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Huawei Mate 50 Pro im Test: Nicht zu empfehlen

Update: kompletter Test!
NextPit Huawei Mate 50 Pro Back
© NextPit

Das Huawei Mate 50 Pro ist das neueste High-End-Smartphone des chinesischen Herstellers. Es ist mit über 1.000 Euro immer noch sehr teuer und immer noch durch das Fehlen der Google Mobile Services (GMS) eingeschränkt. Kann man die Anschaffung des Geräts 2023 immer noch empfehlen?

Bewertung

Pro

  • Hochwertiger 120 Hz AMOLED-Bildschirm
  • Ausgezeichnete Triple-Cam
  • Überzeugender 3,5-facher optischer Zoom
  • Lange Akkulaufzeit
  • Erweiterbarer Speicher (proprietäres NM-Format)
  • Effektives proprietäres Schnellladen

Contra

  • Keine Google-Dienste (GMS)
  • Kein 5G
  • Unklare Update-Politik
  • Instabile Leistung
  • Preis zu hoch

Kurzfazit

Das Huawei Mate 50 Pro ist seit dem 15. November 2022 in Deutschland erhältlich. Es ist in einer Speicherkonfigurationen mit 8/256 GB erhältlich, für die Huawei stolze 1199 Euro verlangt. Ihr findet es sowohl im offiziellen Shop des Herstellers als auch bei Amazon.

Wie das Huawei P50 Pro (zum Test), das ich letztes Jahr unter die Lupe nahm, bietet auch das Huawei Mate 50 Pro eine Experiende die den hohen Preis nicht rechtfertigt. Der Hersteller hat immer noch keine Lösung gefunden, um das Fehlen der Google-Dienste zu kompensieren. Er zwingt seinen Nutzer:innen immer noch Software-Kompromisse auf und verlangt dafür einen hohen Preis.

Design

Das Huawei Mate 50 Pro übernimmt die klassischen Codes der Designsprache, die der Mate-Reihe eigen ist. Geschwungene Kanten, eine glatte Glasrückseite und ein kreisförmiges Kameramodul. Der Look ist immer noch sehr gepflegt, aber relativ schlecht gealtert.


Vorteile:

  • Sehr coole Farben in Silber und Orange
  • Schöne Gesamtverarbeitung
  • IP68-zertifiziert
  • Erweiterbarer Speicher (aber proprietäres Format)

Nachteile:

  • Große Notch am oberen Rand des Bildschirms
  • Kein 3,5-mm-Klinkenanschluss

Seitenansicht aufs Mate 50 Pro und auf die Buttons
Ich finde, dass die gebogenen Kanten des Huawei Mate 50 Pro in Sachen Designsprache etwas veraltet sind. / © NextPit

Das Huawei Mate 50 Pro ist in drei Farben erhältlich: Schwarz, Orange und Silber. Ich habe mein Testmodell in der letztgenannten Farbe bestellt und finde diese sehr schön. Die glatte Oberfläche mit ihren metallischen Reflexen fühlt sich gut an.

Allerdings finden wir kein Gorilla Glass auf der Vorder- und Rückseite. Der amerikanische Hersteller kann Huawei nicht beliefern. Die selbst entwickelte Lösung stammt von Kunlun Glass. Ich habe nicht viel über dieses Unternehmen herausfinden können. Huawei gibt an, dass dieses Schutzglas von der SGS (Société Générale de Surveillance), einem renommierten und spezialisierten Schweizer Unternehmen, zertifiziert wurde.

Unterseite des Mate 50 Pro
Die Stereo-Lautsprecher sind ziemlich gut, aber Ihr verdeckt sie, wenn Ihr das Smartphone zum Spielen im Querformat haltet. / © NextPit

Auf der Rückseite des Huawei Mate 50 Pro befindet sich das Fotomodul, das in einer kreisförmigen Insel angeordnet ist, längst ein Markenzeichen der Mate-Reihe. Auch hier finde ich, dass dieser Look immer noch ziemlich edel wirkt.

Auf der Vorderseite des Huawei Mate 50 Pro empfinde ich die Designsprache dafür als ziemlich schlecht gealtert. Die Notch am oberen Rand des Displays ist viel zu groß. Selbst Apple macht das besser, zumindest bei seinen Premium-Flaggschiffen. Und die gebogenen Ränder werden mir langsam zu langweilig, obwohl ich vor einem Jahr vielleicht noch einer der letzten Verfechter dieses Designs war.

