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Smart-Switch-Hass: Über die Absurdität, einen Lichtschalter zu ersetzen

Smart Plugs
© NextPit

Leben oder Tod, Nacht oder Tag, An oder Aus – all diese Konzepte sind herrlich einfach. Irgendwie haben es Hersteller von Smart-Home-Produkten aber dennoch geschafft, dieses einfache Konzept in vielen Haushalten mit Sprachbefehlen und Smartphone-Steuerungen zu ersetzen. Smarte Lichtschalter sind bescheuert, auch wenn sie als besonders praktisch und clever beworben werden.

Wie Ihr sicherlich gemerkt habt, geht es bei NextPit in letzter Zeit vermehrt um das Thema Smart-Home. Denn es gibt einen Trend hin zur Bildung des eigenen Zuhauses, dessen Abschluss das Prädikat "Smart-Home" ist. Ein Paradies der Automatisierung, indem die Lebenswelt sich ganz automatisch auf uns und unsere Bedürfnisse anpasst. Das letzte Puzzleteil, das wir benötigen, um noch mehr Serien auf Netflix wegbingen zu können. Und dabei wollen wir Euch natürlich mit Artikeln und Ratgebern helfen.

Die Vorteile, die Einrichtung der eigenen Wohnung miteinander kommunizieren zu lassen, liegen manchmal wirklich auf der Hand. Dass ich sogar im Urlaub mitbekomme, wenn jemand in meine Tür einbrechen will, ist super! Denn sonst wird noch meine sauteure Smart-Home-Einrichtung geklaut. Es gibt im Smart-Home aber auch Verbesserungen, die meiner Meinung nach komplett absurd sind. Perfekte, kaum fehlbare Konzepte, die man sogar seinen Haustieren lehren kann.

Die geniale Einfachheit von Lichtschaltern

In unserer modernen und überkomplexen Welt ist die Idee eines Lichtschalters fast schon zu simpel. In der einen Position schließt der Schalter einen Stromkreis, wodurch ein Draht in einer Lampe erhitzt wird, der Licht erzeugt. Oder eben eine Leuchtdiode mit Strom versorgt wird. In der anderen Position wird dieser Kreis unterbrochen und das Licht geht aus. Auch wenn neugierige Kinder seit Jahrzehnten versuchen, genau die Mitte eines Lichtschalters zu treffen, gibt es schlichtweg nur diese zwei Optionen.

Lichtschalter sind eine sichere Bank in einer überkomplexen Welt, die immer komplizierter wird. Denn wenn es mir einmal zu dunkel wird, kann ich zumindest mit 99,9 prozentiger Sicherheit darauf zählen, dass mein Lichtschalter funktioniert, wenn ich ihn betätige.

Der Amazon Echo Show 8 auf einem Tisch.
Schnell mal über das smarte Display die smarte Glühbirne steuern – ist doch ganz einfach! / © NextPit

Wenn mein Lichtschalter einmal nicht funktioniert, erkenne ich einen weiteren Vorteil. Ich kann selbst herausfinden, was kaputt ist. Um eine Glühbirne auszutauschen, braucht es – so ein englischsprachiger Witz – nur einen Deutschen. Denn wir sind sehr effizient sind und verstehen keinen Spaß. Hinzu kommt, dass ein Stromkreislauf nicht so kompliziert ist und wir ihn schon in der Schule gelehrt bekommen.

Also alles top beim Lichtschalter. Gibt's schon ewig, funktioniert seither ohne große Probleme und braucht für den eigentlichen "Zweck an Sich" keine Upgrades.

"Alexa, mach Wohnzimmer aus"

Die findigen Marketing-Abteilungen namhafter Eletronikhersteller haben es in den letzten Jahren aber dennoch geschafft, in diese Einfachheit einen Bedarf zu pflanzen. Denn warum aufstehen und zum Lichtschalter gehen, wenn man auch sitzenbleiben und einen Sprachbefehl durch die Wohnung schreien kann? "Alexa, mach Wohnzimmer aus" könnte dieser heißen und deutet schon ex natura darauf hin, wie dämlich das ganze ist.

Denn die Phrasierung kommt mit einem gewissen "Ich Tarzan, Du Jane"-Vibe – und über simple Satzkonstruktionen wie "Ich geh später Aldi" regen sich viele Smart-Home-Nutzer:innen eigentlich auf, wenn sie Jugendlichen im Supermarkt reden hören.

