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Gewinner und Verlier der Woche: Die zwei Gesichter des Vertrauens

Gewinner und Verlier der Woche: Die zwei Gesichter des Vertrauens

Vertrauen – was ist das eigentlich? Ein Gefühl? Auf jeden Fall ist Vertrauen in unserer Gesellschaft eine Notwendigkeit, gerade wenn es um Geld geht. Unsere Gewinner und Verlierer der Woche haben Vertrauen aufgebaut, aber auch Vertrauensbrüche erlitten. Und immer ging es um Geld – viel Geld. 

Nachdem in der vergangenen Woche mein lieber Kollege David bereits Probleme hatte, sich zwischen all den Gewinnern und Verlierern aus unserer Tech-Bubble zu entscheiden, geht es mir gerade nicht viel besser. Viele Jahresabschlüsse und Quartalszahlen erreichten unser Presse-Postfach in dieser Woche, darunter Apple mit Rekordzahlen oder LG mit Minus im Mobile-Sektor. Aber wir haben auch von neuen Emojis für einen toleranteren Umgang im Netz gehört, oder uns über Dellen und Beulen als Feature in einem 1.500-Euro-Handy aufgeregt. Also, wer gewinnt und wer verliert in dieser Woche? Ich habe nach dem kleinste gemeinsamen Nenner gesucht, um diese Entscheidung zu treffen, und das ist, wie Ihr schon vermuten könnt, das Vertrauen. 

Gewinner: Tesla legt an Vertrauen und Umsatz zu 

Elon Musk wird sich ins Fäustchen lachen. Seine Mission, Tesla zu einem Milliardenschweren Unternehmen groß zu ziehen, schreitet unaufhaltsam voran. Das E-Auto-Unternehmen schoss im vergangenen Jahr sogar über das Ziel hinaus und verkündet jüngst einen Gewinn von 105 Millionen US-Dollar allein im letzten Quartal 2019. Das sorgte natürlich für Vertrauen an der Börse: Um sieben Prozent schossen die Aktien nach Bekanntgabe des Erfolgsjahres 2019 nach oben. 

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Tesla Model 3: Im Jahr 2020 könnte er öfter auf der Straße zu sehen sein. / © NextPit

Damit beweist Tesla, allen Kritikern zum Trotz, dass das Unternehmen gefragter ist denn je. Nun erwartet man in Kalifornien, mindestens 500.000 Autos im Jahr 2020 zu verkaufen. Das ist nicht unwahrscheinlich, wo gerade die Produktion des Tesla Model 3 angekurbelt wurde. Zudem konnte Tesla bereits 2019 mit 367.500 ausgelieferten E-Autos seine Verkäufe um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Man vertraut auf weitere Abnehmer.  

Elon Musk dürfte stark daran interessiert sein, den rasanten Lauf des Unternehmens nicht abreißen zu lassen. Sollte Musk in den kommenden sechs Monaten den aktuellen Börsenwert des Unternehmens von 100 Milliarden Dollar aufrechterhalten, wird er mit 250 Millionen Dollar am Erfolg beteiligt. Catching! Noch nicht genug gestaunt? 50 Milliarden Dollar stehen dem 48-Jährigen in Aussicht, wenn er in den kommenden neun Jahren einen Unternehmenswert von schwindelerregenden 650 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Tesla und das gegenseitige Vertrauen mit Kunden und Anlegern: mein Gewinner in dieser Woche. 

Verlierer: Apples blindes Vertrauen kostet Millionen

Auch Apple hätte es verdient, an der Stelle von Tesla zu stehen, wäre da nicht in letzter Sekunde die Hiobsbotschaft eingetrudelt: Niederlage im Patentstreit gegen die Technische Universität Kalifornien (Caltech). 837,8 Millionen US-Dollar kostet Apple das blinde Vertrauen in Zulieferer Broadcom, der Patentrechte von Caltech verletzt haben soll. Broadcom trifft es milder: Rund 270 Millionen Dollar Schadenersatz soll das Unternehmen zusätzlich an Caltech überweisen. Ein milliardenschwerer Vertrauensbruch. Das Ergebnis des rund vier Jahre andauernden Rechtsstreit zwischen Apple, Broadcom und Caltech macht den großen Apfel zum Verlierer der Woche. 

Ganz konkret ging es im Rechtsstreit um den Euch wohl nur zu gut bekannten WLAN-Standard namens 802.11n, der ab 2009 auf immer mehr Geräten zum Einsatz kam. Der Nachfolger des 802.11g-Standards bescherte uns dank MIMO-Modulationsverfahren und Einsatz beider 2,4- und 5-GHz-Frequenzbänder die Erreichung höherer Datenraten mit unseren Geräten. Der Standard wurde bereits 2013 vom heute aktuellen 802.11ac-Standard abgelöst – ärgerlich für Apple, dass man sich nun mit solchen Altlasten herumschlagen muss. Damals landete der Standard von iPhone bis Apple Watch und iMac bis AirPods auf ziemlich allen Apple-Produkten, die WLAN-Chips von Zulieferer Broadcom beinhalteten – ohne Nutzungslizenzen.

