Pros des Ado A20 XE

  • Hohe Reichweite von 60 Kilometern
  • Kompakt genug für kostenlose Mitnahme im Zug
  • Hoher Fahrspaß dank 250-Watt-Motor
  • Gute Federung
  • Hoher Lieferumfang

Contras des Ado A20 XE

  • Sehr hohes Gewicht (24 Kilogramm)
  • Hält zusammengeklappt nicht zusammen
  • Ungünstige Positionierung des Schlüssellochs
  • Träge Motorsteuerung mit nur drei Geschwindigkeitsstufen

Ado A20 XE: Preis und Verfügbarkeit

Für das Ado A20 XE zahlt Ihr auf der Herstellerangabe 1.199 Euro. Dabei bekommt Ihr im Grunde genommen die Premium-Variante des E-Bikes. Mit einigen Extras weniger gibt es das Ado A20. In der nachfolgenden Tabelle findet Ihr die genauen Unterschiede.

Ado A20 vs. Ado A20 XE

Eigenschaft Ado A20 XE (getestet) Ado A20
Mattschwarze Farbe ✔️
Gefederte Frontgabel ✔️
Orangene Elemente ✔️
Scheibenbremse mit zwei Bremsbacken ✔️
Gepäckträger ✔️
Rücklicht ✔️
Längere Sattelstütze ✔️
Lichtschalter am Lenker ✔️

Bei unserem getesteten Modell war im Lieferumfang zudem eine Luftpumpe und eine Handyhalterung enthalten. Einen Gepäckträger und ein Rücklicht konnten wir leider nicht finden. Den genauen Lieferumfang findet Ihr auf der Seite des Herstellers.

Design & Verarbeitung: Wenn Batman ein E-Faltrad hätte

Das Ado A20 XE misst zusammengeklappt zwar gerade einmal 90 x 43 x 70 Zentimeter, ist aber für Fahrer*innen zwischen 1,40 und 1,90 Metern ausgerichtet. Dafür klappt Ihr das E-Bike auf eine Lenkerhöhe von bis zu 117,5 Zentimetern und eine Sattelhöhe von 107 Zentimetern aus. Allerdings ist das Ado A20 XE für ein Faltrad mit 24 Kilogramm auffällig schwer.

Gefällt:

  • Hoher Fahrspaß mit gutem Komfort
  • Gute Federung an Gabel und Sattel
  • Einfacher Zusammenbau

Gefällt nicht:

  • Zu schwer für komfortables Herumtragen
  • Umständliche E-Motor-Aktivierung per Schlüssel
  • Umständliche Entnahme des Akkus

Als Faltrad muss das Ado A20 XE einerseits kompakt und tragbar zusammengeklappt werden können – andererseits sollte das Fahrgefühl sich ungefähr so anfühlen wie bei einem herkömmlichen Fahrrad. Das Brompton Electric, das ich im letzten Jahr testen konnte, schafft diesen Spagat durch ein innovatives Klappsystem und einen Abnehmbaren Akku samt Tragegurt sehr gut.

Ben, der auf dem Ado A20 sitzt.
Hersteller A Dece Oasis trägt gleich vier Lackschichten auf. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Beim Ado A20 XE überwiegt das gute Fahrgefühl im Vergleich zur Tragbarkeit. Denn mit dem A20 durch die Berliner Nacht zu cruisen und sich mit mattschwarzem Rahmen dabei wie Batman zu fühlen, macht echt Laune. Meine Körpergröße von 1,72 liegt dabei etwas über der Mitte zwischen minimal (1,40m) und Maximal (1,90m). Eine Sache gibt es aber trotzdem zu kritisieren.

Denn die Pedale des A20 XE sind trotz der 20-Zoll-Räder recht hoch angebracht. Dadurch müsst Ihr also auch den Sattel höher einstellen als bei herkömmlichen Rädern, sodass ich beim Anhalten immer absteigen musste. Das ist ungewöhnlich, ergibt aber beim Offroad-Fahren viel Sinn. Denn dank der dicken Reifen mit Mountainbike-Profil soll das Ado A20 XE auch geländetauglich sein. Die sehr gute Federung trägt dabei zum Fahrspaß bei.

