Design, Verarbeitung, Gewicht

Das Nexus 10 sieht in natura viel besser aus als auf den Fotos und das denke nicht nur ich, sondern die ganze Redaktion bei uns, also mehr als 15 Leute. Die Kunststoff-Rückseite fühlt sich sehr hochwertig an und ist überhaupt nicht so billig, wie die ganzen Bilder von dem Teil suggerieren.

Einzig die Tatsache, dass das Material keine Kälte ausstrahlt, wenn man das Nexus 10 in die Hand nimmt, macht klar, dass das es eben nicht aus gebürstetem Aluminium besteht. Aber der Kunststoff geht fast als solches durch und im Gegensatz zum iPad 3 ist er extrem rutschfest. Das mit 8,9 Millimeter sehr flache Brett liegt griffig in der Hand und rutscht auch nicht so einfach von der Tischkante.

Die Rückseite besteht aus hochwertigem Kunststoff, die Verarbeitung ist nahe an der Perfektion. 

Und mit 603 Gramm ist es außerdem rund 50 Gramm leichter als das iPad – das mag auf dem Papier nicht viel sein, aber wenn man auf dem Sofa liegt und eine Stunde surft, dann zählt jedes Gramm. Jedenfalls mir geht das so und um es klar zu sagen: Das Nexus 10 ist für einen 10-Zöller sehr leicht.

Zur Verarbeitung verliere ich hier mal nicht viele Worte: sie ist perfekt und liegt auf iPad-Niveau. Keine Spalte, nichts wackelt oder knarzt. Aber von Samsung habe ich auch nichts anderes erwartet.

Über die Lautsprecherleiste wird druckvoller Sound transportiert. 

Display und Lautsprecher

Das Display ist eine Wucht! Ich habe Android vorher noch nie so scharf gesehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das liegt natürlich an der hohen Auflösung: 2.560 x 1.600 Pixel auf 10 Zoll sind einzigartig in der Tablet-Welt und garantieren eine gestochen scharfe Darstellung beim Surfen im Internet oder beim Anschauen von HD-Filmen.

Aber einen großen Unterschied zu meinem iPad 3 (2.048 x 1.536 Pixel) habe ich nicht feststellen können. Egal ob man die Schärfe der Darstellung, die Blickwinkelstabilität, die Spiegelung der Glasoberfläche oder die Helligkeit betrachtet: beide Displays schenken sich nichts.

Das Nexus 10 kann man locker mit einer Hand halten ohne den Bildschirm zu verdecken. 

Was mich allerdings beim Nexus stört, ist der breite Rand um das Display, der gerade im Vergleich mit dem iPad nicht besonders elegant rüberkommt. Aber das ist für mich kein Ausschlusskriterium und Nico hat mich außerdem noch auch einen positiven Nebenaspekt hingewiesen: Man kann das Nexus 10 mit einer Hand halten, ohne dass der Daumen das Display verdeckt.

Ein weiterer Pluspunkt: Der breite Rand lässt genügend Platz für ein Paar Lautsprecher, die auf der Front untergebracht werden konnten und daher direkt in Richtung des Nutzers abstrahlen. Der Stereo-Klang ist um Längen besser als auf dem iPad.

Nahaufnahme der Rückseite eines Nexus-Geräts mit dem eingeprägten Schriftzug "nexus" und einer Kamera.
Rückseite mit Schriftzug und Kameralinse: Von der Kamera sollte man nicht zu viel erwarten.  Bildquelle: nextpit

Kamera und übrige Ausstattung

Die Bilder, die man mit der rückseitigen 5-Megapixel-Kamera knipst, sind OK. Mehr kann man aber auch gar nicht erwarten, denn wer fotografiert schon ernsthaft mit seinem Tablet? Viel spannender ist die Frontkamera, die Videogespräche über Skype und andere Dienste erlaubt. Die bietet mit 720p eine gute Auflösung und ist verhältnismäßig lichtempfindlich. Im Klartext: Das Nexus 10 hat eine der besten Frontcams, die ich kenne. Apples Facetime-Kamera auf dem iPad 3 hat zwar die gleiche Auflösung, fängt aber deutlich weniger Licht ein, was in einem starken Bildrauschen zum Ausdruck kommt.

Ein lächelnder, glatzköpfiger Mann macht ein Selbstporträt vor einer hellen Wand und einem Whiteboard.
Die Front-Kamera auf dem iPad… Bildquelle: nextpit
Ein Mann mit Glatze lächelt in die Kamera, umgeben von einer weißen Wand und einem Whiteboard im Hintergrund.
…und auf dem Nexus 10.  Bildquelle: nextpit

Hier noch mal alle technischen Details im Überblick

  • Dual Core Cortex A15 CPU
  • Quad-Core Mali T604 GPU
  • 2 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite
  • 1,9-Megapixel-Frontkamera
  • Akku-Kapazität: 9.000 mAh (9 Stunden Video/500 Stunden Standby)
  • Micro-USB, Micro-HDMI
  • Zwei NFC-Einheiten – eine vorne, eine auf der Rückseite
  • Gewicht: 603 g
  • Maße: 263,9 x 177,6 x 8,9 mm
  • Wlan 802.11 b/g/n (MIMO+HT40), Bluetooth 
  • Ladegerät mit magnetischem Pogo-Pin
  • Sensoren: Beschleunigungsmesser, Kompass, Umgebungslicht, Gyroskop, Barometer, GPS
  • Speicher: 16 oder 32 Gigabyte, keine Speichererweiterung möglich

Was mir aber besonders wichtig ist: Der Prozessor ist im Cortex-A15-Design gefertigt und gehört damit zu den modernsten Vertretern seiner Klasse. Er wird auch in einem Jahr noch nicht zum alten Eisen gehören, dafür sorgen auch die satten 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, die Google dem Gerät spendiert hat. Die Zeit fürs Booten ist extrem kurz, der Browser reagiert schnell, alle Anwendungen laden fix und selbst anspruchsvolle 3D-Shooter nimmt das Nexus 10 ohne Zucken zur Kenntnis. Ich habe Gerät und System bisher nicht an die Grenze bringen können.

