Realme GT im Test: Der letzte wahre Flaggschiff-Killer

Realme GT im Test: Der letzte wahre Flaggschiff-Killer

Das Realme GT will die langsam aber sicher aussterbenden Flaggschiff-Killer wieder aufleben lassen! Dabei glänzt das Handy mit einem 120-Hertz-AMOLED-Display, einem Snapdragon 888, 65-Watt-Quick-Charging und einer UVP von unter 500 Euro. Ob die Rechnung aufgeht, hat NextPit im Test für Euch herausgefunden.

Bewertung

Pro

  • Der AMOLED-Bildschirm mit 120 Hz und 1000 nits
  • Leistung des Snapdragon 888
  • Effektive Temperaturregelung
  • SuperDart Charge 65 Watt
  • 3,5 mm Klinke
  • Ladegerät in der Box enthalten
  • Preis

Contra

  • Design zu konventionell
  • Kameramodul zu "mittelklassig"
  • Kein kabelloses Laden
  • Keine IP-Zertifizierung

Kurzfazit zum Realme GT

Realme wachte eines schönen Morgens im Juni 2021 auf und beschloss, gegen OnePlus anzukämpfen. Ich meine das OnePlus "back in the days", wie man so schön sagt. Zu der Zeit, als das Konzept des Flaggschiff-Killers noch existierte. Man bietet die Essenz eines High-End-Smartphones zu einem Preis, der Hersteller wie Samsung oder Apple maßlos unterbietet. Das ist ein Vorhaben, das Android-Hersteller seit mindestens 2 Jahren nicht mehr gewagt haben.

Aber lasst uns für einen Moment auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Das Realme GT kommt offiziell an diesem Dienstag, dem 15. Juni 2021 in zwei Konfigurationen 8/128 GB und 12/256 GB für 449 oder 599 Euro in den Handel. Im Early-Bird-Preis kauft Ihr das Handy zum Verkaufsstart sogar für nur 399 Euro, beziehungsweise für 499 Euro mit 256 GB Speicherplatz.

NextPit Realme GT Display
Das Realme GT ist eines der günstigsten Smartphones mit Snapdragon 888 auf dem Markt! / © NextPit

Zu diesem Preis ein Smartphone mit 120-Hertz-AMOLED-Display, Snapdragon 888, 64-MP-Triple-Kamera, 4500 mAh-Akku und 65-Watt-Quick-Charging zu verkaufen, ist schon ziemlich verrückt.

Zwar erfahrt Ihr im Laufe dieses Tests, dass auch Realme dabei Abstriche machen muss, trotzdem ist das neue Realme GT das Handy mit dem derzeit besten Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Markt.

Design & Display: 120-Hz-AMOLED, umhüllt von veganem Leder

Leider hat uns Realme die schicke "Racing Yellow"-Version in veganem Leder nicht zur Verfügung gestellt. Mein Testmodell hatte eine klassische Glasrückseite in "Dashing Blue". Immer verfügt das Realme GT aber über einen AMOLED-Screen mit einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hz und einer maximalen Helligkeit von 1000 nits.


Hat mir gefallen:

  • Der flüssige und helle 120 Hz-AMOLED-Bildschirm (bis zu 1000 nits)
  • Die Farbe "Racing Yellow"
  • Geringes Gewicht für ein Flaggschiff
  • 3,5 mm Klinke

Hat mir nicht gefallen:

  • Zu konventionelles Design

Das 6,43 Zoll große AMOLED-Panel des Realme GT bietet eine Full-HD+-Auflösung von 2.400 x 1.080 und schafft es so auf 409 dpi. Die 120-Hz-Bildwiederholrate ist im Reiter "Mehr" der Bildschirmeinstellungen für meinen Geschmack etwas zu sehr versteckt. Das ist schade, da es eine der herausragendsten Funktionen des Handys ist.

Abgesehen davon fand ich das Display des Realme GT sehr gut kalibriert und natürlich super flüssig. Wie die Bildwiederholrate ist auch die Abtastrate adaptiv, beim normalen Gebrauch auf 120 Hz festgelegt und kann für Spiele auf 360 Hz erhöht werden. Das ist genau dasselbe, was OnePlus bei seinen neuesten Flaggschiffen anbietet.