Der Amazon Alexa Seifenspender
Ihr glaubt mir nicht, dass man die Dinge zu kompliziert macht? Hier der Alexa-Seifenspender! / © Amazon

"Sprachbefehl" wäre aber nichts ohne seine zweite kritische Worthälfte – den Befehl. Einerseits sind die Mikrofone von Sprachassistenten derart unzuverlässig, dass man jede Eingabe tatsächlich wie ein Feldmarschall durch die Wohnung brüllen muss. Und andererseits repliziert das Äußern von Befehlen gegenüber vornehmlich mit weiblicher Stimme voreingestellten Sprachassistentinnen sexistische und patriarchale Gesellschaftsstrukturen. Aber ich denke, das geht zu weit und wäre eher Stoff für einen Artikel auf einer anderen Webseite.

Die An-Aus-Autonomie

Denn was mich neben diesen eher NextPit-fremden Themen deutlich mehr stört, ist die freiwillige Aufgabe der Autonomie gegenüber der eigenen Wohnung. Mein Lichtschalter gehorcht nur mir und den Personen, denen ich Zugang zu meinem "Dumb-Home" gewähre. Und wenn er kaputt ist, dann weiß ich, wie er zu reparieren ist.

Diese Selbstbestimmung geht aber verloren, wenn ich auf smarte Beleuchtung setze. Nicht ich, sondern Alexa bestimmt darüber, wann meine Lampen funktionieren. Ich muss sie sogar darum bitten, meine Lichter zu aktivieren. Und selbst Alexa ist nicht direkt mit dem Schaltkreis meiner Lampe verbunden, sondern über weit entfernte Server, die dann mit meinem WLAN kommunizieren, über das die Lampen den Befehl bekommen, sich selbst anzuschalten. Eine hochkomplexe Verbindung, auf die ich nur durch einen auswendig gelernten Katalog an Sprachbefehlen Einfluss habe. Natürlich könnte ich den Lichtschalter immer noch betätigen, aber das nimmt dann auch dem Smart-Home die Möglichkeit, meine Lampen zu aktivieren. Wie unsmart ist das denn?

Das Bild eines herkömmlichen Lichtschalters.
Das hier ist übrigens ein Lichtschalter! / © NextPit

Wer kennt die MAC-Adresse meines Lichtschalters, wie ist das System von meiner smarten Überwachungskamera getrennt und welches Versprechen habe ich, dass all das auch in Zukunft ohne Abonnement oder Einschränkungen läuft? Was, wenn Amazons nächster Greenwashing-Plan ist, alle Lichtschalter zur nächsten Earth Hour zu deaktivieren? Stehe ich dann im Dunkeln, wenn's einen Notfall gibt? Und wie fehleranfällig ist das Ganze?

In den USA sind vor wenigen Wochen etliche Produktkategorien des Anbieters Insteon ohne Vorwarnung ausgefallen. Sensoren, smarte Lichtschalter und vieles mehr konnten keine Verbindung zu ihren Servern aufbauen und schon war statt Licht nur Schicht im Schacht. Das Smart-Home ist also nur einen Serverausfall davon entfernt, nicht mehr zu funktionieren.

Misstrauen vs. Nutzen

Woher kommt also dieses Vertrauen in Unternehmen, die offensichtlich an Profit und unseren Daten interessiert sind? Amazon ist kein Familienunternehmen, das Produkte herstellt, da es Tradition oder eine Leidenschaft ist. Wo sind die mündigen Nutzer*innen, die beim Gang in ein Geschäft erst einmal davon ausgehen, dass ihnen überteuerte Waren angedreht werden, die sie sowieso nicht brauchen? Ist der Nutzen wirklich so überragend, dass er das Misstrauen in smarte Systeme komplett wegspült?

Gerade in einem Land wie Deutschland, in dem Menschen jahrelang bespitzelt und belauscht wurden, ist es erschreckend, wie freiwillig und unbedacht sich Menschen Mikrofone mit Direktanbindung in die USA oder China in die Wohnung stellen. Zumal es genügend Berichte darüber gibt, dass die Privatsphäreeinstellungen von Alexa, Google Assistant und Co. alles andere als fehlerfrei sind.

Bens Lichtschalter-ASMR (genießt diese Einfachheit)
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Dass man all das aufgibt, nur um einen fucking Lichtschalter zu ersetzen, ist die Krönung des Digitalisierungszwanges moderner Weltbürger. Nennt mich altmodisch oder technoskeptisch, aber die Welt ist kompliziert genug. Also ersetzt Euren Lichtschalter gefälligst nicht durch ein Geflecht aus Mikrofonen, Servern und Smartphone-Apps.

