Der Smartphone-Markt ist aber heiß umkämpft und die Konkurrenz hat nicht geschlafen. Der Anfangs große Abstand zwischen der Qualität der iPhone-Kameras und jener der Konkurrenz schrumpfte stetig weiter bis ausgerechnet Google mit seinen Pixel-Smartphones praktisch aus dem Nichts Apple den Kamera-Thron strittig machte, zumindest im Bereich der Nachtfotografie.

Mit dem iPhone 11 Pro will Apple jetzt nicht nur wieder den Smartphone-Kamera-Olymp erklimmen, sondern der Konkurrenz auch zeigen, wo der dreiäugige Frosch die Pixellocken hat.

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Eine komplett neue Frontkamera und ein potentes Dreiergespann bestehend aus Weitwinkel–, Ultraweitwinkel– und Telefotokamera auf der Rückseite machen das iPhone 11 Pro zu einem vielseitigen Smartphone für Profis und jene, die es werden wollen – und gewillt sind für das aktuelle Maximum an Leistung tief in die Tasche zu greifen.

Doch bevor wir zum Preis kommen, werfen wir einen Blick auf die nackten und eigentlich auch eher wenigsagenden Fakten. Wenigsagend darum, weil Hersteller wie Apple und Google mit sogenannter Computational Photography, basierend auf künstlicher Intelligenz, komplexen Algorithmen und künstlichen neuronalen Netzen, wie beispielsweise Apples Neural Engine im A13 Bionic, viel mehr aus den kalten Hardware-Spezifikationen rauskitzeln können, als man vermuten würde.

iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max Kameras im Detail:

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Triple-Kamera des iPhone 11 Pro (Max) / © NextPit / Ben Miller Bildquelle: NextPit / Ben Miller

Ultraweitwinkel-Kamera:

  • Brennweite: 13 mm Kleinbildäquivalent
  • Blende: Fix f/2.4
  • Belichtungszeiten: maximal 1 Sekunde, mindestens 1/45.000 Sekunde
  • Lichtempfindlichkeit: maximal ISO 2016, mindestens ISO 21
  • Bildgröße: 4.032 x 3.024 Pixel
  • Sensor: 12 Megapixel
  • Fokussystem: Fixfokus
  • Stabilisierung: elektronisch

Weitwinkel-Kamera:

  • Brennweite: 26 mm Kleinbildäquivalent
  • Blende: Fix f/1.8
  • Belichtungszeiten: maximal 1 Sekunde, mindestens 1/125.000 Sekunde
  • Lichtempfindlichkeit: maximal ISO 3072, mindestens ISO 32
  • Bildgröße: 4.032 x 3.024 Pixel
  • Sensor: 12 Megapixel
  • Fokussystem: Phasenvergleich-Autofokus und Kontrast-Autofokus
  • Stabilisierung: Optisch, elektronisch

Telekamera:

  • Brennweite: 52 mm Kleinbildäquivalent
  • Blende: Fix f/2.0
  • Belichtungszeiten: maximal 1 Sekunde, mindestens 1/45.000 Sekunde
  • Lichtempfindlichkeit: maximal ISO 2016, mindestens ISO 21
  • Bildgröße: 4.032 x 3.024 Pixel
  • Sensor: 12 Megapixel
  • Fokussystem: Phasenvergleich-Autofokus und Kontrast-Autofokus
  • Stabilisierung: Optisch, elektronisch

Frontkamera:

  • Brennweite: 23 mm Kleinbildäquivalent
  • Blende: Fix f/2.2
  • Belichtungszeiten: maximal 1 Sekunde, mindestens 1/48.000 Sekunde
  • Lichtempfindlichkeit: maximal ISO 2208, mindestens ISO 23
  • Bildgröße: 4.032 x 3.024 Pixel
  • Sensor: 12 Megapixel
  • Fokussystem: Gesichtserkennung und Gesichts-Tracking
  • Stabilisierung: elektronisch
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TrueDepth Frontkamera des iPhone 11 Pro (Max) / © NextPit / Ben Miller Bildquelle: NextPit / Ben Miller

iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max sind mit denselben Kameras ausgestattet. Unterschiede finden sich nur zum regulären iPhone 11, welches keine Tele-Kamera auf der Rückseite besitzt. 

