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Sony Xperia Pro-I im Test: Profi genug für 1.800 Euro?

Sony Xperia Pro I Hero Picture NextPit
© NextPit

Mit einem 1-Zoll-Sensor samt variabler Blende sorgte das Sony Xperia Pro-I für Schlagzeilen! Sony möchte so Kamera- und Videoprofis aus der Reserve locken, die im Jahr 2022 noch immer auf DSLRs, Systemkameras und Cinema-Cams vertrauen. Im Test finde ich für Euch heraus, ob dieser Plan für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.800 Euro tatsächlich aufgeht.

Bewertung

Pro

  • Innovativer 1-Zoll-Sensor mit variabler Blende
  • Für ein Handy hervorragende Bild- und Videoqualität
  • Sehr gutes 4K-Display
  • Sehr hohes Leistungsniveau
  • Ziemlich robust
  • 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss

Contra

  • Brennweite des 1-Zoll-Sensor unpraktisch
  • Leider ohne Sonys variable Telekameras
  • Starkes Thermal-Throttling
  • Display weniger farbtreu, als gedacht
  • Kein Wireless Charging
  • Abstandssensor sorgt beim Telefonieren für Probleme

Preis und Verfügbarkeit

Das Sony Xperia Pro-I ist bereits im Handel erhältlich. Es kostet 1.799 Euro und ist in einer einzigen Speicherkonfiguration und einer einzigen Farbe erhältlich. Aktuelle Angebote zum Profi-Smartphone von Sony findet Ihr im nachfolgenden Preisvergleichs-Widget.

 

Sony reiht das Pro-I als Profi-Modell des aktuellen Xperia-Lineups ein. Damit ist es der große Bruder der Modelle Xperia 5 III, Xperia 10 III und Xperia 1 III. Weiter oben im Portfolio gibt es ein weiteres Profi-Xperia, das sich Sony Xperia Pro nennt und weit über 2.000 Euro kostet.

 

Design & Verarbeitung: Premium in allen Belangen

Das Sony Xperia Pro-I ist ein Premium-Smartphone. Dafür setzt der Hersteller auf ein robustes Design mit geriffeltem Rahmen und auf eine IP68-Zertifizierung. Zudem kommen Gorilla Glas Victus auf dem Display sowie Gorilla Glas 6 auf der Rückseite zum Einsatz. Abmessungen von 166 × 72 × 8,9 Millimetern zeigen dabei bereits, dass Sony auf ein Display im 21:9-Format setzt. Das Gewicht beträgt 211 Gramm.

Gefällt:

  • Sehr robust
  • Grandioser Kameraknopf im Gehäuse
  • Cleverer SIM-Schlitten

Gefällt nicht:

  • Neuer Videoknopf zu nah am Kameraknopf
  • Näherungssensor zu sensibel

Während des Testberichts habe ich das Xperia Pro-I ohne Schutzhülle genutzt. Dabei war ich nur bedingt besorgt um das Handy. Denn Sonys Verarbeitungsqualität ist tadellos und die Materialien mit Gorilla Glas Victus auf dem Displayglas sehr hochwertig. Dadurch ist das Pro-I zwar ein Handschmeicher, mit einer Dicke von 8,9 Millimetern und einem Gewicht von 211 Gramm aber nicht gerade schlank.

NextPit Sony Xperia Pro I Display
Das Display des Sony Xperia Pro-I kommt ohne Notch! / © NextPit

Beim Fotografieren ist das aber keineswegs ein Nachteil. Zusammen mit dem grandiosen Kameraknopf, den es schon im Xperia 1 III und im Xperia 5 III gab, machen Fotos hier so viel Spaß wie bei keinem anderen mir bekannten Handy. Allerdings stellt Sony dem Auslöseknopf noch einen Video-Button zur Seite. Diesen habe ich im Test häufiger aus Versehen betätigt und musste dann immer zurück zur Foto-App wechseln.

Sehr ungünstig: Sony hat die Probleme mit dem Näherungssensor, die ich schon im Testbericht des Xperia 1 III bemängeln musste, nicht gelöst. Beim Telefonieren springt häufig das Display an, und mit ein bisschen Pech schaltet Ihr Euch stumm oder legt mit der Backe auf. Dieser Makel kann auch der praktische SIM-Schlitten ohne Werkzeugzwang nicht aufwiegen. Über diesen könnt Ihr MicroSD-Karten aber super-easy zum Datenimport entnehmen.

