Bewegungsradius anschauen: Wie viel Beinfreiheit sind 15 Kilometer?

Bewegungsradius anschauen: Wie viel Beinfreiheit sind 15 Kilometer?

Um die Verbreitung der Corona-Pandemie effektiver eingrenzen zu können und gleichzeitig einen harten Lockdown mit Stay-at-Home-Anordnung zu vermeiden, hat die Bundesregierung sich für eine 15-Kilometer-Regel entschieden. Dabei sollen Bewohner in Gebieten mit vielen Fällen einen Radius von 15 Kilometern um den Wohnort möglichst nicht verlassen – aber wie weit ist das eigentlich? Diese Tools helfen Euch dabei.

Bevor wir zu den Möglichkeiten kommen, wie Ihr die Bewegungsfreiheit trotz 15-Kilometer-Regel am besten herausfinden könnt, ein kurzes Vorwort. In diesem Artikel wird bewusst darauf verzichtet, eine Wertung der politischen Entscheidung, die Bewegungsfreiheit mancher Bürger und Bürgerinnen auf 15 Kilometer einzuschränken, vorzunehmen. Auch wenn diese Regel sicher nicht unumstritten ist und vor allem nicht alle Menschen davon betroffen sind, kommt bei vielen Menschen die Frage auf: Wie groß ist ein Radius von 15 Kilometern überhaupt?

Die 15-Kilometer-Regel widerspricht darüber hinaus nicht den geltenden Regeln des aktuellen Lockdowns oder den Vorschriften, die zu dem Zeitpunkt gelten, an dem Ihr diesen Artikel lest. Wollt ihr also mit den Tools herausfinden, ob Euer Lieblingsschwimmbad im Radius liegt und Ihr damit also grünes Licht habt, solltet Ihr Euch unbedingt über aktuelle Beschränkungen informieren. Denn nur weil das Bad im Radius liegt, heißt es nicht, dass es für Euch geöffnet ist. Nun aber zu den Tools!

Im Browser per Calcmaps.com

Eine sehr einfache Lösung, die mit Karten von Google Maps arbeitet, ist die Webseite Calcmaps.com. Hier gebt Ihr einfach Eure Adresse ein und gebt an, welchen Radius der Kreis denn haben soll. Im Falle der 15-Kilometer-Regel sind das, wer hätte es gedacht, 15 Kilometer.

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Der Bewegungsradius erlaubt es Euch nachzuvollziehen, in welchem Umkreis Ihr Euch aufhalten solltet. / © Calcmaps

Anschließend könnt Ihr diese Karte herunterladen oder ausdrucken. Bedenkt dabei jedoch, dass sich die Vorgaben der Bundesregierung auf einen Radius um Euren Wohnort und nicht um eure Haustür handelt. Für Freunde von Zahlen: Ein Kreis mit einem Durchmesser von 15 Kilometern gibt Euch ziemlich genau 706.858.347 Quadratmeter oder 706.68 Quadratkilometer Platz. Bei den Berliner Quadratmeterpreisen könntet Ihr Euch dafür schon fast das neue iPhone 12 Pro Max kaufen! (Kleiner Scherz, seid mir nicht böse)

Mit GPS-Tracking per Smartphone-App oder iOS-Funktion

Müsst Ihr in einem betroffenen Gebiet tatsächlich aus privaten oder beruflichen Gründen umherreisen, kann es hilfreich sein, wenn Ihr Euch über das Verlassen der Grenze informieren lasst. Da fast jedes Smartphone mit GPS ausgestattet ist, gibt es dafür komfortable Lösungen:

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Mit der Erinnerungsfunktion könnt Ihr Euch beim Verlassen des Radius per iPhone informieren lassen. / © Apple / Screenshot: NextPit
  • Unter iOS könnt Ihr Euch einen Standort-Alarm über die Erinnerungen einrichten. Dabei müsst Ihr lediglich eine eigene Erinnerung erstellen, das GPS-Symbol über Eurer Tastatur antippen und anschließend einen Radius einzeichnen. Verlasst Ihr den Radius, erinnert Euch Euer Handy.
  • Android besitzt nativ keine solche Funktion, doch hier hilft Euch im Google Play Store der Suchbegriff "Standort-Alarm" weiter. Die Apps Naplarm*, Don't miss the stop* und Wake me There* haben jeweils über 4 Sterne.