Jede Kamera der Pro-Modelle löst mit 12 Megapixel auf, inklusive der Frontkamera. Auch können alle vier Kameras 4K-Video mit maximal 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Slow-Motion-Videos sind ebenfalls mit allen Kameras möglich. Die drei Hauptkameras auf der Rückseite schaffen hierbei 240 fps bei Full-HD-Auflösung, die Frontkamera nur 120 fps. Letzteres ist ausreichend für Apples neue “Slofie”-Funktion.

Damit sind Slow-Motion-Videos gemeint, die mit der Frontkamera der neuen iPhones in Full-HD-Auflösung aufgenommen werden können. Slow-Motion-Selfies eben, kurz Slofies. Ein Beispiel hierfür:

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Ebenfalls neu dazugekommen ist eine Ultraweitwinkel-Kamera auf der Rückseite mit äquivalenter Brennweite von 13 mm und f/2.4 Blende und 120 Grad Sichtfeld. Flankiert wird sie von einer Telefotokamera mit 52 mm äquivalenter Brennweite und f/2.0 Blende sowie einer regulären Weitwinkelkamera mit 26 mm kleinbildäquivalenter Brennweite.

Wer bis jetzt genau aufgepasst hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass sich die äquivalenten Brennweiten der drei Kameras jeweils um den Faktor zwei erhöhen. 13 – 26 – 52. Das ist kein Zufall. Das hilft Apple dabei etwas zu erreichen, was man bei vielen anderen Multi-Kamera-Smartphones vermisst: visuelle Einheitlichkeit und beinahe nahtlose Kamerawechsel.

Dementsprechend bietet das Triple-Kamera-System auch einen 4x-Zoom von Ultraweitwinkel auf Telekamera und 2x-Zoom von Weitwinkel auf Telekamera.

Der Wechsel zwischen allen drei Kameras während einer 4K-Videoaufnahme:

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Im Gegensatz zu manch anderem Hersteller sieht Apple die Triple-Kamera des iPhone 11 Pro nicht als Anhäufung von Einzel-Kameras, sondern als Einheit. Die drei Hauptkameras des iPhone 11 Pro sind ein in sich greifendes System, das weitgehend als eine Kamera mit unterschiedlichen Objektiven agiert und sich dem Nutzer auch so präsentiert.

Beispielsweise speichert das iPhone 11 Pro wahlweise automatisch zum einem Foto oder Video mit gewählter Brennweite zusätzlich und gleichzeitig noch eine zweite Aufnahme mit der nächst weitwinkliger Optik, sofern eine Fehlkomposition erkannt wird. Der Sinn dahinter ist, wenn der Nutzer nun nachträglich den Bildausschnitt korrigieren will, beispielsweise um bei einem Gruppenfoto etwas herauszuzoomen weil eine Person nicht ganz auf das Foto passt, so kann die Fotos-App automatisch auf diese Alternativ-Aufnahme zurückgreifen. Damit dieser optionale Aufnahmen-Überschuss nicht den Speicher zumüllt, werden diese Zusatzaufnahmen automatisch nach 30 Tagen gelöscht, sollten sie nicht zur Korrektur verwendet werden.

Ein weiteres Beispiel ist, dass die Kamera-App dem Nutzer automatisch anzeigt, welchen Bildbereich er mit der nächst weitwinkligeren Optik einfangen könnte. Die gedimmten Bereiche links und rechts vom Bildausschnitt stammen von der zweiten Kamera. Durch die komplimentieren Brennweiten sind die Übergänge nahtlos.

screenshot kamera
Versuchs doch mal weitwinkliger / © NextPit Bildquelle: NextPit

Bei einem P30 Pro oder Note 10 ist so ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen den Kameras aufgrund von unterschiedlichen Sensoren mit unterschiedlichen Auflösungen, Zoom-Stufen und Brennweiten ohne Verhältnis zueinander nicht möglich.

Im Gegensatz dazu liefert jede Einzelkamera des iPhone 11 Pro farbtechnisch und charakteristisch weitgehend identische und erwartbare Foto- und Videoaufnahmen, abgesehen von der Brennweite und Blende natürlich.

Zwei Fotos von zwei der drei Kameras des iPhone 11 Pro, eine Bildcharakteristik:

Unterschiedliche Sensoren haben unterschiedliche Charakteristika, Stichwort „Color Science“ – Farbenlehre und Sensitometrie. Schlicht gesagt nehmen unterschiedliche Sensoren Farben unterschiedlich wahr, reagieren unterschiedlich auf Licht, sind unterschiedlich strahlungsempfindlich und so weiter. Das resultiert in unterschiedlichen Ergebnissen. Und da sind große Faktoren wie Linsen, Brennweite, Blendenöffnungen und mehr noch gar nicht miteinbezogen.

