Pros des Fauna Audio Glasses

  • Coole Optik
  • Elektronik sehr unauffällig
  • Praktisches Ladecase
  • Offener Sound perfekt für Radfahrer

Contras des Fauna Audio Glasses

  • Klang zu schwach für HiFi-Musikgenuss
  • Akkulaufzeit mit 4 Stunden recht kurz
  • Kein Ausschalter
  • Ein paar Verbindungsprobleme

Kurzfazit

Sonnenbrillen mit eingebautem Soundsystem sind so eine Sache. Wenn man schon knapp 250 Euro für ein solches Gadget bezahlt, sollte der Klang ordentlich sein. Gleichzeitig sollte die Brille, falls man einmal keine Musik hören möchte, auch als Sonnenbrille taugen und dabei nicht stören.

Beides schaffen die Fauna Audio Glasses eher mittelmäßig. Beim Musikhören kam es immer wieder zu Verbindungsproblemen, bei denen die Brille plötzlich die Verbindung verlor – hier lässt sich allerdings auf Besserung durch ein Software-Update hoffen. Der Klang passt gut in den Hintergrund, beim aktiven Zuhören fehlt es im Vergleich zu Kopfhörern an Bässen und Lautstärke.

Fauna Audio Glasses close up NextPit
Optisch erinnert das getestete Modell an die RayBan Wayfarer. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das Brillenetui als Ladeschale zu nutzen, ist wirklich cool! Hierdurch nehmt Ihr die Brille nie leer mit nach draußen, wenn Ihr Musik hören wollt. Das große Manko ist jedoch, dass die Brille beim Entnehmen stets angeschaltet wird und auch an bleibt. Wollt Ihr Eure Glubscher also nur gegen Sonne schützen, geht das immer auf Kosten der Akkulaufzeit und Ihr hört zwischendurch die verzweifelten Paarungsversuche einer Computerstimme. Der Tragekomfort ist dabei in Ordnung

Für wen eignen sich die Fauna Audio Glasses?

Für unseren Testbericht hat uns Fauna sein Modell “Spiro Transparent Brown” zugeschickt, das mit getönten Gläsern als Sonnenbrille dient.  Die Tönung zerläuft ein wenig nach unten, was gerade bei der Handynutzung ganz praktisch ist. Alternativ gibt es ein weiteres Sonnenbrillenmodell und zwei Modelle ohne Tönung. Jeweils kann ein Optiker Euch Korrekturgläser einsetzen, sodass Ihr auch gut sehen könnt.

Faunas Audio Glasses sind als Wearable für den ganzen Tag gedacht. Optimalerweise bleiben die Brillen also immer mit Eurem Handy verbunden, sodass Ihr jederzeit Musik oder Podcasts hören, Anrufe entgegennehmen oder von sogenannten “Whistles” an bestimmte Handlungen erinnert werdet. Das Tragen den ganzen Tag über ist mit den Klarsichtbrillen natürlich ein wenig realistischer.

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Die Elektronik befindet sich in jedem der beiden Bügel. Jeweils davor und danach können Optiker das Gestell für Euch anpassen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Alle Fauna Modelle kommen mit dem Ladecase, um das es später noch viel gehen wird. Denn damit hebt sich der Hersteller ziemlich von konkurrierenden Modellen ab. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei jedem Modell bei 249 Euro – Kosten für den Glaswechsel beim Optiker exklusive, versteht sich.

Das gefällt mir an den Fauna Audio Glasses

Optik und Dezenz

Ein wenig hochgestochen klingt diese Überschrift, aber tatsächlich wird kaum jemandem auffallen, dass Ihr mit den Fauna Audio Glasses eine Brille mit integrierten Lautsprechern tragt. Die gesamte Elektronik der Brille befindet sich in den jeweiligen Ohrenbügeln, die ein wenig dicker und mattschwarz ausfallen. Habt Ihr wie ich ein wenig längere Haare, verschwinden die Bügel aber sowieso und dann werdet Ihr höchstens schräg angeguckt, wenn aus Eurem Kopf auf einmal leise Musik dringt.

Vielleicht schauen Euch Passanten aber auch an, weil Ihr so unwiderstehlich gut ausseht. Das von mir getestete Modell hat einen sehr modernen Look, der ein wenig an die bekannte RayBan Wayfarer erinnert. Ihr wisst schon – Everybody Needs Somebody to Love – Blues Brothers und so weiter und so fort! Anders als bei einigen anderen futuristischen Wearables hatte ich keine Scham, mit den Fauna Audio Glasses vor die Tür zu gehen. Ein Pluspunkt!

Die Ladeschale

Deutlich klobiger als bei einer herkömmlichen Brille ist allerdings das Lade-Case, das jeder Brille beiliegt. Diese beherbergt schließlich auch einen Akku mit 1.300 Millimaperestunden, der in maximal zwei Stunden über USB-C wieder mit Strom versorgt werden kann. Auch wenn dieser USB-C-Port an einem ziemlich merkwürdigen Ort platziert ist, befreit er die Brille von einem Ladeanschluss.

