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Huawei Mate 50 Pro im Hands-on: variable Blende statt Google-Dienste

NextPit Huawei Mate 50 Pro 23
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Die Geschäftspolitik von Huawei ist nicht wirklich für jedermann zu durchschauen: Obwohl das Huawei Mate 50 Pro bereits Anfang September in China und ein wenig später auch global erschien, wollte man das Flaggschiff-Smartphone den europäischen Kunden vorerst vorenthalten. Gestern war es nun so weit, und wir durften zur Präsentation in Berlin vor Ort sein. Lest unseren ersten Eindruck im NextPit-Hands-on.

Pro

  • IP68-zertifiziert
  • Flaggschiff-Prozessor
  • Überragende Kamera
  • Tolles AMOLED-Display
  • Drei Jahre US-Embargo überlebt

Contra

  • Kein 5G-Support
  • Keine Google Mobile Services (GSM)
  • Garantie nur auf zwei Jahre System-Updates
  • Kein microSD-Support (nur NM-Card)

Huawei Mate 50 Pro: Preis und Verfügbarkeit

Huawei kennt trotz fehlendem Google Play Store und mangelndem 5G-Support keine Freunde, was den Preis angeht. Satte 1.199 Euro möchte man hierzulande für das Huawei Mate 50 Pro mit 8 GB LPDDR5 RAM und 256 GB internem UFS-3.1-Programmspeicher haben. Das sind dann doch 100 Euro weniger als ursprünglich kolportiert. Das Apple iPhone 14 mit identischem Programmspeicher ist jedoch preiswerter (1.129 Euro) – und das iPhone bietet sogar noch mehr Google-Dienste als das Mate 50 Pro. Eine Auswahl an Speicher wie im Heimatland bietet der Konzern hierzulande nicht. Lediglich eine optionale Erweiterung durch eine hauseigene NM-Card (Nano Memory) bis zu zusätzlichen 256 GB ist möglich.

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Das Huawei Mate 50 Pro wird global nur in Schwarz und Silber erscheinen. / © NextPit

Das durch US-Sanktionen seit drei Jahren gebeutelte Unternehmen bietet uns farblich die Auswahl zwischen Schwarz und Silber. Die vegane Lederrückseite in Orange schafft es leider nicht nach Europa. Während das schwarze Modell seine Liebe zu Fingerabdrücken nur schwer verheimlichen kann, ist die silberne Variante wohl die beste Option, da diese komplett matt gehalten ist. Laut Huawei ist die Verfügbarkeit mit "sofort" gegeben. Wer sich zwischen dem 27. Oktober und dem 30. November für einen Kauf entscheidet, bekommt die Huawei FreeBuds Pro 2 im Wert von 199 Euro gratis dazu.

 

Display & Design

Drei Dinge fallen beim Erstkontakt mit dem Huawei Mate 50 Pro ins Auge : das große kreisrunde Kamera-Array auf der Rückseite, das seitlich abgerundete AMOLED-Display und die große Notch oben in der Mitte. Ich muss wohl gerade mal wieder abwesend gewesen sein, als die Notch wieder in Mode kam. Hinter der als Briefschlitz fehlinterpretierbaren Öffnung befinden sich zwei Kameras und mittig ein Lautsprecher.

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Jetzt wo Apple nach und nach Abstand von der Notch nimmt, hat Huawei sie wiederentdeckt. / © NextPit

Das 6,74 Zoll große AMOLED-Display bietet eine maximale Auflösung von 2.616 x 1.212 Pixel (428 ppi). Farbdarstellung, Kontrast und Blickwinkelstabilität sind über jeden Zweifel erhaben. Die maximale Bildwiederholrate beträgt 120 Hertz, die Abtastrate 300 Hertz. Wie üblich bei Huawei-Flaggschiff-Modellen, sind die Seiten abgerundet. Mir persönlich gefällt das, dennoch kenne ich die allgemeine Ablehnung gegenüber Curved-Panels. Zumindest habe ich in meinem kurzen Test vor Ort keine Fehleingaben feststellen können. Auch die maximale Helligkeit mit unbekannter Candela-Angabe überzeugt beim Hands-on selbst unter direktem Sonnenlicht. 

