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"Smarte" Thermostate sind zu dumm und ein Risiko für das Stromnetz

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Die vermeintlichen Smart-Home-Systeme sind oft nicht besonders smart. Das gilt insbesondere für Heizungs-Thermostate. Wissenschaftler warnen hier davor, dass ohne Änderungen durch die Hersteller ernsthafte Probleme im Stromnetz entstehen können.

Die Ursache dessen: Die Systeme arbeiten letztlich eben nicht besonders klug und flexibel, sondern sind meist nur digitale Regler, die stur einen Zeitplan zur Heizungssteuerung einhalten. In der Praxis bedeutet dies, dass sie lediglich dafür sorgen, dass die Nutzer nicht mehr selbst zum jeweiligen Heizkörper laufen und die gewünschte Leistung einstellen müssen.

"Die Temperatur kann so programmiert werden, dass sie hochgefahren wird, bevor man aufwacht - und schon hat man ein warmes Haus", erklärt Max Zhang von der Sibley School of Mechanical and Aerospace Engineering in Cornell. "Aber wenn jeder seine Standardeinstellung beibehält, sagen wir 6 Uhr morgens, leidet das Stromnetz unter synchronisierten Nachfragespitzen, und das ist nicht intelligent für das System."

Echte Smartheit wäre nötig

Die Situation wird sich aus Sicht der Forscher in den kommenden Jahren zuspitzen. "Da wir den Heizungssektor elektrifizieren, um das Netz zu dekarbonisieren, wird diese sogenannte Lastsynchronisation in naher Zukunft zu einem Problem werden", führte Zhang aus. Denn die Wärmenetzbetreiber fördern den Einsatz der Technologie, die aber auf dem derzeitigen Stand nur begrenzt Nutzen bringt.

Es hat sich gezeigt, dass die Anwender oft nicht wissen, wie sie ihre Thermostate bedienen sollen, und ebenso oft nicht in der Lage sind, sie zu programmieren, so die Autoren. Tatsächlich zeigen die im US-Bundesstaat New York erhobenen Daten, dass die Hausbesitzer nur 5 bis 8 Prozent der Heizenergie einsparen konnten, was weit unter dem Potenzial der Geräte von 25 bis 30 Prozent liegt. Eine Verbesserung der Systeme durch die Hersteller würde also sowohl den Verbrauchern als auch den Stromnetzbetreibern von Nutzen sein.

Wenn es so bleibt wie bisher, werden zukünftig immer mehr Thermostate morgens um 6 Uhr die zunehmend elektrisch betriebenen Heizungen einschalten. Dann kommt es zu einer morgendlichen Nachfragespitze, wenn gerade besonders wenig erneuerbare Energien in die Netze eingespeist werden. Sinnvoller wäre es daher, die Geräte eben nicht nach vermeintlichen Bedarfsfällen auszuregeln, sondern sie wirklich smart über ihre Datenanbindung mit den verfügbaren Netzkapazitäten, Wetterlagen und natürlich auch dem Lebenswandel ihrer Nutzer zu synchronisieren. 

Dieser Inhalt kommt von unserem Partner WinFuture und ist am 2022-07-15 unter dem Titel erschienen. Hat er euch gefallen? Dann schaut doch bei unseren lieben Kollegen von WinFuture vorbei und findet weitere großartige Inhalte wie diesen!

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3 Kommentare

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  • C. F.
    • Admin
    vor 4 Wochen Link zum Kommentar

    "Tatsächlich zeigen die im US-Bundesstaat New York erhobenen Daten,...."

    Wir sind hier aber in Europa, nicht in den USA.

    "Wenn es so bleibt wie bisher, werden zukünftig immer mehr Thermostate morgens um 6 Uhr die zunehmend elektrisch betriebenen Heizungen einschalten."

    In Europa, respektive Deutschland, heizt die überwiegende Mehrzahl noch mit Erdgas oder Öl. Und wer sich heutzutage eine Wärmepumpe installieren läßt, koppelt das in der Regel mit einer PV-Anlage auf dem Dach. Zudem gibt es wohl kein maroderes Stromnetz als das in den USA. Das geht schon in die Knie, wenn ab Juni die Klimaanlagen angeworfen werden.


  • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

    "...zunehmend elektrisch betriebenen Heizungen..."
    Dümmer geht's ja kaum. Das macht nur dann ökonomisch und ökologisch Sinn, wenn dieser Strom z.B. auf den Dach selbst erzeugt und direkt (Batteriespeicher) genutzt wird.

    Ob nun morgens um 6 alle Heizungen aufgedreht werden oder Dank smarter Steuerung auch schon früher (während man selbst und andere noch schlafen - dann kann diese Spitze geglättet werden), macht schon einen (entscheidenden) Unterschied - insbesondere, wenn es um elektrische Heizungen geht. Flatten the curve. Daher macht die Kritik nicht wirklich Sinn oder ist sehr unverständlich begründet.

    "...nur 5 bis 8 Prozent der Heizenergie einsparen konnten..."
    Das ist aber immer noch mehr als nichts. Jedes eingesparte Prozent hilft, von russischem Gas und anderen Energiequellen weg zu kommen.

    Bisher hat die Masse an Nutzern sicher die Heizungsthermostate auf der Stellung "3" betrieben; oder auf Frostschutz, wenn keine Heizung benötigt wird. Mit der ungenauen Einstellung auf "3" hat man aber bestenfalls nur einen Anhalt, wie warm es ungefähr ist. Digital gemessen sind 18° immer 18°. Und vielleicht kommt man auf den Trichter, dass es 17° auch tun. Jedes Grad weniger spart Energie.

    Das Thermostatventil verschleißt mit der Zeit. Häufig klemmt der Übertragungsstift zwischen Ventil und Temperaturfühler oder die Genauigkeit der Temperaturregelung und damit auch die Energieeffizienz lassen nach. Smarte Thermostate hingegen sind deutlich präziser und reaktionsschneller als mechanische Thermostate und weichen in der Regel höchstens um 1 °C von der eingestellten Temperatur ab.


  • Marvin K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Ich weiß noch, wie die Dinger damals energiesparend beworben wurden... Ist doch einfach nur Quatsch. Das Teil hängt permanent am Strom und im Netz und wenn es die Heizung anschaltet, bevor ich aufwache oder nach Hause komme etc., dann verbrauche ich logischerweise auch mehr Energie/Gas/Strom/HasteNichGesehen...

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