Schlechte Verkaufszahlen: Smartphones-Konsumenten können profitieren

Schlechte Verkaufszahlen: Smartphones-Konsumenten können profitieren

Skandale um persönliche Daten, Kontroversen um Kontaktverfolgung, Smartphone-Verkäufe im freien Fall ... Es war eine ziemlich langweilige Woche, die für die Technosphäre gerade zu Ende gegangen ist.

Diese Woche war geprägt von Xiaomis "Daten-Skandälchen", wie Eric in seinem Artikel geschrieben hat. Daneben haben wir die ersten Quartalszahlen für den globalen Smartphone-Markt erhalten, die einen nie dagewesenen Einbruch widerspiegeln. Die Krise ändert zwangsweise unsere Konsumgewohnheiten – der Handy-Branche bleibt die Luft weg. 

Und so bricht es uns beinahe das Herz, aber die Zahlen belegen es: 

Verlierer der Woche: Der Smartphone-Markt

Während Huawei seine starke Position auf dem krisengeschüttelten chinesischen Markt im ersten Quartal 2020 festigen konnte, sieht es für alle Hersteller weltweit schlecht aus. Laut einem Bericht des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics verkaufte die Branche weltweit 275 Millionen Einheiten, was einem Rückgang der Verkäufe um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal (330,4 Millionen verkaufte Einheiten) entspricht.

Dies ist ein großer Rückschlag für die Industrie, der weitgehend auf die Zwangsunterbrechung vieler Produktionslinien der verschiedenen Hersteller nach der Umsetzung von Eindämmungsmaßnahmen zu Jahresbeginn zurückzuführen ist.

Nur Xiaomi verzeichnet neutrale Ergebnisse und hält sein Verkaufsvolumen im ersten Quartal 2020 im Vergleich zu 2019. Allerdings kann der Hersteller nach dem Skandal im Zusammenhang mit dem Verdacht, sehr persönliche Daten von seinen Benutzern über ihren Webbrowser und ihr mobiles Betriebssystem zu sammeln, nicht der Gewinner dieser Woche sein.

Ein Deal, der bereits vor Xiaomi den Ruf fast aller anderen großen Hersteller beschmutzt hat. Es ist sogar fast schon ein "Übergangsritus", ein großer Akteur auf dem Markt zu werden, wie Kollege Eric erklärte. Seiner Meinung nach "werden kleine Datenschutzskandale Xiaomi in naher Zukunft nicht treffen, da die Gesamtsituation in der Smartphone-Industrie ohnehin aussichtslos ist".

Gewinner der Woche: Consumer Budgeting

Eine Krise kann auch ihre positiven Auswirkungen haben. Und eine, die sich auf den Smartphone-Markt auswirkt, könnte sich positiv auf die Verbraucher auswirken. In einer Umfrage wurdet Ihr gefragt, ob die Krise im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Covid-19 Euer Kaufverhalten in Sachen Smartphone beeinflusst.

Die Mehrheit der Teilnehmer (56% von 105 Befragten zum Zeitpunkt der Umfrage-Auswertung) antwortete, dass sie beabsichtigen, ihr Smartphone angesichts der aktuellen Gesundheitssituation länger zu behalten. Das sind schlechte Nachrichten für Hersteller. Aber es verheißt Gutes für andere (wie mich), die darin eine mögliche Moralisierung unseres Kaufverhaltens sehen.

Ich habe es in einem früheren Beitrag über den Tod des Flaggschiffkonzepts geschrieben. Die anhaltenden Modellverschiebungen und das Erscheinen immer ähnlicherer Produktlinien verhindern, dass der Laienkonsument beim Kauf eines neuen Smartphones eine informierte Entscheidung treffen kann.

Diese Krise, die zu einem Rückgang der Verkäufe von Smartphones führt, könnte daher den ungebremsten Wettlauf um neue Modelle verlangsamen. Da die Nutzer ihre jeweiligen Smartphones länger behalten, sollten auch ihre Brieftaschen aufatmen können.

Dies ist ein besonders begrüßenswerter Trend in einer Zeit, in der Ausgangsbeschränkungen und Kurzarbeit dazu geführt haben, dass viele Verbraucher viel von ihrer Kaufkraft verloren haben. Wir können auch von einer Standardisierung der Marketingstrategien seitens der Hersteller träumen, die uns mit drei Produkteinführungen pro Monat weniger k.o. schlagen könnten.

Wer sind Eure Gewinner und Verlierer der Woche? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Neueste Artikel bei NextPit

Empfohlene Artikel bei NextPit

14 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Der Gewinner der letzten Wochen ist "Mutter Erde"

    H G


    • Und auch Verlierer der nächsten Monate und Jahre. Denn Umweltschutz ist jetzt praktisch kein Thema mehr.


      • Leider!


      • Sebo vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        So wird es werden. Umweltschutz interessiert die wenigsten.....nach der Krise wenn alles anläuft geht es munter weiter.


      • Tim vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        @Sebo
        Yep, leider. Merkt man ja schon an diesem "Rückkehr zur Normalität"-Blabla. Diese "Normalität" ist/war das Hauptproblem, zu der man eben nicht zurück sollte...


      • Man sollte die Begriffe "Klimaschutz" und "Umweltschutz" nicht fahrlässig miteinander vermischen.

        Als Beispiel: Atomkraftwerke sorgen für CO2- neutralen Strom, aber der dabei anfallende radioaktive Müll ist ganz sicher nicht gut für die Umwelt.

        Die Zukunft gehört der Kernfusion, welche im Gegensatz zu Sonnen- und Windenergie nicht die Landschaft verschandelt.