Falls sich wie bei Casis Kommentar zur Rückkehr der alten Normalität wieder Nutzer mit Verschwörungstheorien tummeln, hier noch ein Versuch: Jeder, der unter diesem Artikel eine Verschwörungstheorie verbreiten möchte, muss mir vorher 10 Euro auf meinen PayPal-Account überweisen. Mal sehen, ob das die selbsternannten Querdenker im Zaum hält ... P.S.: Meine eigene Idee, keine Entscheidung der Redaktion.

*externe Links zum Google Play Store, keine Affiliate-Links

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Top-Kommentare der Community

  • Sven vor 1 Woche

    Wenn man für Entfernungen schon ein Tool braucht, anstatt sonst mal Herz&Hirn einzusetzen, werden wir diesen kleinen Virus nie bändigen.
    Einfach mal Verzicht üben, dann kann man sich irgendwann mal wieder normal bewegen und (wieder) leben wie bis Anfang März 2020.

    Was macht die Mehrheit: Rodelberge übervölkern, sich an touristischen Magneten wie Schliersee treffen statt einfach vor der Haustüre das Bein zu bewegen.

  • Benjamin Lucks
    • Admin
    vor 1 Woche

    Hessenschau zitiert den Ministerpräsidenten Bouffier:

    "Bewohner dürf[t]en einen Radius von 15 Kilometern rund um ihren Wohnort, ihre Unterkunft, ihren Arbeitsplatz oder ihr Grundstück dann nicht mehr für Freizeitaktivitäten und tagestouristische Ausflüge verlassen"

    Die Regel scheint unklar genug, dass es bei einer Kontrolle zu unangenehmen Diskussionen kommt :\

24 Kommentare

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  • Wenn man für Entfernungen schon ein Tool braucht, anstatt sonst mal Herz&Hirn einzusetzen, werden wir diesen kleinen Virus nie bändigen.
    Einfach mal Verzicht üben, dann kann man sich irgendwann mal wieder normal bewegen und (wieder) leben wie bis Anfang März 2020.

    Was macht die Mehrheit: Rodelberge übervölkern, sich an touristischen Magneten wie Schliersee treffen statt einfach vor der Haustüre das Bein zu bewegen.


  • Für uns Onlinezocker ensteht doch eher eine ganz andere Frage:"müssen wir jetzt unbedingt diesen 15 Km Radius nutzen?" Alles was ich brauche ist max. 2 Km entfernt :-D


  • 1) Zunächst einmal fehlt in diesem Artikel der konkrete Hinweis darauf, dass die fragliche 15-Kilometer-Regel lediglich in Landkreisen mit einer Inzidenz über 200 gilt. Die Angabe "mit vielen Fällen" ist einfach nur extrem schwammig und nichtssagend. Und sooo viele Landkreise sind das momentan gar nicht.

    2) Dann heißt es, dass in diesem Artikel bewusst darauf verzichtet wird, eine Wertung der politischen Entscheidung vorzunehmen. Aber unmittelbar danach folgt dann doch eine Wertung, nämlich dass diese Regel sicher nicht unumstritten ist. Mannomann!

    3) Warum sollte es hilfreich sein, sich über das Verlassen der 15-Kilometer-Grenze zu informieren, wenn man "in einem betroffenen Gebiet tatsächlich aus [...] beruflichen Gründen umherreisen" muss???
    Berufliche Tätigkeiten werden durch diese Regelung überhaupt nicht eingeschränkt.
    Auch im privaten Bereich gibt es zahlreiche triftige Gründe, bei denen die 15-Kilometer-Regel unerheblich ist.