Die allgemeine Haptik des nach IP68 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützten Huawei Mate 50 Pro weiß zu gefallen. Es liegt mit seinen 162,1 x 75,5 x 8,5 Millimetern und knapp 210 Gramm gut in der Hand. Gern hätte ich das orangene Lederimitat einmal in der Hand gespürt, doch auch das matte Silber wusste zu gefallen. Auch verbaut Huawei in dem Flaggschiff Stereo-Lautsprecher, dessen Sound wir aber unter den Gegebenheiten des Launch-Events noch nicht adäquat testen konnten. Das wird aber direkt nachgeholt, sobald der NextPit-Redaktion eine Teststellung vorliegt.

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Das Huawei Mate 50 Pro besitzt wie alle Flaggschiffe der Marke ein tolles Display mit sexy Rundungen. / © NextPit

 

Huawei Mate 50 Pro: Software

Auch nach drei Jahren US-Sanktionen haben wir als weltweit operierendes Technik-Online-Magazin die Schuldigkeit, Euch  über die fehlenden Google Mobile Services zu informieren . Warum das nach wie vor so ist und auf den Huawei-Ultra- und Notebooks das US-Betriebssystem Windows laufen darf, will sich uns nach wie vor nicht so recht erschließen.

Zumindest gibt es auch auf dem Huawei Mate 50 Pro keinen Google Play Store oder sonstige praktische, über unterschiedliche Plattformen synchronisierende Anwendungen, wie die Google-Kontakte, den Google-Kalender oder Gmail. Allerdings kann man seine vorhandenen Google-Konten auch auf einem Huawei-Smartphone wie dem Mate 50 Pro nutzen. Auch bei Apps, die auf Google-APIs setzen, beispielsweise auf Google-Maps-Kartenmaterial, müsst Ihr mit Schwierigkeiten rechnen.

Dafür hat der einst auf dem Smartphone-Sektor so erfolgreiche Konzern die HMS (Huawei Mobile Services) ins Leben gerufen – praktisch das gleiche wie die GMS (Google Mobile Services) aber eben mit Huawei-Diensten – und der AppGallery als App-Bezugsquelle. Ich bin schon auf das Test-Sample gespannt – und ob sich seit dem von uns getesteten Huawei Nova 10 Pro in Sachen Software (Beispiel: Petal Search und Banken-Kompatibilität) etwas geändert hat.

Generell gibt es laut Huawei auf dem neuesten Flaggschiff insgesamt zwei Jahre System- und drei Jahre Sicherheitsupdates. Basis bildet vermutlich Android 12 mit der hauseigenen Benutzeroberfläche EMUI 13. Über die Android-Version wollte man uns keine Auskunft geben. Es handle sich um eine "Android Open Source Project"-Version (AOSP). Ungewöhnlich ist die kurze Update-Garantie dennoch. Schließlich hatte das Huawei Nova 10 Pro noch drei Jahre Systemupdates. Auf Nachfrage gab man uns zur Antwort, das man in der Regel auch länger Updates gewährleistet, garantiert werden können aber nur zwei Jahre. Uns ist das tatsächlich zu wenig.

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Das Huawei Mate 50 Pro hat Apps ohne Ende vorinstalliert. / © NextPit

Bei einem ersten Blick auf das Huawei Mate 50 Pro sind uns doch eine Menge an vorinstallierten Anwendungen aufgefallen. Wir werden schon bald sehen, wie viele davon wirklich notwendig beziehungsweise sinnvoll sind.

