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Realme 9 Pro+ im Test: Ist das der neue Mittelklasse-König?

NextPit Realme 9 Pro Plus Test
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Das Realme 9 Pro+ ist das neue Mittelklasse-Flaggschiff von Realme, das sich als direkter Konkurrent des OnePlus Nord 2 positioniert. Das Realme 9 Pro+ erhebt den Anspruch, ein Kameraerlebnis zu bieten, das einem High-End-Gerät entspricht – und das zu einem Preis von unter 400 Euro! Was es damit auf sich hat, verrate ich Euch in diesem ausführlichen Test des neuesten Realme-Smartphones.

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Bewertung

Pro

  • Leichter und kompakterer Formfaktor (für Realme-Verhältnisse).
  • Effizienter Sony IMX766 Hauptkamerasensor
  • Gute Fotos bei Nacht
  • Stabile Leistung
  • Ausgezeichnete Akkulaufzeit
  • Flüssiges und helles 90-Hz-AMOLED-Display
  • Effektives 60-Watt-Quick-Charging
  • Speicher von mindestens 256 GB
  • 3,5-mm-Klinkenanschluss

Contra

  • KI-Kameramodus zu künstlich
  • Gaming-Leistung überzeugt nicht ganz
  • Zu kurze Update-Verteilung
  • Keine IP-Zertifizierung

Kurzfazit zum Realme 9 Pro+

Im Realme-Katalog von 2022 lassen sich drei große Smartphone-Reihen unterscheiden. Die Oberklasse mit den Realme GT, die Mittelklasse mit den nummerierten Realme und die Einsteigerklasse mit den Realme C. Somit ist das Realme 9 Pro+ ein Flaggschiff, allerdings der Mittelklasse. Verkauft wird das Handy 6/256-GB-Version für 379,99 Euro. Investiert Ihr 429,99 Euro, bekommt Ihr die 8/256-GB-Variante.

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Die aurora-grüne Farbe des Realme 9 Pro+ soll auf die UV-Strahlen der Sonne reagieren / © NextPit.

Das Realme 9 Pro+ ist seit dem 23. Februar 2022 erhältlich und stellt einen direkten Konkurrenten für das OnePlus Nord 2 und OnePlus Nord CE dar. Der Hersteller wirbt mit erstklassiger Kameraleistung durch die Integration eines Sony-IMX766-Sensors für das Hauptobjektiv, den man bisher nur in einer Handvoll Android-Flaggschiffen findet.

Nachdem ich es testen konnte, war ich angenehm überrascht von der Qualität des Kameramoduls, obwohl man das Realme 9 Pro+ nicht uneingeschränkt als Flaggschiff-Killer bezeichnen kann. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis tut in der Hochsaison der Spitzenmodelle gut und das Realme 9 Pro+ ist eindeutig ein Smartphone, das Ihr bei Euren Kaufabsichten in Betracht ziehen solltet.

Design & Display: Farbwechsel-Glasrückseite und 90 Hz Amoled-Display

Das Realme 9 Pro+ hat eine Farbe, die sich bei Sonnenlicht verändern soll, und einen 6,4-Zoll-AMOLED-Bildschirm mit einer variablen Bildwiederholrate von 90 Hz.


Hat mir gefallen:

  • Für Realme-Verhältnisse recht dünnes (7,9 mm) und leichtes (182 g) Design
  • 3,5 mm Klinkenanschluss
  • heller Bildschirm
  • Glasrückseite, die dem Gerät ein Premium-Feeling verleiht (Geschmackssache)

Hat mir nicht gefallen:

  • Touch-Abtastrate von nur 180 Hz
  • Das Fotomodul hebt sich nicht gut von der Oberfläche ab

NextPit Realme 9 Pro Plus
Das Realme 9 Pro+ in der Farbe Aurora-Grün. Die beiden anderen Farben sind Morgenblau und Mitternachtsschwarz / © NextPit.

Beginnen wir mit dem Design: Realme hat sich für eine Beschichtung entschieden, die auf Sonnenlicht reagiert. Diese Technologie, Light Shift genannt, basiert auf drei Schichten auf der Rückseite des Smartphones. Dabei besteht die letzte Schicht aus photochromem Glas (wie bei manchen Brillen). Auf den Pressebildern mit dem Modell in der Farbe Sunrise Blue sieht der Effekt echt nett aus. Die Variante Aurora Green, die mir zum Testen vorlag, kommt leider ohne diesen Effekt. 