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Top-Kommentare der Community

  • Bernhard Feder vor 6 Monaten

    In ihrem Fall macht eine Sprachsteuerung ja nun wirklich Sinn. Aber wenn ich schon 30jährige vom Smart-Home reden höre, begeistert von der Licht-Sprachsteuerung? Ich habe einem mal gesagt, dass ich trotz meinem fortgeschrittenen Alter den Arm hoch genug bekomme, um einen Schalter zu bedienen. Ohne eine Zerrung. Mit etwas Training könnte er es auch schaffen:-)

  • Michael K. vor 6 Monaten

    Ich halte den Artikel eigentlich für sehr gelungen, weist er doch mit einem "ironischem Augenzwinkern" auf die Absurdität von "Overengineering" hin, also der Lösung simpler Probleme mit einem unangemessen Aufwand an Technik. Zudem weist er auf unbestreitbar mit dem Einsatz smarter Assistenten verbundene Risiken hin.
    Dieses "ironischem Augenzwinkern" scheint aber einigen Kommentatoren entgangen zu sein, denn ihre Antworten lassen darauf schliessen, dass sie die berechtigte und begründete Kritik an der Technik als Kritik an sich selbst sehen, weil sie sie einsetzen, auch wenn der Artikel eigentlich dafür keine Veranlassung bietet. Keine Technologie hat nur Vorteile (das ist völlig unrealistisch) oder nur Nachteile (dann gäbe es sie nicht), so dass es letztlich in der Abwägung des Einzelnen liegt, ob die Vor- oder Nachteile in seinem individuellem Fall überwiegen. Deshalb kann man aber Kritikpunkte an der Technik nennen, ohne deshalb den zu kritisieren, der sie dennoch nutzt.
    Ich selber habe mit Smarthome-Technik experimentiert und mache das immer noch, bin aber für mich und meine Familie zu dem Schluss gekommen, dass die erzielbaren Vorteile den damit verbundenen finanziellen und zeitlichen Aufwand zur Installation des Systems und später zur Wartung derzeit nicht rechtfertigen, und diese Ressourcen an anderer Stelle sinnvoller einsetzbar sind. Je nach individueller Situation kann so eine Entscheidung natürlich auch völlig anders ausfallen..
    In meinem Haus hat jeder Raum an jeder Stelle, an der man ihn betreten oder verlassen kann, einen Lichtschalter.. Der ist in Sekundenbruchteilen betätigt. Dimmung über anzubringen Dimmer oder entsprechende Leuchtmittel noch möglich, unterschiedlicher Farbtemperatuen oder gar farbiges Licht nur schwer (z.B. durch die Kombination von Licht verschiedener Lampen). Aber selbst wenn das anders wäre, welches Licht entspricht denn meiner Stimmung, darüber will ich mir gar keine Gedanken machen. Und wenn sich mehrere Personen in einem Raum befinden, wessen Stimmung ist dann ist dann für die gewählte Lichtfarbe entscheidend, oder sollte man abstimmen?
    Schliesslich: verlasse ich das Haus, schert sich die Sonne einen Dreck um meine Stimmung, warum sollte das bei meinem Haus anders sein? Und wenn mal jemand vergisst, das Licht für sagen wir mal vier Stunden auszuschalten, bis es bemerkt wird?

    Dann hat ein dummes LED-Leuchtmittel mit 6 Watt (entspricht 60 Watt Glühbirne von der Lichtausbeute) halt 24 Wh an Energie verschwendet. Hat man aber 10 smarte Leuchtmittel mit einer Ruheaufnahme von je 0,6 W zur Aufrechterhaltung der Funkverbindung (man liest auch von viel höheren Werten für die Ruheleistung), dann verbrauchen die mindestens 144 Wh jeden Tag, selbst wenn sie alle immer aus sind. Ist da eine gelegentlich vergessene Lampe so schlimm?
    Smarte Assistenten sind weder notwendig noch hinreichend, um ein Smarthome zu realisieren, werden als alternative Benutzerschnittstelle aber in Zusammenhang damit eingesetzt.
    Dass solche Geräte prinzipiell hackbbar sind, liegt auf der Hand, und solche Hacks wurden auch schon erfolgreich durchgeführt:

    https://www.sueddeutsche.de/digital/amazon-echo-google-home-abhoeren-ueberwachung-hacking-1.4649508