Display: Gar nicht mal so farbecht

Das Display des Sony Xperia Pro-I misst 6,5 Zoll und löst in 4K auf. Filme schaut Ihr im Kino-Format 21:9 ohne schwarze Ränder. Eine Bildwiederholrate von 120 Hertz sorgt dafür, dass alles schön flüssig läuft. Hinzu kommen zahlreiche Zertifizierungen für HDR und weitere Standards.

Gefällt:

  • Knackscharf, sauschnell und schön hell
  • Sehr genau auf eigene Vorlieben oder Farbanalysen einstellbar

Gefällt nicht:

  • 120 Hertz und 4K verbrauchen viel Strom
  • Ab Werk nicht sonderlich farbecht konfiguriert

Im Grunde genommen habe ich Euch über das Display des Xperia Pro-I schon im Test des Xperia 1 III erzählt. Hier musste der Hersteller nicht nachlegen, denn das 6,5 Zoll große OLED-Display mit 4K-Auflösung und 120 Hertz Bildwiederholrate ist eines der besten Displays, die ich jemals gesehen habe . Besonders interessant ist wieder der Creator-Modus zusammen mit der Farbtemparatur, der Euch eine besonders gute Farbtreue ermöglicht.

Wie Ihr im Diagramm seht, ist das Display ab Werk und auch im Creator-Modus aber etwas zu blau. Der errechnete Delta-E-Wert, den unser Tool leider nicht mit auf die Grafik stanzt, stellt den Durchschnitt der Abweichungen dar. Durch Anpassungen des Displays konnten wir ihn von über fünf auf knapp zwei herunterbekommen. Das spricht zwar für eine hohe Anpassungsfähigkeit. Sonys Ziel, im Creator-Modus eine besonders naturgetreue Farbwiedergabe zu ermöglichen, stimmt aber laut unserer Messwerte nicht.

Xperia 1 creator mode off
Das sind die Abweichungen ganz ohne Anpassung oder Creator-Mode. / © NextPit
Xperia 1 creator mode on middle warmth
Hier seht Ihr den aktivierten Creator-Mode. / © NextPit
Xperia 1 creator mode on even warmer
Und das hier sind die besten Einstellungen, die wir in knapp 20 Minuten erreichen konnten. / © NextPit

Zu bemängeln habe ich dennoch kaum etwas am Display. Nur die Sinnhaftigkeit einer derart hohen Auflösung auf 6,5 Zoll könnte man hier noch anbringen. Darauf kommen wir in der Akku-Sektion aber noch einmal.

Sony Xperia Pro-I: Software

Sony liefert das Xperia Pro-I mit Android 11 aus. Dabei lässt der Hersteller das Betriebssystem nahezu unangetastet. Zu den größten Anpassungen gehören ein Vibrations-Feedback-Modus und die kaum schlagbaren Fotografie- und Video-Apps des Herstellers. Die Update-Gewährleistung Sonys liegt mit zwei großen Android-Updates hinter vielen Konkurrenten.

Gefällt:

  • Android nahezu unangetastet
  • Sehr gute Foto- und Video-Apps

Gefällt nicht:

  • Nur zwei Android-Updates
  • Noch mit Android 11 ausgeliefert

Über Sonys eigenes Android-Overlay gibt es nicht viel zu sagen. Ihr bekommt ein schlichtes Betriebssystem, das im Grunde genommen dem Stock-Android entspricht, das Ihr auf Googles Pixel-Smartphones bekommt. Im Vergleich zu diesen hängt Sony aber noch auf Android 11 fest, was bei einem derart kostspieligen Smartphone sehr schade ist. Dafür bietet Sony einen großen Vorteil:

Die proprietären Kamera- und Video-Apps Cinema Pro, Video Pro und Photo Pro haben zwar unfassbar uninspirierte Namen, sind aber echt leistungsstark. Profis bekommen Anwendungen, die das Smartphone um hilfreiche Tools wie Histogramme oder sogar einen manuellen Fokus-Modus mit A-B-Wechsler ergänzen.