    4) Wozu sollte man wissen wollen, ob das "Lieblingsschwimmbad" im (15-Kilometer-)Radius liegt???
    Schwimmbäder sind derzeit sowieso für die Öffentlichkeit geschlossen. Lediglich der Schulsport, das Training von Profischwimmern u.ä. ist zulässig, aber in diesen Fällen spielt die 15-Kilometer-Regel ebenfalls keine Rolle. Man braucht also kein zusätzliches "grünes Licht".

    Es wäre wohl besser, wenn sich Nextpit aus Themen rund um Gesetze, Verordnungen, Politik usw. raushält und sich lieber um Dinge kümmert, mit denen man sich dort wenigstens ein bisschen auskennt.


    • Diese Kritik finde ich etwas überzogen. Es geht in dem Artikel lediglich um ein technisches Hilfsmittel, um den Bereich mit dem entsprechenden Radius zu ermitteln. Wir sind hier doch in einen Technikmagazin, da erwarte ich jetzt nicht, dass alles bis ins kleinste nachrecherchiert wird, was mit dem eigentlichen Thema gar nichts zu tun hat. Man kann es mit Wortklauberei auch übertreiben.


    • 1) Ich habe die Formulierung absichtlich grob gelassen, da sich jeder selbst über die aktuelle Lage informieren sollte. Wenn ich nun reinschreibe, dass die Grenze bei einer Inzidenz von 200 liegt und sich dies Morgen ändert, will ich dafür anschließend nicht in die Verantwortung gezogen werden. Da unser Themenschwerpunkt hier nicht liegt, der Hinweis "unbedingt über aktuelle Beschränkungen informieren".

      2) Dass die Regel nicht unumstritten ist, ist eine Beobachtung und keine Wertung.

      3) Nur weil etwas rechtlich erlaubt ist, gibt es Menschen, die sich dennoch an Empfehlungen halten. Dieses ständige Ausreizen der aktuellen Auflagen verstehe ich ohnehin nicht. Es wird sicher Menschen geben, die sich auch aus beruflichen Gründen an eine solche Regelung halten, eben weil sie vorsichtig sind und nicht immer alle rechtlichen Freiheiten zu 100 Prozent ausreizen wollen. Für genau diese ist es also doch interessant.

      4) Da hast Du leider genau das Gegenteil verstanden. Ich habe geschrieben, dass man sich unbedingt an die Vorgaben halten soll. Wenn also das Lieblingsschwimmbad in diesen Radius fällt, heißt das nicht automatisch, dass man dort hinfahren sollte weil es eben laut aktueller Vorgaben nicht erlaubt ist. Das Beispiel war ein Versuch, anschaulich zu machen. Wenn das zu unscharf ist, kann ich das gleich gerne noch einmal anpassen.

      Genau weil wir uns ja durch unseren technischen Schwerpunkt nicht so gut auskennen, wie andere Magazine, habe ich immer wieder zum Recherchieren der genauen Vorgaben aufgefordert. Denn dass wir uns auf Technik konzentrieren sollten, so wie ich es getan habe, da stimme ich dir zu.

      Liebe Grüße
      Ben


  • > Wollt ihr also mit den Tools herausfinden, ob Euer Lieblingsschwimmbad im Radius liegt und Ihr somit grünes Licht habt, solltet Ihr Euch unbedingt über aktuelle Beschränkungen informieren.

    Warum sollte ich das wissen woillen? Schwimmbäder sind ohnehin geschlossen :D


    • Ist das wirklich so missverständlich, oh Mann?
      Das sollte ein Beispiel dafür sein, dass man sich jetzt nicht blind an diesem Radius, sondern an den geltenden Bestimmungen orientieren soll. Denn nur weil das Schwimmbad keine 15 Kilometer entfernt ist, heißt es nicht, dass man dort hinfahren kann.

      Ich präzisiere das noch einmal, danke Aries!


  • Die 15 KM gelten nicht "ab dem eigenen Wohnsitz" sondern "ab der Stadtgrenze"!


