Smartphones sind langweilig geworden und Hersteller versuchen uns Innovationen zu verkaufen, die bestenfalls Evolutionen sind. Es ist der Not geschuldet, dass man sich heutzutage kaum mehr gegen die Konkurrenz absetzen kann – außer mit abstrus anmutenden technischen Spezifikationen (wie beispielsweise die 108-Megapixel-große Kamera des Xiaomi Mi Note 10).

Oder aber mit sehr günstigen Preisen.

Es ist paradox. Die Preise weniger High-End-Smartphones steigen nahezu unaufhaltsam und haben das Niveau vollwertiger PCs erreicht. Darunter aber sinken die Preise fast auf Herstellungskosten.

Günstige Flaggschiff-Alternativen: Für unter 400 Euro gibt es bereits das volle Paket

Ob dieser Trend für die Hersteller wirklich positiv ist, bleibt abzuwarten. Immerhin gehen die aggressiven Preissenkungen auf Kosten der Marge – was mittel- bis langfristig nicht nachhaltig sein kann. Xiaomi hat diesen Trend sogar als Strategie festgelegt und verspricht, dass keines ihrer Geräte mehr als 5 Prozent Gewinnaufschlag haben soll.

Was nicht unbedingt gut für die Hersteller sein muss, ist für uns Kunden ein Grund zur Freude. Denn Verbraucher, die nicht unbedingt ein Gerät einer bestimmten Marke haben wollen, können heute für einen überschaubaren Preis ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen.

Wir haben für Euch die besten Alternativen zu den Flaggschiffen Samsung Galaxy S10, iPhone 11 Pro oder Pixel 4 herausgesucht und kurz und bündig erklärt warum diese Geräte aus unserer Sicht eine Kaufempfehlung sind.


Pixel 3a: Googles erstes Mid-Range-Phone. Aber mit Flaggschiff-Kamera.

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Das Google Pixel 3a hat die selbe Kamera wie der große Bruder, ist aber viel günstiger / © NextPit Bildquelle: NextPit

Google spielt mit seiner Pixel-Reihe seit einigen Jahren ganz oben mit, im Orchester der Hochpreis-Geräte. Da war es doch relativ überraschend, als das Unternehmen aus Mountain View das Pixel 3a präsentierte – ein Smartphone, das man eigentlich im mittleren Segment verortet. Allerdings hat das Pixel 3a die selbe Kamera – Hard- und Software – seines großen Bruders unter der Haube und knipst deshalb ganz hervorragende Bilder.

Im Vergleich zum Pixel 3 hat die kleinere Variante zwar ein etwas schlechteres Display und mit dem Snapdragon 670 keinen Hochleistungschipsatz. Wer aber nicht ständig aufwändige 3D-Games oder komplizierte Rechenoperationen durchführen möchte, der ist mit dem 3a bestens bedient.

Ach, und noch ein Vorteil hat das Pixel 3a: Auf diesem Smartphone läuft pures Android – ohne Schnickschnack. Das heißt, dass Ihr jedes Update auch schnell und ohne langes Warten bekommt.

  • Langzeittest: 100 Tage mit dem Pixel 3a
  • Wer sollte hier zugreifen: Nutzer, die auf pures Android setzen möchten und für die eine hervorragende Kamera wichtig ist
  • UVP zum Start: 399,00 Euro
  • Aktueller Straßenpreis: ca. 340,00 Euro (Stand November 2019)

OnePlus 7T: Für alle, die tolle Displays lieben.

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Schönes Display, satte Farben, kleiner Preis – das OnePlus 7T / © NextPit Bildquelle: NextPit

Seit das chinesische Unternehmen OnePlus auf dem Markt ist, konnte es nicht nur in ihrem Heimatland viele Fans aufbauen. Auch hierzulande erfreut sich die Marke großer Beliebtheit und kann auf eine echte Fan-Base zählen. Das liegt nicht nur daran, dass OnePlus der wahrscheinlich erste Smartphone-Hersteller war, der einen klaren Community-Ansatz verfolgte, sondern vor allem – neben ihrem guten Marketing – an ihren preisgünstigen Geräten. Diese können in der Regel mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten.