Mit letzterem könnt Ihr in Videos zwei Fokusebenen definieren, zwischen denen das Handy anschließend wechselt. In der Theorie ist das klasse, allerdings ergibt das bei derart kleinen Sensoren kaum Sinn. Die optische Unschärfe ist bei den meisten Aufnahmen derart gering, dass ich ein Effekt kaum wirklich zeigt. Im Video könnt Ihr das noch einmal genauer sehen.

Sony Xperia Camera Apps Screenshots NextPit
Immer wieder hübsch: Sonys Kamera-Apps! / © NextPit

Dazu hält sich Sony streng an das Design seiner Sony-Kameras. Nutzt Ihr also eine Systemkamera des Herstellers, seid Ihr mit den Menüs und Schaltflächen schon jetzt vertraut.

Leistung: Snapdragon 888 auf Hochtouren

Das Xperia Pro-I arbeitet mit dem Qualcomm Snapdragon 888, dem 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte interner Speicher zur Seite stehen. Darüber hinaus ist das Smartphone bei der Konnektivität auf dem neuesten Stand. Ihr genießt schnelle Standards wie USB 3.2 Gen 2 und Bluetooth 5.2 und wählt Euch per WiFi 6 ins WLAN ein. 5G und NFC sind ebenfalls mit von der Partie.

NextPit Sony Xperia Pro I
Auch dieses Sony-Smartphone wird unter Last sehr heiß. / © NextPit

Gefällt:

  • Hohes Leistungsniveau
  • Schnelle Übertragungsstandards

Gefällt nicht:

  • Sony kann Hitzeprobleme des Xperia 1 III nicht lösen
  • Thermal-Throttling trotz starker Hitzeentwicklung

Leistungstechnisch liegt das Xperia Pro-I mit dem Sony Xperia 1 III gleich auf, denn es teilt sich dessen Komponenten. Das führt auch im Profi-Modell für ein sehr hohes Leistungsniveau, das mit den leistungsstärksten Smartphones aus 2021 gleichauf liegt. Für Mobile Games oder 4K-Videoschnitt seid Ihr nach dem Kauf also gerüstet. Erfreulicherweise macht Sony auch bei der Übertragung zum PC keine Abstriche. USB 3.2 Gen 2 kann mit kompatiblen Gegenseiten mit bis zu 10 Gb/s übertragen.

Benchmarks Sony Xperia Pro-I

Device Geekbench 5 3D Mark WildLife 3D Mark WildLife Stresstest
Sony Xperia Pro-I 1.125 / 3.641 5.784 bei 34,6 FPS Top: 5.751 | Lowest: 3.860
Samsung Galaxy S21 Ultra 942 / 3.407 5.375 bei 32,2 FPS -
OnePlus 9 Pro 1.112 / 3.633 5.670 Top: 5.698
Sony Xperia 1 III 1.115 / 3526 5.683 Top: 5.692 | Lowest: 3.164

Allerdings wird das Arbeiten mit dem Smartphone durch einen Störfaktor getrübt. Denn wie sein günstigerer Bruder wird das Xperia Pro 1 echt heiß, wenn es leistungsintensive Aufgaben durchführt. So heiß sogar, dass ein Berühren der Rückseite ungefähr auf Höhe des Sony-Logos unangenehm wird. Die Hitzeprobleme machen sich auf lange Sicht auch bei der Leistung bemerkbar. Auch wenn das Thermal-Throttling nicht ganz so stark ist, nimmt die Leistung nach 20 Minuten um knapp 30 Prozent ab.

Audio: Das HiFi-Phone

Entgegen aktuellen Trends stattet Sony das Smartphone mit einem 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss aus. Darüber hinaus unterstützt das Smartphone etliche Codecs und Standards wie Dolby Atmos, DSEE Ultimate, Sonys hochwertigen Bluetooth-Codec LDAC sowie AptX HD und das proprietäre 360 Reality Audio. Der Klinkenanschluss bietet Kreativen aber einen anderen Vorteil.

