NextPit

Bluetti EB3A+PV200 im Test: kompakte Überall-Powerstation mit Solar

NextPit Bluetti EB3A 7
© NextPit

Die Bluetti EB3A ist eine superkompakte Powerstation, die in Verbindung mit dem neuen Solarpanel PV200 als ultramobiler Solargenerator dient. Die LiFePO4-Technologie verspricht der Powerstation eine lange Lebensdauer, während die maximale Ausgangsleistung mit 600 Watt für das kompakte Format sehr ordentlich ist. NextPit hat die Bluetti EB3A für Euch getestet.

Bewertung

Pro

  • Sehr kompaktes und praktisches Gehäuse
  • 600 Watt per AC und 100 Watt per USB-C
  • Wireless Charging auf der Oberseite
  • Taschenlampe mit SOS-Funktion
  • schickes Farb-Display
  • praktische App
  • dient auch als USV

Contra

  • Bluetooth-Verbindung ungesichert und nicht abschaltbar
  • teilweise lauter Lüfter

Bluetti EB3A: Preis und Verfügbarkeit

Die günstige Bluetti EB3A überzeugt im Test mit einem echt kompakten Format und dennoch starker Ausgangsleistung. 600 Watt – beziehungsweise im Turbo-Modus 1200 Watt – suchen in dieser Preisklasse ihresgleichen. Hinzu kommen praktische Features wie der USV-Betrieb, die integrierte Taschenlampe und die Steuerung per App. Es ist allerdings bedenklich, dass sich die Bluetooth-Verbindung nicht abschalten lässt und keinerlei Sicherung per Passwort zulässt. 

Die Bluetti EB3A kostet regulär 399 Euro. Aktuell bietet der Hersteller auf seiner eigenen Webseite eine Rabattaktion an, bei der Ihr jeweils 100 Euro sparen könnt und die Powerstation für gerade einmal 299 Euro bekommt.

Bluetti EB3A mit PV200-Solarpanel
Die Bluetti EB3A wirkt gegen das 200 Watt starke PV200-Solarpanel fast witzig klein. / © NextPit

Das Solarpanel PV200 überzeugt mit einem soliden Stand und flexiblen Aufstell-Winkeln. Ausreichend Licht vorausgesetzt, könnt Ihr die Bluetti EB3A in weniger als zwei Stunden komplett mit Strom betanken. Es gibt allerdings keine Möglichkeit, Verbraucher beispielsweise per USB direkt an das Solarpanel anzuschließen.

Design und Verarbeitung

Die Bluetti EB3A ist superkompakt und hochwertig verarbeitet. Dank des quadratischen Formats ist die Powerstation gut zu packen, der integrierte Tragegriff wirkt solide. Auch das neue PV200-Solarpanel gefällt in puncto Verarbeitung und Funktionen.

Gefällt:

  • kompakte und stapelbare Powerstation
  • ausklappbarer Tragegriff und gute Verarbeitung
  • Solarpanel PV200 nach IP65 gegen Wasser und Staub geschützt
  • Winkel des Solarpanels verstellbar 

Gefällt nicht:

  • Powerstation ohne IP-Zertifizierung
  • keine Ösen o. ä. am Solarpanel

Die Bluetti EB3A ist mit 4,6 Kilogramm vergleichsweise leicht und mit 25 x 18 x 18 cm erfreulich kompakt für eine Powerstation. Das mattschwarze Kunststoffgehäuse macht einen solide verarbeiteten Eindruck. Der Griff auf der Oberseite ist mit etwas Kraft auszuklappen und rastet beim Einklappen satt ein. Er schließt dann komplett plan mit dem Gehäuse ab, sodass sich problemlos weitere Gegenstände oben auf die EB3A stapeln lassen. Vier weiche Gummifüßchen auf der Unterseite sorgen für einen rutschfesten Stand. Eine IP-Zertifizierung gibt es für das Gehäuse leider nicht – Ihr solltet es also nicht draußen im Regen stehen lassen.