    Ganz davon abgesehen, dass gesprochene Sätze zur Systemverbesserung auch schon menschlichen Auswertern zu Gehör kamen.
    Auch wenn die Lücke, die die Hackerin aufgedeckt hat, inzwischen geschlossen ist, und auch ein gewisses Maß an Naivität beim Nutzer voraussetzt, ist doch erschreckeñd, wie einfach dieser Angriff durchführbar war. Finanzstarke Kriminelle können mit erheblich mehr Aufwand sicherlich noch weitere Wege finden, um mithilfe solcher Assistenten die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes in den eigenen vier Wänden zu unterminieren. Und nein, die Nutzung eines Smartphones ist nicht das selbe, ich habe es selber getestet. Smartphones haben Mikrofone mit Nahbesprechungscharakteristik, um Störungen auszublenden. Zumindest bei meinem Smartphone war bei Besprechung aus ein paar Metern kein Wort mehr zu verstehen. Sprachassistenten haben Fernfeldmikros, um eben nicht durch die Wohnung brüllen zu müssen, um die zu benutzen. Ein gehackter Assistent kann also Gespräche über mehrere Meter Entfernung belauschen, einem Smartphone gelingt das in der Regel nicht. Man muss es also nur weglegen, am besten in einem anderen Raum, wenn man vertrauliche Dinge besprechen will. Einen smarten Assistenten zieht man dann am Besten den Stecker.

    Quelle: süddeutsche.de

  • InyaStone vor 6 Monaten

    Hm....ich stimme dem Artikel im Grunde voll und ganz zu. Aber jetzt kommt ein aber: Als gebehinderte ältere Frau liebe ich diese Möglichkeit, meiner Stehlampe einfach zu sagen sie solle ausgehen. Sonst müsste ich mich umständlich zum Bodenschalter begeben und drauftreten. Wenn ich meine Stehlampe dann auch mal vergessen habe, muss ich nicht mehr die Treppe vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer mühselig runter und wieder hochsteigen. . Da diese Stehlampe lange Jahre auch meine einzige Lampe im Wohnzimmer war, musste ich bei Dunkelheit erst in den Flur zur nächsten Lampe laufen und dann zum Ausmachen der Stehlampe wieder zurück ins Wohnzimmer....und das alles fällt mir nicht leicht. Diese Stehlampe ist aber auch das Einzige in meinem Haus was sprachgesteuert ist, alles andere hat einen normalen Schalter. Wenn ich noch jung und beweglicher wäre, käme mir so eine Spionin nicht ins Haus.
    Übrigens, eure hilfreichen und und oft mit einem leichten Witz geschriebenen Artikel lese ich immer sehr gerne. Ein Danke an alle.

67 Kommentare

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  • Wolfgang Kiendl vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Na ja. Ein ferngesteuerter Lichtschalter im Wohnzimmer ist einfach nur praktisch. Den habe ich seit fast 20 Jahren und bin sehr froh darüber. Allerdings braucht es dazu keine Alexa oder dergleichen, eine Infrarotfernsteuerung funktioniert genauso gut oder sogar besser.


    • René H. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Aber bevor ich das Handy in die Hand nehmen, die Steuerapp aufrufe und darin den Schaltbefehl, bin ich längst zum Lichtschalter und zurück. Da wäre ein IR-Schalter einfacher, und günstiger. Und per Sprachbefehl ist es mir igendwie "suspekt".


  • Thomas_S vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Oh wie wahr. Selten so geschmunzelt.
    Ein ausgezeichneter Artikel, fast auf Spiegel-Niveau.
    Ich verfolge Nextpit schon länger, aber habe mich extra nur hierfür mal angemeldet.
    Nicht nur Server im Ausland, auch wenn der WiFi Router mal spinnt, geht halt nichts mehr.
    Und dann noch beten dass die Smart Home Firmen nicht pleite gehen.
    Sollte ich mal im Rollstuhl landen, dann überlege ich mir das. Ansonsten, niemals !


    • Benjamin Lucks
      • Admin
      • Staff
      vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Danke, das ist schön zu hören :)

      Und willkommen in der Community, ich freue mich auf weitere Kommentare von Dir!


  • Olaf Gutrun vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Kann dir da irgendwo recht geben, wobei es nicht immer so sein muss.

    Habe in meiner gesamteb Wohnung ausschließlich Smart Home Birnen, die ich mit Smart Life und Samsungs Smart Things oberfläche wie auch Bixby steuern kann.

    An aus geht noch immer manuell wie gewohnt, aber der Options zuwachs meiner Lichtsteuerung ist schon enorm gestiegen.

    Mit gewöhnlichen Birnen lassen sich einfach derartige Licht szenen nicht bewrkstelligen. Super Hell in neon Röhren optik, angenehm gedimmt und aufeinander abgestimmte Stimmungen in der ganzen Wohnung, alles kein Problem.

