Bluetooth 5: Große Vorteile bei der Kommunikation

Im Jahre 1994 wurde ein neuer Standard für die Kommunikation von Geräten geboren. Die schwedische Firma Ericsson ergriff die Initiative, um die damaligen unterschiedlichen Drahtlos-Techniken miteinander zu vereinen. In diesem Jahr kommt die fünfte Generation und erklimmt neue Höhen in der Kommunikation verschiedener Geräte miteinander.

Mit Bluetooth 5 in unserem Smartphone werden wir engere Partnerschaften mit den smarten Geräten um uns herum eingehen können. Die neue Generation ist deutlich schneller, leistungsfähiger und kann bis zu vier mal weiter funken als der Vorgänger.

Freisprechen und sich dann ärgern, dass die Verbindung zum Smartphone abgebrochen ist, weil man sich zu weit entfernt hat – das gehört mit Bluetooth 5 der Vergangenheit an. Mit der neuen Technologie könnt Ihr Euch frei im ganzen Haus bewegen, ohne dass die Verbindung abbricht. Die neue Bluetooth-Generation kann auch Entfernungen von über 100 Meter locker überbrücken. Was Usain Bolt ganze 9,58 Sekunden kostet, kostet Bluetooth 5 nur Tausendstel.

Natürlich können wir schon heute viele verschiedene Geräte über Bluetooth miteinander verbinden. Bisher konnte man aber ein Smartphone nur mit einem Audioausgabegerät wie einem Kopfhörer oder einem Lautsprecher verbinden. Mit der fünften Bluetooth-Generation ist es möglich, mehrere Ausgabegeräte gleichzeitig zu verbinden.

Mehr Daten, weiter, schneller = Bluetooth 5

Der Einsatzbereich von Bluetooth 5 befindet sich genau zwischen NFC und WLAN. Der größte Vorteil ist die Sicherheit der Verbindung. Die Daten werden verschlüsselt von einem zum anderen Gerät übertragen, was die Technologie äußerst geeignet macht für Geräte, die unsere Gesundheit überwachen oder Bezahlen dienen. Die WLAN-Netzwerke in unseren Heimen überlappen sich mittlerweile. Bluetooth 5 kann helfen, hier für Entlastung zu sorgen. Vor allem im Bereich IoT kann Bluetooth 5 einiges bewirken und die verschiedenen Lautsprecher, TV-Geräte oder die Kaffeemaschine zu vernetzen. BLE (Bluetooth Low Energy) in IoT-Geräten sorgt dafür, dass sie teilweise gar keine Steckdose mehr brauchen.

Bluetooth 5: Neue Geräte, die die Zukunft von IoT zeigen

Unsere Smartphones werden immer mehr zur Fernbedienung der verschiedenen Geräte um uns herum. Fitnesstracker, Kopfhörer, Staubsauger, Lampen und sogar schon unser Auto – alle kommunizieren mit unserem Smartphone.

Im März wurden die ersten Geräte mit der neuen Technologie vorgestellt, die erst im letzten Jahr offiziell präsentiert wurde: Das Sony Xperia XZ Premium in den Startlöchern, das uns im Sommer erreichen soll.

Diese vier Geräte sind die ersten, die auf die verbesserte Bluetooth-Technik setzen. Ab Herbst sollten wir mit dem OnePlus 5 und dem Samsung Galaxy Note 8 schon die nächsten Geräte mit Bluetooth 5 sehen. Auch die nächste Google-Pixel-Generation sollte damit ausgestattet sein.

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Nur Bluetooth-Kopfhörer? Wohl eher nicht… / © NextPit Bildquelle: NextPit

Bluetooth 5: Features und die Möglichkeiten

Bluetooth 5 bringt mehr Speed und eine deutlich höhere Reichweite

Die fünfte Generation der Kurzwelle bei 2,4 GHz bringt vor allem höhere Geschwindigkeiten und eine deutlich weitere Reichweite. Sie verbraucht nach wie vor wenig Strom und behält die hohe Sicherheit durch Verschlüsselung (die den Sicherheitsansprüchen der US-Amerikanischen Regierung entspricht), erzielt aber eine doppelte Geschwindigkeit von 512 kb/s.