Bluetti EB3A Griff
Praktisch: Der solide Tragegriff lässt sich vollständig einklappen, sodass sich die EB3A gut verstauen lässt. / © NextPit

Anders sieht es beim Solarpanel PV200 aus, das wir zusammen mit der Bluetti EB3A getestet haben. Dieses ist nach IP65 zertifiziert und sollte eine Regendusche problemlos überstehen. Der Vorgänger SP200 bietet "nur" eine IP54-Zertifizierung. Ebenfalls neu beim PV200 sind die Standfüße, die nun verschiedene Aufstellwinkel erlauben. Damit könnt Ihr das Solarpanel noch besser an die hoch oder tief stehende Sonne anpassen und somit die Ausbeute optimieren. 

Bluetti EB3A und PV200
Zusammengeklappt lässt sich das Solarpanel ebenfalls gut transportieren. / © NextPit

Das bis zu 200 Watt leistungsstarke PV200 besteht aus vier 63 mal 59 Zentimeter großen Elementen, die übereinandergelegt etwa drei bis vier Zentimeter dick sind. Ausgeklappt bringt es das Solarpanel dann auf stolze 227 Zentimeter Länge. Das Gewicht beträgt 6,5 Kilogramm. Kleiner Wermutstropfen: Im Gegensatz zum Vorgänger hat das PV200 keine eingearbeiteten Ösen mehr, um es beispielsweise als mobiles Balkonkraftwerk am Gelände zu befestigen oder bei starkem Wind gegens Davonfliegen zu sichern.

Bluetti PV200
Auf der Rückseite des Bluetti PV200 gibt es eine Tasche zum Verstauen der Kabel. / © NextPit

Ausstattung und Features

Die Bluetti EB3A bietet für ihren Preisbereich eine Reihe spannender Features, darunter eine vergleichsweise hohe Ausgangsleistung, viele Anschlüsse, USV-Funktion, Taschenlampe und sogar Wireless Charging. Einzigartig in diesem Preisbereich ist zudem die App, die etliche interessante Features ermöglicht – aber auch für Probleme sorgt. Das Solarpanel PV200 beschränkt sich dagegen aufs Nötigste: Es liefert Strom.

Gefällt:

  • breites Set an Anschlüssen
  • Netzteil im Gehäuse integriert
  • Wireless Charging mit 15 Watt
  • App-Unterstützung
  • USV-Funktion

Gefällt nicht:

  • ungesicherte Bluetoothverbindung
  • Bluetooth ist nicht deaktivierbar
  • manche Features nur per App nutzbar
  • kein direkter USB-Anschluss am Solarpanel

Die Bluetti EB3A bietet eine breite Palette an Anschlüssen auf der Vorderseite. Neben der obligatorischen 230-Volt-Steckdose findet Ihr hier auch zwei USB-A-Ports mit jeweils 18 Watt und einen USB-C-Port mit 100 Watt via PowerDelivery. Der 12-V-Kfz-Port ("Zigarettenanzünder") schafft 10A/120 Watt – ebenso wie die beiden DC5521-Anschlüsse. Auf der Oberseite des Gehäuses gibt es noch Wireless-Charging-Pad, das Eure Geräte per Qi mit bis zu 15 Watt auflädt.

Bluetti EB3A
Auf der Oberseite der Bluetti EB3A gibt es ein Qi-Ladepad. / © NextPit

Zum Aufladen gibt's zwei Optionen: AC und DC. Das Netzteil für den Wechselstrom-Anschluss hat Bluetti erfreulicherweise irgendwie noch ins kompakte Gehäuse gequetscht. Ihr braucht zum Aufladen also lediglich ein Standard-Kaltgerätekabel, das Ihr in jedem Baumarkt bekommt. Für Gleichstrom – etwa zum Aufladen via Solarstrom oder per Zigarettenanzünder – gibt's einen weiteren zweipoligen Anschluss (12-28V, max 8,5A).

Einzigartig in diesem Preisbereich ist die App-Anbindung der EB3A via Bluetooth. Sobald das Gleichstrom- oder das Wechselstrom-Ausgangsmodul aktiv sind, schaltet die Powerstation automatisch auch Bluetooth ein, und Ihr könnt Euch über die Bluetti-App verbinden. In der App findet Ihr dann eine Übersicht über die Aktivität der verschiedenen Ein- und Ausgänge sowie Schalter zum Ein- und Ausschalten der verschiedenen Ports.