NextPit Realme GT
Die Farbe "Dashing Blue" ist ganz cool, allerdings hätte mir die Lederversion in Gelb besser gefallen. / © NextPit

Der Bildschirm des Realme GT ist mit 1000 Nits maximaler Helligkeit auch recht hell. Es ist kein Highscore im High-End-Android-Markt, aber durchaus ein sehr guter Wert.

Was das Design angeht, wollte ich es zuletzt erwähnen, da es mich nicht wirklich beeindruckt hat. Wahrscheinlich war ich zu begeistert von der Farbe Racing Yellow. Die von mir getestete Variante Dashing Blue ist nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Wirklich spannend sieht das Handy dadurch aber nicht aus.

NextPit Realme GT Front Camera
Auf ein Curved-Display hat Realme verzichtet. / © NextPit

Auch das Kameramodul sieht aus wie alle, die Oppo und OnePlus in letzter Zeit herausgebracht haben. Das Oppo Find X3 Pro sei hier natürlich ausgenommen. Ich begrüße das Vorhandensein einer 3,5-mm-Klinkenbuchse sowie den Formfaktor, der für ein Flaggschiff recht dünn und leicht ist. 186 Gramm und 8,4 mm dick – das muss ein Rekord für Realme sein.

Abgesehen von der Racing Yellow-Version aus veganem Leder ist das Design des Realme GT sehr konventionell. Was den Bildschirm anbelangt, so denke ich, dass er so ziemlich alle Kriterien erfüllt: AMOLED, 120 Hz, kein Curved-Display, hohe maximale Helligkeit ... Der Bildschirm ist definitiv eine der Stärken des Realme GT.

Leistung: Wurde der Snapdragon 888 gezähmt?

Das Realme GT wird von Qualcomms High-End-SoC Snapdragon 888 angetrieben. Es ist das erste Smartphone des Herstellers, das mit diesem Prozessor ausgestattet ist. Dennoch schafft es der Hersteller, die Hitzeprobleme des SoCs auf ein Minimum zu beschränken!


Hat mir gefallen:

  • die Leistung des Snapdragon 888
  • die Temperaturregelung

Hat mir nicht gefallen:

  • -

Bevor wir beginnen, sollten wir kurz über die Kontroverse rund um die Leistung des Realme GT reden. Denn die chinesische Version des Realme GT wurde im März von AnTuTu für drei Monate von seiner Plattform "verbannt". Als Grund nannte AnTuTu Vorwürfe des Betrugs und der Manipulation von Benchmark-Ergebnissen.

NextPit Realme GT USB
Zwar gibt's keinen Micro-SD-Steckplatz, allerdings profitiert Ihr von einem 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss. / © NextPit

Realme entgegnete, dass die Ergebnisse "echt waren und mit der aktualisierten Version" von AnTuTu erzielt wurden. Daraufhin setzte Antutu eine Frist, in der das Verhalten des Realme GT bei Benchmarks geändert werden musste. Andernfalls würde das Verbot dauerhaft sein. Da sich das Realme GT nun an der Spitze der aktuellen AnTuTu-Rangliste befindet, sieht es so aus als hätte sich das Problem geklärt. Dies ist eine Sünde, der sich in der Vergangenheit ohnehin ALLE Hersteller schuldig gemacht haben.

Realme GT

Grafik-Benchmarks
Benchmarks Realme GT Asus Zenfone 8 OnePlus 9 Xiaomi Mi 11
3D-Mark WildLife 5947 5753 5683 5702
3D Mark Wild Life Stresstest 5945 5825 5716 5697
Geekbench 5 (Einzel / Multi) 1116/3480 1124/3738

1119/3657

1085/3490

PassMark Speicher

25709 32247 32124 26.333

PassMark-Disc

107337 112318 115311 120.430

In Bezug auf die rohe Leistung schneidet das Realme GT sehr gut ab. Ich habe es gegen einige andere Flaggschiffe, oder "Vanilla-Devices" wie man auf Englisch sagt, antreten lassen. Das Asus Zenfone 8, das OnePlus 9 und das Xiaomi Mi 11 sind zwar teurer, gelten aber auch als erschwingliche Flaggschiffe im Vergleich zu ihren Pro- oder Ultra-Brüdern. Bei reinen Grafiktests im Benchmark 3DMark schneidet das Realme GT besser ab.