Die Farbe erinnert mich an das lackierte Harz einer Bowlingkugel. Von der Farbe abgesehen hat mir das Design gefallen, das für ein Realme-Smartphone ziemlich dünn und leicht ist. Der Hersteller ist übrigens sehr stolz darauf, dass er die Dicke von 7,99 mm erreicht hat. Das geringe Gewicht von 182 g sorgt dafür, dass das Telefon gut in der Hand liegt.

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Man kann nicht sagen, dass das Realme 9 Pro+ ein kompaktes Smartphone ist, aber der Hersteller hat große Fortschritte bei der Ergonomie gemacht / © NextPit.

Kommen wir zum Bildschirm: Das Realme 9 Pro+ verfügt über ein 6,4 Zoll großes AMOLED-Panel mit einer FullHD+-Auflösung von 1.080 x 2.400 Pixeln, was einer Pixeldichte von 401 ppi entspricht. Das Gebotene ist alles in allem sehr klassisch. Es gibt eine adaptive Bildwiederholrate von 90 Hz und eine Abtastrate von 180 Hz, die bei einem Smartphone im Jahr 2022 fast schon Standard ist.

NextPit Realme 9 Pro Plus Display
Der Bildschirm des Realme 9 Pro+ war im Freien immer lesbar / © NextPit.

Leider konnte ich die Farb- und Helligkeitsmessungen des Displays noch nicht durchführen. Aber das hole ich nach und aktualisiere dann diesen Test entsprechend. Bei der Nutzung fand ich den Screen des Realme 9 Pro+ jedenfalls schön hell, obwohl der Hersteller "nur" 430 Nits und in der Spitze 600 Nits verspricht.

Der Bildschirm ist sehr flüssig und ich glaube nicht, dass man Realme die Bildwiederholrate von 90 statt 120 Hz als Fehler ankreiden kann. Der Unterschied ist kaum spürbar. Die Farbgebung ist mit bloßem Auge schwer zu beurteilen, aber mit dem Farbmodus Cinema und der Funktion Video Color Enhancer fand ich das Panel des Realme 9 Pro+ überzeugend.

NextPit Realme 9 Pro Plus Hand Display
Das Realme 9 Pro+ bietet einen klassischen, aber gut kalibrierten 90 Hz AMOLED-Bildschirm / © NextPit

Software: RealmeUI 3.0 basierend auf Android 12

Das Realme 9 Pro+ läuft mit dem RealmeUI 3.0-Overlay, das auf Android 12 basiert, und bietet eine etwas zu kurze Update-Gewährleistung.


Hat mir gefallen:

  • Ergonomische Benutzeroberfläche
  • Verspielte, aber interessante Funktionen
  • Multitasking und die Anpassungsmöglichkeiten von ColorOS

Hat mir nicht gefallen:

  • Bloatware (TikTok, PUBG, Joom, Booking, etc.)
  • "nur" 2 garantierte Android-Versionen
  • Keine offiziellen Versprechen zu Sicherheitsupdates, wahrscheinlich vierteljährlich

NextPit Realme 9 Pro Plus Settings
RealmeUI 3.0 sieht ColorOS sehr ähnlich und das ist keine schlechte Sache / © NextPit.

Dies ist der Teil, mit dem ich immer mehr Zeit verbringe, als ich sollte. Aber dieses Mal verspreche ich, dass ich mich beeilen werde. Wenn Ihr ColorOS von Oppo kennt, kennt Ihr auch RealmeUI. Das Overlay von Realme in Version 3.0, das auf Android 12 basiert, ist sehr umfassend.

Ich habe die Multitasking-Funktionen von ColorOS mit den schwebenden Fenstern oder die neuen Anpassungsoptionen, die dem Material You-Design von Android 12 nachempfunden sind, hier wiedergefunden. Kurz gesagt, die Neuerungen des neuen Google-Betriebssystems (Privacy Dashboard usw.) wurden von Realme gut umgesetzt.

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RealmeUI 3 ist ein recht schlichtes Android-Overlay / © NextPit.

Realmes 9 Pro+ bietet darüber hinaus zwei Funktionen, die zwar ein wenig Spielerei sind, die ich aber interessant fand. Die erste ist eine Funktion, mit der Ihr Eure Herzfrequenz mit dem Fingerabdrucksensor messen könnt. Diese Funktion ist noch experimentell (im Menü Realme Lab), aber sie gibt Euch ungefähr die Anzahl Eurer Herzschläge pro Minute an. Die zweite Gadget-Funktion ist ein haptisches Feedback-System, das mit dem Ton einer Musik oder eines Videos synchronisiert ist, das auf dem Realme 9 Pro+ gestartet wird.