Bluetti EB3A Screenshots
Die Bluetti EB3A hat eine praktische App. Allerdings ist die Bluetooth-Verbindung immer aktiv und nicht geschützt. / © NextPit

Die Bluetooth-Verbindung ist allerdings nicht gesichert – und lässt sich auch nicht an der EB3A deaktivieren. Sobald Eure Powerstation läuft, kann sich also jeder mit der Bluetti-App verbinden. Einen Passwortschutz oder dergleichen gibt es zum Testzeitpunkt nicht. Die einzige Schutzmöglichkeit besteht darin, Euch selbst mit der EB3A zu verbinden, denn es ist nur eine gleichzeitige Verbindung möglich. Seid Ihr aber beispielsweise gerade am Strand, könnte theoretisch jeder in Bluetooth-Reichweite Eure Kühlbox auf dem Zeltplatz abschalten.

Außerdem solltet Ihr daran denken, die Powerstation immer abzuschalten, sobald Ihr sie nicht benutzt. Denn vermutlich vor allem aufgrund der permanenten Bluetooth-Verbindung gehen im Leerlauf pro Stunde etwa fünf bis sechs Prozent Akkukapazität verloren. Aktiviert Ihr den Eco-Modus in der App, schaltet sich die EB3A immerhin nach vier Stunden selbst ab. 

Bluetti EB3A Taschenlampe
Die Taschenlampe der Bluetti EB3A bietet zwei Helligkeitsstufen und eine SOS-Funktion. / © NextPit

Ein interessanter Punkt noch zum Thema Stromausfall-Absicherung: Ihr könnt die EB3A gleichzeitig laden und entladen – und sie somit als unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) nutzen. Stöpselt Ihr sie also beispielsweise zwischen Steckdose und Kühlschrank, dann versorgt sie im Falle eines Stromausfalls den Kühlschrank noch mehrere Stunden mit Energie. Bedenkt aber, dass Ihr hier aufgrund des permanent aktivierten Inverters mit zusätzlichem Stromverbrauch rechnen müsst.

Praktisch ist zu guter Letzt noch die Taschenlampe, die zwei Helligkeitsstufen und einen SOS-Modus bietet. Mit dem kalten, harten Licht ist sie allerdings tatsächlich "nur" eine Notfall-Taschenlampe und eignet sich nicht etwa als Leselicht oder Tischbeleuchtung beim Zelten. 

Akku-Leistung und Laden

Die Bluetti EB3A bietet im Test eine solide Akku-Leistung, sowohl beim Laden als auch beim Entladen. Gerade die hohe Ausgangsleistung von kurzzeitig bis zu 1200 Watt ist in diesem Preisbereich einzigartig.

Gefällt:

  • hohe Ausgangsleistung, dazu Turbo-Modus
  • schnelle Ladefunktion

Gefällt nicht:

  • -

Erfreulich ist, dass die Powerstation bei moderater Ausgangsleistung komplett lüfterlos läuft. Bei Nutzung mit Notebook plus Monitor und gleichzeitigem Laden eines Smartphones per Wireless Charging bleibt der Lüfter aus. Zwar wird das Gehäuse bei einer Ausgangsleistung von gut 100 Watt spürbar warm, bleibt aber komplett leise.

Bluetti EB3A kaufen*

Auch höhere Ausgangsleistungen sind im Test kein Problem. Allerdings gilt das nur mit per App aktiviertem Turbo-Modus, der kurzzeitig bis zu 1200 Watt erlaubt. Dann klappt's auch mit der Mikrowelle mit 400 Watt Leistung oder mit dem NextPit-Redaktionstoaster (500 Watt). Mit deaktiviertem Turbo-Modus schaltet sich die EB3A in beiden Fällen wegen zu hoher Anlaufleistung ab. Und wie gesagt: Wenn Ihr die Bluetti EB3A nicht benutzt, solltet Ihr darauf achten, dass Ihr die Anschlüsse allesamt abschaltet.