Ansonsten ist das Huawei Mate 50 Pro nach IP68 für Wasser- und Staubbeständigkeit zertifiziert. Es hat keinen Klinkenanschluss und setzt immer noch das proprietäre Nano-Memory-Format zur Erweiterung des Speichers durch (der übrigens einen der beiden Nano SIM-Slots belegt). Das Gewicht von 205 bis 209 g ist nicht leicht, aber für diese Preisklasse angemessen.

Blick aufs eingeschaltete Display des Mate 50 Pro
Die GSpace-Anwendung (oder ihre GBox-Alternative) wird sich auf deinem Huawei Mate 50 Pro als unverzichtbar erweisen. / © NextPit

Display

Das Huawei Mate 50 Pro verfügt über ein 6,74 Zoll großes OLED-Display mit einer Auflösung von 1212 x 2616 Pixeln und einer Bildwiederholrate von 120 Hz.


Vorteile:

  • Sehr hohe Helligkeit
  • Viele Einstellungen für die Farbgebung
  • Die Kombination aus QHD und 120 Hz ist in dieser Preisklasse stimmig.

Nachteile:

  • Nicht ausreichend adaptive Bildwiederholrate
  • Die Notch ist zu groß

Blick aufs eingeschaltete Display des Mate 50 Pro
Das Display des Huawei Mate 50 Pro ist hervorragend, aber ich finde die Notch zu groß. / © NextPit

Das Display des Huawei Mate 50 Pro ist von ausgezeichneter Qualität. Die Auflösung ist ein Mittelding zwischen FullHD und QHD und reicht völlig aus, um alle Arten von Multimedia-Inhalten unter den besten Bedingungen zu betrachten.

Die Farbgebung ist mit dem Modus "lebendig" ein wenig kühl, tendiert also zu Blautönen. Im Modus "natürlich" ist sie hingegen etwas zu warm. Das lässt sich aber leicht über die umfangreichen Bildschirmeinstellungen anpassen.

Screenshots der Display-Einstellungen
Die Standard-Farbgebung des Huawei-Bildschirms ist etwas kühl, aber Ihr könnt so ziemlich alles über die Einstellungen anpassen. / © NextPit.

Die Bildwiederholrate ist nicht so variabel wie bei Bildschirmen mit LTPO-Technologie. Sie wechselt im dynamischen Modus lediglich zwischen 60 und 120 Hz, oder Ihr entscheidet Euch für eine der beiden Optionen. Das ist nichts Außergewöhnliches.

Die Helligkeit ist sehr gut mit einem Durchschnitt von 560 nits im Normalmodus und im HDR-Modus mit bis zu 1000 nits. Die Touch-Sampling-Rate ist für meinen Geschmack mit maximal 300 Hz ziemlich schwach.

Was mich am Bildschirm des Huawei Mate 50 Pro wirklich stört, ist die große Aussparung oben. Huawei hält an der 3D-Gesichtserkennung fest, die von allen Android-Herstellern aufgegeben wurde. Man gewinnt dadurch an Zuverlässigkeit und Sicherheit, aber die notwendigen Sensoren müssen auch irgendwo verbaut werden. Ich persönlich finde, dass das Smartphone dadurch ein wenig altbacken aussieht.

Blick auf die große Notch des Mate 50 Pro
Diese große Notch verleiht dem Huawei Mate 50 Pro meiner Meinung nach einen etwas "altmodischen" Look. / © NextPit

Software

Das Huawei Mate 50 Pro läuft in Europa mit EMUI 13, einem Overlay, das auf Android AOSP basiert und keine mobilen Dienste von Google (GMS) enthält. Das ist DAS große Manko dieses Smartphones und Huawei scheint immer noch weit davon entfernt, eine überzeugende Lösung zu finden.


Vorteile:

  • Huawei versucht so gut es geht, seine Nutzer:innen beim Basteln von Lösungen zu unterstützen.
  • Viele Mainstream-Apps sind nutzbar (... ebenfalls mit Bastelarbeit)
  • Die SuperHub-Funktion ist sehr praktisch

Nachteile:

  • Die unklare Update-Politik
  • Noch immer keine voll funktionsfähige Alternative zu Android
  • Die Lösungen, um das Fehlen von GMS zu umgehen, sind nicht perfekt.