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Die Realme 9 Pro+ ist auch ein Smartwatch-Killer (Scherz!). / © NextPit

Schließlich verspricht Realme mindestens zwei Android-Versionen für sein Realme 9 Pro+, es wird also bis Android 14 aufgerüstet. Als ich den Produktmanager nach den Sicherheitspatches fragte, sagte er mir nur, dass es sich wahrscheinlich um vierteljährliche Updates handeln würde. Auf Grundlage dessen, was bei Android One gemacht wird, also drei Jahre lang.

Nichts besonders Verrücktes, wenn man es mit Samsungs Updatepolitik vergleicht. Vor allem, wenn man bedenkt, dass solche Zusagen vielleicht eher bei einem Mittelklassegerät als bei einem Flaggschiff Sinn machen würden. Mein Kollege Ben spricht darüber in einem Kommentar zur Android-Update-Politik, den ich Euch zur Lektüre empfehle.

Performance

Das Realme 9 Pro+ ist mit dem 5G-fähigen SoC Dimensity 920 von MediaTek und einem Mali-G68-Grafikprozessor ausgestattet.


Hat mir gefallen:

  • stabile Leistung
  • Keine Überhitzung oder Thermal Throttling.

Hat mir nicht gefallen:

  • Man sollte seine grafischen Ambitionen in Spielen einschränken.

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Das Realme 9 Pro+ ist mit dem SoC Dimensity 920 5G von MediaTek ausgestattet / © NextPit

Das MediaTek Dimensity 920 SoC ist der Nachfolger des Dimensity 900, der im August 2021 auf den Markt kam und eindeutig ein Mittelklasse-SoC ist. Leider konnten wir noch keine anderen Smartphones mit diesem Prozessor testen. Ich würde sagen, dass sein Pendant bei Qualcomm der Snapdragon 778G sein könnte, der beispielsweise im Realme GT Master Edition oder im Samsung Galaxy A52s zum Einsatz kommt und den wir aber ebenfalls noch nicht testen konnten.

Aus diesem Grund habe ich mich für ein Beispiel entschieden, das unter den gegebenen Umständen am besten geeignet ist, und das Realme 9 Pro+ mit dem OnePlus Nord 2 verglichen. Das ist mit dem SoC Dimensity 1200 von MediaTek ausgestattet. Ein unfairer Vergleich also, den ich in meinem Test aber ohnehin relativiere.

  Realme 9 Pro+ OnePlus Nord 2
Geekbench 5 808/2327 811/2690
3D Mark Wild Life 2285 4175
3DMark Wild Life Stress Test (beste/schlechteste Schleife) 2311/2300 4181/2515
3DMark Wild Life Extreme Stress Test (beste/schlechteste Schleife) 641/635 1284/854

Bei den Benchmark-Ergebnissen kann man logischerweise einen deutlichen Unterschied zugunsten des höherwertigeren SoC des OnePlus Nord 2 feststellen. Was uns aber am meisten interessiert, sind die Ergebnisse des Wild Life Stress Test und Extreme Stress Test Benchmarks von 3DMark. Wir können feststellen, dass der Abstand zwischen der besten und der schlechtesten Testschleife sehr gering ist. Das bedeutet, dass die Leistung von einem Ende des Tests zum anderen stabil ist und dass das Thermal Throttling ziemlich kontrolliert und überschaubar ausfällt.

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Die Temperaturkontrolle des Realme 9 Pro+ scheint wirksam zu sein / © NextPit.

Dies lässt sich anhand der Kurven überprüfen, die die Framerate (die FPS-Rate) während jedes Benchmarks veranschaulichen, wobei einer eine Gaming-Nutzung und der andere eine intensive Multitasking-Nutzung simuliert, die beide 20 Minuten lang andauern. Bei jedem Test stieg die Temperatur nicht über 30 °C und die Framerate blieb auf einem zwar niedrigen, aber stabilen Niveau.

Im konkreten Einsatz werdet Ihr beim Gaming eine Wahl zwischen Grafik und Flow treffen müssen. Standardmäßig startet Call of Duty Mobile mit der Grafikeinstellung "mittel" und der Framerate auf "hoch" (Stufe 4 von 5). Sobald ich jedoch die Grafikqualität erhöhe, wird die Framerate automatisch auf "niedrig" eingestellt. Dasselbe gilt für das Spiel Lost Light, das jedoch weniger gut optimiert ist als Call of Duty. Es liegt an Euch, ob Ihr die Grafikqualität oder die FPS-Rate erhöht, um das richtige Gleichgewicht zu finden.