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Das Ladecase lädt die Sonnenbrille bei jedem Reinlegen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Naja nicht ganz, denn schließlich befinden sich zwei Kontakte im Rahmen der Brille, die aber beim Aufsetzen im Scharnier verschwinden. Faltet Ihr die Brille also beim Einlegen ins Lade-Etui zusammen, wird sie direkt aufgeladen. Auch wenn Fauna in der Beschreibung darauf hinweist, dass Ihr die Brille ein wenig herunterdrücken müsst, hat das im Test auch so ganz gut geklappt.

Wie bereits eingangs erwähnt ist hierbei das einzige Manko, dass die Brille keinen Ausschalter besitzt. Stattdessen schaltet sich die Brille nach rund 20 Minuten automatisch in einen Standby-Modus, den Ihr nur über das Ladecase wieder verlassen könnt. Somit müsst Ihr das Lade-Case immer mit Euch herumtragen. Auch beim Spazierengehen mit kurzer Hose im Sommer. Was eigentlich so positiv ist, hat also leider auch einen starken negativen Effekt.

Audio-Feeling

Lange hab ich überlegt, ob ich dieses Kapitel nicht lieber “Klangqualität” nennen sollte. Irgendwie passt es nicht ganz, denn das Musikhören mit den Fauna Audio Glasses ist ein Anderes. Ich habe es im Testzeitraum am ehesten damit verglichen, als würde ein unsichtbarer Lautsprecher über Eurem Kopf schweben.


Denn da die insgesamt vier Lautsprecher, an jedem Bügel sitzt ein 2-Wege-System mit einer patentierten USound MEMS-Technologie, nicht direkt in den Gehörgang zielen, bleibt Euer Ohr offen für andere Klänge. Beim Fahrradfahren oder Spazierengehen bleibt Ihr also automatisch aufmerksam. Dem aktuellen Noise-Cancellation-Trend bei Kopfhörern geht das natürlich diametral entgegen.

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Das sind die kleinen Lautsprecher, die Eure Ohren offen und ein bisschen schwach mit Musik versorgen. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der Klang ist dabei laut genug, dass ich sogar im lauten Großstadtverkehr die Erzählungen in Podcasts verstehen kann. Der Klang ist jedoch recht blechern und sehr höhenlastig. Trotz zweier Woofer fehlen zudem so ziemlich die gesamten Bässe. Dass ich während des Tests auf einem kleinen Kendrick Lamar-Trip war, hat da für wenig Begeisterung gesorgt.

Zum aktiven Musikhören würde ich die Fauna Audio Glasses nicht nutzen, aber ist das wirklich ihre Bestimmung? Eher ist es ein Wearable für draußen, dass Eurem Leben einen für andere kaum hörbaren Soundtrack hinzufügt.

Wenig Sound-Bleeding

Um diese Überleitung noch kurz mitzunehmen: Das Sound-Bleeding der Fauna Audio Glasses ist mir auch positiv aufgefallen. Ich habe einer Freundin die Sonnenbrille vor einer Joggingrunde aufgesetzt und habe erst dann gemerkt, wie wenig man als Außenstehender von der Musik hört. Mit 2 Metern Corona-Sicherheitsabstand habe ich von der Musik nur noch ein leises Flüstern vernehmen können. Peinliche 90er-Songs oder Sex-Podcasts gehen also auch!

Das hat mir nicht gefallen

Gelegentliche Verbindungsprobleme

Mein Start mit den Fauna Audio Glasses verlief nicht ganz so glimpflich. Denn mit dem Samsung Galaxy S21+ wollte sich die Sonnenbrille gar nicht erst verbinden. Da ich kurze Zeit später zum Test auf das Galaxy S21 wechselte, startete ich einen neuen Versuch und siehe da, die Verbindung klappte. Allerdings kam es auch hier zu einigen Problemen.

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Die Verbindungsprobleme beziehen sich auf die Verbindung zur App. Das Aufladen über die Kontakte funktionierte einwandfrei. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Beim Telefonieren brach die Verbindung plötzlich ab und die Telefonie über die Brille klappte für einige Zeit gar nicht mehr. Die App sucht nach dem Öffnen des Lade-Etuis, durch diese Handlung startet man das Pairing, vergebens nach der Brille und man muss erst in den Bluetooth-Einstellungen das Pairing im Betriebssystem aktivieren.

In der Fauna-App gibt es noch einmal Schaltflächen, um die Brille stummzuschalten und um die Verbindung zu kappen. Diese zeigten nicht immer eine Wirkung, wenn ich sie ansteuerte und auch die Informationen über die Brille, ich schätze hier sieht man auch die Akkulaufzeit, lädt nicht. Hier muss Fauna noch ein wenig an der Software schrauben!