Gefällt:

  • Klinkenanschluss nicht nur qualitativ hochwertiger, sondern auch latenzfrei
  • Etliche Codecs und Standards unterstützt

Gefällt nicht:

  • Sonys Vibrations-Audiomodus noch immer ein Rätsel

Dass Sony auf einen Klinkenanschluss vertraut, ergibt vor allem dann Sinn, wenn Ihr Videos mit dem Smartphone aufnehmen wollt. Denn den Sound der integrierten Mikrofone oder die Tonspur eines angeschlossenen USB-C-Mikrofons könnt Ihr per Kabel vollkommen latenzfrei prüfen. Das ist ein großer Vorteil, wenn Ihr beispielsweise Interviews mit dem Handy aufzeichnen wollt. Der Klinkenanschluss fungiert gleichzeitig als Eingang für kabelgebundene Mikrofone.

Die internen Lautsprecher sind kraftvoll und können optional durch einen Vibrationsmodus "unterstützt" werden. Unterstützt steht hier in Anführungszeichen, da er meiner Meinung nach vollkommen überflüssig ist. Das Handy reagiert auf Bassstöße und tiefe Töne, indem es mit dem Vibrationsmotor nachhilft. Das ganze funktioniert aber nicht gut genug, als dass es wirklich Spaß bringen würde. Mein Tipp: Ausschalten!

Kamera: Funktioniert die RX-100-Fusion?

Dreh und Angelpunkt des Xperia Pro-I sind die integrierten Kameras, angeführt von der Hauptkamera mit 1-Zoll-Sensor. Dieser stammt aus Sonys RX-100 IV, die sich auf dem Markt als Profi-Digitalkamera positioniert. Neben der Hauptkamera mit 24 Millimetern Brennweite und optionaler Blende (f/2.0 und f/4.0) könnt Ihr auf eine Telekamera mit 50 Millimetern Brennweite und eine Ultraweitwinkelkamera mit 124-Grad-Blickwinkel umschalten.

NextPit Sony Xperia Pro I Camera
Hinter der großen Aussparung befindet sich der 1-Zoll-Sensor. / © NextPit

Fotografie

Gefällt:

  • Hauptkamera mit sehr guter Bildqualität
  • RAW-Aufnahmen toll für die Nachbearbeitung
  • Insgesamt schön flexibles Kamera-Setup

Gefällt nicht:

  • 1-Zoll-Sensor wird nur zu 60 Prozent genutzt
  • Farbabstimmung der verschiedenen Kameras nicht optimal
  • Beste Bildqualität bei schwieriger Brennweite

In den Wochen, die ich das Xperia Pro-I genutzt habe, sind etliche Aufnahmen entstanden. Daher habe ich mich dazu entschlossen, Euch alle Bilder in eine Galerie zu packen und mich anschließend auf meine Meinung zu konzentrieren. Dabei möchte ich diesen Bereich noch einmal in Alltag und in Arbeit einteilen – denn ein Smartphone, das sich an Profis richtet, muss eben genau da bestehen können.

Fun Fact: Das Titelbild für dieses Review habe ich auch mit dem Xperia Pro-I aufgenommen!

Noch ein paar Worte zum Sensor: Dieser misst tatsächlich 1 Zoll und bringt zudem Features wie Serienaufnahmen in 20 Bildern pro Sekunde, 4K bei 120 Bildern pro Sekunde und Objekt-Tracking mit, das 60 Mal in der Sekunde aktualisiert wird. Um den Sensor im Smartphone zum Laufen zu bringen, musste Sony die Auflösung aber von 20 Megapixel auf 12 Megapixel herunterschrauben. So ist die Auflösung geringer, die Größe der Pixel bleibt davon aber unangetastet.

Einsatz im Alltag

Im Alltag erwartet Euch eine Kamera, die nicht signifikant besser ist, als die Alternativen im Google Pixel 6 Pro oder im Apple iPhone 13 Pro. Das ist gar nicht schlimm, denn Sonys Kamera ist reaktionsschnell und bietet dank Phasenautofokus einen zuverlässigen Autofokus. Im Easy-Mode ist die komplexe Kamera-App kinderleicht zu bedienen. Dabei hat Sony sogar an Gimmicks wie Gesichts-Filter und Kreativ-Modi gedacht.