        Übrigens: Wenn Smartphones in Zukunft nicht mehr mindestens jedes zweite Jahr gewaltige technische Fortschritte machen, geht davon für die Geeks und Nerds die Welt nicht unter.

        Nur weil ein Video nicht in 8k mit 60 Bildern pro Sekunde gefilmt wurde verursacht es deswegen im Jahr 2030 nicht automatisch "Augenkrebs".


      • Sebo vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Das ist der Punkt. nachher ist das alles vergessen. Kommerz und Geld ist eben wichtiger als eine saubere Umwelt. Quasi wichtiger als ein sauberes Haus.
        Ist doch egal was on Zukunft auf unsere Nachkommen zukommt. Wir sind ja alle dann nicht mehr da. Interessiert uns nicht. Wichtig ist nur das hier und jetzt....

        Genau das ist das Denken was tatsächlich in der Gesellschaft herrscht. Die paar wenige die sich kümmern können trotz aller Anstrengungen eben leider nicht wirklich viel ausrichten.


      • Fabien Roehlinger
        • Admin
        • Staff
        vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Ich bin hier der gleichen Meinung, wie Ihr es seid. Ich befürchte, dass viele gute Ansätze, die aber eh viel zu kurz gefasst waren, im Corona-Chaos nun beiseite gewischt werden.

        Mir ist in der Corona-Zeit aber auch klar geworden, dass das große Problem eben nicht die Politik, sondern die Gesellschaft ist. Wir wollen gerne, dass alles so bleibt, wie es ist. Umweltschutz sehr gerne, solange es nicht mich belastet. Corona ist schliesslich auch nur eine Grippe und die Opfer wären doch sowieso gestorben.

        Man vermisst da Menschen, die sich bemühen das Großganze zu sehen oder wenigstens einen Hauch von Empathie haben.


      • @Sebo
        Trotzdem ist es wichtig, dass sie das tun und immer wieder den Finger in die Wunde legen. Umdenken erreicht man nur schrittweise. Ein Beispiel, vor 30 Jahren war es cool zu rauchen, da warst du als Nichtraucher fast schon außen vor. Und heute? Hier hat ein Umdenken stattgefunden und ich denke nicht, dass es die Bilder auf den Packungen waren, die das ausgelöst haben. Das wußten Raucher auch vorher schon. Dieses Umdenken und ändern der Einstellungen müssen wir auch beim Umweltschutz erreichen. Greta Thunberg oder auch Carla Reemtsma erreichen die Jugend, ernten aber bei der älteren Generation oft nur Hohn und Spott. Absolut zu Unrecht, wie ich finde, denn ich bewundere das Engagement der beiden sehr. Was uns aber fehlt, sind Vertreter, die auch die Älteren zu einem Umdenken anregen. Deshalb finde ich es so wichtig, diese Themen immer und immer wieder anzusprechen und sie so im Bewußtsein der Leute zu halten. Auf Fleisch oder andere Dinge zu verzichten und umweltbewusst zu leben, ist nicht zwangsläufig eine Einschränkung oder ein Rückschritt, es kann auch motivierend, modern und zeitgemäß sein. Es ist oftmals nur eine Sache der inneren Einstellung und man muss die Leute dazu bringen, es wenigstens mal zu versuchen. Man kann nur gewinnen :)


    • @conjo man

      Mutter Erde wird erst dann gewinnen, wenn es gelingt die Erdbevölkerung zu verkleinern und nicht zu vergrößern.


      • Früher ist dieses zuviel an menschlichen Nachkommen in Kriegen umgekommen, durch Krankheiten und Seuchen dahingerafft worden oder aber verhungert.
        Dies findet in diesem Ausmaße nicht mehr statt, aber in den sogenannten Entwicklungsländern bekommen die Menschen weiterhin sehr viele Kinder, denn diese müssen dort aufgrund der Nichtexistenz eines stabilen Rentensystems ihre Eltern im Alter versorgen.

        Die Geburtenüberschüsse dieser Staaten machen sich auf in Richtung westliche Länder und schaffen dort zahlreiche Probleme.


      • Fabien Roehlinger
        • Admin
        • Staff
        vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Umgekehrt bereiten wir den Menschen dort aber auch jede Menge Probleme. Wir schaffen unseren Müll dorthin, lassen Kinderarbeit zu und es stört uns nicht, dass deren Ressourcen für unseren überbordenden Konsum draufgehen.

        Ich würde mich eher als kapitalistisch geprägt bezeichnen, denke aber, dass es viel mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft bedarf. Viele Unternehmenslenker und das darunter liegende Management haben mit Ethik und Nachhaltigkeit oft nichts am Hut.


  •   75
    Gelöschter Account vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Gewinner sind diese Woche auf jeden Fall die Fahrradhändler. Mein Fahrradhändler Zuhause hat jetzt schon mehr Umsatz und Gewinn gemacht als im selben Zeitraum letzten Jahres. Trotz der Schließung zwischendurch. Hier hat die Corona Situation bei einen der wenigen sogar was geholfen. Es durfte kaum eine Sportart ausgeübt werden da alle Sportplätze und Hallen geschlossen haben. Dazu war das Wetter fast die ganze Zeit Frühsommerlich. Da blieb fast nichts mehr übrig als Radfahren.


    • Die E-Bike Branche hat auch schon vor der Corona-Krise einen gewaltigen Boom mit gigantischen Wachstumsraten erlebt.

      Wenn man mit nur einer Kilowattstunde auf höchster Unterstützungsstufe 100 Kilometer weit kommt, sind die Kosten von 30 Cent für diese Strecke konkurrenzlos günstig.

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!