Profis wollen, benötigen und erwarten einheitliche, nachvollziehbare und verlässliche Ergebnisse. Ich bin Producer bei AndroidPit und zeichne mich für einen großen Teil der Produkt- und Artikelfotos verantwortlich und produziere zusammen mit unserem Team unsere Videos. Für mich gibt es nur wenige Arbeitsschritte, die so schlauchen wie das Angleichen von unterschiedlichem Bildmaterial, das mit unterschiedlichen Kameras und Einstellungen aufgenommen wurde. Deshalb arbeiten Fotografen und Video-Produzenten in der Regel im Rahmen eines Projektes mit einem Kamera-Modell oder zumindest Modellen eines Herstellers. 

Mit entsprechenden Filtern und Software-Optimierungen können Smartphone-Hersteller den Output ihrer Kameras bis zu einem gewissen Grad angleichen, aber eben nur so weit wie das Hardware-Grundgerüst. Im direkten Vergleich werden die Vorzüge von Apples Herangehensweise besonders deutlich.

Nachtmodus

Das eine neue Feature, das im Rahmen des iPhone-Events am meisten Rampenlicht bekommen hat, braucht davon sprichwörtlich am wenigsten. Der Nachtmodus des iPhone 11 Pro setzt in unserem Test neue Maßstäbe mit realitätsnaher Farbwiedergabe, Kontrastwerten und Dynamikumfang sowie überzeugendem Detailreichtum der Aufnahmen. Besonders deutlich wird dies im direkten Vergleich mit dem Samsung Note 10+, dem Huawei P30 Pro und dem Google Pixel 3.

Auch macht Apple die Bedienung und Steuerung des Nachtmodus etwas einfacher als die von uns getestete Konkurrenz. Der Nachtmodus aktiviert sich automatisch, erkennbar an einem aufploppenden Icon, analysiert die Stabilität bzw. Handbewegungen und bietet darauf basierend eine maximale „Belichtungszeit“ an, die man auf Wunsch aber manuell ausdehnen oder reduzieren kann. Der Nachtmodus kann aber auch ganz deaktiviert werden.

Ein Stativ vorausgesetzt erlaubt die Kamera-App eine spezielle Nachtmodus-„Belichtungszeit“ von bis zu 30 Sekunden für maximale Klarheit. Nun erhöht Apple aber nicht einfach die Verschlusszeit der Kamera, daher auch „Belichtungszeit“ in Anführungszeichen, sondern nimmt in sehr kurzen Abständen mehrere Fotos auf, die in Segmente aufgeteilt, analysiert und schlussendlich miteinander verschmolzen werden. Diese Bearbeitungszeit fließt in die Zeitanzeige ein.

Dadurch erhält man im Vergleich zu vielen anderen Nachtmodi keine sogenannten Lightstreams bzw. Lichtstreifen, verursacht durch grelle Objekte, die sich während der Aufnahme bewegt haben, sondern Aufnahmen mit klaren Strukturen, auch aus der Hüfte. Davon abgesehen reagiert der Nachtmodus deutlich zackiger als bei Huawei und Samsung. Diese Herangehensweise macht auch Astrofotografie mit dem iPhone 11 Pro möglich.

Einen Wehrmutstropfen gibt es jedoch: Die Weitwinkel-Kamera unterstützt aus bislang unerfindlichen Gründen den neuen Nachtmodus nicht. Da zieht das Huawei P30 Pro locker am iPhone 11 Pro vorbei.

/Nachtrag: Auch im Telefoto-Modus wird offensichtlich nicht die Telefoto-Kamera herangezogen, sondern primär die reguläre Weitwinkelkamera. Das daraus resultierende Foto ensteht aus einem optimierten Digitalzoom.

Video-Aufnahme

Auch wenn die Kameras vergangener iPhone-Modelle in Sachen Foto-Qualität in manchen Disziplinen von der Konkurrenz überholt wurden, wie beispielsweise vom Pixel 3 bei Nachtaufnahmen, so galten Apples iPhones beim Thema Video-Qualität stets als Maßstab. So auch jetzt.

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Anmerkung: Da Youtube Videos grundsätzlich sehr stark komprimiert, haben wir die Master-Video-Datei (2 GB) zum Download bereitgestellt. 