Doch das Urteil dürfte die Freude im Hause Apple nur gering trüben. 2019 war für die iPhone-Erfinder ein Glanzjahr: Mit einem Rekordumsatz von 91,8 Milliarden Dollar stiegen die Gewinne um satte neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den Schadenersatz an Caltech zahlt Apple wohl aus der Portokasse – wenn sie überhaupt zahlen – denn das Unternehmen hat zusammen mit Broadcom gegen das Urteil Widerspruch eingelegt und trotz der Krise steht Apple weiter hinter seinem wertvollen Zulieferer. Jetzt heißt es: Vergessen und neues Vertrauen aufbauen. 

Erzählt's mir: Wer sind Eure Gewinner und Verlierer der Woche? 

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10 Kommentare

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  • Tesla scheint bei der Qualität etwas besser geworden zu sein aber deren System ist krass abgeschottet!
    Nicht das neueste Update im Auto oder eben Probleme mit der Software... Schwupps lässt sich das Auto nicht mal mehr Aufladen WTF!

    Das machen andere E-Autohersteller definitiv besser 👌

    Der Rückschlag für Apple könnte nicht der Letzte gewesen sein?! 🍏

    Sind noch immer die Streitigkeiten mit Qualcomm und Samsung offen? Könnte nämlich auch Paar Mios kosten, wenns schlecht ausgeht 💵🤑


    • Was machen andere E-Auto Hersteller besser? Und es gibt nicht einen einzigen bewiesenen Fall wo sich ein Tesla wegen alter Software nicht aufladen konnte. Was hier immer das Haar in der Suppe gesucht werden muss..


  •   77
    Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Nur weil Apple knapp 900 Mille Schadensersatz zahlen sollen, was aber bei den reinen Gewinnen verkraftbar ist, ist Apple diese Woche ein Looser? Sehe da jetzt ehrlich gesagt keinen Sinn in dem Artikel hier. Ich sehe eher Apple als Gewinner, weil die Marke Spenden tut in der schweren Zeit des Corona-Virus. Macht das Tesla und Herr Musk auch? Zumindest hab ich noch nichts gelesen.


    • 900 Millionen US Dollar sind eine riesige Stange Geld. Auch für Apple.

      Natürlich hat Apple hier eine riesige Niederlage einstecken müssen, weshalb sie zurecht diese Woche als Verlierer der Woche dastehen.

      Was hat bitte eine Spende von Apple mit dem Umsätzen eines Unternehmens zu tun? Du redest nur noch wirres Zeug hier.
      Apple wird die Zahlung sicher nicht umbringen, diese Woche sind sie aber zurecht Verlierer.

      Ich frage mich zudem was "Spenden tun" und "Looser" bedeuten soll.


      •   77
        Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Die Spenden seitens Apple haben natürlich auch Auswirkungen auf die Marktlage und das bringt Apple anderweitig wieder Einnahmen ein. Außerdem steigt der Aktienwert.


    • Tim vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Wie Maximilian schon schreibt sind fast 1 mrd. Dollar auch für Apple immer noch eine gigantische Nummer. Nur weil Apple einen Börsenwert von knapp über einer Billion Dollar hat, heißt das nicht, dass Apple dieses Geld als aktive Reserve hat.
      Außerdem ist in diesem Fall das Geld durchaus zweitrangig. Apple wurde quasi hintergangen, indem der Zulieferer (auf die Unternehmen wie Apple nun mal angewiesen sind) Patentrechte missbraucht / ignoriert haben. Sowas kann auch als Billionen Dollar-Unternehmen ziemlich schwer wiegen.

      Und wieso ist Apple ein Gewinner, wenn sie Geld spenden? Wenn dann sind die Gewinner die Menschen, denen dadurch geholfen wird oder die ForscherInnen, die mit dem Geld bessere Möglichkeiten bekommen, ein Gegenmittel zu entwickeln - aber definitiv nicht Apple.
      Musk hat indes auch schon öfters Gespendet. Zum Beispiel eine Million Bäume bei dieser 20 Millionen Bäume-Aktion vor einigen Monaten. Aber wen interessiert das am Ende? Als ob das ein Wettstreit wäre ^^


      • Wem würde es nicht wehtun wenn er ein halbes Monatseinkommen abdrücken muss.


      •   77
        Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Weil Apple hier als Looser hingestellt wird. 🙄


      • Sie werden nicht als "Loser" (mit einem o, bitte) hingestellt sondern als Verlierer der Woche.
        Quasi das Unternehmen, welches durch schlechte Publicity, Entscheidungen oder eben Gerichtsurteile den größten Schaden, DIESER EINEN WOCHE, in der Technikszene hinnehmen mussten.

        Verstehst Du es trotz all der Erklärungen echt immer noch nicht oder möchtest Du momentan einfach anecken?


      • Julia Froolyks
        • Admin
        • Staff
        vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Danke, Maximilian, so ist es. Eine Momentaufnahme eben.
        Zudem finde ich es persönlich nicht gerade attraktiv, dass Apple eine Bildungseinrichtung prellen will. "Will", weil man das Urteil ja anfechten möchte. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob die Uni eine milliardenschwere Elite-Einrichtung ist. Ich habe auf den Aspekt im Artikel aber verzichtet.

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