Blick auf die AppGallery
Die AppGallery ist nicht der ergonomischste App-Store. / © NextPit

Ich habe der Software-Experience von Huawei ohne Google im Jahr 2023 einen ganzen Artikel gewidmet. Schon 2022 schrieb ich einen solchen Beitrag, ohne dass sich seitdem viel geändert hätte. Hiermit lade ich Euch dazu ein, beide Artikel mit meiner ausführlichen Meinung zu lesen, die ich hier nicht weiter ausführen werde.

EMUI 13 Screenshots
EMUI 13 ist ein Android-Overlay, das optisch immer noch mithält. / © NextPit

Was Android-Updates angeht, scheint es mir, dass Huawei nicht mehr viel verspricht. Aktuell bin ich noch auf dem Patch für Oktober 2022. Was das Design und die Ergonomie angeht, finde ich, dass die Oberfläche von EMUI 13 immer noch gut aussieht. Huawei bietet ziemlich viele Anpassungsoptionen an für den Startbildschirm, das Always-on-Display usw..

EMUI 13 Screenshots
EMUI 13 bietet standardmäßig eine Reihe von Personalisierungsoptionen. / © NextPit

An Funktionen ist die SuperHub-Funktion neu dazugekommen. Sie funktioniert wie eine Zwischenablage in einem schwebenden Fenster, das man von den Rändern des Bildschirms aus verstecken/öffnen kann.

Das Schöne daran ist, dass Ihr Bilder, Links oder Dateien einfach per Drag-and-Drop hineinziehen könnt, um sie vorübergehend zu speichern. Anschließend fügt Ihr sie per Copy & Paste in eine Notiz, eine E-Mail oder einen anderen Text ein.

Screenshots vom Huawei SuperHub
Huaweis SuperHub ist eine Art erweiterte Zwischenablage. / © NextPit.

Abgesehen davon ist das Softwareangebot des Huawei Mate 50 Pro in meinen Augen aber zu wackelig. Der AppGallery-Katalog ist zu dürftig und seine Oberfläche für die Suche nach Apps unergonomisch.

Screenshots der AppGallery
Der Katalog der AppGallery ist immer noch viel zu schlecht. / © NextPit

Die Basteleien, die Ihr mit Petal Search, Aurora Store und GSpace (oder seiner Alternative GBox) anstellen könnt, sind zudem bestenfalls unvollkommen. Die Unmöglichkeit, GPay zu nutzen, ist für mich zum Beispiel ein großer Dealbreaker.

Screenshots vom Aurora Store
Im Aurora Store installiert Ihr viele Apps, die normalerweise nicht verfügbar sind, aber viele von ihnen funktionieren nicht / © NextPit.

Ihr könnt also Google Maps, Google Mail, Google Drive und viele andere Mainstream-Anwendungen wie WhatsApp, Netflix, Youtube usw. nutzen. Sogar Uber und Uber Eats funktionieren und bestimmen meinen Standort korrekt. Installiert Ihr alle Apps über den Aurora Store (ein alternativer Play-Store-Client) und klont sie in GSpace, funktionieren die meisten. Aber nicht alle.

Gstore-Screenshots
Normalerweise habe ich eine App zuerst über den Aurora Store heruntergeladen (was nicht funktioniert hat) und sie dann in GSpace geklont, um sie richtig nutzen zu können. / © NextPit.

Die DRM-Info-App zeigt sogar an, dass das Huawei Mate 50 Pro, das ich teste, Widevine L1 DRM hat, um SVOD-Inhalte in HD anzusehen, was eigentlich nicht der Fall sein sollte. Gute Nachrichten, schätz' ich!

DRM-Info-Screenshots
Das Huawei Mate 50 Pro scheint die Sicherheitsstufe L1 für Googles Widevine DRM zu besitzen – seltsam. / © NextPit

Ein NextPit-Leser empfahl mir die Lighthouse-App. Seiner Meinung nach bringt sie die GMS-Dienste auf sein Huawei-Handy, inklusive Play Store. Haken: Diese App ist nur in Malaysia verfügbar. Ihr könnt sie installieren, indem Ihr die Region in der AppGallery ändert. Aber sie verwendet Geoblocking und funktioniert auf Eurem europäischen Modell somit nicht.

In den wenigen "Tests", die ich mir online angesehen habe, wurde die Möglichkeit, den Play Store zu installieren, zudem gar nicht erst erwähnt. Im Grunde genommen ähnelt die Lösung einfach dem, was wir bereits mit GSpace oder GBox haben. Es handelt sich also nicht um ein Wundermittel.