Der neueste „Coup“ von OnePlus ist das 7T – dem etwas kleineren Bruder des OnePlus 7T Pro, das sich aber durchaus mit den ganz Großen anlegen kann: Snapdragon 855+ mit 8 GByte RAM, 128 – 256 GByte interner Speicher mit einem ordentlichen 3800 mAh-Akku.

Besonders sei dabei aber das Display erwähnt. Es handelt sich dabei um ein AMOLED, das mit bis zu 90 Hertz Inhalte anzeigen kann. Das sorgt für besonders flüssige Übergänge und schont Augen und Nerven.

Bei der Kamera geht dem OnePlus 7T im Vergleich zu den großen Flaggschiffen jenseits der 1.000 Euro zwar die Luft aus. Die Knipse schießt aber alles in allem ordentliche Bilder und Videos – nicht zuletzt auch wegen der guten OnePlus-Software.

Wer noch mehr über das OnePlus 7T lesen möchte, dem sei unser Test ans Herz gelegt.

  • Test: OnePlus 7T im Test
  • Wer sollte hier zugreifen: OnePlus-Fans, die für unter 500 Euro ein tolles Smartphone haben möchten. Aber auch alle, denen ein gutes Display wichtig ist.
  • UVP zum Start: 599,00 Euro
  • Aktueller Straßenpreis: ca. 500,00 Euro (Stand November 2019)

Realme X2 Pro: Technische Spezifikationen vom Feinsten. Für einen schmalen Taler.

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Real..was? Wir sind uns sicher, von Realme und dem X2 Pro wird man noch viel hören. Really! / © NextPit Bildquelle: NextPit

Realme? Klingt für viele wahrscheinlich wie ein Schreibfehler oder wie die Frage an einen selbst, nach einer durchzechten Nacht. Noch ist der Name nicht so vielen geläufig. Das dürfte sich aber bald ändern. Hinter Realme steckt der große chinesische Konzern BBK, der gleich mehrere Marken unter sich hat. Zum Beispiel OPPO, Vivo oder auch OnePlus.

Dass man dort qualitativ hochwertige Produkte bauen kann, hat man mit OPPO oder auch OnePlus gleich mehrfach hinlänglich bewiesen. Nun schiebt BBK auch noch Realme in Europa hinterher – und man hat sich viel vorgenommen.

Das X2 Pro ist das erste Smartphone, das wir hier auf unserem Kontinent in die Hände bekommen.

Was auch beim Realme X2 Pro auffällt: Nicht nur die technischen Spezifikationen, sondern durchaus auch die Optik erinnert an so manchen Boliden bekannter Hersteller. Ganz ehrlich – uns Kunden kann es eigentlich nur Recht sein.

Denn wir bekommen ab 399 Euro (6 GByte / 64 GByte) beziehungsweise 499 Euro (8 GByte / 128 GByte) ein richtig gutes Smartphone, das nur wenig Wünsche (zum Beispiel IP68) offen lässt.

Ansonsten liest sich das Datenblatt wie ein Gedicht, vorgetragen am lauschigen Kamin mit einem tollen Tropfen: Qualcomm Snapdragon 855 Plus, 6,5’’ AMOLED bei 405 ppi, 4000 mAh Akku und vier Kameras mit bis zu 64 Megapixel.

Im zweiwöchigen Test hier bei uns konnte das Realme X2 Pro unsere Redakteurin Jessica in jedem Falle auch überzeugen. Ihren ausführlichen Test findet Ihr im Link weiter unten.

  • Test: Realme X2 Pro im Test
  • Wer sollte hier zugreifen: Alle Leute, die auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Wert legen und einer neuen Marke eine Chance geben wollen. X2 Pro bietet tolle technische Spezifikationen und kann bei seinen Funktionen und der Qualität in vielen Punkten auch den Smartphones jenseits der 1.000-Euro-Grenze die Stirn bieten.
  • UVP zum Start: 399 Euro (6 GByte / 64 GByte)
  • Aktueller Straßenpreis: Noch nicht verfügbar

Xiaomi Mi Note 10: Nicht kleckern, sondern klotzen bei der Knipse.

