Ich weiss nicht, was ich von [Smartphone-]Jahresrückblicken halten soll. Eigentlich ist es auf der einen Seite  immer ganz schön, das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen, denn an viele Ereignisse hat man schon gar nicht mehr gedacht, und man sagt sich selber oft: „Was? Das war in diesem Jahr?“. Andrerseits  gleichen sich alle Rückblicke  doch immer wieder .

Ein Jahresrückblick ist vor allem dann gut, wenn man ihn für sich selber macht. Wenn man also noch einmal selber die vergangenen 365 Tage rekapituliert. Klar, die Gefahr ist, dass es dann nicht jedem gefällt. Schließlich ist es ja die ganz eigene Jahres-Hitparade. Viele, die einen ähnlichen „Geschmack“ haben, wird es aber sicher freuen. Und darauf kommt es  schließlich an.

Also habe ich mich  hingesetzt und  mich und Andere gefragt, was die emotionalsten Momente in diesem Smartphone-Jahr waren. Es ging mir dabei nicht darum, die wichtigsten Augenblicke von 2011 herauszufinden. Das werden wir noch an anderer Stelle tun. Wichtig waren mir die emotionalen Momente. Die Augenblicke, die einen tatsächlich bewegt haben und die man sogar am Familientisch erzählt – selbst Menschen, die vielleicht kein Smartphone haben.

Hier sind sie nun, meine ganz eigenen 2011-Momente zum Thema Smartphones:


 [April] 350.000 Android Smartphones werden aktiviert – pro Tag

Android lief 2010 schon richtig gut. Man konnte das bereits aus den Statistiken und Analysen herauslesen. Ich weiss allerdings noch sehr gut, wie erstaunt ich war, als Andy Rubin verkündete, man würde 350.000 Android-Geräte aktivieren. Und zwar pro Tag! Es ist erstaunlich, wieviel Kraft eine nackte Zahl haben kann. Jeden Tag aktiviert Google Androiden, die eine Großstadt abdecken könnten.

In diesem Zusammenhang sei vielleicht noch erwähnt, dass es mitlerweile rund 700.000 Geräte pro Tag sind. Android hat in 2011 ein fantastisches Jahr hingelegt.


Emotions-Barometer:
Positiv gestimmt

 


Der durchschnittliche Android-Nutzer möchte kein Geld für Apps ausgeben

Das ist eine harte These, die allerdings von vielen Menschen geteilt wird. Immerhin scheinen gerade die Android-Nutzer echte „Sparfüchse“ zu sein. Selbst Apps unter einem Euro gibt es in vielen Foren – Diskussionen, ob, wie und wo man die App  doch noch kostenlos bekommen kann. Das Traurige daran: Auf diese Weise wird den App-Entwicklern die Basis für bessere Entwicklungen genommen.

Dass nicht nur ich das hier bei AndroidPIT so sehe, zeigt sich alleine an der Tatsache, dass es einen eigenen Thread hier bei uns im Forum gibt, in dem Community-Mitglieder sich über das Verhalten einiger beklagen, die versuchen , an illegale Raubkopien von Apps zu gelangen, um ein paar Cent oder wenige Euros sparen zu können.

Bei Apple wird übrigens deutlich mehr Geld für Smartphone-Software ausgegeben. Die Zahlungsbereitschaft ist  hier grundsätzlich höher. Persönlich denke ich, dass dies teilweise auch an den besser gestalteten und durchdachten Apps unter iOS liegt. Besseres Design bedeutet aber gleichzeitig auch höheren Entwicklungsaufwand. Der höhere Aufwand kostet bekanntlich Geld. Solange der Mehraufwand der Entwickler durch uns Android-Kunden  aber nicht honoriert wird, kann man von den Entwicklern auch nicht erwarten , mehr Zeit und Geld in die Apps zu stecken.

Ich hoffe weiterhin auf das kommende Jahr und meine Thesen, dass Google einiges am Android Market und seinen Richtlinien arbeiten wird.

Emotions-Barometer:
Negativ


Durch Smartphones wurden Revolutionen ausgelöst und Despoten gestürzt

Es war bemerkenswert, was sich dieses Jahr zugetragen hat. Ägypten, Tunesien oder Libyen. Länder, in denen es den Menschen gelungen ist , sich nach jahrzehntelanger Unterdrückung von ihren Despoten zu befreien. Smartphones und das Internet haben dabei eine entscheidende Rolle gespielt. Das Internet hat die schnelle Kommunikation zwischen den Menschen möglich gemacht. Ein Funke kann rasch zu einem Buschbrand werden, der sich nicht mehr kontrollieren lässt.

