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Mikroskopkamera im Oppo Find X3 Pro: So geht's und so sieht's aus

Mikroskopkamera im Oppo Find X3 Pro: So geht's und so sieht's aus

Eines der Highlights im Oppo Find X3 Pro ist eine Mikroskopkamera, die Details mit bis zu 60-facher Vergrößerung zeigen kann. Dabei stellt sich die Frage: Wie ist das überhaupt möglich und wie gut sind die Aufnahmen tatsächlich? Wir präsentieren einen Mix aus Nerdwissen, How-To und Bilderrätsel.

Zugegeben staunte ich nicht schlecht, als ich das erste mal die Mikroskopkamera im Oppo Find X3 Pro ausprobiert habe. Makrokameras ist man von Handys ja inzwischen gewohnt, doch im Mikroskopbereich taucht man noch einmal in ganz andere Welten ein. Könnt Ihr Euch wie ich auch ein wenig für Fotografie begeistern, könnten Euch folgende Fragen eventuell auch interessieren:

  1. Wie nimmt man Mikroskopaufnahmen mit dem Find X3 Pro auf?
  2. Mikro vs. Makro – Wie funktioniert die Mikroskopkamera?
  3. Mikroskopkamera im Find X3 Pro: Nur ein Gadget?

Springt über das Inhaltsverzeichnis gerne auch zum jeweils interessanten Abschnitt, falls Euch eine der Fragen nicht interessiert. Habt Ihr weitere Fragen, heiße ich Euch herzlich in den Kommentaren willkommen. Zum Durcklicken könnt Ihr Euch auch unser Bilder-Quiz in der folgenden Galerie anschauen:

Mikroskopaufnahmen mit dem Find X3 Pro: So geht's

Ein großer Vorteil von Smartphone-Kameras ist, dass sie in den meisten Situationen recht schnell und ohne große Einstellungen brauchbare Bilder produzieren. Zwar haben wir einige Tipps für bessere Smartphone-Fotografie für Euch, viel Zauberei braucht man aber auch beim Oppo Find X3 Pro nicht. Die Mikroskopkamera könnt Ihr in den Kamera-Einstellungen ansteuern. Automatisch wechselt das Handy höchstens auf die Makrokamera.

Die Mikroskopkamera nutzt ein Objektiv ohne Autofokus und ohne manuellen Fokus. Das bekannte aufs Display tippen zum Scharfstellen gibt's dabei also nicht. Stattdessen müsst Ihr den Abstand der Kamera zum jeweiligen Gegenstand verändern. Dabei macht Ihr es Euch ein bisschen einfacher, wenn Ihr eine Seite des Handys auf den Tisch oder auf den Boden stellt.

Oppo Find X3 Pro Mikro 4
Die Mikroskopkamera ist die große Linse links im Quad-Cam-Modul./ © NextPit

Jetzt habt Ihr eine Art wippe, mit der Ihr den Abstand nicht nur leicht anpassen könnt, sondern mit der Ihr das Handy auch gleichzeitig ein wenig ruhig haltet. Hebt das Handy nun leicht an und schiebt den Gegenstand dahin, wo Ihr die Kamera vermutet. Mit ein bisschen Ausrichten habt Ihr das Objekt der Begierde sicher gleich im Bild.

Oppo Find X3 Pro Mikro 1
Platziert das Handy am besten im schrägen Winkel über dem Objekt. / © NextPit

Nun verändert Ihr den Abstand der Kamera so, dass er ungefähr 1 bis 3 Millimeter von der Linse entfernt ist. Wird das Bild einfach nicht scharf, könnt Ihr versuchen, das Handy ein wenig anzuwinkeln. Denn fotografiert Ihr das kleine Objekt ein wenig schräg, wird seht Ihr einen Schärfeverlauf und müsst den Abstand nicht ganz genau treffen.

Oppo Find X3 Pro Mikro 3
Hebt das Handy links an, um den Abstand anzupassen. / © NextPit

Per Tipp auf den Auslöser ist das Bild im Kasten. Die Paradedisziplin ist dabei natürlich, das Bild nicht zu verwackeln. Vielleicht habt Ihr mit den Lautstärkewippen ein wenig mehr Glück, alternativ könnt Ihr auch die Aufnahme beim Tipp aufs Display in den Einstellungen aktivieren. Einen Selbstauslöser gibt's bei der Mikroskopkamera nicht.

Oppo Find X3 Pro Mikro 2
Mit ein bisschen Feingefühl ist die Aufnahme auch schon im Kasten. / © NextPit

Bei der Aufnahme von Mikroskopbildern könnt Ihr von der 30-fachen Vergrößerung auch noch auf eine 60-fache Vergrößerung wechseln. Verfügt die Kamera etwa über mehrere Brennweiten? Schauen wir uns die Technik doch einmal näher an.

Mikro vs. Makro – Wie funktioniert die Mikroskopkamera?

Oppo verrät bezüglich der Mikroskopkamera, dass sie eine 30-fache Vergrößerung bietet, eine f/3.0 Blende besitzt und Aufnahmen über einen 3-Megapixel-Sensor erzeugt. Die angesprochene 60-fache Vergrößerung funktioniert über einen Digitalzoom, den ich Euch bei Bildern mit 3 Megapixeln nicht wirklich empfehlen würde.

Ein klassisches Mikroskop setzt sich aus einer Lichtquelle, einem Kondensor zur Bündelung des Lichts, dem Objektträger sowie einem Objektiv und einem Okular zusammen. Erinnert Ihr Euch an den Bio-Unterricht zurück, scheint das Licht durch das Objekt und wird durch mehrere Linsen vergrößert und so gedreht, dass es beim Durchschauen nicht auf dem Kopf steht. Zum Scharfstellen könnt Ihr den Abstand des Objektivs zum Objekt verändern. Dieses System gibt es im Find X3 Pro natürlich nicht.