Huawei Mate 50 Pro: Performance

Ursprünglich hatte man dem Huawei Mate 50 Pro einen Snapdragon 888 attestiert. Und zur großen Überraschung hat man aber Qualcomm erneut davon überzeugen können, das aktuelle Flaggschiff-SoC in einer Sonderauflage fertigen zu können. Soll bedeuten: Im Huawei Mate 50 Pro schlagen die achte Kerne eines Snapdragon 8+ Gen 1. Was besseres hat Kalifornien aktuell nicht zu bieten – zumindest bis zum Snapdragon Summit von 15. bis 17. November auf Hawaii.

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Das Huawei Mate 50 Pro trotz US-Embargo mit Snapdragon 8+ Gen 1. / © NextPit

Allerdings fehlt das Snapdragon-X65-5G-Modem der 4. Generation. Stattdessen gibt es 4G-Power, welches zumindest in Deutschland für die meisten Ansprüche reichen sollte. Schließlich sorgt der ARM Cortex X2 mit seinen maximal 3,2 GHz und den weiteren drei Cortex-A78-Kernen mit maximalen 2,5 GHz für ordentlich Performance. In Sachen künstlicher Intelligenz greift Huawei auf die 7. Generation der Qualcomm-AI-Engine zurück. API-Support wie OpenCL 2.0, Vulkan 1.1 oder OpenGL realisiert die Adreno-730-GPU (Graphics Processing Unit).

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, vor Ort einen kleinen Geekbench-5-Test auf dem Huawei Mate 50 Pro laufen lassen. Die App gab es übrigens nicht in der Huawei AppGallery, sondern nur auf APKMirror. Das Ergebnis waren 897 Punkte im Single- und 3.089 Punkte im Multi-Core. Das ist allerdings ein ganzes Stück weniger, als der identische Prozessor in anderen Smartphones wie dem Motorola Edge 30 Ultra bietet, das 1.325 respektive 4.310 Punkte schafft. In Sachen Hitzeentwicklung und Extremtests – na Ihr wisst es schon: im ausführlichen Testbericht!

Huawei Mate 50 Pro: Kamera

Kommen wir zu dem Punkt, bei dem Huawei schon seit jeher abgeliefert hat: zur Kamera. Auch ohne Leica hat man auf diesem Gebiet nichts verlernt. Das Huawei Mate 50 Pro ist das erste Smartphone des Konzerns, was mit der neuen Marke "XMAGE" wirbt. Huawei möchte nach eigenen Worten einen Paradigmenwechsel in der Smartphone-Fotografie einleiten. Die Marke soll Wissenschaft und Kultur sowie Ästhetik und Technologie in einem vereinen.

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Auch nach 10 Jahren befindet sich die Mate-Kamera mittig im oberen Drittel. / © NextPit

Huawei hatte auf dem Event auch verlauten lassen, dass man mit dem Huawei Mate 50 Pro nun insgesamt zehn Jahre Mate-Geschichte geschrieben habe. Dabei habe man all die Zeit an einem unverkennbaren Design-Merkmal festgehalten. Wer kommt drauf? Richtig, die Hauptkamera war immer mittig im oberen Drittel positioniert. 

Nachweislich bietet man auch mit einer 50-Megapixel-Hauptkamera die erste zehnfach variable Blende (f/1.4 bis f/4.0) in einem Smartphone. Weiterhin gibt es in dem sogenannten "Space Ring" eine 13-Megapixel-Ultraweitwinkel-, sowie eine 64-Megapixel-Telezoom-Kamera. Letztere bietet einen 3,5-fach verlustfreien Zoom mit optischer Bildstabilisierung und einem riesigen wie sinnbefreiten 100-fach-Digitalzoom. Wer unter Umständen gelesen hat, dass Huawei auch mit einer 200-fachen Vergrößerung wirbt: Dieser Wert ergibt sich, wenn man von der 0,5-fach-Ultraweitwinkelkamera bis zum maximalen Digitalzoom rechnet.