Wenn wir über Leistung sprechen, müssen wir aber auch das Temperaturmanagement und das Thermal Throttling berücksichtigen. Damit ist die Begrenzung der Leistung gemeint, mit denen Handys Hitzeschäden vorbeugen. In diesem Punkt bestand Realme darauf, sein Kühlsystem hervorzuheben, das auf einer Edelstahl-Dampfkammer basiert.

Die meisten Dampfkammern in Smartphones bestehen laut dem Hersteller aus Kupfer, einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit. Laut Realme ist Kupfer allerdings zu spröde und dadurch recht anfällig für Defekte. Die Effektivität beim Kühlen des Smartphones wird hierdurch wieder einschränkt.

Die Dampfkammer des Realme GT besteht zwar nach wie vor aus Kupfer, ist aber mit einer Schicht aus Stahl überzogen. Auch andere Schlüsselkomponenten sind mit mehreren Lagen Graphit beschichtet, was mittlerweile durchaus üblich ist.

realme gt review performance
Die Temperaturregelung ist effizient, aber bei langen Spielsitzungen macht sich das thermische Throttling bemerkbar / © NextPit

Um herauszufinden, wie gut das funktioniert, habe ich das Realme GT dem Wild Life Stress Test unterzogen. Dieser simuliert 20 Minuten lang eine intensive Gaming-Session. Wir können sehen, dass die Temperatur des Smartphones innerhalb von 20 Minuten von 32 auf 48 °C gestiegen ist. Das ist zwar warm, aber immer noch eine ganz normale Temperatur. Der Akku war nach dem Test 10 Prozent leerer und die Framerate schwankte zwischen 14 und 43 FPS.

Interessant ist, dass das Realme GT während der ersten 300 Sekunden des Tests (also 5 Minuten) ein konstantes Leistungsniveau halten konnte, während die Temperatur in die Höhe schoss. Erst als die Temperaturspitze erreicht wurde, begann die Framerate an Stabilität zu verlieren. Alle 100 Sekunden scheint sich das Smartphone zu verlangsamen und dann wieder zu beschleunigen.

In der Praxis lief Call of Duty: Mobile mit nahezu konstanten 60 FPS sehr flüssig, wobei alle Grafikoptionen auf Maximum eingestellt waren. Selbst nach einer Stunde Spielzeit hat mir das Smartphone nicht die Hände verbrannt. Von allen Smartphones, die ich seit Anfang 2021 getestet habe, haben nur die "Gaming"-Modelle dieses Kunststück geschafft.

realme gt review game space
40°C ist eine völlig normale Temperatur für Ihr Smartphone und hindert es nicht an einer guten Leistung / © NextPit

Insgesamt bietet das Realme GT trotz seines Preises eine absolute High-End-Leistung. Die Temperaturregelung ist ebenfalls sehr effektiv. Die Hardware ist definitiv ein Pluspunkt beim Realme GT.

Kamera: Ein Mittelklasse-Modul

Das Realme GT verfügt über ein Triple-Kameramodul, das von einem 64-MP-Weitwinkel-Hauptobjektiv angeführt wird. Zusätzlich stehen ein 8-MP-Ultraweitwinkel- und ein 2-MP-Makro-Sensor zur Verfügung. Für Selfies nutzt Ihr ein 16-MP-Weitwinkel-Selfie-Objektiv.


Hat mir gefallen:

  • Gute Detailtreue im Weitwinkelbereich
  • Ziemlich originalgetreue Farben (Weitwinkel) trotz eines etwas kalten Weißabgleichs
  • Großer Dynamikbereich
  • Nachtmodus manchmal echt wirksam

Hat mir nicht gefallen:

  • Viele chromatische Aberrationen im Ultraweitwinkel
  • 2 MP Makro-Sensor nicht wirklich sinnvoll
  • Nachtmodus bei allen Sensoren nutzbar, aber nur im Weitwinkel
  • Kein dediziertes Teleobjektiv, Qualitätsverluste beim Zoomen

Beginnen wir mit dem Hauptobjektiv, da es dasjenige ist, das Ihr in 99 Prozent der Fälle verwenden werdet. Es handelt sich um einen 64 MP Sony IMX 682 mit einer f/1.8-Blende und einer Brennweite, die 26 mm äquivalent Kleinbild entspricht.

