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Vorsicht, Deye-Wechselrichter: Hat Euer Balkonkraftwerk keine Zulassung?

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© MAXSHOT_PL/Adobe Stock

Nachdem der Youtuber VoltAmpereLux einen echten Skandal beim Hersteller Deye und seinen Balkonkraftwerk-Wechselrichtern aufgedeckt hat, sind nun schon einige Tage vergangen. Mittlerweile bittet der Hersteller sogar darum, bestimmte Modelle vom Netz zu nehmen, bis die entsprechenden Zertifikate ausgestellt wurden. Die Entwicklung des Falls und alle Updates lest Ihr in diesem Artikel.

Update 20. Juli um 13:30 Uhr: Deye hat mittlerweile auf der eigenen Website ein weiteres Statement veröffentlicht, indem sie darin einer Aufforderung der Bundesnetzagentur nachgehen und Kunden darum bitten, bestimmte Wechselrichter vom Netz zu nehmen. Am Ende des Artikels erfahrt Ihr mehr darüber.

Update 19. Juli um 12:45 Uhr: Nach Deye ist offenbar auch NEP betroffen. Anker tauscht für Kunden kostenlos alle 600-W-Wechselrichter vom Typ Anker MI60 aus. Mehr dazu lest Ihr hier: Anker tauscht beim Solix-Balkonkraftwerk alle NEP-Wechselrichter aus.

Update 13. Juli um 19:20 Uhr: Der YouTuber Andreas Schmitz berichtet über eine Lösung durch Deye. Mehr dazu lest Ihr am Ende des Artikels.

Update 12. Juli um 17:35 Uhr: Wir haben den Artikel mit einem Statement der Bundesnetzagentur ergänzt. Das Statement findet Ihr weiter unten im Artikel.

Update 10. Juli, um 14:48 Uhr: Inzwischen hat Deye nextpit ein Statement zugeschickt. Weiter unten findet Ihr das Statement im Wortlaut.

Aber der Reihe nach: Der Wechselrichter im Balkonkraftwerk wandelt den Gleichstrom aus den Solarzellen in Wechselstrom um und speist diesen netzsynchron ins Stromnetz ein. In den meisten Fällen geschieht das Einspeisen per Schukostecker in eine herkömmliche Steckdose. Zieht Ihr nun den Stecker aus der Wand, muss der Wechselrichter dies erkennen und sofort den Strom abstellen – andernfalls lägen auf dem blanken Stecker schließlich 230 V an. Auch für Netztechniker könnte eine fehlerhafte Abschaltung lebensgefährlich werden. Schließlich könnte so aus einem Haushalt Strom zurück ins Netz fließen, auch wenn der Strom eigentlich abgeschaltet sein sollte.

Für diesen Abschaltmechanismus namens Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz) gibt es in allen netzssynchronen Wechselrichtern einen elektronischen Mechanismus, der den Strom abdreht, sobald keine Netzspannung mehr erkannt wird. Die VDE-Norm VDE-AR-N 4105 schreibt allerdings noch einen zweiten Schutzmechanismus vor, der für eine galvanische Trennung sorgt. Laut Norm soll die Abschaltung nach spätestens 0,2 Sekunden erfolgen.

Um die galvanische Trennung kümmert sich ein Relais. Der Balkonkraftwerk-Pionier Holger Laudeley hat mehrere Deye-Wechselrichter zerlegt, in denen allesamt dieses Relais fehlte. Das Perplexe: Auf der Platine ist jeweils sogar ein Platz für das entsprechende Bauteil vorhanden. Womöglich hatte Deye das Relais in jenen Wechselrichtern verbaut, die für die Zertifizierung an Intertek geschickt wurden – und nachträglich weggelassen. 

Eine plausible Erklärung dafür wäre, dass solche Relais eine Schwachstelle darstellen, gerade wenn ein jahrzehntelanger Betrieb garantiert sein soll. Eine Reparatur der vergossenen Geräte ist quasi nicht möglich. Die stattdessen verbaute Überbrückung hält natürlich ewig.