Allerdings finde ich es bedauerlich, dass Sony nicht noch Platz für die variable Telekamera der günstigeren Xperia-Modelle gefunden hat. Diese wären ein echter Zugewinn an Flexibilität gewesen, den ich beim Xperia Pro-I ein wenig vermisse. Alles in Allem bietet das Pro-I eine tolle Schnappschusskamera, die dank dediziertem Kameraknopf meiner Meinung nach mehr Spaß macht als in allen anderen Handys.

Einsatz bei der Arbeit

Bei der Arbeit mit dem Xperia Pro-I treten meiner Meinung nach allerdings Probleme auf. Denn Sonys Entscheidung, den Sensor der RX 100 IV ausgerechnet mit einer Brennweite von 24 Millimetern zu kombinieren, ist eher ungünstig. Denn bei dieser Brennweite müsst Ihr mit Verzerrungen leben, die Objekte und Gesichter unförmig werden lassen. In der Praxis habe ich dann Produktfotos mit "Verschnitt" außenherum geschossen und anschließend stark beschnitten. Das geht gerade noch, Porträts machen mit dem Handy nicht wirklich Spaß.

Beim "Croppen" müssen wir aber mit einem weiteren Verlust der Auflösung und an Bildqualität rechnen, den wir durch den nur zum Teil genutzten 1-Zoll-Sensor ohnehin schon erleben. Das ist ärgerlich, lässt sich aber womöglich technisch kaum anders umsetzen. Durch diesen Umstand sehe ich das Xperia Pro-I als guten Kandidat für Architektur und Landschaftsaufnahmen.

Für Porträtfotografie, Produktfotografie oder alle weiteren Bereiche, in denen engere Bildausschnitte nötig werden, müsst Ihr auf die Telekamera umschalten – und verspielt dabei die Vorteile, die der 1 Zoll große Hauptsensor bringt. Das ist vor allem dann schade, wenn Ihr die rohen Sensordaten erstmals in Lightroom oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet habt.

Denn die RAW-Dateien eignen sich sehr gut, um Bilder aufzunehmen, die nicht wie von einem Smartphone wirken. Das Sony Xperia Pro-I entfleucht erstmals für mich zufriedenstellend den artefaktbehafteten und im Detail eher matschigen Smartphone-Aufnahmen, wegen derer ich auch im Jahr 2022 eine Systemkamera mit mir herumschleppe. Qualitativ sind diese Bilder atemberaubend, allerdings mangelt es eben an der nötigen Flexibilität.

Video

Gefällt:

  • Maximal 4K-Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde
  • Optische Bildstabilisierung samt Augen-Autofokus

Gefällt nicht:

  • Stabilisierung der Hauptkamera sieht künstlich aus.
  • Tele und Ultraweitwinkel nur auf 4K / 30 FPS limitiert

Auch mit einer hohen Videoqualität will das Xperia Pro-I Profis begeistern. Dass die Video-App des Smartphones Euch dabei mehr ermöglicht, also manch anderes Smartphone, habe ich Euch schon erzählt. Ob die Qualität der Aufnahmen auch stimmt, könnt Ihr im nachfolgenden Video herausfinden.

Zugegeben: ich beschäftige mich erst seit kurzer Zeit mit Videoschnitt und den verschiedenen Möglichkeiten, die professionelle Videokameras bieten. Daher kann ich an dieser Stelle nur festhalten, dass Sonys Videokamera-App in der Bedienung Spaß macht und mir die Aufnahmen vor allem Tagsüber gut gefallen. Nachts nimmt die Bildqualität stark ab, da Sony statt mit einem Video-Nachtmodus mit einer hohen Lichtempfindlichkeit arbeitet. 

Gleichzeitig vermisse ich Sonderfunktionen wie digitales Bokeh, mit dem das iPhone 13 mini, das ich aktuell teste, immer wieder für Staunen sorgt.

Akku: 4.500 mAh und Stromfresser-Hardware

Die Akkukapazität hat sich im Vergleich zu den günstigeren Xperia-Modellen nicht verbessert. Ihr bekommt 4.500 mAh, die Ihr über den USB-PD-Standard mit knapp 30 Watt wieder aufladen könnt. Wireless-Charging ist allerdings nicht an Bord.