Screenshots der Lighthouse-App
Die Lighthouse-App funktionierte auf meinem Huawei Mate 50 Pro mit EMUI 13 nicht. / © NextPit

Performance

Das Huawei Mate 50 Pro verfügt über einen Snapdragon 8+ Gen 1, aber ohne 5G-Modem. Es gibt 8 GB LPDDR5-RAM und bis zu 512 GB UFS 3.1-Speicher.


Vorteile:

  • Gute Temperaturkontrolle
  • Solide Rohleistung für Spiele mit 60 FPS.

Nachteile:

  • Immer noch kein 5G
  • Instabile Leistung

Das Huawei Mate 50 Pro liefert im Vergleich zu anderen Android-Smartphones mit demselben SoC konsistente Ergebnisse in Bezug auf die Rohleistung.

  Huawei Mate 50 Pro Xiaomi 12S Ultra Xiaomi Mix Fold Xiaomi 12T Pro Asus ROG Phone 6 Pro
3DMark Wild Life Zu leistungsstark Zu leistungsstark Zu leistungsstark Zu leistungsstark Zu leistungsstark
3DMark Wild Life Stress Test

Bester Loop: 10.359

Schlechtester Loop: 3843

Bester Loop: 8896

Schlechtester Loop: 3958

Bester Loop: 10.618

Schlechtester Loop: 9892

Blockiert

Bester Loop: 10.477

Schlechtester Loop: 7206

Geekbench 5

Single: 909

Multi: 3985

Single: 1322

Multi: 4303

Single: 1307

Multi: 4119

Single: 782

Multi: 2967

Single: 1313

Multi: 4147

Das Huawei Mate 50 Pro hat jedoch Probleme mit der Stabilität bei längeren Sitzungen. Beim "Wild Life Stress Test"-Benchmark von 3DMark betrug die durchschnittliche Stabilität zwischen der ersten und der letzten Schleife 34 %. Damit ich die Stabilität als gut bezeichnen würde, müsste dieser Wert mindestens um die 70 % liegen.

Die Temperatur stieg nicht über 42 °C, es gab also keine ernsthafte Überhitzung. Aber Huawei betreibt sicherlich ein sehr aggressives Bridging. Das seht Ihr in der zweiten Grafik unten. In der Mitte des Tests sind große Verluste bei den FPS zu sehen.

Benchmark-Screenshot
Die Rohleistung des Huawei Mate 50 Pro ist hervorragend, aber sehr unbeständig. / © NextPit.

Im konkreten Gebrauch laufen alle anspruchsvollen Handyspiele wie Genshin Impact, PUBG Mobile, CoD Mobile oder Apex Legends Mobile problemlos. Aber nutzt Ihr bei diesen Spielen ein Google-Konto, kann es sein, dass Ihr Euch nicht einloggen könnt und Fortschritte verliert.

Apex Legends funktionierte, nachdem ich es über den Aurora Store installierte und in GSpace klonte. Aber es war unmöglich, mich in mein Google-Konto einzuloggen und so meinen Fortschritt und meine (zu vielen) In-App-Käufe abzurufen.

Bei Call of Duty Mobile war mein Konto mit meinem Facebook verknüpft und alles funktionierte einwandfrei.

Kameraqualität

Das Huawei Mate 50 Pro verfügt über ein dreifaches Fotomodul mit einem 50-MP-Hauptobjektiv, einem 13-MP-Ultraweitwinkelobjektiv und einem 64-MP-Teleobjektiv mit 3,5-fachem optischem Zoom. Die Selfie-Kamera bietet eine Auflösung von 13 MP mit einem ToF-Sensor.


Vorteile:

  • Hervorragendes 50-MP-Hauptobjektiv mit variabler Blende.
  • Der beste Porträtmodus auf dem Markt
  • Sehr gute Nachtaufnahmen (mit dem Hauptobjektiv)
  • Überzeugender 3,5- und 10-facher Zoom
  • 4K-Videos mit 60 FPS mit allen Objektiven + OIS

Nachteile:

  • Nachtaufnahmen des Ultraweitwinkels und des Teleobjektivs fallen ab.

Blick auf die Kamera-Sektion auf der Rückseite
Das Fotomodul ist DAS Hauptverkaufsargument für das Huawei Mate 50 Pro. / © NextPit

Das Hauptobjektiv des Huawei Mate 50 Pro besitzt als Besonderheit eine variable Blende zwischen f/1,4 und f/4,0. Der Sensor ist der bekannte Sony IMX766.