Alle Kameras der neuen Pro-Modelle unterstützen 4K-Videoaufnahme mit 60 Bilder pro Sekunde. Neu ist, dass nun auch bei diesen 60-fps-Modus ein erweiterter Dynamikumfang zum Tragen kommt, der bei den Vorgänger-Modellen nur bei 30 fps verfügbar war.

Auch sind Slow-Motion-Videos in maximal Full-HD-Auflösung 1080p mit 240 Bilder pro Sekunde möglich, wobei die Frontkamera nur 120 Bilder pro Sekunde unterstützt. Nun sind Bildraten und Auflösungen zwar gute Indikatoren, jedoch sagen sie nur wenig über die tatsächliche Bildqualität aus.

Laut Apple liefert die Triple-Kamera des iPhone 11 Pro die beste Video-Qualität aller aktuell auf den Markt befindlichen Smartphones. Zwar ließ sich Apple keine Informationen über etwaige Werte wie Ziel– und Maximalbitraten entlocken.

Im Vergleich mit Vorgänger-Modellen und der Konkurrenz P30 Pro und Note 10+ zeigt sich aber, dass da schon was an Apples Versprechen dran ist. Die überarbeitete „Cinematic“-Video-Stabilisierung trägt auch dazu bei.

Besonders beeindruckt haben die beinahe nahtlosen Wechsel zwischen den Hauptkameras während einer aktiven Videoaufnahme. Die Anzeige der jeweiligen Brennweiten im Zoom-Rad ist ein nettes Detail.

Audio-Zoom

Unterstützt werden die Video-Funktionen des iPhone 11 Pro von einem neuen und sogenannten Audio-Zoom. Dieses Feature kennen wir auch vom Samsung Galaxy Note 10. Dabei reagieren die Mikrofone im Smartphone entsprechend des visuellen Zooms und können die Audioaufnahme auf angepeilte Motive konzentrieren. Die Verbesserungen nicht sehr deutlich, aber doch wahrnehmbar, auch wenn wie in unserem Test im Hintergrund ein Flugzeug im Hintergrund für eine ordentliche Geräuschkulisse sorgt.

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Portrait-Aufnahmen

Der Portrait-Modus hat auch ein Update erfahren. So werden jetzt drei Kameras für die benötigten Tiefeninformationen herangezogen. Portraits sind jetzt zusätzlich mit der rückwärtigen Weitwinkel-Kamera möglich. Mit „High-Key Mono“ steht außerdem ein weiterer Effekt zur Verfügung, der den Hintergrund weiß ausblendet.

Die Intensität der Tiefenunschärfe kann vor der Aufnahme und auch nachträglich zwischen f/1.4 und f/16 frei geändert werden.

Wallendes Haupthaar wie jenes keines Kollegen Pierre stellt jeden Portrait-Modus auf die ultimative Probe.

Deep Fusion

Deep Fusion ist das neben dem Nachtmodus wohl interessanteste neue Kamera-Feature. Im Rahmen des iPhone-11-Events hatte es Apple zwar schon vorgestellt, tatsächlich verfügbar sein soll es aber erst in den kommenden Monaten.

Unübertroffen detailreiche Fotos soll Deep Fusion ermöglichen, so Apple, auch bei schwierigen Lichtverhältnissen. Hierfür werden schlicht gesagt 9 Foto-Frames miteinander zu einem 24-Megapixel-Foto zusammenrechnen, ähnlich Googles HDR-Plus-Modus in den Pixel-Modellen.

Wann Apple Deep Fusion nachreichen wird, ist noch nicht bekannt. Irgendwann im Herbst soll es so weit sein.

Weitere Neuerungen

Quick Take: In Zeiten von Instagram-Stories und TikToks muss alles flott von den Hand gehen. Damit man in besonderen Momenten noch schneller und einfacher Videos aufnehmen kann, hat Apple ein Feature namens „Quick Take“ in die Kamera-App von iOS integriert. Hält man im aktiven Foto-Modus den Auslöser gedrückt, wird aus der Foto-Aufnahme automatisch eine Videoaufnahme. Per Wisch nach rechts lässt sich die Videoaufnahme einrasten.

Burst Modus: Serienaufnahmen sind natürlich weiterhin möglich, indem man den Auslöser gedrückt hält und diesen nach links wischt.

Neue Kamera- und Fotos-Apps: Überarbeitet hat Apple auch sowohl die Standard-Kamera-App von iOS als auch die Fotos-App. Erstmals lassen sich jetzt direkt in der Fotos-App auch Videoaufnahmen weitgehend genauso bearbeiten wie Fotos, beispielsweise drehen, neigen und kippen, flächenmäßig zuschneiden sowie farbtechnisch manipulieren.