Wie schlimm ist das fehlende Relais nun?

Für die Praxis dürfte es zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen geben. Alle von den genannten YouTubern und anderen Publikationen getesteten Deye-Wechselrichter schalten wohl zuverlässig und unmittelbar den Strom ab, sobald eine Netztrennung erfolgt. Allerdings ist eben nicht auszuschließen, dass weiter Strom eingespeist wird, wenn diese Abschaltautomatik fehlschlägt – und die fehlende Redundanz kann dann in einigen wenigen Fällen gefährlich werden.

Nachdem das VDE-Zertifikat für die betroffenen Wechselrichter von Deye mit dem fehlenden NA-Schutz durch galvanische Trennung ungültig ist, ist damit auch keine Meldung im Marktstammdatenregister möglich – und womöglich verlieren bereits gemeldete Anlagen ihre Zulassung. nextpit hat die Bundesnetzagentur dazu um ein Statement gebeten. Sobald wir eine Antwort erhalten, werden wir diesen Artikel aktualisieren. 

Ist mein Balkonkraftwerk-Wechselrichter betroffen?

Leider ist es nicht so ohne Weiteres möglich, festzustellen, ob der eigene Wechselrichter betroffen ist. Ein Indiz für das Vorhandensein des fraglichen Relais ist allerdings, ob beim Hochfahren des Wechselrichters nach etwa 30 Sekunden bis drei Minuten ein Klicken zu hören ist. Den aktuellen Berichten nach zu urteilen, sind auf jeden Fall zahlreiche Wechselrichter von Deye betroffen, darunter auch das für Balkonkraftwerke extrem beliebte 600-W-Modell SUN600G3, das beispielsweise auch in Balkonkraftwerk-Sets von netto enthalten ist.

Statement von Deye zum #relaisgate

Inzwischen haben wir von Deye ein Statement bekommen, das ein Bemühen seitens des Herstellers verspricht, eine Lösung zu finden. Hier findet Ihr das Statement von Deye zu dem Thema im englischen Original:

Dear customers,
We would like to inform you about the current situation regarding our micro inverters that we manufactured and sold to distributors in Germany and Austria.
As you might have read in the media over the past few days, the lack of a relay in some of our micro inverters has been publicly criticised. It is important for us to assure you that this is primarily a regulatory issue and no danger from the operation of the inverters has been proven so far. We are not aware of any incidents where harm to users or damage to material has been caused by our products.
DEYE is committed to working closely with the relevant Federal Network Agency to meet all regulatory requirements and to clear up any misunderstandings. This process is ongoing, and we expect the situation to be fully clarified within a short period of time.
We are in constant dialogue with all parties involved to ensure that we can provide you with the most up-to-date information without delay. Your satisfaction and confidence in our products remain our top priority.
Please be assured that we will get back to you with an official statement as soon as the communication with the responsible authorities has progressed further. Until then, we ask for your patience and assure you once again that the operation of our micro inverters is safe to the best of our knowledge.
We thank you for your trust and patience in this matter.
Yours sincerely,
David Ji
Deputy General Manager

Statement der Bundesnetzagentur zum #relaisgate

Inzwischen haben wir auch von der Bundesnetzagentur ein Statement zu dem Thema erhalten. Demnach hat Deye gegenüber der Bundesnetzagentur Abhilfemaßnahmen vorgeschlagen. Man prüfe derzeit, welche Maßnahmen auszusprechen seien. Das hänge auch davon ab, ob die freiwilligen Maßnahmen des Herstellers ausreichten. Zu der Eintragung schreibt ein Sprecher der Bundesnetzagentur gegenüber nextpit:

Bei Meldungen von Stromerzeugungseinheiten mit dem Energieträger "Solare Strahlungsenergie" zum Marktstammdatenregister sind Angaben zum Herstellers in der Regel nicht erforderlich. Sofern Anlagen zeitweise außer Betrieb genommen wird, ist gegebenenfalls eine Meldung zum Betriebs-Status erforderlich. Änderungsmeldungen zu Stammdaten von Anlagen sind in der Regel nur bei Änderungen an der jeweiligen Anlagen erforderlich.