Der Vorteil dieser variablen Blende ist, dass das Objektiv je nach Lichtverhältnissen mehr oder weniger Licht einfängt. Andere Hersteller bieten diese Technologie an, aber normalerweise nur zweistufig, d. h. mit f/1,4 oder f/4,0. Huawei bietet zehn Stufen zwischen f/1.4 und f/4.0 an.

Im Grunde genommen gelingen bei Aufnahmen mit f/1.4 sehr schöne Bokeh-Fotos, dafür gibt es bei f/4.0 viel mehr Tiefenschärfe und die Elemente im Hintergrund sind detailreicher. Die Tageslichtaufnahmen haben eine sehr schöne Schärfe und die Farbgebung erschien mir sehr natürlich. Es ist definitiv eines der besten Foto-Renderings auf dem Markt.

Der 2x-Zoom des Hauptobjektivs ist sehr gut, ebenso wie der Porträtmodus, der mit x1, x2 und x3 funktioniert. Ich war beeindruckt von der Qualität der Freistellung des Motivs im Vordergrund.

Das Ultraweitwinkelobjektiv mit 13 MP hingegen enttäuschte mich etwas. Die Detailgenauigkeit und der Dynamikbereich sind gut, auch wenn sie im Vergleich zum Hauptobjektiv vielleicht nicht zu 100 % übereinstimmen. Aber der Autofokus ist zu launisch und Ihr bekommt ziemlich viele unscharfe Fotos, wenn Ihr nicht aufpasst.

Das Teleobjektiv mit 64 MP bietet zwei feste Zoomstufen von x3,5 und x10. Ich fand den Zoom sehr gut. Man kann den Digitalzoom auch auf x100 hochschrauben, aber das ist nicht so interessant. Ich habe nicht zu viel digitales Rauschen bemerkt, auch nicht bei x10. 

Bei Nacht macht sich das Hauptobjektiv sehr gut und Huaweis Softwareverarbeitung schafft es, die Belichtung richtig zu steuern. Man braucht den dedizierten Nachtmodus fast nicht, wenn man mit f/1.4 schießt, das ist ziemlich beeindruckend. Bei anderen Objektiven verschlechtert sich das Bild, aber der Nachtmodus macht das wieder wett.

Auf der Videoseite kann das Huawei Mate 50 Pro mit allen Objektiven in 4K bei 60 FPS filmen. Das Haupt- und das Teleobjektiv besitzen eine optische Stabilisierung (OIS), das Ultraweitwinkelobjektiv eine elektronische Stabilisierung (EIS).

Akkulaufzeit

Das Huawei Mate 50 Pro verfügt über einen 4700-mAh-Akku, der kabelgebundenes Schnellladen mit bis zu 66 Watt, drahtloses Laden mit bis zu 50 Watt und umgekehrtes drahtloses Laden mit 5 Watt unterstützt.


Vorteile:

  • Solide Akkulaufzeit
  • Schnelles und effizientes Aufladen (mit dem offiziellen Ladegerät)
  • Umgekehrtes drahtloses Aufladen
  • Ladegerät in der Verpackung enthalten

Nachteile:

  • Proprietäre Ladetechnologie (US PD nicht voll ausgenutzt).

Wir sehen das Huawei Mate 50 Pro.
Das 66W-Ladegerät ist in der Verpackung des Huawei Mate 50 Pro enthalten. / © NextPit

Im Akkulaufzeit-Benchmark PCMark Work 3.0 hielt das Huawei Mate 50 Pro 12 Stunden und 33 Minuten durch, bevor die verbleibende Akkuleistung unter 20 % fiel. Das ist ein ordentliches Ergebnis. Ich betrachte die Akkulaufzeit eines Smartphones über 13 Stunden als "gut" und über 15-16 Stunden als "sehr gut" (und unter 10 Stunden als "schlecht").

Screenshots des Akku-Benchmark-Tests
Die Akkulaufzeit des Huawei Mate 50 Pro ist ziemlich solide. / © NextPit.

Im konkreten Gebrauch haltet Ihr problemlos einen Tag lang durch. Im Gegensatz dazu ist die Ladetechnologie proprietär. Und Huawei scheint das neueste universelle USB Power Delivery-Protokoll nicht vollständig zu unterstützen.

Ohne offizielles Ladegerät lud das Huawei Mate 50 Pro mit meinem Ugreen Nexode 140W (Test) fast eine Stunde, bis ich von 0 auf 100 % kam. Mit dem offiziellen Ladegerät und Kabel dauerte es im Durchschnitt 40 Minuten. Das Ladegerät ist übrigens in der Verpackung enthalten.

