Pros des Nokia 6

  • Kontrastreiches, hochauflösendes Display
  • Solide Verarbeitung
  • Frühe Softwareupdates

Contras des Nokia 6

  • Zu schwacher Chipsatz
  • Schlechtes Multitasking
  • Auffallend langsames Aufladen

Nokia 6: Preis und Verfügbarkeit

Das Nokia 6 gibt es in den Farben Matt-Schwarz, Silber/Weiß, Blau und Kupfer für je 249 Euro. Die Standardvarianten haben 3 GByte RAM und 32 GByte Flash-Speicher. Eine Arte Black Limited Edition für 299 Euro soll folgen, die in glänzendem Schwarz gehalten ist und 64 GByte internen Speicher sowie 4 GByte Arbeitsspeicher hat.

Nokia 6: Design und Verarbeitung

Das Nokia 6 ist robust, verhältnismäßig einfach zu reparieren, hält Wasserbäder aus und sieht darüber hinaus gut aus. Falls Ihr sowohl Wert auf ein gutes Design legt als auch ein Gerät braucht, das auch ohne Schutzhülle Stürze übersteht, ist das Nokia 6 ein guter Kandidat für Euch.

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Ein Alu-Rücken kann auch entzücken. / © NextPit Bildquelle: NextPit

In Sachen Design weiß das Nokia 6 auf den ersten Blick zu gefallen. Leicht abgerundete Kanten, ein Home Button mit integriertem Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite und ein leicht gewölbtes Display machen einen guten Eindruck. Auf der Rückseite finden wir mattes Metall vor und den typischen Nokia Schriftzug. Die Hauptkamera steht etwas hervor. Die Antennen sind im oberen Teil des Smartphones schnell auszumachen. Am unteren Rahmen des Nokia 6 befindet sich der inzwischen antiquierte Micro-USB-Anschluss.

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Die auf Glanz gebürsteten Kanten sind schick und scharf. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Am oberen Rand ist der 3,5-mm-Anschluss untergebracht, der Einsatz herkömmlicher Kopfhörer ist also beim Nokia 6 kein Problem. Mit 8,4 mm gehört das Nokia 6 sicher nicht zu den dünnsten Smartphones am Markt. Doch im Teardown-Video von JerryRigEverything erkennt man warum: Mehrere Lagen aus Metall und etliche Verschraubungen halten die Komponenten zusammen; und zwar dennoch so, dass schnelle Reparaturen möglich sind.

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Die gute alte Klinke gibt es noch. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Nokia 6: Display

Das Display des Nokia 6 misst 5,5 Zoll und löst in Full-HD auf, somit kommt es auf eine Pixeldichte von 401 ppi. Geschützt wird das Display mit Gorilla Glass 3. Es handelt sich hierbei um ein IPS-LCD-Panel. Die Blickwinkel sind gut. Insgesamt macht das Display einen guten Eindruck, vor allem für ein Smartphone in dieser Preisregion.

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Das Display liefert gute Werte. / © NextPit Bildquelle: NextPit

GSMArena hat nachgemessen und kam auf eine maximale Helligkeit von 522 cd/m². Schwarz ist bei hundertprozentiger Helligkeit 0,38 cd/m² hell, woraus sich ein Kontrast von 1395:1 ergibt. Das ist überdurchschnittlich. Bei minimal eingestellter Helligkeit leuchtet Weiß mit 1,9 cd/m², also besonders nachtlesefreundlich.

Nokia 6: Besonderheiten

Das Nokia 6 ist ein Dual-SIM-Smartphone, sofern Ihr es ohne Vertrag kauft. Provider vermeiden Dual-SIM-Varianten, da Kunden mit der zweiten Karte eine zusätzliche SIM der Konkurrenz verwenden könnten, statt die Optionen des Providers zu buchen.

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Dual-SIM oder Speichererweiterung. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der Hybrid-Slot stellt Euch, wie oft gesehen, vor die Wahl: Entweder, Ihr nutzt eine zweite SIM-Karte oder Ihr habt eine MicroSD-Karte für Eure Fotos. Die MicroSD lässt sich im Nokia 6 auch als interner Speicher formatieren. Dann sollte sie aber wirklich schnell sein. Hier ist unsere Messtabelle mit Empfehlungen.

Nokia 6: Software

Auf dem Nokia 6 läuft die aktuelle Android Version 7.1.1 Nougat. HMD Global hat sich bei seinen Nokia-Smartphones für Stock-Android entschieden. Das heißt, es gibt keine auffällige Bloatware, frühe Sicherheitsupdates und vielleicht sogar schnelle Versions-Upgades.

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Die Umfrage-Einblendung ist durchaus irritierend. Den sich dahinter verbergenden Dienst wird man nicht los. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Dennoch ist mir das Pop-up einer Kunden-Umfrage-App aufgefallen. Diese läuft als Hintergrunddienst, der sich nicht deaktivieren lässt. Wenn die Umfrage zum ersten Mal auftaucht, ähnelt sie in ihrem Anblick typischer Scareware, die neue Anwender irritieren wird.

Nokia 6: Performance

Das Nokia 6 hat einen Qualcomm Snapdragon 430 mit acht CPU-Kernen und je höchstens 1,4 Ghz sowie einer Adreno-505-GPU, die kleinste mit Vulkan-Support. 3 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte interner Speicher sehen auf dem Datenblatt des Nokia 6 gut aus, können die Mängel des unterdimensionierten Chipsatzes aber nicht ausgleichen.

Damir Franc hat sich in seinem Rant hinlänglich darüber ausgelassen: Die Performance des Nokia 6 ist hochgradig unausgewogen. Den Chipsatz trifft man oft in Geräten mit geringer aufgelöstem Display an. So hat die schwache GPU weniger Arbeit. Das vermeidet ebensolche Ruckler, wie man sie im Nokia 6 quasi unvermeidbar feststellt.