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Ein "Space Ring" um die drei Kameras zu vereinen. / © NextPit

Wir haben bereits erste Testfotos "rausschmuggeln" können, hauptsächlich um die "variable Blende" zu testen. Hier haben wir noch ein paar Fragen, da wir in der App eine Unterscheidung zwischen "virtueller" und "physischer" Blende gefunden haben. Ist die variable – und vor allem mechanische Blende – am Ende doch zum Teil nur eine softwarebasierte Lösung? Vermutlich handelt es sich hier um einerseits echte und andererseits gerenderte Tiefenunschärfe. Im Test gehen wir der Sache auf den Grund.

Hier mal unsere ersten Testfotos, entscheidet selbst:

Eingangs haben wir ja bereits die Notch erwähnt, welche auf der linken Seite eine 13-Megapixel-Weitwinkel- und ganz rechts eine 3D-ToF-Kamera (Time of Flight) besitzt. Die Weitwinkel-Kamera bedient ein Sichtfeld von 78 bis 100 Grad, und die ToF-Kamera dient zur optimierten Gesichtserkennung. Kennt man ja auch von Apple.

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Auch im Huawei Mate 50 Pro begeistert das Unternehmen mit einer überragenden Smartphone-Kamera. / © NextPit

 

Huawei Mate 50 Pro: Akku

I m Huawei Mate 50 Pro ist ein 4.700 mAh starker Akku verbaut.  Ein recht solider Wert, über den wir aktuell wenig berichten können. Wir hatten das Smartphone gerade einmal 30 Minuten in der Hand. Aber Huawei deckt in Sachen Kompatibilität das gesamte Spektrum ab. Soll heißen: Wir können das Smartphone selbst kabellos mit 50 Watt und andere Geräte kabellos mit 7,5 Watt laden. Der chinesische Konzern legt auch anders als Apple, Google und Samsung ein Netzteil bei, das schlanke 66-Watt-"SuperCharge" bietet. Wir sind schon gespannt wie lang man mit dieser Kapazität auskommt und wie lang ein solcher Ladevorgang dauert.

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Bei dem Huawei Mate 50 Pro lädt man mit 66 Watt "SuperCharge". / © NextPit

 

Vorläufiges Urteil

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Das Huawei Mate 50 Pro begeistert durch seine besonders potente Ausstattung. / © NextPit

Nun ist das Huawei Mate 50 Pro ab sofort in Schwarz und Silber für 1.199 Euro auch in Europa und somit auch hierzulande erhältlich. Natürlich habe ich vor Ort in Eurem Auftrag die Frage gestellt, warum sich denn Huawei angesichts der fehlenden Google Mobile Services nicht ein wenig preiswerter als die Konkurrenz positioniert. Die Antwort war ziemlich einfach: Zum einen kostet die R&D-Arbeit an Innovationen wie der variablen Blende ein paar Yuan, und weiterhin sieht man dank der Huawei AppGallery keinerlei Nachteile gegen über anderen Android-Produkten.

Und in der Tat kann ich diese Argumentation durchaus nachvollziehen. Manch einer wünscht sich sogar ein solches Smartphone, um der Schnüffelnase von Google zu entgehen. Und in Sachen Smartphone-Kamera war das Unternehmen schon immer marktführend. Auch technisch steht man mit Ausnahme des 5G-Supports ganz oben auf dem Treppchen. Sowohl der Prozessor, die Ladetechnologie und auch die Display-Qualität sind dem ersten Eindruck weit vorne mit dabei. Müssen wir am Ende vielleicht nach drei Jahren US-Embargo anfangen umzudenken?

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Wir empfehlen das Huawei Mate 50 Pro wenn in Silber. / © NextPit

Was ist Eure Meinung zu den ersten Testfotos? Und was denkt Ihr über ein Flaggschiff-Smartphone ohne Google-Dienste – yay or nay?