NextPit Realme GT Camera
Die Triple-Kamera besteht aus zwei sinnvollen Sensoren und einem 2-MP-Makrosensor. / © NextPit

Einen solchen Sensor erwartet man eigentlich in der Smartphone-Mittelklasse. Da die Hauptkamera mit der Quad-Pixel-Binning-Technologie von Sony ausgestattet ist, werden Bilder standardmäßig mit 16 MP aufgenommen.

Bei Tageslicht, also bei guten Lichtverhältnissen, schlägt sich das Hauptobjektiv des Realme GT sehr gut.

64 MP Hauptobjektiv / 8 MP Ultraweitwinkel

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ALT-Tag Photo 2Ultra-Weitwinkelobjektiv x0,6

Der Weißabgleich ist auf Anhieb etwas kalt (die Elemente, die eigentlich weiß sein sollten, sind eher blau als gelb). Ich finde die Farbmetrik aber recht originalgetreu, vorausgesetzt, die Szenenerkennung des berühmten AI-Modus ist deaktiviert.

64 MP Hauptobjektiv / 8 MP Ultraweitwinkel

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ALT-Tag Photo 2Ultra-Weitwinkelobjektiv x0,6

Das 8-MP-Ultraweitwinkelobjektiv bietet eine Blende von f/2,3 und einen Blickwinkel von 119°. Die Bildverarbeitung ist dabei gut an die Hauptkamera angepasst worden, sodass Farben und die Schärfe gleich wirken. Allerdings bemerkte ich im Ultraweitwinkel viele chromatische Aberrationen. Zu sehen auf dem Foto unten, bei dem auch die Belichtung nicht optimal ist.

64 MP Hauptobjektiv / 8 MP Ultraweitwinkelobjektiv

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ALT-Tag Photo 2Ultra-Weitwinkelobjektiv x0,6

Auf der anderen Seite empfand ich den Detailverlust zwischen Weitwinkel und Ultraweitwinkel als sehr gering, ebenso wie die Verzeichnung an den Bildrändern, was durchaus positiv ist.

64 MP Hauptobjektiv / 8 MP Ultraweitwinkel

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ALT-Tag Photo 2Ultra-Weitwinkelobjektiv x0,6

In puncto Zoom begnügt sich das Realme GT mit einer digitalen Vergrößerung von x2 bis x10. Hier kommt das 64-mm-Hauptobjektiv ins Spiel, da das Realme GT über kein dediziertes Teleobjektiv verfügt.

Hauptobjektiv x2, x5, x10 Zoom

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x2 ALT-Tag Photo 2Hauptobjektiv x5 ALT-Tag Photo 3Hauptobjektiv x10

Solange man innerhalb der Grenzen der 2-fachen Vergrößerung bleibt, ist die Darstellung durchaus ziemlich gut! Es gibt einen guten Detailgrad, nicht zu viel Rauschen und keine übermäßige Glättung (um Rauschen zu reduzieren). Jenseits von x2 wird es natürlich schlimmer.

64 MP Hauptobjektiv x2, x5, x10 Zoom

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x2 ALT-Tag Photo 2Hauptobjektiv x5 ALT-Tag Photo 3Hauptobjektiv x10

Beim x5- und x10-Zoom verliert man sehr schnell an Schärfe, Texturen werden durch die Glättung abgeflacht. Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass die Aufnahmen unbrauchbar sind. Aber zum Glück hat Realme die maximale Vergrößerung auf x10 begrenzt.

64 MP Hauptobjektiv x2, x5, x10 Zoom

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x2 ALT-Tag Photo 2Hauptobjektiv x5 ALT-Tag Photo 3Hauptobjektiv x10

Bei Nacht habe ich fast immer den speziellen Nachtmodus namens Nightscape verwendet. Realme scheint daran gearbeitet zu haben, denn man kann den Modus auf jedem Objektiv (auch Selfie) des Realme GT verwenden und es gibt sogar einen Pro-Modus.

Hauptobjektiv 64 MP ohne / mit Nachtmodus

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ohne Nachtmodus ALT-Tag Photo 2Hauptobjektiv x1 mit Nachtmodus

Und wir müssen zugeben, dass der Nightscape-Nachtmodus mit dem Hauptobjektiv recht gut funktioniert. In den meisten Szenarien ist die Szene gut ausgeleuchtet und wird besser erkennbar. Die gute digitale Rauschunterdrückung (zoomt zum Vergleich mal in den Himmel) geht leider auf Kosten einer aggressiven Glättung, wodurch die Aufnahmen an Schärfe verlieren.

