Erst einmal finde ich die Ankündigung gut, dass Google Apps für Wear OS stärker prüfen möchte. Denn hochwertige Apps sind ein wichtiges Aushängeschild für eine Plattform. Vor allem für eine, die, um in den Worten von Apple-Boss Tim Cook zu sprechen, für den persönlichsten Gegenstand steht, den wir herumtragen – er meinte natürlich die Apple Watch.

Tolle Apps reichen mir aber nicht. Wear OS hat ein Hardware-Problem. Die Uhren sind zu klobig, zu dick, zu behäbig. Und dann sind sie auch noch zu kaum etwas zu gebrauchen: Man sieht die Uhrzeit (Oho). Ein paar Benachrichtigungen (Aha). Und sonst (Öhm)?

Google arbeite nun an einem groß angelegten Fitness-Projekt, so AndroidPolice: Google Coach. Der soll unser aller Fitness-Einpeitscher werden und allerhand sportlicher Aktivitäten erkennen. Der Coach soll erfassen, wann wir wo Sport treiben und uns Vorschläge unterbreiten, falls wir mal eine Fitnessstudio-Session ausgelassen haben (Nana).

Einerseits wünsche ich dem Google Coach viel Erfolg dabei, Vorschläge für mich zu kreieren (“Heute kein Döner für dich” ?), andererseits sehe ich ein, dass Fitness-Features vielleicht die Rettung für Wear OS sind.

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Wear OS enthält bald Euren Coach. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Fitness-Features sind die Zukunft aller Wearables

Welche Features sind bei Smartwatches denn wirklich wichtig? Natürlich ist das für jeden einzelnen User unterschiedlich. Mal eher die Benachrichtigungen, mal der Media-Player und oft eben auch die Fitness-Funktionen. Da setzt Google mit dem Coach an. Da hat sich Google natürlich auch bei Apple umgesehen, schließlich sind dort Fitness- und Health-Features mit jedem neuen WatchOS-Release umfangreicher.

Das könnte durchaus auch für Wear OS der richtige Weg sein. Schon länger sagt Google ja, Wear-OS-Watches seien auch für iPhone-User gedacht. Ein überlegenes Fitness-Programm käme da genau richtig.

Nur die Hardware kann Wear OS vor dem Aus retten

Es fehlt aber noch etwas: Und zwar gute Hardware. Ich kann kaum eine Smartwatch finden, die weniger als einen Zentimeter hoch ist. Bei Smartphones übertrumpfen sich die Hersteller mit den dünnsten Gehäusen, bei Smartwatches sehe ich keinen derartigen Wettbewerb. Schade!

Richtig bitter ist, dass Qualcomm offenbar erst nach der IFA eine neue Watch-SoC-Generation vorstellt. Das heißt, dass alle Smartwatch-Neuheiten mit Wear OS auf der IFA wohl auf der betagten Plattform basieren, die schon heute für ungenügende Uhren gesorgt hat.

  • Qualcomm: Neue Smartwatch-Chips im September 

Immerhin wird Google seine eignen Pixel-Watches wohl erst im Herbst mit den neuen Pixels ankündigen, hoffentlich mit neuem Qualcomm-Chip und mit einem ambitionierten Design. Denn Google wird der versammelten Mannschaft an Herstellern wohl zeigen müssen, wie das richtig geht, mit diesem Wear OS. 

Was glaubt Ihr braucht Wear OS, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen? Werdet Ihr Euch dem Google Coach unterwerfen? Lasst uns in den Kommentaren diskutieren!