Gefällt:

  • Akkulaufzeit mit 60 Hertz in Ordnung

Gefällt nicht:

  • Akkulaufzeit schon mit 120 Hertz zu kurz
  • Kein kabelloses Laden

Die Akkuleistung des Xperia Pro-I bewegt sich im Alltag auf dem Niveau des Xperia 1 III. Bedeutet, Ihr kommt mit limitierter Bildwiederholrate durch einen Tag und müsst mit aktivierten 120 Hertz sehr vorsichtig sein, um am Ende des Tages nicht ohne Handy dazustehen. Im Vergleich gibt es allerdings einen großen Nachteil: Das Xperia Pro-I unterstützt kein Wireless-Charging!

NextPit Sony Xperia Pro I USB
Aufgeladen wird das Smartphone ausschließlich über USB-C. / © NextPit

Darüber hinaus erwartet man von einem Profi-Gerät, dass es schnelle Lademöglichkeiten gibt, um bei Aufträgen oder im Studio keinen Ausfall zu erleben. Das Quick-Charging funktioniert zwar mit 30 Watt, im Vergleich zu anderen Geräten ist das allerdings nicht wirklich schnell. Hier hätte ich mir eine kreative Lösung gewünscht, wie beispielsweise eine Möglichkeit zum Akkuwechsel oder eine Lösung per Power-Bank.

Abschließendes Urteil

Technisch ist das Sony Xperia Pro-I eine Meisterleistung. Wer hätte gedacht, dass im Jahr 2022 ausgerechnet Sony im Handybereich die Adresse für spannende Innovationen ist. Während Apple und Samsung auf bewährte Qualitäten vertrauen, wagt Sony spannende aber auch sehr teure Smartphones. Nach dem Sony Xperia 1 III und dem Xperia 5 III mit veriabler Telelinse und dem Sony Xperia Pro, das Ihr mit passender Kamera als 5G-Streaming-Station nutzen könnt, bietet das Pro-I den Sensor aus Sonys Profi-Digitalkamera RX 100 IV.

Doch der 1-Zoll-Sensor wird nur zu 60 Prozent genutzt und für meinen Geschmack sitzt er vor dem falschen Objektiv. Denn für viele Bereiche der Fotografie ist eine Brennweite von 24 Millimetern zu weitwinkelig und führt dazu bereits zu Verzerrungen von Gesichtern und Gebäuden. Bei den restlichen Kameras fehlt es dann aber an Innovationen und an Qualitätsvorteilen gegenüber anderen Handys.

NextPit Sony Xperia Pro I Jack
Ein Highlight des Oberklasse-Handys: Der Klinkenanschluss. / © NextPit

Smartphone-technisch punktet das Xperia Pro-I mit einem sehr hohen Leistungsniveau, einem brillanten 4K-Display und einem robusten Premium-Gehäuse. Der 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss ist zudem spätestens dann ein Genuss, wenn Ihr den Sound bei Aufnahmen ganz ohne Latenz prüfen wollt. Klingt also, als würde ich das Pro-I zum Kauf für Profis freigeben?

Leider halte ich das Xperia Pro-I für 1.800 Euro dennoch für eine schlechte Business-Entscheidung. Denn zu diesem Preis kauft Ihr zwar ein ultrakompaktes Kamerasystem mit direkter 5G-Anbindung, dieses ist aber unterm Strich zu eingeschränkt. Hier sehen wir den großen Nachteil, den Smartphones noch immer gegenüber "echten" Kameras haben, auch wenn sie sensortechnisch langsam Aufholen: die Bildqualität nimmt zu stark ab, wenn Ihr auf eine andere Brennweite umwechseln wollt. Daher sind Kameras mit Wechselobjektiven oder Modelle mit variabler optischer Brennweite immer noch die bessere Entscheidung.

Alternative gesucht? Das sind die besten Smartphones 2022

Handyfans hingegen können fast genauso gut auf das Xperia 1 III oder das Xperia 5 III zurückgreifen. Hier bekommt Ihr meiner Meinung nach eine interessantere Kamera mit variabler Telelinse und genießt darüber hinaus den Komfort des Quick-Chargings. Geld spart Ihr dabei ebenfalls!