8 MP-Ultraweitwinkelobjektiv mit / ohne Nachtmodus

ALT-Tag Photo 1Ultraweitwinkelobjektiv x0,6 ohne Nachtmodus ALT-Tag Photo 2Ultraweitwinkelobjektiv x0,6 mit Nachtmodus

Erwartet auch nicht, dass Ihr den Nachtmodus ohne Qualitätsverlust mit einem anderen Objektiv als dem Hauptsensor verwenden könnt. Oben ist die im Ultraweitwinkel aufgenommene Szene ohne Nachtmodus völlig unbrauchbar. Nightscape begrenzt den Schaden und macht Motive zumindest erkennbar, aber die Detail fehlen.

Im Weitwinkel finde ich das Ergebnis sehr respektabel, besonders für ein Objektiv der Mittelklasse.

Hauptobjektiv 64 MP mit / ohne Nachtmodus

ALT-Tag Photo 1Hauptobjektiv x1 ohne Nachtmodus ALT-Tag Photo 2Hauptobjektiv x1 mit Nachtmodus

Insgesamt fand ich das Kameramodul des Realme GT recht mittelmäßig. Es ist durchaus möglich, mit dem Hauptobjektiv schöne Aufnahmen machen zu können, aber das ist das absolute Minimum. Eines Flaggschiffes unwürdig sind die Softwarepannen beim Ultraweitwinkel und das Fehlen eines dedizierten Teleobjektivs. Ich verstehe Realme hier aber, denn genau das sind die bekannten Nachteile bei günstigeren Handys.

Akkulaufzeit: Bescheidener Akku, aber sehr schnelles Aufladen

Das Realme GT verfügt über einen 4500-mAh-Akku, der mit SuperDart Charge kabelgebunden mit 65 Watt schnell aufgeladen werden kann. Das Smartphone bietet außerdem eine kabellose Rückwärtsladung mit 2,5 Watt.


Hat mir gefallen:

  • Die ordentliche Akkulaufzeit
  • Schnelles kabelgebundenes Laden

Hat mir nicht gefallen:

  • Kein kabelloses Laden
  • Übermäßig aggressiver Energiesparmodus

Die 4500 mAh wirken bei einem Flaggschiff erst einmal recht wenig – es sind aber immer noch 500 mAh mehr als zum Beispiel beim Samsung Galaxy S21.

Bei intensiver Nutzung, einschließlich eines 2-stündigen Outdoor-Fototests, einer 1-stündigen Gaming-Session und einer 1-stündigen Benchmark-Session, erreichte ich am Ende des Tages 30 Prozent Akku, mit 14:40 Stunden Nutzungszeit und 6 Stunden Bildschirmzeit.

Im konkreten Einsatz, an einem typischen Arbeitstag mit kurzen Videotelefonaten, dem Checken von Nachrichten / Twitter und langem Musikhören, hielt das Realme GT mehr als 16 Stunden durch. Das ist eine durchaus ansehnliche Akkulaufzeit.

Zum Laden akzeptiert das Realme GT das kabelgebundene SuperDart Charge mit 65 Watt. Ich habe im Durchschnitt etwas mehr als eine halbe Stunde gebraucht, um von 0 auf 100 % zu kommen. Realme hebt zudem hervor, dass dieses schnelle Quick-Charging nicht übermäßig schädlich für den Smartphone-Akku ist..

Der Hersteller nennt daher fünf "intelligente Schutzfunktionen", darunter:

  • Schutz gegen Überladung des Adapters
  • Kompatibilitätskennung mit dem SuperDart Charge
  • Überlastschutz an der Schnittstelle
  • Überstrom- und Überspannungsschutz
  • eine Sicherung, die in den Akku integriert ist

Obwohl nicht ultrasolide, ist die Akkulaufzeit des Realme GT für seine Preisklasse durchaus in Ordnung. Die Geschwindigkeit des SuperDart Charge ist ein Kompromiss, den ich gerne eingehe. Allerdings sind einige der Batteriesparmodi (einschließlich der aggressiven Deaktivierung von Apps im Hintergrund) nicht die effektivsten.