Fazit

Das Huawei ist ein hervorragendes Kamera-Smartphone, das 2023 mit großer Wahrscheinlichkeit zu den besten auf dem Markt gehören wird. Aber ich kann wirklich nicht empfehlen, es zu kaufen.

Es wäre unredlich, meine Nutzererfahrung so zu sequenzieren. Ein Smartphone ist halt nicht nur eine Kamera. Klar, wir können Huawei nicht vorwerfen, dass es die GMS nicht hat. Aber durchaus, dass es LTE-Smartphones mit begrenzter Software-Experience für deutlich über 1.000 Euro verkauft.

Ich verstehe den Wunsch einiger von Euch, ohne Google zu leben. Aber ich glaube wirklich, dass Huawei in dieser Hinsicht ein falsches Idol, ein goldenes Kalb ist.

Huawei enttäuscht ohne Google
Huawei ohne Google im Jahr 2023 – und ohne mich ... / © NextPit
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Antoine Engels

Antoine Engels

Schwarzer Gürtel beim Lesen von Datenblättern. OnePlus-Fanboy in der Remission. Durchschnittliche Lesezeit für meine Artikel: 48 Minuten. Fact-Checker für Tech-Tipps in seiner Freizeit. Hasst es, von sich selbst in der dritten Person zu sprechen. Wäre in einem früheren Leben gerne JV-Journalist gewesen. Versteht keine Ironie. Head of Editorial bei NextPit France.

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Top-Kommentare der Community

  • Thomas_S vor 3 Monaten

    Warum auf der Pro-Seite "Drei Jahre US-Embargo überlebt" steht, ist mir schleierhaft. Man sollte sich hier doch wenn möglich an objektive, technische Kriterien halten.
    Abgesehen davon, die "Schnüffelnase" von Google oder Apple ist mir immer noch lieber als die von Huawei.

21 Kommentare

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  • Joshua S. vor 1 Tag Link zum Kommentar

    Was für rumbasteln?
    Ein App installieren und gut ist.. Immer dieses rumgeheule....


  • Conjo Man vor 5 Tagen Link zum Kommentar

    Über 1000€ dazu rumbasteln angesagt *LOL*

    H G


  • Al Bundy II. vor 5 Tagen Link zum Kommentar

    Durchaus interessantes Gerät, wenn man auf Google Dienste sowieso verzichten kann, aber der Preis geht so oder so nicht, über 1000€ sind dafür nicht angemessen. Aber bevor man sich für ebenfalls teuer Geld ein Pixel 7 Pro holt um dann ein Google-freies OS aufzuspielen, wird hier eventuell fündig.


  • Tim vor 6 Tagen Link zum Kommentar

    Verstehe nach wie vor nicht, was der Sinn von eurer Art, Screenshots darzustellen, sein soll. So ziemlich kein einziges Smartphone auf dem Markt passt dazu und entsprechend sehen die eingefügten Screenshots jedes mal katastrophal aus...


    • Matthias "MaTT" Zellmer
      • Staff
      vor 5 Tagen Link zum Kommentar

      Die Frage lässt sich leicht beantworten: Es gibt keinen Sinn dahinter wie die einzelnen Redakteure Ihren Screenshot ->darstellen<- weil es auch einfach sinnfrei ist!


  • Moritz vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Wer kauft in Europa so ein Smartphone? Die Google Sperre hat Huawei komplett irrelevant gemacht.
    Ich bin echt ratlos. Dazu teilweise veraltete Technik zu so einem Preis.


    • Matthias "MaTT" Zellmer
      • Staff
      vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Also es gibt auch durchaus Kunden die gar nix von dem US-Embargo wissen und es vermutlich auch gar nicht in der Anwendung merken, dann diejenigen die bewusst auf Google verzichten wollen und diejenigen die mit der Huawei AppGallery ganz gut zurecht kommen (Google Kalender, Gmail und Kontakte lassen sich ja synchronisieren).
      Welche Technik ist denn deiner Meinung nach veraltet? Es gibt aktuell keinen neueren Snapdragon-Prozessor. Auch mit der 10-Stop-Blende ist Huawei der Erste am Markt.


      • Antiappler vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        "dann diejenigen die bewusst auf Google verzichten wollen und diejenigen die mit der Huawei AppGallery ganz gut zurecht kommen (Google Kalender, Gmail und Kontakte lassen sich ja synchronisieren)."

