Updates her sein.


      • "Mein Vorschlag: Tief durchatmen, Mund abputzen,..."

        Warum so herablassend? Tims Beitrag hatte mehr mit dem Artikel zu tun als deiner. Also kein Grund, gleich so despektierlich zu sein.


      •   31
        Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        @Tenten: Ja, man spürt wieder deutlich den Vollmond. :-))
        Ich jedenfalls kann nichts Unwahres in Tims Posting finden.


      •   26
        Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        @Tenten
        Es tut mir leid falls das herablassend herüber kam, so war das nicht gemeint. Das war ein ernst gemeinter Vorschlag. Es kann nicht gesund sein, wenn sich die eigenen Gedanken immer nur um Android drehen und darüber, wie man dieses in Kommentaren schlecht machen kann, selbst in News in denen es darum gar nicht geht. Alternativ kann es auch eine Reaktion auf Kritik an Apple gewesen sein, was auch kein gutes Zeichen für die Gesundheit darstellen würde.

        Natürlich ging es in Tims Beitrag mehr um den Artikel als in meinem Beitrag. Schließlich war seiner ein Kommentar zum Artikel, meiner ein Kommentar zu seinem Kommentar. Das liegt im Wesen der Kommentierung. Oder findest du deinen Beitrag nun passend für den Artikel?

        @route 9
        Ich spüre den Vollmond nicht. Falls du dich durch ihn zu sehr beeinflusst fühlst und daher keine Google oder Wikipedia Suche starten kannst, hier noch kurz die Auflösung: iOS 11.3.1 kam nicht im März 2017 heraus, sondern im April 2018. Damit macht auch der Seitenhieb zu Android keinen Sinn, denn die zwei Jahre Updates kriegen wohl auch die meisten Android Smartphones. Daher mein ursprünglicher Kommentar.


      • Tim vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Ich finde es eher ungesund, in jedem meiner Kommentare nach Aussagen zu suchen, die man dann so hinstellt, als rede ich nur Android schlecht. Ich habe lediglich eine Tatsache erwähnt, die untermauern sollte, dass die Aussage im Artikel etwas komisch ist. Wenn DU da sofort wieder eine direkte Kritik an Android, "welches Ich immer schlecht reden will" suchst, ist das DEIN Problem, nicht meins.

        Indes hättest du auch auf meinen Kommentar antworten können UND den Artikel mit einbinden können. Hast du aber nicht. Du hast dich nur daran gestört, dass ich Android "mal wieder" in ein schlechtes Licht gerückt habe - indem ich eine Tatsache erwähnt habe.

        Zum iOS11.3.1-Release:
        Mein Fehler, stimmt. Habe mich um ein Jahr vertan. Das iPhone 8/X kamen mit iOS11 raus, deshalb war ich wohl irgendwie wieder bei 2017.
        Der Seitenhieb macht dennoch Sinn, denn das ist mittlerweile fast zwei Jahre her und das IST länger her, als die meisten Androids überhaupt Updates bekommen. Sorry 🤷🏻‍♂️

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