Menschenmenge hält Schilder bei einer Protestaktion; eines besagt: "Repeal our tweets, We
/ Bildquelle: nextpit

Es geht nichts über die Macht eines Bildes. So sagt man. Mit Telefonen konnten überall Bilder mit den Smartphones eingefangen werden. Das Internet verteilte diese dann wiederum im Volk und transportierte diese um die ganze Welt. Man konnte darauf sehen, dass Menschen sich etwas zutrauten, gegen Repressionen aufbegehren und die Konsequenzen nicht fürchteten. Selbst der Versuch,  die Verbreitung durch das Abschalten der Netze in Tunesien zu unterdrücken, scheiterte. Ach ja, und #egypt war der meistgenutzte Hash-Tag bei Twitter in 2011. Das sagt schon alles. 

Eine schöne Geschichte!

Emotions-Barometer:
Sehr positiv



[Oktober] Mit dem Tod von Steve Jobs verliert die Welt den Smartdenker-Vordenker

Steve Jobs hat die Smartphone-Welten in zwei Lager gespalten. Aber vorher hat er die intelligenten Telefone überhaupt erstmal salonfähig gemacht. Ich bin fest  davon überzeugt: Ohne Steve wäre Android niemals so erfolgreich geworden,  wie es heute eben ist. Apple hat die Lust am mobilen Internet in den Menschen wecken können und allen Unternehmen gezeigt , worauf es bei Produkten wirklich ankommt: Nämlich die Einfachheit.

Auch wenn es heute die gespaltenen Lager gibt, darf man Steves Genius, Lebenswerk, aber vor allem die Fähigkeit , Innovationen in den Köpfen von Menschen zu verankern,  nicht kleinreden. Gerade die letztgenannte Eigenschaft wird von vielen Menschen unterschätzt. Es war eine einzigartige Gabe, die Steve Jobs dazu befähigt hat, Ideen erfolgreich zu machen. Natürlich gab es auch die Äußerungen von ihm, er wolle Android zerstören und einen thermo-nuklearen Krieg – so wörtlich – gegen das offene Betriebssystem führen. 

Im Oktober starb Steve Jobs. 

Emotions-Barometer:
Ich hätte gerne noch mehr von ihm gesehen


Update-Politik unter Android: Mangelhaft!

Darauf haben sich schon viele Menschen gefreut: Android 4.0 aka LG – die das Betriebssystem aus dem Hause Google auf ihrer Hardware installieren und so für die notwendige Verbreitung sorgen. Wären die Hersteller gezwungen , die Android-Oberfläche zu verwenden, würden sich viele Smartphone-Produzenten abwenden. Schließlich liefen sie Gefahr, dass sie ihren Wiedererkennungswert verlieren und viel zu austauschbar würden.

Fehlende Updates erzeugen bei den Kunden Frust und führen sicherlich auch dazu, dass einige Fans Android den Rücken kehren. Das hatte auch Google erkannt und mit seinen Herstellern eine Update-Garantie ausgehandelt. Im Mai kündigte Google an, dass Android-Update-Alliance erinnern wollen. Neue Versionen sind oft noch Fehlanzeige.

Emotions-Barometer:
Enttäuscht


Smartphones nehmen unvergessliche Augenblicke auf

Wir haben unsere Telefone immer dabei. Mittlerweile sind ebendiese echte Alleskönner und immer dann griffbereit, wenn es darum geht ,unvergessliche Momente aufzunehmen. Mit einem Knopfdruck können diese Videos dann zu YouTube geladen, und so mit der ganzen Welt geteilt werden. Wie weiter oben bereits angemerkt, haben solche Aufnahmen selbst zu den großen Revolutionen beigetragen. Es gab aber auch ganz kleine Geschichten von einzelnen Personen, die jedoch die Kraft haben zu bewegen. 

Besonders ein Video ist mir in diesem Jahr im Gedächtnis geblieben – wahrscheinlich auch deshalb, weil meine eigene Schwester ein sehr ähnliches Schicksal teilt. Die junge Frau kam komplett taub zur Welt. Sie lernte von den Lippen zu lesen – und so auch das Sprechen. Meine Schwester konnte zwar auf einem Ohr ca. 30% hören, musste aber ebenfalls vor allem über das Lippenlesen das Sprechen und Hören erlernen. Von daher kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass man auch ohne eigenes Gehör normal Sprechen – und das Verstehen von Sprache – erlernen kann. Eine neue Operationsmethode gibt Hoffnung für taube Menschen. Sie ist allerdings sehr teuer und kostet rund $20.000. Für die junge Frau in diesem Video ein nicht finanzierbarer Betrag – bis ihre Schwiegermutter sich bereit erklärte, all ihre Ersparnisse aufzuwenden und ihr die Operation damit zu ermöglichen.

Man muss sich vorstellen: Diese Frau hatte zuvor noch nie im Leben Geräusche klar gehört – weder die Stimmen ihrer Eltern, noch die ihres Mannes, auch nicht die ihrer Kinder. Nicht mal ihre eigene. 

Ihr Mann nahm den Moment mit seinem Smartphone auf, an dem der Apperat, der ins Gehirn eingepflanzt wird, eingeschaltet wurde. Sie konnte zum ersten Mal ihre eigene Stimme hören…

Priceless!

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Emotions-Barometer:
Stark mitfühlend