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Top-Kommentare der Community

  • Thomas_S vor 1 Monat

    Warum auf der Pro-Seite "Drei Jahre US-Embargo überlebt" steht, ist mir schleierhaft. Man sollte sich hier doch wenn möglich an objektive, technische Kriterien halten.
    Abgesehen davon, die "Schnüffelnase" von Google oder Apple ist mir immer noch lieber als die von Huawei.

16 Kommentare

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  • Moritz vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Wer kauft in Europa so ein Smartphone? Die Google Sperre hat Huawei komplett irrelevant gemacht.
    Ich bin echt ratlos. Dazu teilweise veraltete Technik zu so einem Preis.


    • Matthias "MaTT" Zellmer
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Also es gibt auch durchaus Kunden die gar nix von dem US-Embargo wissen und es vermutlich auch gar nicht in der Anwendung merken, dann diejenigen die bewusst auf Google verzichten wollen und diejenigen die mit der Huawei AppGallery ganz gut zurecht kommen (Google Kalender, Gmail und Kontakte lassen sich ja synchronisieren).
      Welche Technik ist denn deiner Meinung nach veraltet? Es gibt aktuell keinen neueren Snapdragon-Prozessor. Auch mit der 10-Stop-Blende ist Huawei der Erste am Markt.


      • Antiappler vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "dann diejenigen die bewusst auf Google verzichten wollen und diejenigen die mit der Huawei AppGallery ganz gut zurecht kommen (Google Kalender, Gmail und Kontakte lassen sich ja synchronisieren)."

        Da kenne ich im Freundeskreis einige Leute, die sich entweder aus Neugier entschieden haben, wie so ein Gerät ohne Google-Dienste auskommt, und auch Leute, die von Google nichts (mehr) wissen wollen.

        Und auch bei android-hilfe.de gibt es reichlich Leute, die sehr zufrieden mit Huawei sind, obwohl ohne Google, weil die Geräte trotzdem funktionieren.

        Muss halt jeder für sich wissen, ob man das zumindest Mal probiert und ob oder wie sehr es einen einschränkt, keine Google-Dienste mehr zu haben.


  • Dwain 234 vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Ich finde das Gerät technisch sehr spannend ,aber mich schreckt der etwas hohe Preis ab und leider immer noch dieses bestehenden US Sanktionen, gegen Huawei.


  • Thomas_S vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Warum auf der Pro-Seite "Drei Jahre US-Embargo überlebt" steht, ist mir schleierhaft. Man sollte sich hier doch wenn möglich an objektive, technische Kriterien halten.
    Abgesehen davon, die "Schnüffelnase" von Google oder Apple ist mir immer noch lieber als die von Huawei.


    • Matthias "MaTT" Zellmer
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Na da gehe ich doch mal direkt drauf ein:
      Als zum einen ist mein Schreibstil generell ab und an mit einem Augenzwinkern zu sehen, zum anderen ging diese kleine Pro-Note auch durch die Endkontrolle.
      Von einem Hands-on, bzw. Review Objektivität zu erwarten, halte ich für unrealistisch und ist nach meinem Verständnis auch von unserer Redaktion nicht gewollt. Eher im Gegenteil: Subjektivität und Persönlichkeit sind gefragt. Das unterscheidet NextPit von dem Technik-Einerlei. So kann der Leser sogar seinen "Lieblings-Redakteur" favorisieren. Keine Frage, Fakten bleiben Fakten, auch bei uns. Ich hoffe Dich jetzt nicht enttäuscht zu haben.

      Zu guter Letzt ist es aber für mich schon ein "Pro" was man mal hervorheben kann, das ein Konzern trotz widere Umstände noch immer in Europa Smartphones verkauft.

      Und die Ansicht lieber von Google als von Huawei "ausgeschnüffelt" zu werden, teilen vermutlich die meisten Leser in Deutschland.

      Vielen Dank für Deine Meinung.


      • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Krass - und (von A(ntoine) bis Z(ellmer) anscheinend) so gewollt. Bedeutet für mich eine enorme Abwertung.