Auf jeden Fall sehe ich es mal positiv, dass Deye hier offensichtlich aktiv bemüht ist, das Problem anzugehen. Das gilt sowohl für die Kommunikation mit nextpit als auch für das aktive Suchen nach einer Lösung gemeinsam mit der Bundesnetzagentur.

Neues Statement von Deye zum #relaisgate

Am 20. Juli hat Deye ein weiteres Statement veröffentlicht, indem der Hersteller darum bittet, die Wechselrichter mit der Kennung "SUN600G3" vorerst vom Netz zu nehmen. Damit kommt der Hersteller einer Aufforderung der Bundesnetzagentur nach. Die volle Nachricht in Englisch könnt Ihr nachfolgend noch einmal lesen:

We would like to inform you about the current situation regarding the Micro Inverter SUN600G3 of the manufacturer Deye. Currently, a new certificate required in Germany is expected to be issued shortly by the TÜV and Intertek, to ensure the product’s compliance with regulatory requirements. 

Until this required certificate is available, the regulatory body Bundesnetzagentur (BNetzA) is of the opinion that the inverters should be temporarily disconnected from the grid, which we strongly request our customers to do.

Deye’s R&D department has already developed a technical solution (external central NS protection device), the admissibility and conformity of which with the requirements of VDE-AR-N 4105 norm is currently being checked by the TÜV and Intertek as approved certification bodies. The TÜV and Intertek have promised that a sufficient certificate could be available very soon. We will inform you immediately as soon as it is ready. Customers then receive a free retrofit, which means that the inverters can then be reconnected to the grid immediately after the installation of the retrofit.

It is important for us to assure you that neither the manufacturer nor we are aware of any danger that would arise from the operation of the inverters. We are not aware of a single incident in which damage to people or material has been caused by this product. Nevertheless, it is the manufacturer's duty and will to quickly find a solution that is satisfactory for the BNetzA (as the competent authority) and thus also for the customer. 

As compliance and customer satisfaction are our focus, we will also investigate other micro inverter models. Our technical solution will be made available without cost to every customer who bought one of our micro inverters. The solution is likely to be available at short notice.

We are in constant dialogue with all parties involved to ensure that we can provide you with the latest information without delay. Your satisfaction and confidence in our products is our top priority. Please be assured that we will get back to you promptly with an official statement, i.e. as soon as the discussions with the BNetzA have progressed further and reached a (preliminary) conclusion. Until then, we kindly ask you for your patience until we get a clear statement from the responsible authorities.

We thank you for your trust and patience in this matter.

Lösung in Sicht?

Wie der YouTuber Andreas Schmitz in einem neuen Video berichtet, wird es bald eine Lösung durch Deye geben. Diese besteht wohl aus einem externen Relais, das Deye-Kunden kostenlos zugeschickt bekommen sollen. Dies berichtet demnach ein chinesisches Nachrichtenportal mit Fokus auf Solarenergie. Was denkt Ihr über diese Lösung?

Was sagt Ihr denn zu dem Thema: Heißer gekocht als gegessen – oder ein echter Skandal?

Zu den Kommentaren (16)
Stefan Möllenhoff

Stefan Möllenhoff
Head of Content Production

Schreibt seit 2004 über Technik und brennt seither für Smartphones, Fotografie, IoT besonders im Smart Home und AI. Ist außerdem ein Koch-Nerd und backt dreimal wöchentlich Pizza im Ooni Koda 16 – macht zum Ausgleich täglich Sport mit mindestens zwei Fitness-Trackern am Körper und ist überzeugt, dass man fast alles selber bauen kann, inklusive Photovoltaik-Anlage und Powerstation.