    • Hessenschau zitiert den Ministerpräsidenten Bouffier:

      "Bewohner dürf[t]en einen Radius von 15 Kilometern rund um ihren Wohnort, ihre Unterkunft, ihren Arbeitsplatz oder ihr Grundstück dann nicht mehr für Freizeitaktivitäten und tagestouristische Ausflüge verlassen"

      Die Regel scheint unklar genug, dass es bei einer Kontrolle zu unangenehmen Diskussionen kommt :\


    • Stimmt.
      Bei der Regelung zählt ein 15 Kilometer Kreis um den **gesamten Wohnort** – also beispielsweise um ganz München, nicht um die eigene Adresse.
      Zumindest steht es so auf der Seite der Bundesregierung.

      Manchmal sollten sich die Politiker mal etwas geschriebenes ganz genau anschauen, bevor sie anfangen die Pferde scheu zu machen.

      Wäre ja auch Hirnrissig ansonsten, dann könnten Leute aus Vororten von Risikogebieten problemlos in Gebiete weiter außerhalb fahren, wo vielleicht bisher nur wenige Fälle aufgetreten sind, aber nicht in die eigene Stadt.


      • Das gute alte Stille-Post-Problem!
        Ich ergänze das noch einmal mit den genauen Infos der Bundesregierung.
        Danke an Euch beide!


      • > Bei der Regelung zählt ein 15 Kilometer Kreis um den **gesamten Wohnort** – also beispielsweise um ganz München, nicht um die eigene Adresse.

        Diese Auslegung bezweifle ich. Bewohner von kleinen Dörfern dürften sich weniger weit bewegen, als Großstädter. Das wäre zum einen mit der Gleichbehandlung nicht vereinbar und es liefe dem Grundgedanken der Kontaktvermeidung entgegen, denn in Großstädten begegnet man auf der gleichen Fläche automatisch mehr Menschen als auf dem Land.

        Der Begriff "Wohnort" kann sowohl ein Dorf oder eine Stadt bezeichnen, wird aber auch für die Wohnadresse verwendet. In der bayrischen Verordnung ist übrigens immer von "Wohnung" die Rede. Bei haarspalterischer Auslegung darf ich dann nicht in den Keller und zum Briefkasten? Denn diese finden sich nicht unter den triftigen Gründen.

        Ich bin überzeugt, mit "Wohnort" ist das Grundstück gemeint, auf den die Wohnung sich befindet und am dort gilt der 15 km-Radius, auch wenn Merkel laut Tagesschau angeblich etwas anderes gesagt hat.


      • Tagesschau schreibt diesbezüglich:

        "Laut Kanzlerin Angela Merkel ist damit nicht die Wohnadresse gemeint, sondern zum Beispiel die Stadt."


      • Tagesschau schreibt diesbezüglich:

        "Laut Kanzlerin Angela Merkel ist damit nicht die Wohnadresse gemeint, sondern zum Beispiel die Stadt."
        Weiß Frau Merkel immer, was sie sagt? 😳


      • Ja, trotzdem ist es am Ende egal, was Frau Merkel laut Tagesschau gesagt hat. Zum einen liegt das gar nicht in ihrer Kompetenz, sondern ist Länderkompetenz und zum anderen gilt das, was in den einzelnen Länder-Verordnung steht. Die gibt es noch gar nicht, die werden gerade erst in den Ländern erstellt.

        Die Verordnungen anderer Bundesländer habe ich nicht nicht gelesen, dafür gab es keinen Grund. In Bayern ist bisher jedenfalls immer von "Wohnung" die Rede gewesen und ich bin mir ziemlich sicher, dass das weiterhin so sein wird.
        https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/rechtsgrundlagen/
        https://www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2020-737/

        Sollte wirklich "ab Ortsrand" gelten, wären die Verordnungen angreifbar, weil das gegen die Gleichbehandlung verstoßen würde, denn Großstädter hätten einen viel größeren Aktionsradius wie Dorfbewohner. Zur Grundidee der Kontaktvermeidung würde es auch nicht passen, denn in der Großstadt treffe ich nunmal tendenziell mehr andere Leute auf der gleichen Fläche als auf dem Land.


  • Wie genau ist das denn mit dem Radius eigentlich geregelt? Gilt der nicht erst ab Stadtgrenze? Ich meine, sowas gehört zu haben. Das würde für große Städte den Radius noch ein wenig erhöhen.

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