    Habe 32 von diesen Leuchten verteilt und kann da echt tolle Sachen mit machen.

    Wifi Drucker, Wifi Steckdosen finde ich genauso praktisch. Gleiches beim Musikstreaming z.b mit chromecast music oder Chromecast tv, diese Smarten Sachen, kann ich mir nicht mehr weg denken, immer auf stehen die Cd wechseln u.s.w ist echt nicht mehr mein Ding.

    Z.b um meinen E Scooter im Keller nicht ganz voll zu laden und bei 85% zu stoppen. So kann ich bequem eine Stunde vor Fahrtbeginn ganz voll laden und habe sogar einen erheblichen Reichweitenzuwachs da ich mit der Entladespannung direkt starten kann. Das ist besser als mit den Akkus auf der Ruhespannung zu starten, das sind mal eben bis zu 10km bei dieser Handhabe, ohne Wifi Steckdose ist dies nicht wirklich machbar.


    Aber ich muss ehrlich sein, konnte auch schon kotzen, nachdem ich mal meine gesamte Lichtsteuerung also das Set up verlor, oder wenn ein horst 3 mal den Lichtschalrer schnell an aus macht und ich alles neu einbinden kann 😭


  • Michael K. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Ich halte den Artikel eigentlich für sehr gelungen, weist er doch mit einem "ironischem Augenzwinkern" auf die Absurdität von "Overengineering" hin, also der Lösung simpler Probleme mit einem unangemessen Aufwand an Technik. Zudem weist er auf unbestreitbar mit dem Einsatz smarter Assistenten verbundene Risiken hin.
    Dieses "ironischem Augenzwinkern" scheint aber einigen Kommentatoren entgangen zu sein, denn ihre Antworten lassen darauf schliessen, dass sie die berechtigte und begründete Kritik an der Technik als Kritik an sich selbst sehen, weil sie sie einsetzen, auch wenn der Artikel eigentlich dafür keine Veranlassung bietet. Keine Technologie hat nur Vorteile (das ist völlig unrealistisch) oder nur Nachteile (dann gäbe es sie nicht), so dass es letztlich in der Abwägung des Einzelnen liegt, ob die Vor- oder Nachteile in seinem individuellem Fall überwiegen. Deshalb kann man aber Kritikpunkte an der Technik nennen, ohne deshalb den zu kritisieren, der sie dennoch nutzt.
    Ich selber habe mit Smarthome-Technik experimentiert und mache das immer noch, bin aber für mich und meine Familie zu dem Schluss gekommen, dass die erzielbaren Vorteile den damit verbundenen finanziellen und zeitlichen Aufwand zur Installation des Systems und später zur Wartung derzeit nicht rechtfertigen, und diese Ressourcen an anderer Stelle sinnvoller einsetzbar sind. Je nach individueller Situation kann so eine Entscheidung natürlich auch völlig anders ausfallen..
    In meinem Haus hat jeder Raum an jeder Stelle, an der man ihn betreten oder verlassen kann, einen Lichtschalter.. Der ist in Sekundenbruchteilen betätigt. Dimmung über anzubringen Dimmer oder entsprechende Leuchtmittel noch möglich, unterschiedlicher Farbtemperatuen oder gar farbiges Licht nur schwer (z.B. durch die Kombination von Licht verschiedener Lampen). Aber selbst wenn das anders wäre, welches Licht entspricht denn meiner Stimmung, darüber will ich mir gar keine Gedanken machen. Und wenn sich mehrere Personen in einem Raum befinden, wessen Stimmung ist dann ist dann für die gewählte Lichtfarbe entscheidend, oder sollte man abstimmen?
    Schliesslich: verlasse ich das Haus, schert sich die Sonne einen Dreck um meine Stimmung, warum sollte das bei meinem Haus anders sein? Und wenn mal jemand vergisst, das Licht für sagen wir mal vier Stunden auszuschalten, bis es bemerkt wird?