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16 Kommentare
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  • 3
    Danny Berlin vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Die Überschrift ist nicht gerechtfertigt es ist nicht allein Deye überall wird von Deye gesprochen und auch Deyegate. Im Artikel steht zwar das auch andere betroffen sind warum aber die Überschrift "Vorsicht, Deye-Wechselrichter:" ? Außerdem wird davon gesprochen das es gefährlich werden kann. User werden dadurch annehmen das es eine Sicherung für den Verbraucher ist und nicht NA's. Zu dem Oben genannten Problem des Relais kommt noch ein weiteres Problem hinzu weshalb nach meinen Infos die Netzagentur überhaupt Fragen zu Wechselrichtern hatten und zwar der EMV der Elektromagnetischen Verträglichkeit und dort sind auch wieder mehrere Hersteller betroffen


    • 2
      Sui vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      was ändert es daran, das jeder 1 phasige wechselrichter davon betroffen ist. andere hersteller haben einen deye mit eigenen namen versehen und haben oh wunder das gleiche problem. das es eine netzsicherung ist und kein personenschutz ist zwar richtig, aber manchmal arbeiten menschen am netz und die sind gefährdet. es ist zwar kein persönlicher schutz, aber ein schutz der auch menschen schützt


  • 1
    Dieter vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Was soll die ganze Aufregung, wenn ich den Stecker von der Anlage heraus ziehe fasse ich doch nicht Automatisch vorne die beiden stifte an Was soll die Ganze Aufregung.


    • 3
      Danny Berlin vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      Das ist keine Persönliche Sicherung sondern eine Sicherung für die Netzanlage!


      • 69
        Michael K. vor 7 Monaten Link zum Kommentar

        Doch, es ist auch Teil einer persönlichen Sicherung. Wenn man den Schukostecker zieht, muss die Spannung abgeschaltet werden, sonst besteht die Möglichkeit, sich an den Steckkontakten des Schukosteckers einen elektrischen Stromschlag zuzuziehen. Zwar ist das Relais nur eine zusätzliche Sicherung, der Wechselrichter schaltet bei Verlust der Netzsynchronität auch mit seinen Halbleitern ab. Aber wenn diese erste Abschaltung versagt, ist das Relais als zusätzliche Absicherung immer noch da.
        In ein freigeschaltetes Netzsegment soll natürlich auch nicht eingespeist werden, das könnte die Sicherheit dort arbeitender Menschen beeinträchtgen, auch wenn die Ausgangsspannung an der Überlastung des spannungslosen Netzabschnitts höchst wahrscheinlich zusammenbrechen wird. Und so dient das Relais nicht zuletzt auch dem Schutz des Wechselrichters selber.
        Darüber zu diskutieren, ob das Relais nun nötig ist, ist mühselig, auch wenn es in anderen Ländern nicht vorgeschrieben ist. Sicherheit ist etwas, von dem man nicht genug haben kann, was man aber am besten nie braucht. Und da das Relais hier ein Teil der vorgeschriebenen Sicherheit ist, muss es eben verbaut werden.


  • 2
    Sui vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    der Ersatz in Form eines Relais ist eine absolute frechheit.
    1. Muss dann ja jeder den Stecker ziehen über den ja evtl. Strom läuft und kann sich damit selbst verletzen oder töten.
    2. Muss das dann jeder wissen. Verkaufe ich z.b. mein Haus oder es zieht ein kind eben nicht das relais ohne den stecker raus, könnte das Kind oder der nächste besitzer sich verletzen oder sterben.
    3. Möchte ich das Geröt verkaufen, dann ist es nichts mehr wert, da es sich nicht verkaufen lässt, da es sich ja weiterhin um ein fehlerhftes Gerät hndelt. Das Gerät ist also ab jetzt nichts mehr wert.
    4. Verkauft jemand das Gerät ohne dieses Relais, weil er es vielleicht gar nicht weis, dann macht er sich vielleicht sogar strafbar.
    5. Verkauft jemand das Gerät vielleicht und hat vergessen, das Relais mitzuverkaufen. Dadurch verletzt sich vielleicht ein dritter oder stirbt.