Als Zubehör legt der Hersteller seinem E-Bike eine Luftpumpe bei, die allerdings zu wenig Druck bietet, um die Reifen voll aufzupumpen. In der XE-Version ist zudem ein Frontlicht mit dabei, eine Handyhalterung, ein USB-A-Anschluss zum Laden von Smartphones sowie eine Bremsanlage, welche die Scheibe von beiden Seiten greift. Das günstigere A20 bekommt Ihr schon für unter 1.000 Euro ohne entsprechende Zugaben.

Portabilität des Ado A20 XE

Zusammengeklappt ist das Ado A20 XE zwar kompakt, mit einem Gewicht von 25 Kilogramm aber sauschwer. Anders als beim Brompton Electric hält das Ado A20 XE sich zugeklappt zudem nicht ineinander fest. Ihr müsst beim Tragen also darauf achten, dass sich das E-Bike nicht wieder aufklappt. Ein Trick ist hier, den Lenker beim Zuklappen über den Sattel zu klappen – so habt Ihr zumindest ein bisschen mehr Sicherheit.

Ben, der das Ado A20 trägt.
Für ein Faltrad ist das Ado A20 XE zu schwer. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Nach einem schweißfreien Weg nach Hause war ich im Berliner Hochsommer insgesamt aber doch durchgeschwitzt, als ich das E-Bike in den zweiten Stock schleppte. Über die Entnahme des integrierten Akkus könnt Ihr das Gericht verringern, doch hier zeigt sich ein weiteres Problem der Konstruktion.

Der Akku ist in den Rahmen integriert und wird immer dann freigelegt, wenn Ihr das Fahrrad zusammenklappt. Ein Nachteil ist dabei, dass die Kontakte frei liegen. An Ort und Stelle gehalten wird die Batterie über einen Schlüssel, der beim Umdrehen einen Metallpin in das Gehäuse schiebt. Nach dem Anhalten dreht Ihr den Schlüssel, der sich herrlich unerreichbar an der Unterseite des Rahmens zwischen mehreren Kabeln befindet, also auf die Entsperrposition.

Ado A20 Schlüssel
Das Schlüsselloch des Ado A20 XE befindet sich unter dem Rahmen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Einmal entnommen habt Ihr dann die große Batterie in der Hand, die Ihr an einem kleinen Haltegriff festhaltet. Ohne Rucksack lässt sich die Kombination aus Akku und E-Bike nur schwer transportieren. Ihr merkt: das ist recht umständlich und ließe sich deutlich eleganter lösen.

Die Positionierung des Schlüssellochs ist zudem auch dann nervig, wenn Ihr das Fahrrad fahren wollt. Denn Ihr müsst ihn auch dann herumdrehen, wenn Ihr den Motor des E-Bikes aktivieren wollt. Zusätzlich schaltet Ihr das Fahrrad dann noch am Lenker an.

Der Akku des Ado A20.
Der Akku des Ado A20 XE ist herausnehmbar – und auch extern aufladbar. / © NextPit Bildquelle: NextPit

E-Motor und Fahrspaß

Im Hinterrad des Ado A20 XE steckt ein 250 Watt starker Elektromotor von Bosch. Diesen könnt Ihr über den Bordcomputer am Lenker in vier Stufen regulieren, welche die maximale Geschwindigkeit der Unterstützung begrenzen. Die Schritte sind Aus | 15 km/h | 20 km/h | 25 km/h. Dank G-Drive 2.0 will das E-Bike zudem in Echtzeit auf verschiedene Straßenbedingungen reagieren.