    Dann hat ein dummes LED-Leuchtmittel mit 6 Watt (entspricht 60 Watt Glühbirne von der Lichtausbeute) halt 24 Wh an Energie verschwendet. Hat man aber 10 smarte Leuchtmittel mit einer Ruheaufnahme von je 0,6 W zur Aufrechterhaltung der Funkverbindung (man liest auch von viel höheren Werten für die Ruheleistung), dann verbrauchen die mindestens 144 Wh jeden Tag, selbst wenn sie alle immer aus sind. Ist da eine gelegentlich vergessene Lampe so schlimm?
    Smarte Assistenten sind weder notwendig noch hinreichend, um ein Smarthome zu realisieren, werden als alternative Benutzerschnittstelle aber in Zusammenhang damit eingesetzt.
    Dass solche Geräte prinzipiell hackbbar sind, liegt auf der Hand, und solche Hacks wurden auch schon erfolgreich durchgeführt:

    https://www.sueddeutsche.de/digital/amazon-echo-google-home-abhoeren-ueberwachung-hacking-1.4649508

    Ganz davon abgesehen, dass gesprochene Sätze zur Systemverbesserung auch schon menschlichen Auswertern zu Gehör kamen.
    Auch wenn die Lücke, die die Hackerin aufgedeckt hat, inzwischen geschlossen ist, und auch ein gewisses Maß an Naivität beim Nutzer voraussetzt, ist doch erschreckeñd, wie einfach dieser Angriff durchführbar war. Finanzstarke Kriminelle können mit erheblich mehr Aufwand sicherlich noch weitere Wege finden, um mithilfe solcher Assistenten die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes in den eigenen vier Wänden zu unterminieren. Und nein, die Nutzung eines Smartphones ist nicht das selbe, ich habe es selber getestet. Smartphones haben Mikrofone mit Nahbesprechungscharakteristik, um Störungen auszublenden. Zumindest bei meinem Smartphone war bei Besprechung aus ein paar Metern kein Wort mehr zu verstehen. Sprachassistenten haben Fernfeldmikros, um eben nicht durch die Wohnung brüllen zu müssen, um die zu benutzen. Ein gehackter Assistent kann also Gespräche über mehrere Meter Entfernung belauschen, einem Smartphone gelingt das in der Regel nicht. Man muss es also nur weglegen, am besten in einem anderen Raum, wenn man vertrauliche Dinge besprechen will. Einen smarten Assistenten zieht man dann am Besten den Stecker.

    Quelle: süddeutsche.de


    • Tenten vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Das mit den unterschiedlichen Reichweiten der verschiedenen Mikrofone war mir so nicht klar. Sehr interessant, vielen Dank für diese Erläuterungen!


      • Michael K. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Vielleicht kannst Du das gelegentlich mal selber testen, indem Du einen Festnetzanschluss oder das Handy eines Bekannten dafür anrufst. Die verschiedenen Mikrofoncharakteristiken von Smartphones und Sprachassistenten kann man zwar nachlesen, und der Versuch mit dem eigenen Gerät hat das bestätigt, aber für eine allgemeingültige Aussage ist das etwas dünn. Es würde mich freuen, wenn andere Teilnehmer diese Aussage bestätigen, oder auch ggf. widerlegen könnten.


  • Hubelix vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Sorry, absolut kein Verständnis für diesen Artikel. Meiner Meinung kommt aus dem Artikel vor allem sehr viel Unwissen heraus.

    Der Vorteil dieser ganzen Smart Home Lösungen ist schlicht und ergreifend in "Automatismen" begründet. Intelligente Heizungssteuerung, schalten von Lichtszenarien ohne gefühlt 10 Lampen nachrennen zu müssen. Vor allem dann auch die Einstellung verschieder Farben für verschieden Stimmungen.

    Beispielsweise Homematic-IP braucht für die meisten Sachen nur eine Internetverbindung bei der Einrichtung. Schalter, Steckdosen, Heizthermostate laufen auch offline mit der gespeicherten Konfiguration. Und das ist nur ein prominentes Beispiel. Ich werde aber auch nicht jeden Hersteller aufzählen. Steuerung per Alexa, Google oder Siri sind da doch nur zusätzliche, mögliche, extras.

    Vor allem bei Heizungsteuerungen läst sich sehr viel Effizienz erzielen und sowohl etwas Gutes fur den Geldbeutel als auch fur die Umwelt tun.

    Aber woher soll man das auch wissen wenn man Smart Home alleine daruf schiebt, zu faul zu sein zum Lichtschalter zu rennen?