        Ehrliche Worte - Danke dafür. Da weiß man, wo man dran ist.


      • Matthias "MaTT" Zellmer
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Ganz ehrlich? Diese Reaktion verstehe ich nicht. Wieso wäre das eine Abwertung? Welcher Smartphone-Tester (auch außerhalb von NextPit) bringt denn nicht seine persönlichen Emotionen und Empfindungen in sein Review mit ein. Ich kenne keinen.
        Wenn du Faktenbashing willst must du zu Stiftung Warentest. Oder habe ich Deinen Kommentar falsch interpretiert?


      • Stefan Möllenhoff
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Hier muss man vor allem auch Hands-ons und Reviews klar unterscheiden.

        Bei einem Hands-on können wir die Geräte nur vom Hersteller vorgegebenen Bedingungen ausprobieren – und zumeist nur einen sehr eingeschränkten Teil der Funktionen. Entsprechend ist hier eine objektive Beurteilung überhaupt nicht möglich. Wir versuchen natürlich, in der üblicherweise kurzen Zeit so viele wichtige Punkte wie möglich auszuprobieren, ein vergleichbares Urteil ist aber einfach nicht möglich – wir können meist keine Benchmarks durchführen, keine Funktionen gemeinsam in der Redaktion diskutieren und so weiter. Daher sind Hands-ons stets subjektiv.

        Bei Testberichten ist das natürlich anders. Alle Redaktionsmitglieder haben einen anderen Schreibstil und andere Präferenzen, das ist klar und das drückt sich dann auch in den Testberichten aus. Dennoch sind die Tests natürlich untereinander vergleichbar und haben ein objektives Fundament – wir führen beispielsweise mit allen Geräten die gleichen Benchmarks unter den gleichen Bedingungen durch. Und letztendlich bekommt jedes Gerät beim finalen Review ja auch eine Testnote, die vom testenden Redakteur unabhängig gleich ausfallen sollte. Für die Testnoten gibt's Richtlinien, und die Ergebnisse werden gemeinsam diskutiert.


      • Matthias "MaTT" Zellmer
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Danke Stefan,
        für die Klarstellung. Ich unterschreibe zu 100% Deine Aussage und entschuldige mich, falls das so nicht eindeitig von mir kommuniziert wurde.


      • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "Drei Jahre US-Embargo überlebt"
        ...gehört weder auf die Pro noch Contra Seite. So einfach ist das. Das gilt auch für andere Eigenschaften wie "Farbe: Schweinchenrosa" oder "wird (nicht) in China gebaut"

        "Eher im Gegenteil: Subjektivität und Persönlichkeit sind gefragt."
        Gegen Persönlichkeit habe ich nichts einzuwenden - aber Subjektivität sollte schon Grenzen haben! Wenn ich statt handfester Informationen seichte Unterhaltung will, lese ich Gala oder sowas, wo ein SmartPhone passend zum Abendkleid oder Smoking empfohlen wird.

        Es ist ja ok, wenn erwähnt wird, dass diese Firma 3 Jahre Embargo überlebt hat. Aber als Pro? Ich kann mir bei wildester Fantasie niemanden vorstellen, dem diese Info dazu bewegt: ach, wenn das so ist, kaufe ich das Teil.

        Nein, da geht mir Subjektivität und Persönlichkeit dann doch erheblich zu weit! Und sowas ist gewünscht? Nun denn...

        "Dennoch sind die Tests natürlich untereinander vergleichbar und haben ein objektives Fundament ..."
        Da muss ich widersprechen: bei so manchen Androiden wird als Contra aufgeführt "kein SD-Slot"
        Beim iPhone nie.

        Ähnliche - NICHT - objektive Wertungen gibt es schon; oder eben auch nicht. Mag ja sein, dass der eine oder andere Autor eine Abneigung (oder Zuneigung) zu bestimmen Herstellern hat - aber sowas geht gar nicht.