Bluetti EB3A Anschlüsse
Die Bluetti EB3A hat auf der Vorderseite drei Buttons, mit denen Ihr die AC- und DC-Ausgänge sowie die Taschenlampe separat ein- und ausschaltet. / © NextPit

Mit den Standardeinstellungen lädt die Bluetti EB3A laut Hersteller mit 260 Watt. Beim ersten Test zeigte die Powerstation auf dem Display 265 Watt an. Nach dem Firmware-Update auf Version v2053.07 / v2052.04 sind es im Standard-Modus allerdings nur noch 155 Watt. Im Test dauert es so 1 Stunde und 15 Minuten, um die Powerstation von 25 auf 100 Prozent aufzuladen.

In der App gibt es noch weitere Modi für die Ladegeschwindigkeit: Silent (100 Watt) und Turbo (350 Watt). Seit dem obengenannten Firmware-Update ist diese Option allerdings ohne Funktion – vermutlich wird Bluetti dieses Problem aber mit einem kommenden Update wieder beheben. Zuvor kamen wir dann tatsächlich in der Praxis auf Ladeleistungen von 105 und 325 Watt. Im Silent-Modus ist der Lüfter kaum zu hören, im Turbo-Modus allerdings deutlich. Der Hersteller empfiehlt in der App, der Turbo-Modus zugunsten einer verlängerten Akkulaufzeit nur im Notfall zu aktivieren.

Bluetti EB3A Display
Das Display der Bluetti EB3A ist wirklich schön anzusehen. / © NextPit

Leider war uns das Wetter in den vergangenen Tagen nicht gewogen, so dass wir das 200-Watt-Solarpanel PV200 nicht an seine Leistungsgrenze bringen konnten. Unsere Erfahrungen mit den Bluetti-Solarpanels zeigen allerdings, dass sie in der prallen Sonne durchaus sehr nahe an die vom Hersteller genannte Maximalleistung kommen. Sobald uns der Berliner Himmel weitere Tests erlaubt, werden wir den Test an dieser Stelle aktualisieren.

Abschließendes Urteil

Unterm Strich ist Bluetti mit der EB3A ein echter Kraftwürfel gelungen. Klar: Mit 268 Wattstunden könnt Ihr zwar keinen einwöchigen Camping-Urlaub mit Kühlschrank & Co. bestreiten. Aber für den Stadtpark oder für kurzfristige Stromausfälle ist die Bluetti EB3A ein günstiger und solider Helfer. Das gilt insbesondere in Verbindung mit dem Solarpanel PV200, das bei optimalen Bedingungen bis zu 200 Watt liefert.

Bluetti EB3A
In Verbindung mit dem Solarpanel PV200 ist die Bluetti EB3A ein solider Begleiter fürs Camping oder ein wichtiger Helfer in Notfällen. / © NextPit

Die ungesicherte Bluetooth-Verbindung ist allerdings zumindest fragwürdig – wir hoffen, dass Bluetti hier noch per Software-Update nachbessert. Angesichts des hohen Leerlauf-Stromverbrauchs solltet Ihr außerdem in der praktischen App den Eco-Modus aktivieren. Und damit leistungsstarke Verbraucher anlaufen, ist der "Power Lifting"-Modus wichtig.

NextPit erhält bei Einkäufen über die markierten Links eine Kommission. Dies hat keinen Einfluss auf die redaktionellen Inhalte, und für Euch entstehen dabei keine Kosten. Mehr darüber, wie wir Geld verdienen, erfahrt Ihr auf unserer Transparenzseite.
Stefan Möllenhoff

Stefan Möllenhoff

Schreibt seit 2004 über Technik und brennt seither für Smartphones, Fotografie und AI. Treibt täglich Sport mit mindestens zwei Fitness-Trackern am Körper und ist überzeugt, dass man fast alles selber bauen kann, inklusive Photovoltaik-Anlage und Powerstation.

Zeige alle Artikel

Empfohlene Artikel

Hat Dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!
Jetzt mitdiskutieren

Neueste Artikel

Keine Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!