Gefällt:

  • Genügend Leistung für Steigungen
  • Hohe Reichweite von 60 Kilometern
  • 7-Gang-Shimano-Schaltung macht Fahren ohne Unterstützung angenehm

Gefällt nicht:

  • Unterstützung wirkt in der Praxis wenig smart
  • Trittfrequenz im höchsten Gang bei 25 km/h viel zu hoch

Leistungstechnisch liegt das Ado A20 XE zwar hinter dem Brompton Electric, mit 250 Watt liegt es aber mit vielen hochgelobten E-Bikes gleichauf. Problemlos schiebt Euch das E-Bike per Hinterradantrieb Berge hinauf oder beschleunigt Euch auf die gewünschte Geschwindigkeit. Diese lässt sich in drei Stufen regulieren, was gut funktioniert, im Alltag aber für einen mittelmäßigen Fahrspaß sorgt.

Ado A20 Schlüssel Akku Entnahme.
Zum Entsperren des Akkus müsst Ihr den Schlüssel umdrehen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Denn die vier Stufen regulieren nicht etwa die Menge der Unterstützung, die vom Motor aus ausgeht. Bedeutet, das Fahrrad beschleunigt Euch beim Trampeln gefühlt mit derselben Kraft und ohne ein Quäntchen Einfühlungsvermögen auf die limitierte Geschwindigkeit. Die G-Drive-2.0-Engine spürt man dabei kaum, es tritt eher ein An-Aus-Effekt ein. Ihr trampelt, die Unterstützung schaltet sich ein – Ihr hört auf zu trampeln und sie hört auf.

Das Umschalten ist dabei recht abrupt und träge. An der Ampel tritt man voll in die Pedale und beschleunigt auf knapp 15 – 20 km/h durch eigene Kraft, dann schiebt einen der Motor auf 25 km/h und hält diese Geschwindigkeit bei. Anschließend könnt Ihr die Pedale auch ohne Widerstand langsam in Bewegung halten und das E-Bike sorgt dafür, dass Ihr vollunterstützt auf der Geschwindigkeit bleibt. Es reagiert also nicht spürbar auf Eure Trittfrequenz. Müsst Ihr eine Zeit lang hinter einem anderen Verkehrsteilnehmer bleiben, der langsamer fährt, müsst Ihr die Beschleunigung des E-Bikes immer wieder ausbremsen.

Sattelfederung des A Dece Oasis A20.
Das A20 XE von Ado ist gut gefedert. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Apropos Trittfrequenz: Diese ist bei 25 km/h im siebten, und damit höchsten, Gang noch sehr hoch. Dadurch wird es recht anstrengend und vor allem unruhig, das Ado A20 XE dauerhaft mit maximaler Geschwindigkeit zu bewegen. Darüber hinaus zu kommen, ist ohne Unterstützung auch möglich. Aufgrund der hohen Trittfrequenz und des hohen Gewichts habe ich 30 km/h aber nur etwa eine Minute lang ausgehalten. Kleiner Hinweis: Ja, Ihr könnt das Geschwindigkeits-Limit über den Bordcomputer deaktivieren – das Ado A20 XE fährt anschließend aber immer noch 25 km/h.

Akkuleistung und Haltbarkeit

Der Akku des Ado A20 XE soll laut Herstellerangaben 60 Kilometer lang durchhalten. Im Alltag erreichten wir beim Radeln mit höchster Unterstützung immerhin 45 Kilometer.  Die Haltbarkeit gibt Ado mit 80 Prozent Restkapazität nach 1.000 Aufladungen auf. Für das Aufladen solltet Ihr fünf bis sechs Stunden einplanen.

Gefällt:

  • Hohe Reichweite
  • Akku ist intern oder extern aufladbar

Gefällt nicht:

  • Licht fällt aus, wenn der Akku leer ist
  • Recht lange Ladezeit

Was wirklich positiv hervorzuheben ist, ist die Reichweite des Ado A20 XE. Laut Herstellerangaben sollt Ihr eine maximale Reichweite von 60 Kilometern erreichen. In meinem Test, in dem ich zumeist auf Stufe 3 unterwegs war, schaffte ich knapp 45 Kilometer. Das ist immer noch gut, anschließend muss das Fahrrad jedoch für fünf bis sechs Stunden an die Steckdose. Praktisch ist, dass Ihr den Akku entweder intern im Fahrrad oder extern aufladen könnt. So könnt Ihr das Fahrrad draußen stehen lassen und nur den Akku zum Aufladen mitnehmen.