  • bartinjo vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Wie undifferenziert und engstirnig so ein Artikel doch sein kann?!
    "Alexa, mach Wohnzimmer aus" ?! Was? Das man das als Argument nimmt? Es gibt das auch, dass man den ganzen Satz sagen kann (wenn man das möchte - oder auch "Alexa, Licht aus". Garkein Thema.
    Das mich zum nächsten Punkt bringt: der Befehlston gegenüber der "weiblichen" Alexa - ich nutze Google Home wo es eine männliche und eine weibliche Stimme zur Auswahl gibt - nix mit sexueller Diskriminierung - Punkt.
    Das ich irgendwas schreien musste weil die "Mikrofone so unzuverlässig sind" ist mir ehrlich gesagt vermutlich so oft passiert, wie das der Lichtschalter beim ersten betätigen nicht auslöst 🙄.
    Mit der nächsten Behauptung "der Lichtschalter gehört nur mir" ersticken wir das ganze Thema smart Home im Keim, da alles nicht mehr "von Hand" sondern halt smart wird... Nicht nur das Licht.. also völlig hirnrissig das zu kritisieren wenn smart Home ansonsten ok ist!
    "Natürlich könnte ich den Lichtschalter immer noch betätigen, aber das nimmt dann auch dem Smart-Home die Möglichkeit, meine Lampen zu aktivieren. Wie unsmart ist das denn?" <-Daran sieht man wie uninformiert der Schreiber dieses Artikels ist. Es gibt genug Beispiele wie "Schalter" und Sprachsteuerung gemeinsam funktioniert Stichwort "Taster".
    Nächster Punkt: "Und wie fehleranfällig ist das Ganze?" OK .. dann fahren wir jetzt auch kein (modernes)Auto mehr, machen den PC nicht mehr an(Internet) und am besten garkein neues technisches System mehr.... Wenn da schon das Vertrauen weg ist .. dann gute Nacht... PS. Wenn das System Mal ausfallen sollte, mach ich die Sicherungen raus und rein und das Licht ist normal da 😏
    Und zum Schluss das schlimmste aller Argumente: "Zumal es genügend Berichte darüber gibt, dass die Privatsphäreeinstellungen..." JEDER nutzt jeden Tag mehrere Stunden am Tag ein Smartphone! Ob iOS oder Android... Wer kein Vertrauen ins smart Home hat der sollte auf der Stelle sein Smartphone wegschmeissen .... Da regt sich komischerweise nie jmd auf 🤣

    Erlich...der Artikel ist einer der schlimmsten die ich in den letzten Jahren über smart home im allgemeinen gelesen habe... Uninformiert und voll mit Fake-Infos.
    Und zum Schluss: Mit der technischen Nutzung des elektrischen Stroms und der Glühlampe sagten die Leute sicher auch: "Also ersetzt Eure Kerzen gefälligst nicht durch ein Geflecht aus Kabeln, Schaltkreisen und Glühbirnen!" 🤦


    • Daffy Duck vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      also wer so bescheuert ist und sich freiwillig von Datenkraken wie Amazon, Google & Co belauschen lässt, dem ist nicht mehr zu helfen. Das wiegt das bisschen angeblichen Komfort sein Licht per Sprachbefehl ein- oder auszuschalten, in keinster Weise auf.


      • René H. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Für Behinderte Menschen ist das was feines. Nur nicht mit den Datenkraken-Sprachassistenten. Besser wäre vielleicht ein kleines Modul direkt im Lichtschalter (Mit Stimmerkennung, damit nicht das Licht angeht wenn in einem Film das Wort "Licht" vorkommt. 😁 )


  • Chris BS vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Grundsätzlich fast aus der Seele gesprochen.
    Allerdings ist mein Problem gar nicht der Abgriff meiner Daten. Wenn das für mich das größte Problem wäre, dann dürfte ich weder Android, noch Amazon mit Echo oder gar Google oder Facebook nutzen. Das meine Daten genutzt werden, dem stimme ich in dem Moment zu, in dem ich solche Dienste nutze.
    Es geht für mich einfach nichts über die Einfachheit eines Lichtschalters (der wie Benjamin schon anmerkte einfach immer funktioniert). Außerdem stelle ich es mir unpraktisch vor, das Licht per Sprache z.B. zu dimmen. Ich gebe zu, ich verwende es nicht, aber wie ist das dann? Alexa, Wohnzimmerlampe 50%? Drehen bis ich die gewünschte Helligkeit im Wohnzimmer habe finde ich da einfach praktisch. Die Wahrnehmung bestimmt wie weit ich am Regler drehe.
    Ich habe zwei dump-switches in der Küche, einfache Funkschalter, einfach weil ich keine Möglichkeit hatte, ohne alles aufzureißen, die früher nicht vorhandene Deckenleuchte zu schalten.
    Und, ich gebe es zu, eine W-Lan-Steckdose, die in der Weihnachtszeit die Beleuchtung des Baumes steuert, habe ich auch. Allerdings nur, weil es nervig ist zum Ein- oder Ausschalten hinter den Baum in die Ecke zu krabbeln. Dann gibt es allerdings ein höfliches Kommando wie: Alexa, schalte bitte den Weihnachtsbaum aus. Das versteht sie nämlich auch .