    Diese liste kann man unendlich weiter führen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, das so eine lächerliche idee überhaupt vom VDE abgenommen wird. Es würde nur funktionieren, wenn das Relais untrennbar miteinander verbunden wäre.

    Alles in allem eine absolute frechheit von deye sowas anzubieten. Man sieht hier, das deye betrüger sind, die hoffentlich hart bestraft werden ! Eine Lösung sieht anders aus, und die kostet eben Geld ! Verbraucher verarschen ist alles was sie können.


    • 41
      Martin vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      Du weisst aber schon, dass die Funktion und die Abschaltung auch ohne dieses Relais gewaehrleistet sind ?

      Manuel S.


      • 2
        Sui vor 7 Monaten Link zum Kommentar

        nein die Abschaltung ist nicht gewährleistet. Darum geht es bei der ganzen Sache. Es findet eine Softwareseitige abschaltung statt. Wenn diese Versagt passiert genau, das was ich geschrieben habe. Diese Redundanz ist vorgeschrieben in Deutschland ! Und warum ist das so ??? na weil genau dieser Fall bei anderen Geräten eingetroffen ist. Und wer hat nicht erlebt, das eine Software mal nicht tut was sie soll ? Wer hat noch keinen Computer abstürzen sehen ? Du ? VDE sieht übrigens die Betriebserlaubnis nun auch aus erloschen an. Somit ist das betreiben der Geräte verboten. Wer es dennoch tut und es passiert was, ist dieser haftbar zu machen.


      • 3
        Danny Berlin vor 7 Monaten Link zum Kommentar

        Duscheinst hier aber ebenfalls was zu Verwechseln es geht hier nicht um die Persönliche sicherheit sondern um eine Sicherung füe NA


      • 2
        Sui vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        quatsch


  • 41
    Martin vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    'Doppelte Redundanz' ..... was soll das denn sein ? :-)

    Dieses fehlende Relais soll fuer vorgeschriebene Redundanz sorgen und durch das Fehlen dieses Relais ist eben keine gegeben.


  • Conjo Man 52
    Conjo Man vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Doppelte Redundanz nicht wie vorgeschrieben erfüllt, also demnach keine Zulassung - so einfach ist das (für mich). Ob das nun auch ohne diese doppelte Redundanz sicher ist - mag sein, ich jedoch möchte nicht Derjenige sein, wo es plötzlich nicht der Fall ist. Deye hat es vergeigt und zwar richtig gravierend. Es ist nur lobenswert, dass es frühzeitig aufgedeckt worden ist. Und das Deye nun aktiv bemüht ist mitzuwirken, ist einzig und allein dieser Tatsache geschuldet, weil es rausgekommen ist. Das zeigt mir persönlich schon, was das für ein Hersteller ist und welche Verantwortung er nachkommt bzw nicht nachgekommen ist. Ein Unding


  • McTweet 22
    McTweet vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Das Statement ist ja nett und schön das ihr Wechselrichter nach ihren "besten Gewissen" sicher ist. Das mag ja auch alles sein.
    Nur ohne das Relais für die doppelte Redundanz hat der Wechselrichter hier einfach keine Betriebserlaubnis. Egal wie sehr sie beteuern ( und es mag ja auch stimmen) wie sicher ihr Wechselrichter ist.
    Ich kenne jetzt nur die Fakten aus diesem Artikel und von einer anderen Website und für mich klingt es nach Vorsatz. Oder logistisch eine 6, falls so viele Geräte auf unseren Markt auftauchen, die für diesen nicht bestimmt waren.
    Meine persönliche Meinung lautet, Vorsatz.