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Makrofotografie hat das Find X3 Pro auch auf dem Kasten – dabei sind Details aber weniger gut zu erkennen. / © NextPit

Zwar macht Oppo nicht allzu viele Angaben zur Mikroskopkamera, ein Pressebild zeigte jedoch, dass das Objektiv aus vier Linsen besteht. Dabei hat Oppo die Brennweite nun so gewählt, dass sie einen Abbildungsmaßstab ergibt, der einer 30-fachen Vergrößerung entspricht. Als Lichtquelle dient ein kleiner LED-Ring, der rund um die Mikroskopkamera angebracht ist. Zusätzlich solltet Ihr die Kamera aber auch eher in hellen Umgebungen verwenden.

Während es bei der Mikrofotografie um die Vergrößerung von Objekten geht, zielt Makrofotografie eher auf die maßstabsgetreue Abbildung von Motiven ab. Dabei werden Maßstäbe von 1:1 oder 1:2 angepeilt, mittlerweile werden aber auch Objektive mit einem Maßstab von 1:4 als Makroobjektiv vertrieben. Im Optimalfall soll ein Motiv aber genauso groß auf dem Sensor erscheinen, wie es auch in echt ist. Diese Anforderungen aus der klassischen Fotografie sind in Smartphones aber nicht mehr ganz so relevant. In der Regel werden als Makrokameras die Linsen auf der Rückseite von Handys bezeichnet, die eine kürzere Naheinstellgrenze aufweisen – Objekte mit geringem Abstand also noch scharf darstellen können.

Mikroskopkamera im Find X3 Pro: Nur ein Gadget?

Noch ein kurzer Exkurs: Am Wochenende habe ich mit meiner Schwester über die Mikroskopkamera des Find X3 Pro gesprochen. Sie ist Doktorandin der Biologie und kennt sich hierdurch sehr gut mit Mikroskopie und mit den digitalen Möglichkeiten moderner Mikroskope aus. Für einen professionellen Einsatz sieht sie das Find X3 Pro eher weniger geeignet. Die 30-fache Vergrößerung sei nicht ausreichend, denn schon Mikroskope für Kinder bieten gut und gerne bis zu 150-fache Vergrößerungen an. Auch die Einstellmöglichkeiten seien beim Find X3 Pro nicht umfangreich genug, um auch wissenschaftlich mit dem Handy arbeiten zu können.

Mikrokamera im Find X3 Pro - Spielerei oder sinnvoll?
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Zwar sei es beispielsweise bei der Feldarbeit durchaus praktisch, Mikroskopfotos direkt auf dem Handyspeicher zu haben, allerdings sei dies kostengünstiger und variabler durch aufsetzbare Handyobjektive realisierbar. 
Für die Gewinnung verlässlicher wissenschaftlicher Daten sind Labore meist ausreichend mit integrierten, qualitativ hochwertigen Mikroskopkameras ausgestattet. Eine kostengünstigere, weniger professionelle Alternative, beispielswiese für den Gebrauch in Laborprakitka für Studierende, stellen 3d-druckbare "Cell Phone Mounts" dar, mit denen Studierende direkt mit ihrem Handy durch das Mikroskop fotografieren können.

Was haltet Ihr von den Bildern, die das Find X3 produziert? Fallen Euch Szenarien ein, in denen die Kamera praktisch ist oder ist es nur eine Spielerei?

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8 Kommentare

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  • Jörg W. vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Wer‘s braucht !


  • Reginald Barclay vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Ohne Fokussierung. Daher umständliche, fummelige Handhabung. Das schränkt auch die möglichen Motive stark ein. Und beim Auslösen verwackelt man sowieso. Tiefenschärfe miserabel. Schlechte Auflösung. Das kann mir gestohlen bleiben.


  •   28
    Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Ich finde es eine cool Sache und erweitert die Anwendung ungemein. Genial 👍


  •   23
    Gelöschter Account vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Nette Spielerei - mehr aber auch nicht in meinen Augen.

    Mich stört eher die seltsame Blähung der Rückenschale rund um den Kamerateil. Sieht aus, als wäre darunter der Akku geborsten (jedenfalls auf den Bildern und Videos). Ich hoffe das Hinterteil sieht in Natura schöner aus.


  • Sebo vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Das wird kurz ausprobiert wenns neu ist und danach nie wieder genutzt. Wie so vieles.


  • HEB vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Für mich und in meinen Augen, etwas was die Welt nicht braucht.


  • paganini vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Endlich mal ein Hersteller der sich Gedanken um die Makrokamera macht anstatt alle anderen die einfach die billigste Linse nehmen nur um 5 Kameras aufzeigen zu können

    Gelöschter Account


  • Alexvi vor 8 Monaten Link zum Kommentar

    Schöne Spielerei, aber ohne auto/manuellen Fokus? Schwierig.
    Es ist auf jeden Fall eine interessante Spielerei, die mir am Anfang vermutlich Spaß machen und dann recht schnell in Vergessenheit geraten würde.

    Dein Vergleich mit den Mikroskopen für Kinder ist doch passend. Denn bei Eltern sehe ich super Einsatzmöglichkeiten. Wenn man draußen in der Natur unterwegs ist, hat man eben kein Mikroskop dabei und könnte dennoch einige Dinge recht gut vergrößern. Mich als Kind hätte sowas vermutlich begeistert.

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