Handyhalterung des Ado A20.
Ein Handyhalter ist beim Ado A20 XE dabei. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Sehr ärgerlich ist allerdings, dass bei leerem Akku auch das Licht ausfällt. Somit müsst Ihr das Fahrrad streng genommen stehen lassen, wenn es dunkel draußen ist. Wer trotzdem fährt, riskiert ein Bußgeld.

Die Haltbarkeit des Fahrrads lässt sich nach knapp einer Woche noch nicht ganz sicher einschätzen. Die Verarbeitung ist für ein günstiges E-Bike solide, Ado trägt sogar vier Lackschichten auf den Aluminiumrahmen auf. Somit müssen tiefe Kratzer her, um beim A20 XE Roststellen zu verursachen. Allerdings ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass Ihr beim Zusammenklappen Kratzer verursacht oder den Lenker einklemmt. Da wir das Ado A20 XE für längere Zeit testen können, beobachten wir die Qualität des E-Bikes weiterhin.

Abschließendes Urteil

Zu einem Preis von 1.199 Euro ist das Ado A20 XE ein günstiges E-Faltrad mit hohem Spaßfaktor. In unserem mehrtägigen Test kamen wir dabei schweißfrei und mit einem Grinsen auf dem Gesicht in Büro, Kino und weiteren Orten Berlins an. Dank guter Bremsen und einer robusten Konstruktion waren wir dabei auch sicher unterwegs. Da es in dieser Ausstattung nur ein Vorderlicht gibt, mussten wir ein Zusatzlicht installieren.

Das Ado A20 zusammengefaltet
Zusammengefaltet ist das Ado A20 XE kompakt, aber sehr schwer. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der große Vorteil eines Faltrades in Deutschland ist, dass Ihr es in Bus und Bahn ohne Fahrradticket transportieren könnt. Mit einem Packmaß von 90 x 43 x 70 Zentimetern übersteigt das Rad die Maße für Gepäckstück (120 x 60 x 60 Zentimeter) allerdings ein wenig. Hier müsst Ihr eventuell ein wenig argumentieren, falls der Schaffner den Zollstock auspackt.

Mit einem hohen Gewicht von 25 Kilogramm ist das Ado A20 XE allerdings trotz Klappmechanismus sperrig und schwer zu transportieren. Das macht sich dank des leistungsstarken Motors beim Fahren mit Unterstützung zwar nicht allzu stark bemerkbar, ohne Support ist das Fahren aber anstrengend. Insgesamt ist das Ado A20 XE ein umständliches Fahrrad, was an der Platzierung des Akkus inklusive Schlüssel zur Entsperrung liegt.

Die Konstruktion des A20 XE wirkt zusammenfassend noch nicht ganz ausgereift. Beispielsweise hält das zugeklappte Fahrrad nicht in sich zusammen und neigt beim Tragen dazu, wieder aufzuklappen. Hier gibt es bei höherpreisigen Modellen wie dem Brompton Electric, das aus vielen Jahren an Erfahrung mit Klapprädern entstanden ist, elegantere Lösungen. Sucht Ihr nur nach einem E-Bike, das Ihr kompakt und umsonst mit in Bus, Bahn oder den Kofferraum packen könnt, ist das Ado A20 XE eine Kaufempfehlung.

Mit diesem Symbol kennzeichnen wir Partner-Links. Wenn du so einen Link oder Button anklickst oder darüber einkaufst, erhalten wir eine kleine Vergütung vom jeweiligen Website-Betreiber. Auf den Preis eines Kaufs hat das keine Auswirkung. Du hilfst uns aber, nextpit weiterhin kostenlos anbieten zu können. Vielen Dank!