Multi-Cam-Aufnahmen: Ein wie Deep Fusion bereits vorgestelltes aber noch nicht verfügbares Feature sind simultane Multi-Cam-Videoaufnahmen. Demonstriert hatte Apple dieses Feature anhand der Drittanbieter-App Filmic Pro im Rahmen des September-Events. Laut Apple bieten die Pro-Modelle genügend Leistung für das Aufzeichnen von zwei simultanen 4K-Kamera-Streams mit Filmic Pros „Extreme“-Bitraten. Reduziert man die Qualität der Aufnahmen, könnten auch drei oder gar vier Kamera-Streams gleichzeitig aufgenommen werden. Auch andere App-Entwickler sollen Zugriff auf dieses Feature haben.

Panorama-Fotos können einen maximale Auflösung von 63 Megapixel erreichen, ein ruhiges Händchen vorausgesetzt, und jetzt zusätzlich zum regulären Weitwinkel-Objektiv auch mit dem Ultraweitwinkel erstellt werden.

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Reguläres Weitwinkel-Panorama / © NextPit Bildquelle: NextPit
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Neues Ultraweitwinkel-Panorama mit höherem Bildbereich / © NextPit Bildquelle: NextPit

Weitwinkligere Frontkamera: Wie bereits erwähnt wurde der Frontkamera ein massives Upgrade verpasst. Sie ist jetzt auch weitwinkliger als zuvor, was Gruppen-Selfies vereinfacht. Die maximalen 12 Megapixel Auflösung liefert die Frontkamera aber auch nur im herausgezoomten Modus. Hält man das iPhone nämlich hochkant, nimmt das iPhone an, dass man ein Einzel-Selfie knipsen möchte und zoomt etwas hinein auf äquivalente 30 mm Brennweite. Dadurch reduziert sich die Auflösung des Fotos auf rund 7 Megapixel. Auf Wunsch kann man natürlich manuell rein- und rauszoomen.

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Selfies mit zwei Brennweiten aus einer Frontkamera/ © NextPit Bildquelle: NextPit

Fazit

Das neue Triple-Kamera-System des iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max setzt neue Maßstäbe sowohl im Bereich der Smartphone-Fotografie als auch -Videografie. Farb- und Kontrastwerte sind Apple typisch sehr realitätsnah, Dynamik, Tiefe und Detailreichtum der Aufnahmen überzeugen. Der Nachtmodus ist der aktuell beste in einem Smartphone, besser als jener im Pixel 3. Interessant dürfte freilich der Vergleich zum kommenden Google Pixel 4 werden.

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Allsehend / © NextPit / Ben Miller Bildquelle: NextPit / Ben Miller

Die Ultraweitwinkel-Kamera liefert bei mittelmäßigen bis sehr guten Lichtverhältnissen beeindruckende Aufnahmen, die bis zu den Rändern ihre Bildschärfe beibehalten. Hier und da lassen sich besonders bei kontrastreichen Strukturen und bei sehr hellen Lichtverhältnissen an den Bildrändern leichte chromatische Aberrationen feststellen. Das liegt aber leider in der Natur der Sache bei Ultraweitwinkel-Objektiven, besonders bei jenen in so kleinem Formfaktor. Erwähnt sei an dieser Stelle auch noch, dass mit der Ultraweitwinkel-Kamera bislang keine RAW-Fotos aufgenommen werden können. Auch unterstützt sie nicht den neuen Nacht-Modus. Warum das so ist, hat Apple nicht verraten. Die Vermutung liegt aber nahe, dass die neue Optik recht viel Postprocessing verlangt, beispielsweise in Form von Linsenkorrektur und anderen Filter für z.B. chromatische Aberrationenen.

Das derzeitige Maß aller Smartphone-Fotografie-Dinge lässt sich Apple einiges kosten. 1.149 Euro für die kleinste Version des iPhone 11 Pro mit 5,8 Zoll Display und 64 Gigabyte Speicher oder 1.249 Euro aufwärts für das 6,5-Zoll-Modell sind kein Schnäppchen. Das reguläre iPhone 11 für 799 Euro im Vergleich schon eher, besonders wenn man bedenkt, dass es bis auf die Telefoto-Optik weitgehend dieselben Kamera-Features bietet.