Bluetooth 5 erhöht die Reichweite um das Vierfache im Vergleich zu 4.0, welches knapp 60 Meter überbrücken kann. Bei einer Entfernung von 240 Metern erreicht die neue Technik Geschwindigkeiten von bis zu 128 kb/s, bei 120 Metern Entfernung sogar 500 kb/s. Desweiteren kann Bluetooth 5 bis zu acht mal mehr Verbindungen aufrecht erhalten als der Vorgänger.

Bluetooth 5 unterstützt auch BLE (Bluetooth Low Energy), welches mit Bluetooth 4.0 eingeführt wurde. Die höhere Reichweite und die hohe Geschwindigkeit beeinträchtigen also nicht den Stromverbrauch der BLE-Geräte.

Bluetooth 5: Eine neue Audio-Dimension

Zunächst beeinflusst die neue Reichweite die Geschwindigkeit, die Anzahl der Verbindung und die Art und Zahl der Geräte, die wir verbinden sowie die Größe der Daten, die wir übertragen können. Das alleine ist schon sehr entscheidend für den Einsatz von Bluetooth.

Das neue Samsung Galaxy S8 können wir mit zwei Kopfhörern gleichzeitig verbinden. So können zwei Menschen den gleichen Song hören, ohne sich gegenseitig zu stören oder sich die Kopfhörer teilen zu müssen. Bei der Videowiedergabe war bei unserem Test eine leichte Verzögerung in einem der Kopfhörer wahrzunehmen, aber wir hoffen, dass sich das mit der Zeit und entsprechenden Updates beheben lässt. Hierbei wird keine besondere Kompression eingesetzt, um die Audioqualität zu verbessern. Dies könnte sich aber in der Zukunft noch verbessern, zum Beispiel im Jahr 2018 mit Version 5.1.

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Sound für zwei Kopfhörer beim Samsung Galaxy S8. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der zweite und entscheidende Punkt ist folgender: Um so größer die Datenmenge ist, die ich übertragen kann, um so besser wird die Audioqualität. Der Abstand zum Kabel wird daher immer kleiner. Aktuell sorgt die Kompression für Bluetooth für einen schlechtere Audioqualität als bei einer CD. Die Übertragungsrate liegt im Normalfall bei 328 kb/s. Dieser Durchsatz ist aber ein Witz für Bluetooth 5.0.

Sony hat schon eine eigene Technik namens LDAC entwickelt, um Audiodaten über Bluetooth mit einem Durchsatz von bis zu 990 kb/s zu senden. Übertragungsraten sind also ganz sicher kein Problem für Bluetooth 5.

Die Zukunft heißt Bluetooth 5

Experten sagen, in vier Jahren, also 2021, wird es ca. 48 Milliarden intelligente Geräte geben, von denen etwa ein Drittel mit Bluetooth ausgestattet sein werden. Also ein paar Milliarden Geräte, die mit unserem Smartphone verbunden werden können. Natürlich wird Bluetooth einer der Protagonisten in der IoT-Welt sein.

In Wearables dominiert es schon jetzt den Markt, viele Smart-Home-Geräte kommunizieren ebenso mit Hilfe dieser Technik. Der Technik werden auch in der Zukunft wenig Grenzen gesetzt werden.

Klar ist: In der Zukunft werden wir noch mehr Geräte über unser Smartphone steuern. Während wir über Bluetooth bei unserem Smart TV den Kanal wechseln, verändern wir die Temperatur über unser smartes Thermostat und dimmen das Licht im Wohnzimmer.

Ein weitere wichtiger Bereich für Bluetooth 5: VR. Auch hier können die hohen Durchsatzraten für völlig neue Einsatzbereiche der Technik sorgen. Durch eine schnelle Verbindung zwischen VR-Brille und anderen Geräten müssen wir dann zukünftig vielleicht nicht mehr unser Smartphone in die Brille stecken. Natürlich spielen hier noch andere Faktoren eine Rolle, aber eine einfach und stabile Übertragung der Daten könnte zumindest ein Problem lösen. Resultat wäre eine leichtere Brille und Smartphone-Bildschirme, die sich auf andere Stärken konzentrieren könnten.