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Das Xiaomi Mi Note 10 geizt nicht mit technischen Spezifikationen / © NextPit Bildquelle: NextPit

Und noch ein chinesisches Unternehmen, das mittlerweile durchaus bekannt für sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Smartphones ist. Das kürzlich vorgestellte Xiaomi Mi Note 10 geht bei uns ebenfalls in die Kategorie „Flaggschifffunktionen zum kleinen Preis“.

Während der Prozessor des Mi Note 10 nur durchschnittlich ist – es ist ein Snapdragon 730G verbaut –, lässt es Xiaomi bei der Kamera richtig krachen. Oder besser gesagt: Bei den Kameras! Das Mi Note 10 hat nämlich derer gleich fünf Stück und ganz nebenbei auch noch den größten Bildsensor, der bisher in einem Smartphone verbaut wurde.

Um bei Superlativen zu bleiben: Die Hauptkamera löst mit sage und schreibe 108 Megapixeln auf. Oder anders ausgedrückt hat ein Bild 12.032 x 9.024 Pixel.

Der genaue Test zum Mi Note 10 steht noch aus. Aber in unseren ersten Hands-Ons konnte das Gerät sehr gefallen. Wenn die Bilderqualität dann noch mit den nackten Zahlen mithalten kann und die Fotos das halten, was sie versprechen – dann hat Xiaomi in Sachen Bilder einen echten (Achtung, jetzt sage ich etwas, was ich sonst immer vermeiden will) Flaggschiff-Killer auf den Markt geschmissen.

Zumindest was die Kameras und die so geknipsten Bilder betrifft.

  • Informationen zum Xiaomi Mi Note 10: Xiaomi Mi Note 10 (Pro) vorgestellt
  • Wer sollte hier zugreifen: Kamera- und Bild-Enthusiasten, Influencer und Selfie-Macher (hatte ich erwähnt, dass die Selfie-Kamera mit 32 MP auflöst?), sowie alle, die bei technischen Spezifikationen auf das Größte stehen.
  • UVP zum Start: Mi Note 10 (6 GByte / 128 GByte) 549 Euro; Mi Note 10 Pro (8 GByte / 256 GByte) 649 Euro
  • Aktueller Straßenpreis: Bei Amazon seit 19. November vorbestellbar

Und was ist jetzt beste Alternative?

Es ist so eine Sache mit den großen Flaggschiffen und den großen Marken – ein gutes Stück im Kaufpreis ist selbstverständlich die Marke selbst, die sich Apple, Samsung & Co. natürlich bezahlen lassen. Ein anderer Teil ist auch Forschung und Entwicklung:

Viele der oben genannten Displays stammen beispielsweise von Samsung und nicht aus chinesischer Herstellung. Oder nehmen wir Apple, die mit Multi Touch die heutige Gestensteuerung der Smartphones überhaupt erst auf diese Weise möglich gemacht haben.

Und dann ist da noch ein guter Teil des Kaufpreises, der für das Gesamtpaket an sich draufgeht. Wer alles haben möchte – exklusives Design, viele (funktionierende) Softwarefunktionen, Wasserdichtigkeit, tolle Kamera und viel Speicherplatz, NFC und induktives Laden… – dem bleibt wahrscheinlich nur der Griff zu den Pro-Versionen der ganz großen Marken. Und damit ein tiefer Griff in den Geldbeutel.

Wir können aktuell fast von einer paradoxen Situation sprechen. Während sich die High-End-Flaggschiffe beziehungsweise Pro-Versionen der Hersteller immer weiter verteuern, sinken darunter die Preise fast schon auf Herstellungskosten. 

Die Kunden allerdings, die hier und da auf Kleinigkeiten verzichten können, nicht unbedingt ein Smartphone einer (sehr) bekannten Marke benötigen und ihren Fokus auf die Funktion legen, die ihnen wichtig ist – diese Kunden können richtig viel Geld sparen.

Die Kluft zwischen Einsteiger-, Mittelklasse- und High-End-Smartphone ist in den vergangenen 12 Monaten sehr viel kleiner geworden. Und ich will sogar soweit gehen, dass es keine echten Einsteigersmartphones mehr gibt. Gerade die chinesischen Hersteller – oder besser: nur die – produzieren hohe Qualität für einen kleinen Preis.

Das ist erstmal gut für uns Kunden. Was das mittelfristig für den Smartphone-Markt bedeutet, bleibt abzuwarten.


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