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6 Kommentare

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  • Conjo Man vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    1.778€ für ein Smartphone mit einer "Möchte-gern" DSLR Kamera...Wenn mit so etwas geworben wird, macht sich das natürlich im Marketing gut...in der Realität wird es ernüchternd werden könnte ich mir vorstellen...meine Meinung


  • Reginald Barclay vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    "...Sony möchte so Kamera- und Videoprofis aus der Reserve locken, die im Jahr 2022 noch immer auf DSLRs, Systemkameras und Cinema-Cams vertrauen. ..."

    Ja klar, die zurückgebliebenen, ewig gestrigen Profis. Wissen die nicht, daß man heutzutage nur noch mit funktionsbeschnittener Ausrüstung und Mittelmaß weiterkommt. Da hat das Smartphone auch den Vorteil, daß man gleich den kürzesten Weg zum Arbeitsamt googlen kann, wenn dem Auftraggeber das Ergebnis nicht zusagt.

    Ich glaube eher, daß Sony Hobbyfotografen und Amateure dazu bringen möchte, die Kompaktkameras zu vergessen. Jetzt brauchen die sich nicht mehr beide Hosentaschen vollstopfen.

    Ihr sagt es ja selbst:

    "...Alles in Allem bietet das Pro-I eine tolle Schnappschusskamera, ..."


  • rolli.k vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Ich hatte mal ein Sony, schon was her, war aber gut.
    Aber jetzt dieser Preis? Beim besten Willen nicht.


  • Jörg W. vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Du solltest das Gerät auch ans Ohr und nicht an den Po halten beim telefonieren dann kannst du auch nicht mit der Backe auflegen sondern höchstens mit der Wange.


  • Tim vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Ist der Annährungssensor nicht eher zu UNsensibel, wenn der ständig beim Telefonieren nicht erkennt, dass das Gerät noch am Ohr ist?
    Unter zu sensibel hätte ich verstanden, dass das Ding bspw. schon einen halben Meter vor dem Gerät irgendwas erkennt und das Display ausschaltet oder so.

    Und wa sogenannte ist an diesem Sensor denn großartig "innovativ", außer dass Sony mehr oder minder Marketing-Verarsche betreibt?
    Solang hardware-seitig(!) beschränkt ist, wie viel man vom Sensor nutzen kann, ist völlig irrelevant, wie groß der gesamte Sensor ist. Und wenn es ein Vollformat-Sensor wäre. In der Praxis ist der Sensor bzw. der nutzbare Teil davon nicht größer, als bei einem S21/S22 Ultra oder Pixel 6.
    Das einzig gute, aber auch nicht wirklich innovative ist, dass Sony die Sensorgröße nicht völlig idiotisch mit mehr Megapixeln vollpresst, sondern bei 12MP bleibt.

    Nebenbei finde ich aber auch spannend, dass hier mehrmals die 24mm Brennweite kritisiert wird. Bei Samsung (und anderen) ist das aber komischerweise nie ein Problem - obwohl Samsung seit ich glaube sogar schon dem S20 Ultra auch auf 24mm setzt (deshalb hat der Ultraweitwinkel auch nur noch 0,6x statt 0,5x).


    • A. K.
      • Mod
      vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      "Ist der Annährungssensor nicht eher zu UNsensibel, wenn der ständig beim Telefonieren nicht erkennt, dass das Gerät noch am Ohr ist?"

      Da das Teil hier "Annäherungssensor" genannt wird, ergibt deine Interpretation auf jeden Fall Sinn. Durch die Problembeschreibung sollte aber klar sein, was gemeint ist ;)

      Genauer genommen dürfte nicht der Sensor selbst, sondern die Parametrierung zu unsensibel sein. Der Sensor misst die Reflexionszeit von IR Strahlen. Wenn du sagst, unter einer Reflexionszeit von X sollte das Display aus gehen, und beim Telefonieren geht das Display nicht aus, dann ist X zu klein gewählt (gibt bestimmt noch viele Randbedingungen, zB bei bestimmten Apps, war Display vorher aus/an).

      Würde mich Mal interessieren, ob man das irgendwo Parametrieren kann. Hab das Gleiche Verhalten bei meinem Xperia 5 II festgestellt.

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