Tragekomfort

Mit einem Gewicht von 50 Gramm ist die Brille relativ schwer. Das Gewicht verteilt sich Brillentypisch an drei Punkten Eures Kopfes: Den beiden Ohren und der Nase. Auf Dauer ist das Gewicht zwar nicht unbedingt unangenehm, man spürt die Brille aber immer. Privat trage ich auch häufig eine sehr leichte Brille, die ich meist so stark vergesse, dass ich mir beim Ausziehen von Pullis fast ein Auge aussteche. Vielleicht ist es aber auch der starke Kontrast, der mir bei den Fauna Audio Glasses auffällt.

Objektiver zu bewerten ist da, dass die Brille mir ein wenig von der Nase rutscht. Das ist natürlich Kopfsache (hehe) und kann von Eurem Optiker sicher ein wenig verbessert werden, wenn er die Brille für ein nettes Lächeln einstellt. Das ist trotz der elektronischen Teile an den Plastik- und Metallteilen der Brille durch Wärmeeinwirkung möglich.

Akkulaufzeit beim Musikhören

Fauna gibt für seine Musiksonnenbrille eine Akkulaufzeit von vier Stunden an. Somit liegt das Wearable deutlich hinter Over-Ear-Kopfhörern und macht auch früher schlapp als viele True-Wireless-Kopfhörer. Ich weiß nicht ganz, wie gut sich die beiden Techniken vergleichen lassen, aber in der Praxis fällt die Akkulaufzeit schon negativ auf.

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Auch wenn das Ladesystem sehr intuitiv ist – die Akkulaufzeit beim Musikhören ist eher lästig. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Gerade, da man die Brille ja dem Konzept nach den ganzen Tag aufhaben sollte. Ihr erinnert Euch an die Whistles, die Euch den Tag über an bestimmte Dinge erinnern sollen. Wer sich an einem sonnigen Tag in die Stadt aufmacht, wird die integrierten Akkus plätten – und muss als Backup noch ein paar Kopfhörer mitnehmen. Das sollte ja nicht Sinn der Sache sein.

Was mir sonst noch aufgefallen ist

Kommen wir zum Abschluss noch zu Dingen, die mir schlichtweg aufgefallen sind. Für meine persönliche Kaufentscheidung wären die folgenden Dinge nicht so relevant – vielleicht ist das bei Euch ja anders?

  • Die beiden Elektronik-Elemente an den Bügeln verfügen über Touch-Elemente für Lauter, Leiser, Start, Stopp und für die Aktivierung des Voice-Assistants
  • Die bereits erwähnten Whistles beschreiben eine englische Sprachausgabe, die Euch an Wassertrinken und an gerades Sitzen erinnert, Euch einen Pomodoro Timer bietet oder beruhigende Musik spielen kann. Fun Fact: Fauna schlägt Euch auch die Nutzung zum Einschlafen vor. Davon rate ich Euch aber eher ab
  • Fauna ruft dazu auf, eigene Vorschläge für Whistles einzusenden. Das Feature wird womöglich noch erweitert
  • Als Gläser vertraut Fauna auf hochwertige ZEISS Dura Vision BlueProtect Gläser (ohne Tönung) und auf Carl Zeiss Sonnenlinsen. Die Klarsichtgläser verfügen über einen Blaufilter
  • Das Lade-Etui wiegt stolze 196 Gramm 
  • Die Brille ist nach IP52 gegen Wasser geschützt
     

Fazit

Mir gefällt die Richtung, in die Fauna mit seinen Audio Glasses geht. Dieser leichte Einschlag, den übrigens auch OnePlus-Gründer Carl Pei mit seinem Start-Up Nothing geht, dass Wearables am besten gar nicht auffallen oder zumindest nie im Weg stehen, muss ich nach einigen Testtagen loben. Auch wenn es noch an Feinschliff fehlt, ist die Entscheidung, eine bereits habituierte Handlung (Einlegen der Brille in ein Etui) mit einem Lademechanismus zu verbinden, großartig.

Auch die Brille an sich ist dezent und schick genug, um nicht als Nerd-Version eines bestehenden Produkts aufzufallen. Der Klang ist wie bei allen offenen Audio-Systemen eher etwas für nebenbei, was aber durchaus seinen Charme hat. Als Fahrradfahrer in der Großstadt begrüße ich alle Funktionen in Richtung Durchschleifen oder Durchlassen von Verkehrsgeräuschen.

Abzüge muss ich Faunas aktueller Software geben, die mir zu viele Verbindungsprobleme aufweist. Auch dass die Brille bei jedem Entnehmen angeht und sich nur nach einiger Zeit alleine ausschaltet – dann wiederum nicht ohne Etui reaktiviert werden kann – muss ich bemängeln. Wäre die Akkulaufzeit mit vier Stunden sowieso nicht schon knapp bemessen, hätte ich die Tendenz zum Anbleiben fast noch durchgehen lassen. Der 100-mAh-Akku widerspricht aber der gepfiffenen Aufforderung, die Audio Glasses am besten gar nicht mehr vom Kopf zu nehmen.

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