Das technische Datenblatt

Realme GT

Technische Daten
Komponenten Specs
Prozessor Qualcomm Snapdragon 888
Speicher
  • 8/128 GB
  • 12/256 GB
  • LPDDR 5/UFS 3.1
Erweiterbarer Speicher? Nein
Bildschirm
  • Amoled 6,43 Zoll
  • Full HD+ 1080 x 2400
  • 120 Hz Bildwiederholrate
  • max. Helligkeit 1000 nits
Kamera-Modul
  • 64 MP Hauptobjektiv: Sony IMX682 f/1.8 Blende, 26 mm äquivalent
  • Ultra-Weitwinkel 8 MP: f/2.3-Blende, 119° FOV
  • Makro 2 MP: f/2,4-Blende
  • 16 MP Selfie: f/2/5 Blende
Video
  • 4k bei 30/60 FPS
  • 1080p bei 30/60 FPS
  • 720p 30/60 FPS
Akku
  • 4500 mAh
  • SuperDart Charge 65 W
  • 2,5 W kabelloses Rückwärtsladen
  • Inklusive Ladegerät
OS Realme UI 2 basierend auf Android 11
Audio

3,5 mm Klinke

Konnektivität Wi-Fi 6 / Bluetooth 5.2 / NFC / LTE / 5G / Dual SIM
IP-Zertifizierung Keine
Abmessungen & Gewicht
  • 158,5 x 73,3 x 8,4 mm (bzw. 158,5 x 73,3 x 9,1 mm für die vegane Lederausführung)
  • 186 g
Farben Racing Gelb, Dashing Blau, Dashing Silber
Preis 449 / 599 €

Fazit

Ist das Realme GT ein echter Flaggschiff-Killer?

Wenn Ihr es mit einem Samsung Galaxy S21 Ultra oder einem Xiaomi Mi 11 Ultra vergleicht, natürlich nicht. Stellt man es jedoch neben "Vanilla"-Flaggschiffe wie einem OnePlus 9, dem Xiaomi Mi 11 oder dem Samsung Galaxy S21 auf, werden die Parallelen sofort interessanter.

Tatsächlich hat das Realme GT ähnliche Qualitäten und Schwächen wie diese High-End-Einsteiger-Smartphones, nur dass es diese eben zu einem deutlich geringeren Preis gibt. Genau dieser günstige Preis macht die Schwächen ein bisschen weniger schlimm und hebt die Stärken noch einmal deutlicher hervor.

Eigentlich würde ich das Realme GT als Preis-Leistungs-Tipp uneingeschränkt empfehlen! Allerdings müsst Ihr selbst wissen, ob Euch ein großes Android-Update und zwei Jahre an Sicherheits-Updates ausreicht – selbst bei diesem geringen Preis ist das eigentlich echt zu wenig.

Normalerweise, wenn ich ein neues Android-Smartphone mit der bestmöglichen Leistung zum bestmöglichen Preis kaufen müsste, würde ich das Realme GT kaufen. Bleibt nur noch die Frage, ob es Euch die 1 Jahr großen Android-Updates und zwei Jahre Sicherheitspatches wert sind, selbst bei diesem Preis.

Neueste Artikel

11 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • saltbayfour vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Gib wenig Geld aus und besorg dir ein Gerät, das mit den teuren mithalten und sie überbieten kann.


  • H G vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Ohne erweiterbaren Speicher für mich nicht zu gebrauchen.


  • Jack Black vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Clickbait

    Flaggschiff-Killer impliziert:

    Gib wenig Geld aus und erhalte ein Gerät, welches mit den teuren mithalten und sie überbieten kann.

    Welcher Killer hat das in der Vergangenheit gemacht?

    Tim


  • Olaf vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Lasse ich mal Zahlenspielereien wie Antutu und Nits außen vor, da dort halt gerne mit hohen Werten geworben wird, es aber eigentlich irrelevant (= Platz 1 im Benchmark-Test) oder lediglich messbar (= Display hell genug, um es auch bei direkter Sonnenlichteinstrahlung abzulesen? Wenn ja, dann ist alles im grünen Bereich, aber 1000 Nits klingen eben besser als z. B. 885) ist, dann handelt es sich zunächst einmal um ein solides Gerät mit guter Leistung. Wohlgenerkt: Leistung, da 888-Snäppi, flankiert von bis zu 12 GB.