    H GStefan Möllenhoff


  • 69
    Michael K. vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Der Abgasskandal, jetzt das, mich wundert, dass Firmen immer wieder ihren bislang guten Ruf so aufs Spiel setzen, denn die Frage ist doch nicht, ob so etwas auffliegt, sondern wann. Allerdings sollte man auch bei diesem Hersteller bis zur Aufklärung der Angelegenheit die Unschuldsvermutung gelten lassen. Das Klicken eines Relais nicht zu hören, ist für mich kein belastbarer Beweis, dass es nicht vorhanden ist, denn es gibt sehr leise schaltende Relais. Ein nicht bestückter Platinenplatz schon eher, auch wenn das Relais sich jetzt aus irgendwelchen Gründen irgendwo anders befinden könnte.
    Insgesamt halte ich die Berichterstattung allerdings schon für glaubwürdig, und ohne das Relais hätten die Wechselrichter in der Tat keine Betriebserlaubnis.
    Aber auch dann muss nicht zwangsläufig "Betrug" vorliegen, der ja Vorsatz voraussetzt. Durch einen Fehler oder Irrtum könnten Geräte nach Europa gekommen sein, die eigentlich für Märkte gedacht waren, in denen das Relais nicht vorgeschrieben ist. Und hier läge auch eine Lösung für das Problem, eine größere Zahl von Wechselrichtern einfach zu Elektroschrott werden zu lassen: Der Hersteller tauscht vorhandene Geräte ohne Relais gegen vorschriftsmäßig ausgestattete, und verkauft die ausgetauschten Wechselrichter als gebraucht zu einem ermäßigten Preis dort, wo das Relais nicht vorgeschrieben ist, und auch neue Geräte ohne das Relais verkauft werden.
    Ich bin auch der Meinung, dass elektromechanische Relais nicht zwangsläufig Frühausfaller sind, und deshalb eine lange Lebensdauer nicht garantierbar ist.
    Solche Relais sind millionenfach in Maschinen, Autos und Haushaltsgeräten im Einsatz, und schalten dort teilweise weitaus höhere Lasten viel häufiger, als die 600 Watt in einem Balkonkraftwerk einmal am Tag.
    Bei korrekt dimensioniertem Kontaktdruck und einer dem Lastfall angepassten Kontaktgeometrie und der verwendeten Kontaktmaterialien kann ein Relais selbst bei großer Schalthäufigkeit weit länger als 10 Jahre zuverlässig arbeiten. Aber es kann natürlich auch ein paar Euro kosten. Und Geld ist natürlich für jede denkbare Handlung immer ein gutes Motiv.

    Stefan MöllenhoffFabien Röhlinger


    • Stefan Möllenhoff 39
      Stefan Möllenhoff
      • Admin
      • Staff
      vor 7 Monaten Link zum Kommentar

      Hallo Michael,

      vielen Dank für Deinen guten Kommentar. Im oben eingebetteten Video zeigt Holger Laudeley eine ganze Latte von zerlegten Deye-Wechselrichtern, bei denen allesamt die Relais fehlen, obwohl die entsprechenden Plätze auf der Platine vorhanden sind.

      Zumindest würde ich damit ausschließen, dass es sich um Einzelfälle handelt. Holger betreibt selbst einen Shop und sitzt nun auf Ware, die er vermutlich gar nicht mehr in Deutschland verkaufen kann/darf.

      Und bei den Relais stimme ich Dir völlig zu – es gibt sicherlich Bauteile, die das problemlos jahrzehntelang schaffen. Aber womöglich hat hier einfach der Kostendruck zu einer blöden Entscheidung geführt – oder ein interner Fehler beim Knowledge-Management, welche Geräte in welche Märkte gehen.

      Dem Video von Holger Laudeley zufolge gilt die VDE-AR-N 4105 allerdings in über 40 Ländern – und andere Länder wie Frankreich setzen auf die ältere Norm VDE 0126-1-1, die ebenfalls wie die 4105 eine Einfehlersicherheit fordert.

      Michael K.Fabien Röhlinger


  • Fabien Röhlinger 72
    Fabien Röhlinger
    • Admin
    • Staff
    vor 7 Monaten Link zum Kommentar

    Das ist wirklich eine absolut krasse Nummer. Ich bin gespannt, ob sich hier die Staatsanwaltschaft einschaltet und Ermittlungen aufnimmt.

    H G

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