        Wenn nun gesagt wird, dass das (kein Versehen/Versäumnis/was auch immer sondern) so gewollt ist, dann ist das für mich eine Abwertung insgesamt; egal, ob es um Hands-ons oder Reviews geht.

        "...eine Testnote, die vom testenden Redakteur unabhängig gleich ausfallen sollte."
        Und genau daran habe ich nach diesen offenen Worten doch erhebliche Zweifel! Statt durch (möglichst gleiche) Maßstäbe bei der Bewertung einen Vergleich ziehen zu können, ist man nun jedoch noch mehr verwirrt. Und das ist so gewollt?

        Kann nicht euer ernst sein!


      • Matthias "MaTT" Zellmer
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Vielen Dank für Deinen Kommentar.
        Wir werden das mit ins Team-Meeting nehmen und besprechen.


  • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Eine 10-fache variable Blende bewerben, dann aber eventuell teilweise nur per Software schmuggeln, wäre echt das aller Letzte. Würde ich Huawei aber durchaus zutrauen.
    Wobei eine 10-fach variable Blende bei solchen kleinen Optiken nach wie vor ziemlicher Unsinn ist. Eine variable Blende per se auf keinen Fall, aber 10 Stops schon.
    Das ist so, als würde man bei einer DSLR oder Spiegellosen zwischen f/6.3 und f/7.1 noch 8 weitere Abstufungen einbauen. Sinnlos.


    • Stefan Möllenhoff
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Ich denke, Huawei meint nicht zehn Blendenstufen Umfang, sondern zehn verschiedene diskrete Einstellungen für die Irisblende. In der App reichen die Einstellungen von F1.4 bis F4.0, zusammen mit den Drittel-Werten F1,6, F1,8, F2.0, F2,2, F2,5, F2,8, F3,2 und F3,5 dazwischen ergeben sich zehn Einstellungen, also eine *hust* "Zehnfach-Blende". Liegt auf dem Bullshit-Bingo direkt neben dem 200x-Zoom.


      • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Es sind nur wahrscheinlich auch keine "Drittel-Werte", wenn man die mal umrechnet auf Kleinbild (was grundlos niemand macht). Die Brennweite wird immer umgerechnet, die Blende dann aber nie.
        Das Ding hat keine f/1.4, sondern wahrscheinlich irgendwas um f/6.3 (basierend darauf, dass bspw. das iPhone 13 Pro mit f/1.5 in Wahrheit ~f/6.8 hat).


      • Stefan Möllenhoff
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Nachdem sich eine ganze Blendenstufe immer durch Multiplikation der vorherigen Blendenstufe mit der Wurzel aus zwei ergibt, sollte sich die Multiplikation mit dem Crop-Factor hier quasi wegkürzen, oder?

        Die Blendenzahl bzw. das Öffnungsverhältnis ist aber ja eine physikalische Eigenschaft des Objektivs und bei Smartphones berechnet aus dem Durchmesser der Eintrittspupille (meist irgendwo bei 2-3mm) geteilt durch die reale Brennweite des Objektivs (meist irgendwo bei 3-6mm). Aber du hast recht, der Wert, der dabei herauskommt, ist zu nicht viel zu gebrauchen ^^ Obs durch ne Multiplikation mit dem Crop-Faktor viel besser wird, weiß ich nicht ;)

        Der größte Vorteil einer physikalischen Blende beim Smartphone dürfte darin liegen, dass man bei extrem lichtstarken Optiken den fehleranfälligen Rand der Linsen mit sehr starker Lichtbrechung ausklammert und dadurch bei guten Lichtverhältnissen CAs & Co. reduziert und die Schärfe verbessert. Nachts ist der Bottleneck bei der Bildqualität aber woanders, und dann hilft mehr Licht. Ob man dafür jetzt zehn Abstufungen braucht... naja. Reicht wahrscheinlich so ein Klapp-Ding, wie's Samsung beim S9 mal hatte.

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