Gewinner und Verlierer: Facebook, Twitter und K-Pop-Stans

Gewinner und Verlierer: Facebook, Twitter und K-Pop-Stans

Es war eine seltsame Woche im Technikjournalismus. In einer Welt, in der sich alles unbedeutend und unwichtig anfühlt, verglichen mit den Protesten um den Tod von George Floyd in den Vereinigten Staaten und der immer noch desaströsen COVID-19-Epidemie. Um diese beiden Tatsachen kommt man nicht herum, und es scheint trivial, so zu tun, als ob momentan alles irgendwie "normal" wäre. Hier sind unsere Gewinner und Verlierer der vergangenen Woche.

Gewinner der Woche: Twitter bricht Rekorde

Twitter ist seit langem das soziale Netzwerk für Eilmeldungen und für Erfinder Jack Dorsey und sein Team stehen aktuell die wohl turbulentesten Zeiten – ever – an. Diese Woche dominierte zum ersten Mal seit Monaten nicht das Coronavirus die Nachrichten, sondern die wachsenden Unruhen in den Vereinigten Staaten, während Demonstranten Gerechtigkeit für den Tod des 46-jährigen George Floyd und Rassengleichheit in der Gesellschaft fordern.

Diese Woche schlossen sich sogenannte K-Pop-Stans zusammen (eine sehr eingefleischte Fangemeinde für koreanische Popmusik; Stan setzt sich zusammen aus "Stalker" und "Fan") und enterten rassistische Hashtags, indem sie diese mit Gifs und Clips ihrer Lieblingspopstars versahen. Die Gruppenaktion erwirkte, dass Hashtags wie #WhiteLivesMatter, die diese Woche auf Twitter im Trend lagen, mit urkomischen Nachrichten und Anti-Rassismus-Beiträgen überschwemmt wurden. K-Pop-Stans, ich grüße Euch!

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Weltweit schließen sich K-Pop-Fans zusammen, um die Hassreden auf Twitter zu übertönen. / © Wikipedia

Als Ergebnis all dessen hat Twitter in der vergangenen Woche die erfolgreichste aller Zeiten erlebt und eine Rekordzahl an Neu-Installationen seiner App erreicht, wie die beiden Marktanalyseunternehmen, Apptopia und Sensor Tower, berichten. Obwohl die genaue Anzahl der von den Firmen gemeldeten Installationen nicht übereinstimmt, sind sich beide einig, dass es eine Rekordwoche für Twitter weltweit war.

Verlierer der Woche: Facebooks Mitarbeiter streiken

Beim Social-Media-Nachbar Facebook dagegen brennt die Hütte. Am Dienstag vergangener Woche hielt der CEO von Facebook, Mark Zuckerberg, eine Videokonferenz mit Mitarbeitern ab, um über seine Entscheidung zu sprechen, die jüngsten Postings von Donald Trump nicht zu zensieren. Auch Links zur Faktenüberprüfung würde es nicht geben, wie es aktuell bei Twitter der Fall ist. Berichten zufolge war eine ungewöhnlich große Zahl von Facebook-Mitarbeitern mit dem Verlauf des Anrufs unzufrieden, und einige Hundert sollen die Arbeit niedergelegt haben.

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Facebook plant nicht, Trump-Posts zu entfernen oder zu kennzeichnen. / © shutterstock, AndroidPIT

Später in der Woche wurde The Verge eine 85-minütige Aufzeichnung des Treffens zugespielt, die einen noch nie dagewesenen Einblick in die Funktionsweise von Facebook und die Art und Weise, wie Zuckerberg sein Schiff führt, ermöglichte. Zuckerberg teilte den Mitarbeitern mit, dass die Entscheidung, die Beiträge von Trump weder zu kennzeichnen noch zu entfernen, schwierig, aber richtig sei. Zu den kritisierten Beiträgen Trumps gehören martialische Warnungen wie: "Wenn die Plünderung beginnt, beginnt die Schießerei". Entsprechend groß ist die Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern.

Es herrschen angespannte Zeiten für Facebook, und die Situation wird sich für Zuckerberg wahrscheinlich nur noch verschlimmern, da er darum kämpft, die Vorgehensweise von Facebook im Namen der Meinungsfreiheit zu rechtfertigen.

Wer waren diese Woche Eure Gewinner und Verlierer? Lasst uns in den Kommentaren diskutieren.


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Quelle: Tech Crunch

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Top-Kommentare der Community

  • C. F.
    • Blogger
    vor 3 Monaten

    "Auch Gewinner*innen der Woche: alle Teilnehmer*innen der BLM-Demos."