        Da kenne ich im Freundeskreis einige Leute, die sich entweder aus Neugier entschieden haben, wie so ein Gerät ohne Google-Dienste auskommt, und auch Leute, die von Google nichts (mehr) wissen wollen.

        Und auch bei android-hilfe.de gibt es reichlich Leute, die sehr zufrieden mit Huawei sind, obwohl ohne Google, weil die Geräte trotzdem funktionieren.

        Muss halt jeder für sich wissen, ob man das zumindest Mal probiert und ob oder wie sehr es einen einschränkt, keine Google-Dienste mehr zu haben.


  • Dwain 234 vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Ich finde das Gerät technisch sehr spannend ,aber mich schreckt der etwas hohe Preis ab und leider immer noch dieses bestehenden US Sanktionen, gegen Huawei.


  • Thomas_S vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Warum auf der Pro-Seite "Drei Jahre US-Embargo überlebt" steht, ist mir schleierhaft. Man sollte sich hier doch wenn möglich an objektive, technische Kriterien halten.
    Abgesehen davon, die "Schnüffelnase" von Google oder Apple ist mir immer noch lieber als die von Huawei.


    • Matthias "MaTT" Zellmer
      • Staff
      vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Na da gehe ich doch mal direkt drauf ein:
      Als zum einen ist mein Schreibstil generell ab und an mit einem Augenzwinkern zu sehen, zum anderen ging diese kleine Pro-Note auch durch die Endkontrolle.
      Von einem Hands-on, bzw. Review Objektivität zu erwarten, halte ich für unrealistisch und ist nach meinem Verständnis auch von unserer Redaktion nicht gewollt. Eher im Gegenteil: Subjektivität und Persönlichkeit sind gefragt. Das unterscheidet NextPit von dem Technik-Einerlei. So kann der Leser sogar seinen "Lieblings-Redakteur" favorisieren. Keine Frage, Fakten bleiben Fakten, auch bei uns. Ich hoffe Dich jetzt nicht enttäuscht zu haben.

      Zu guter Letzt ist es aber für mich schon ein "Pro" was man mal hervorheben kann, das ein Konzern trotz widere Umstände noch immer in Europa Smartphones verkauft.

      Und die Ansicht lieber von Google als von Huawei "ausgeschnüffelt" zu werden, teilen vermutlich die meisten Leser in Deutschland.

      Vielen Dank für Deine Meinung.


      • dieCrisa vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Krass - und (von A(ntoine) bis Z(ellmer) anscheinend) so gewollt. Bedeutet für mich eine enorme Abwertung.

        Ehrliche Worte - Danke dafür. Da weiß man, wo man dran ist.


      • Matthias "MaTT" Zellmer
        • Staff
        vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Ganz ehrlich? Diese Reaktion verstehe ich nicht. Wieso wäre das eine Abwertung? Welcher Smartphone-Tester (auch außerhalb von NextPit) bringt denn nicht seine persönlichen Emotionen und Empfindungen in sein Review mit ein. Ich kenne keinen.
        Wenn du Faktenbashing willst must du zu Stiftung Warentest. Oder habe ich Deinen Kommentar falsch interpretiert?


      • Stefan Möllenhoff
        • Admin
        • Staff
        vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Hier muss man vor allem auch Hands-ons und Reviews klar unterscheiden.

        Bei einem Hands-on können wir die Geräte nur vom Hersteller vorgegebenen Bedingungen ausprobieren – und zumeist nur einen sehr eingeschränkten Teil der Funktionen. Entsprechend ist hier eine objektive Beurteilung überhaupt nicht möglich. Wir versuchen natürlich, in der üblicherweise kurzen Zeit so viele wichtige Punkte wie möglich auszuprobieren, ein vergleichbares Urteil ist aber einfach nicht möglich – wir können meist keine Benchmarks durchführen, keine Funktionen gemeinsam in der Redaktion diskutieren und so weiter. Daher sind Hands-ons stets subjektiv.

        Bei Testberichten ist das natürlich anders. Alle Redaktionsmitglieder haben einen anderen Schreibstil und andere Präferenzen, das ist klar und das drückt sich dann auch in den Testberichten aus. Dennoch sind die Tests natürlich untereinander vergleichbar und haben ein objektives Fundament – wir führen beispielsweise mit allen Geräten die gleichen Benchmarks unter den gleichen Bedingungen durch. Und letztendlich bekommt jedes Gerät beim finalen Review ja auch eine Testnote, die vom testenden Redakteur unabhängig gleich ausfallen sollte. Für die Testnoten gibt's Richtlinien, und die Ergebnisse werden gemeinsam diskutiert.