    • Tenten vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Manchmal tun es auch ganz einfache Lösungen, wie beispielsweise diese LED Leuchtmittel, die man über den ganz normalen Lichtschalter in drei Stufen dimmen kann. Für viele Anwendungen ist das völlig ausreichend und man hat keinerlei zusätzlichen Aufwand.

      In meiner ersten Wohnung hatte ich im Wohnzimmer zwei Steckdosen, die ich ebenfalls per ganz normalem Lichtschalter an der Wand neben der Tür anschalten konnte, das fand ich sehr praktisch. Damit kannst du gleich verschiedene Lampen anschalten und brauchst nicht erst eine Deckenleuchte anschalten. Für den Christbaum wars dann übrigens auch sehr praktisch. Muss man sich halt erst vom Elektriker so verkabeln lassen.


      • Chris BS vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        ja, einfach ist manchmal einfach einfacher. In der Küche hatte ich halt keine geschaltete Leitung in der Decke und musste den Strom an der Dunstesse abnehmen. Aber sitzt da einfacher Funkschalter ohne Smart.

        >...Muss man sich halt erst vom Elektriker so verkabeln lassen.
        machen kann ich das selbst. Aber es geht halt nicht ohne Tapeten abreißen, Schlitze stemmen, usw. Viel Aufwand und vor allem viel Dreck in der Bude. In diesem Fall ist die Alexa-Steckdose tatsächlich der einfachere Weg.


  • Jörg W. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Brauche nur rufen Schatz machst du mal bitte das Licht aus oder holst du mir ne Bulle Bier klappt wunderbar und smarter gehts nicht 😜😜😜


    • Tenten vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Gib mir mal deine Kontonummer, dann überweise ich dir fünf Euro für ein neues Witzebuch, damit du arme Wurst nicht immer noch die alten Herrenwitze aus deiner Jugend aufbrauchen musst 🥱


  • pierrecinema vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    möchte es nicht mehr missen mein Licht vi Sprache zu steuern. im Gang regelt es ein Bewegungsmelder. aber wenn ich ins Bett gehe kann ich von da aus das ganze Licht in der Wohnung anschalten. da kann ich eher auf smarte Thermostate verzichte. hab zwar welche aber das würde ich nicht so vernissen


  • LukeSkypeWalker vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Dem Autor ist es entweder nicht bekannt oder es passt nicht in den Tenor des Artikels. Aber es ist kein großes Geheimnis das z.Bsp. Google (seit einigen Jahren) erfolgreich daran arbeitet das die Steuerung des Smart Home via Sprache eben zukünftig, bei aktuellen Pixel Phones schon implementiert, NICHT mehr unbedingt über die Cloud transkribiert werden muss und die Verarbeitung der Sprachbefehle nun lokal im jeweiligen Gerät erfolgt. Die Befehle an den Google Assistenten aller Geräte, müssen somit nicht mehr als Rohdaten an die Google Server zum Übersetzen gesendet werden. Dies war bisher nötig, da die Geräte noch nicht wirklich "schlau" waren. Der Trend geht also offensichtlich, u.a. dank Deep Learning KI's etc. in die Richtung mehr Datenschutz durch lokale und somit autarke Verarbeitung der Befehle für. u.a. das Steuern von smarten Geräten daheim.


  • dieCrisa vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Privatsphäre, Bespitzelung, Belauschung, Datenkraken, ... Alles nicht neu, alles nicht unbekannt. Und jedes mal wird uns suggeriert, dass wir dadurch einen Schaden erleiden.

    Bis heute konnte mir aber niemand sagen, welcher Schaden dies sein soll.
    Selbstverständlich gebe ich nur Preis, was sein muss. Selbstverständlich weiß ich um die Datensammelorgien. Aber wo bitte ist mein direkter Schaden?

    Baue ich einen Unfall, muss ich für den Schaden gerade stehen. Werde ich beim Diebstahl erwischt, muss ich büßen. Unachtsamkeit, Leichtfertigkeit, Sorglosigkeit - all das kann einen direkten Schaden für mich bedeuten. Nur hier (Datensammelwut) kann ich keinen erkennen.

    Um welchen Schaden also handelt es sich genau?

    Mein Postbote ist da eher eine Gefahr für mich. Hält er dicht in der Nachbarschaft, dass ich mal wieder ein Paket von Beate U. erhalten habe? ...dass das Finanzamt mir auffällig oft schreibt, mein Schwippschwager schon wieder in Thailand Urlaub macht und auf der Postkarte von seiner Völkerverständigung erzählt, ....

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