Auf dem Nexus 10 ist Android 4.2 installiert – aber nicht in der finalen Version. Das erste was bei mir nach dem Einschalten aufpoppte, war ein Update. 

System

Trotz super Display und Power-Prozessor ist das System der Star. Android 4.2 ist für mich das beste Tablet-System auf diesem Planeten.Ich möchte hier nicht auf alle Details eingehen, die hat Nico schon an anderer Stelle für Euch aufbereitet.

Ein neuer Benutzer lässst sich kinderleicht einrichten.
 

Uhrzeit 17:27, Datum 16. November, entsperrte Bildschirmoberfläche mit bunten, gewellten Hintergründen.
Danach kann man sich auf dem Startbildschirm entsprechend anmelden. Bildquelle: nextpit

Die Benachrichtigungszeile sucht ihresgleichen, genauso wie die Widget-Darstellung. Auch für große Tablet-Oberflächen ist das System bereits seit Jahren optimiert. Aber mit 4.2 hält eine Funktion Einzug, die für sich allein schon Grund genug ist, das iPad in die Ecke zu werfen: eine Benutzerkonto-Verwaltung. Mein iPad zu Hause wird von mir und meiner Frau gleichermaßen genutzt und ich habe mich immer darüber geärgert, dass es nicht möglich ist, verschiedene Desktops einzurichten, die alles trennen: E-Mails, Apps, den Browserverlauf, sodass jeder eben sein ganz persönliches iPad in der Hand hält, wenn er es benutzt.

Technisch ist eine solche Funktion problemlos implementierbar, aber Apple macht es nicht, weil Apple möchte, dass jede Person in einem Haushalt ein eigenes iPad kauft. Denn nach wie vor verdient der Konzern mit seiner überteuerten Hardware das meiste Geld. Google ist die Hardware zwar nicht egal, aber weniger wichtig, weil sie ein anderes Geschäftsmodell verfolgen. Deshalb findet man die Benutzerkonto-Steuerung auch zuerst in Android und nicht in iOS.

Für mich bedeutet das: Das Geschäftsmodell von Google überschneidet sich stärker mit meinen Interessen als das Geschäftsmodell von Apple.

Screenshot eines Smartphones mit Benachrichtigungen und einem grinsenden Gesicht im Hintergrund.
Homescreen mit Benachrichtigungsleiste: Android 4.2 ist das fortschrittlichste mobile Betriebssystem auf diesem Planeten. Bildquelle: nextpit

Fazit

Diese schlichte Tatsache ist mir schon seit einer ganzen Weile bekannt, aber ich konnte mich bisher nicht von meinem iPad trennen. Erst jetzt, mit dem Nexus 10, gelingt mir das. Es ist technisch besser als das iPad 3 und bietet auch die fortschrittlichere Software. Und was das wichtigste ist: Die angeschlossenen Dienste funktionieren ebenfalls auf einem Niveau, dass ich akzeptieren kann: Im Play Store kann ich zwar immer noch keine Folgen von „Game of Thrones“ runter laden, aber das Film-Angebot wird ständig besser. Hinzu kommen Google Music und Google Books und ein prall gefüllter App Store. Etliche Apps müssen zwar noch an die Tablet-Bedienung angepasst werden, aber das wird schon. Und mit dem Nexus 10 macht das Warten wirklich Spaß!

P.S. Zum Akku kann ich noch nichts sagen. Aber nach ein paar Tagen Nutzung werde ich hier einen Nachtrag schreiben.

Update zur Akkulaufzeit vom 21.11.2012, 15:30: 

[Andreas] Ich habe mein Nexus 10 nun seit sechs Tagen im Einsatz und gerade hängt es zum dritten Mal an der Steckdose. Ich bin also bei intensiver Nutzung etwa zwei Tage über die Runden gekommen – ein Wert, der durchaus in Ordnung geht. Mein iPad 3 hielt etwas länger durch, im Schnitt einen halben Tag.
Die Akkulaufzeit des Nexus 10 ist also nicht überragend, geht aber voll in Ordnung. Das einzige, was mich stört, ist die lange Ladezeit. Das Nexus 10 benötigt sechs Stunden an der Steckdose, bis der Akku wieder von 5 Prozent auf 100 ist. Falls es jemanden tröstet: beim iPad 3 ist es nicht anders :-).

[Nico] Mein Nexus 10 habe ich auch seit sechs Tagen und bisher bin ich mit der Akkulaufzeit zufrieden: Auch wenn ich mal länger ein Spiel auf dem Google-Tablet zocke, bleibt anschließend immer noch genügend Strom übrig, um im Web zu surfen, E-Mails zu schreiben oder Musik über Google Play Music zu hören. Die lange Ladezeit ist allerdings auch ein Umstand, der mich etwas stört. Mit einer kompletten Akkuladung kommt man aber locker über den Tag und mein Nexus 10 lege ich nur über Nacht ans Kabel. Und da kann es mir eigentlich schon fast egal sein, wie lange der Ladevorgang dauert, solange es am nächsten Tag wieder einsatzbereit ist. 😉

Fotos und Screenshots: as/nh, AndroidPIT