      • Matthias "MaTT" Zellmer
        • Staff
        vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Danke Stefan,
        für die Klarstellung. Ich unterschreibe zu 100% Deine Aussage und entschuldige mich, falls das so nicht eindeitig von mir kommuniziert wurde.


      • dieCrisa vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        "Drei Jahre US-Embargo überlebt"
        ...gehört weder auf die Pro noch Contra Seite. So einfach ist das. Das gilt auch für andere Eigenschaften wie "Farbe: Schweinchenrosa" oder "wird (nicht) in China gebaut"

        "Eher im Gegenteil: Subjektivität und Persönlichkeit sind gefragt."
        Gegen Persönlichkeit habe ich nichts einzuwenden - aber Subjektivität sollte schon Grenzen haben! Wenn ich statt handfester Informationen seichte Unterhaltung will, lese ich Gala oder sowas, wo ein SmartPhone passend zum Abendkleid oder Smoking empfohlen wird.

        Es ist ja ok, wenn erwähnt wird, dass diese Firma 3 Jahre Embargo überlebt hat. Aber als Pro? Ich kann mir bei wildester Fantasie niemanden vorstellen, dem diese Info dazu bewegt: ach, wenn das so ist, kaufe ich das Teil.

        Nein, da geht mir Subjektivität und Persönlichkeit dann doch erheblich zu weit! Und sowas ist gewünscht? Nun denn...

        "Dennoch sind die Tests natürlich untereinander vergleichbar und haben ein objektives Fundament ..."
        Da muss ich widersprechen: bei so manchen Androiden wird als Contra aufgeführt "kein SD-Slot"
        Beim iPhone nie.

        Ähnliche - NICHT - objektive Wertungen gibt es schon; oder eben auch nicht. Mag ja sein, dass der eine oder andere Autor eine Abneigung (oder Zuneigung) zu bestimmen Herstellern hat - aber sowas geht gar nicht.

        Wenn nun gesagt wird, dass das (kein Versehen/Versäumnis/was auch immer sondern) so gewollt ist, dann ist das für mich eine Abwertung insgesamt; egal, ob es um Hands-ons oder Reviews geht.

        "...eine Testnote, die vom testenden Redakteur unabhängig gleich ausfallen sollte."
        Und genau daran habe ich nach diesen offenen Worten doch erhebliche Zweifel! Statt durch (möglichst gleiche) Maßstäbe bei der Bewertung einen Vergleich ziehen zu können, ist man nun jedoch noch mehr verwirrt. Und das ist so gewollt?

        Kann nicht euer ernst sein!


      • Matthias "MaTT" Zellmer
        • Staff
        vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Vielen Dank für Deinen Kommentar.
        Wir werden das mit ins Team-Meeting nehmen und besprechen.


  • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Eine 10-fache variable Blende bewerben, dann aber eventuell teilweise nur per Software schmuggeln, wäre echt das aller Letzte. Würde ich Huawei aber durchaus zutrauen.
    Wobei eine 10-fach variable Blende bei solchen kleinen Optiken nach wie vor ziemlicher Unsinn ist. Eine variable Blende per se auf keinen Fall, aber 10 Stops schon.
    Das ist so, als würde man bei einer DSLR oder Spiegellosen zwischen f/6.3 und f/7.1 noch 8 weitere Abstufungen einbauen. Sinnlos.


    • Stefan Möllenhoff
      • Admin
      • Staff
      vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Ich denke, Huawei meint nicht zehn Blendenstufen Umfang, sondern zehn verschiedene diskrete Einstellungen für die Irisblende. In der App reichen die Einstellungen von F1.4 bis F4.0, zusammen mit den Drittel-Werten F1,6, F1,8, F2.0, F2,2, F2,5, F2,8, F3,2 und F3,5 dazwischen ergeben sich zehn Einstellungen, also eine *hust* "Zehnfach-Blende". Liegt auf dem Bullshit-Bingo direkt neben dem 200x-Zoom.


      • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Es sind nur wahrscheinlich auch keine "Drittel-Werte", wenn man die mal umrechnet auf Kleinbild (was grundlos niemand macht). Die Brennweite wird immer umgerechnet, die Blende dann aber nie.
        Das Ding hat keine f/1.4, sondern wahrscheinlich irgendwas um f/6.3 (basierend darauf, dass bspw. das iPhone 13 Pro mit f/1.5 in Wahrheit ~f/6.8 hat).

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