Alternativ hätte Nokia besser daran getan, das Nokia 6 mit einem Snapdragon 650 auszustatten, der dank stärkerer GPU und einem echten Performance-Cluster in der CPU der Aufgabe gewachsen wäre. Doch selbst das ähnlich ausgestattete BQ Aquaris X zeigt, dass mit der Performance des Nokia 6 einfach etwas nicht in Ordnung ist.

Nokia 6 vs. BQ Aquaris X in Benchmarks

  3D Mark Sling Shot Extreme ES 3.1 3D Mark Sling Shot ES 3.0 3D Mark Ice Storm Unlimited ES 2.0 Geekbench 4 – single core Geekbench 4 – multi core PC Mark Work 2.0 PC Mark Storage
Nokia 6 289 571 9596 655 2772 3562 2967
BQ Aquaris X 465 845 13589 923 4531 5354 4404

Abseits der Benchmarks spürt man die geringe Performance quasi immer. Videos in Facebook ruckeln; das einfache Durchblätttern des Streams ist von Rucklern durchzogen. Das aggressive Speicher-Management schließt Hintergrund-Apps, so dass diese beim Multitasking ständig nachgeladen werden müssen. Andere Smartphones gehen mit 3 GByte RAM deutlich weniger geizig um und sorgen für eine bessere Nutzererfahrung.

HMD Global muss hier dringend nachbessern. Eine Möglichkeit wäre, die Betriebs-Auflösung optional auf 720p zu reduzieren, wie es Samsung-Smartphones in bestimmten Modi zulassen. Doch warten wir gespannt ab, ob HMD diesbezüglich nachlegt.

Nokia 6: Audio

Das Nokia 6 hat Stereo Lautsprecher. Da diese direkt nebeneinander liegen, ist der Effekt nicht hörbar. Der Klang soll durch eine Dolby-Option in den Audio-Einstellungen verbessert werden. Die Optimierung sorgt jedoch in erster Linie dafür, dass die maximale Lautstärke herabgesetzt wird.

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Die Stereo-Speaker liegen direkt nebeneinander. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Auf der Rückseite des Smartphones befindet sich über der Kamera ein zweites Mikrofon. Das hat zwei Aufgaben: Zum einen kümmert es sich um die Geräuschunterdrückung beim Telefonieren. Zum anderen nimmt es den Mono-Sound in Videos auf. Das Mikrofon am unteren Rand, rechts neben dem oben abgebildeten Micro-USB-Anschluss, wird offenbar nur beim Telefonieren verwendet.

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Das Loch über der Kamera beherbergt das Video-Mikrofon. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Nokia 6: Kamera

Die Hauptkamera des Nokia 6 löst mit 16 Megapixeln auf, hat einen Dual-LED-Blitz, eine f/2.0-Blende und 1-µm-Pixel. Waren die Nokia-Phones von Microsoft bekannt für gute Kameras, muss man mit HMD Global als Hersteller noch das Nokia 8 abwarten. Das soll mit Zeiss-Optik aufwarten und sollte nicht so enttäuschen.

Weder die Fotos der Hauptkamera noch die 8-Megapixel-Selfies (f/2,0, 1,12-µm-Pixel) fallen positiv auf. Die Farben kommen in Tageslicht-Aufnahmen schön kräftig heraus, doch ist der Kontrast fast immer zu schwach. Dies wird auch nicht durch den HDR-Modus besser. Mangels jedweder Form der Stabilisierung sind Belichtungszeiten kurz und Videos verwackelt. In Innenräumen bei schwachem Licht scheitert der Phasenerkennungs-Fokus und Bilder werden unscharf.

Nokia 6: Akku

Der Akku des Nokia 6 misst 3.000 mAh und ist nicht ohne Werkzeug austauschbar. Die Akkulaufzeit variiert stark von Nutzer zu Nutzer. Seid Ihr viel unterwegs und nutzt die mobilen Daten, steigt der Stromhunger. Pendelt Ihr hingegen eher direkt von Zuhause ins Büro und zurück, reicht der Akku im Mischbetrieb 36 Stunden.

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Die Display-Zeit ist ordentlich, aber der Stand-by-Verbrauch rätselhaft. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Einfaches Aufladen dauert mit dem Nokia 6 drei Stunden. Viele Konkurrenzgeräte besitzen inzwischen eine Schnellladetechnik, die zumindest schnelles Nachladen von Null auf 50 Prozent binnen weniger Minuten erlaubt. HMD Global verzichtet jedoch auf den Quick-Charge-Treiber, der für den im Nokia 6 verbauten Chipsatz gegen eine Lizenzgebühr verfügbar gewesen wäre.

Nokia 6: Technische Daten

Abschließendes Urteil

Das Nokia 6 ist widerstandsfähig, sieht gut aus und ist bezahlbar. HMD Global lässt jedoch einige Möglichkeiten aus, wählt nicht alle Komponenten richtig aus und verspielt sich damit die Chance auf eine Kaufempfehlung. Für nur 180 Euro liefert Lenovo mit dem Moto G5 Slow Motion und Fast Charging. Für 229 euro bekommt Ihr beim Honor 6X noch mehr Akku und vor allem mehr Performance für weniger Geld.

Langfristig kann HMD aber optimieren. Die Software hat viele Stellschrauben, um die Performance-Probleme zu beseitigen und um das Post-Processing der Fotos zu verbessern. Dann wird das Gerät wenigstens als Einsteiger-Smartphone konkurrenzfähig. Dann ist allerdings noch eine weitere Stellschraube zu drehen: Der Preis muss unter 200 Euro fallen.

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