    Die Preis-Leistung hingegen überzeugt mich höchstens bei der kleineren Variante, denn weder beeindruckt das Kamera-Setup (8 MP für UWW ist schon ziemlich knapp bemessen, über den 2 MP-Alibi-Sensor brauchen wir wohl nicht zu sprechen), noch die voraussichtliche Software-Versorgung. Um genau zu sein, sind im teuersten Falle 599 Euro für ein (sic!) Major- und zwei Jahre Sicherheits-Updates eher eine Frechheit. Oder, freundlicher formuliert: sehr selbstbewusst. Das können eben andere weitaus besser, und die liegen dennoch mitunter sogar deutlich unter 400 Euro. Da wird es auch für die kleine Variante schnell ziemlich eng.

    Ein Flaggschiff killt das Realme GT so definitiv nicht. Zugpferd ist eindeutig der 888er, der Rest solide Hausmannskost, die man zu allem Überfluss anderswo durchaus günstiger bekommen kann. Interessenten dürften jedoch mit etwas Warten einen deutlich günstigeren Preis als die UVP erzielen - nähern sich dadurch aber automatisch dem Support-Aus mit Riesenschritten. Und genau dieser Punkt wäre für mich tatsächlich ein absolutes KO-Kriterium.


  • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

    - Mittelmäßige Kamera
    - kein kabelloses Laden und IP
    Unabhängig vom Preis, wo genau ist das Ding da jetzt ein "Flaggschiff-Killer"?
    Abgesehen vielleicht vom Prozessor ist das Ding Standard Mittelklasse. Also wenn, dann ist es eher ein "Midrange-Killer" oder so.
    Man kann es nur immer wieder sagen: Ein Prozessor macht noch lange kein Flaggschiff... Es ist kein High-End-Phone, nur weil da ein QSD888 drin steckt.

    1000 nits sind übrigens verdammt hell. Wenn ihr aber schreibt, dass es nicht super gut, sondern eher "recht hell" ist, gehe ich mal sehr stark davon aus, dass diese 1000 nits überhaupt nicht erreicht werden oder bestenfalls nur bei einem extrem winzigen Teil des Displays auf einmal (meistens ≤1% des Displays), was das ganze ziemlich nutzlos macht.
    (Da nehmen sich aber so ziemlich alle Android-Hersteller nichts.)
    Trotzdem solltet ihr die echte Helligkeit vielleicht auch mal messen, wenn ihr es schon zigfach wiederholt ^^

    PS:
    "Nachtmodus bei allen Sensoren nutzbar, aber nur im Weitwinkel"
    Hä? 😅 Was nun? Bei allen Sensoren oder nur beim Weitwinkel?


    • Antoine Engels
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Schon die Definition eines Flaggschiff-Killers impliziert, dass der Hersteller Zugeständnisse im Vergleich zu einem echten Flaggschiff gemacht hat, um sein Gerät zu einem günstigeren Preis anzubieten.

      Wir können uns darauf einigen, dass es dumm und ein defizitäres Geschäftsmodell wäre, ein Flaggschiff ohne Zugeständnisse 300 Euro weniger als die Konkurrenz zu verkaufen, oder?

      Es ist also völlig kontraproduktiv und sogar unehrlich zu behaupten, dass ich in meinem Test nicht auf diese Nuance hingewiesen habe.

      Was die Helligkeit des Bildschirms angeht, hast du absolut Recht, das muss ich dir lassen. Die MAXIMALE Helligkeit wird fast nie auf dem gesamten Bildschirm erreicht. NextPit hat noch nicht die Werkzeuge und Protokolle implementiert, die für eine relevantere und konkretere Bewertung der Bildschirmqualität erforderlich sind. Und darin müssen wir besser werden.

      Für das PS, ich nehme deine Bemerkung nicht persönlich, da es sich um einen Übersetzungsfehler handelt, dessen Autor ich nicht bin. Aber ich kann bestätigen, dass der Nachtmodus mit ALLEN Sensoren des Realme GT funktioniert.Es ist nur mit dem Hauptweitwinkelobjektiv wirklich effektiv/nützlich.


  • Tenten vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Off topic: Ihr habt noch ein wenig am Design geschraubt, oder? Gefällt mir sehr gut 👍


  • Olaf Gutrun vor 1 Monat Link zum Kommentar

    1000 Nits ein Pro?
    High end Level sind 1700 Nits


    • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Und beide Werte sind ziemlich unrealistisch bzw. werden nur in unrealistischen Szenarien überhaupt zu erreichen.
      kein Smartphone schafft "echte " (bzw. Fullscreen) 1000 nits, geschweige denn 1700.

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!