    Für mich in der Corona Pandemie die absoluten looser. Demonstrieren: OK. Aber unter Einhaltung der Abstandsregeln. Und das war auf keiner Demo gegeben. Als wäre Corona nicht existent...da habe ich kein Verständnis. Sorry.

11 Kommentare

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  • A. K.
    • Mod
    vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Zuckerberg hat doch gestern angekündigt, zumindest Alternativen im Umgang mit solchen Posts zu überprüfen, oder?


  • Ich habe diese Woche auf fünf "Gegen Nazis" Demos teilgenommen 💪🙂🥳


  • Auch Gewinner*innen der Woche: alle Teilnehmer*innen der BLM-Demos.
    Und heutige Gewinner*innen: die Menschen in Bristol, UK, die ihre Stadt vor einem Denkmal eines Sklavenhändlers befreit haben


    • C. F.
      • Blogger
      vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      "Auch Gewinner*innen der Woche: alle Teilnehmer*innen der BLM-Demos."

      Für mich in der Corona Pandemie die absoluten looser. Demonstrieren: OK. Aber unter Einhaltung der Abstandsregeln. Und das war auf keiner Demo gegeben. Als wäre Corona nicht existent...da habe ich kein Verständnis. Sorry.


      • Es gibt Dinge, die sind es wert während einer Pandemie auf die Straße zu gehen, selbst wenn es sich um ein gefährlicheres Virus handeln würde.
        Zumal die Infektionszahlen ohnehin stetig weiter sinken, trotz aller Lockerungen, trotz den Bootspartys, überfüllten Bars und Geschäften.

        "Der Stadtrat in Minneapolis arbeitet nun daran, herauszufinden, was nötig wäre, um die Polizei von Minneapolis aufzulösen und mit einer gemeindeorientierten, gewaltfreien Funktion für öffentliche Sicherheit und Öffentlichkeitsarbeit neu zu beginnen. Eine Reform der Polizei erscheine nicht realistisch. Stattdessen soll das Geld in Sozialwohnungen und Sozialarbeiter*innen und andere Programme fließen, die Kriminalität präventiv senken.

        Auch wenn es noch ein langer Weg sein wird und die Zusammenarbeit der Bevölkerung erfordert, so zeigt sich erneut, dass die Aufstände ihre Wirkung zeigen. Dass die Stadt überhaupt diesen Plan in Erwägung zieht, würde mit Wahlen nicht erreicht werden."

        schwarzerpfeil.de/2020/06/06/polizeistaat-in-flammen/


      • C. F.
        • Blogger
        vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        "Es gibt Dinge, die sind es wert während einer Pandemie auf die Straße zu gehen, selbst wenn es sich um ein gefährlicheres Virus handeln würde."

        Nicht, wenn man durch diesen Egoismus die Gesundheit oder gar das Leben anderer gefährdet bzw. aufs Spiel setzt. Das ist es gewiß nicht wert und in solch einer Pandemie absolut fehl am Platze. Man kann seine Solidarität auch anders bekunden. Dazu muss man nicht auf die Straße gehen. Würdest du auch in Syrien, während um Dich herum die Granaten und Bomben explodieren und unschuldige Leute sterben, für Ärzte ohne Grenzen demonstrieren? Ich glaube nicht.


  • Meines Wissens nach begann das ja schon damit, dass K-Pop-Fans eine Denunzierapp der Polizei von Dallas geflutet haben. Schön, dass das Zeichen gesetzt hat und weitergeführt wird. Dass es ausgerechnet die so oft belächelten K-Pop-Fans sind, freut mich besonders.

    Für mich sind die Gewinner der Woche Ghibli, die noch dieses Jahr einen neuen Film herausbringen. Okay, er ist "nur" von Goro Miyazaki und nicht von Hayao, er wird digital sein und zuerst bei NHK zu sehen sein und nicht im Kino, aber immerhin, besser als nichts. Ich freu mich drauf!


    • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Hayao Miyazaki hat aber auch ein Auge darauf ^^ Er ist nicht ausschließlich von Gorō.
      Ich bin auch mal gespannt, wie "der erste Computer-animierte Film" von Ghibli wird. Zu den Ghibli-Filmen gehört das Handgezeichnete ja eigentlich irgendwie mit zum Charakter.


      • Ich denke, das wird gut. Gorō ist nicht so schlecht, wie er manchmal dargestellt wird. Den Mohnblumenberg mochte ich sehr, auch wenn er inszenatorisch ein paar Längen hatte. Aber er führt die Arbeit seines Vaters gut fort. Wie sehr einem die Handzeichnungen fehlen werden, dürfte interessant werden.

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