Audio: Stereolautsprecher und 3,5-mm-Klinke

Das Realme 9 Pro+ verfügt über zwei Stereolautsprecher und einen 3,5-mm-Klinkenanschluss.

Ich fand den Dolby-Atmos-Sound nicht besonders reichhaltig und den Bässen fehlte es an Präsenz, wie es bei vielen – auch teureren – Smartphones der Fall ist. Aber wenn man von diesem etwas unangebrachten audiophilen Snobismus absieht (wer hört im Jahr 2022 Musik oder schaut Filme ohne Kopfhörer?), ist der Klang des Realme 9 Pro+ völlig in Ordnung.

Die Lautstärke ermöglicht es, Audio- oder Videoinhalte auf komfortable Weise zu konsumieren, ohne dass man die Ohren spitzen muss. Stimmen (und die Mitteltöne im Allgemeinen) werden klar wiedergegeben. Ich begrüße auch das Vorhandensein eines 3,5-mm-Klinkenanschlusses für kabelgebundene Kopfhörer.

NextPit Realme 9 Pro Plus USB
Ich weiß, dass es eine Frage des Platzes und der Größe ist, aber diese Platzierung des zweiten Lautsprechers bei den meisten Herstellern tötet das Konzept des "Stereo"-Sounds, wenn man das Smartphone im Querformat hält. / © NextPit

Kamera: Die Qualität eines Flaggschiffs?

Das Realme 9 Pro+ verfügt über ein dreifaches Fotomodul auf der Rückseite, das von einem Sony-IMX766-Hauptsensor angeführt wird. Der soll laut Hersteller ein Fotoerlebnis wie bei einem Flaggschiff bieten.


Hat mir gefallen:

  • die Detailgenauigkeit mit der 50-MP-Hauptlinse
  • der effektive Nachtmodus
  • der korrekte 2-fache Digitalzoom

Hat mir nicht gefallen:

  • keine 4K bei 60 FPS und Selfie-Videos, die bei 1080p/30 FPS blockiert sind.
  • das enttäuschende Ultraweitwinkelobjektiv
  • Der KI-Modus lässt die Fotos zu künstlich aussehen.

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Das dreifache Fotomodul 50+8+2 MP des Realme 9 Pro+ / © NextPit

Das Kamerasystem und insbesondere das Hauptobjektiv sind die zentralen Elemente des Realme 9 Pro+. Der Hersteller hat viel Wert auf seine "ProLight Imaging"-Technology gelegt. Diese basiert auf drei Elementen: dem Sony-IMX766-Sensor, einer KI-Engine zur Reduzierung des digitalen Rauschens und einem dualen Stabilisierungssystem, das sowohl optisch (OIS) als auch elektrisch (EIS) stabilisiert.

Es stimmt, dass Sonys IMX766-Sensor in viel teureren Smartphones zu finden ist – sogar innerhalb der BBK-Gruppe, zu der Realme auch gehört. Beispiele? Das OnePlus 9 und 9 Pro oder das Oppo Find X3 Pro. Aber genug von den Spezifikationen, wenden wir uns der Fotoqualität des Realme 9 Pro+ zu.

Die Fotos des Realme 9 Pro+ im Weitwinkel- und Ultraweitwinkelbereich

Am Tag macht sich das Hauptobjektiv sehr gut, bietet eine hohe Detailgenauigkeit. Den Fotos fehlt es nicht an Schärfe. Die Bilder sind sehr natürlich und sogar etwas zu natürlich, solange man nicht den KI-Modus aktiviert.

Hinweis: Seht ihr hier noch Galerien, solltet ihr die Seite noch einmal aktualisieren. Da wir das Handy unter NDA bekommen haben, konnten wir die Testfotos erst um 14 Uhr hochladen.

Ohne diesen Modus hatte ich manchmal das Gefühl, dass meine Fotos zu flau waren. Aber mit dem KI-Modus fand ich die Bildbearbeitung dann oft zu aggressiv, vor allem bei der Farbsättigung. Ansonsten erhält man in den meisten Fällen scharfe und detailreiche Aufnahmen, sowohl im Weitwinkel- als auch im Ultraweitwinkelbereich.

Fotos mit der Realme 9 Pro+ im Zoombereich

Was den Zoom betrifft, hat das Realme kein dediziertes Teleobjektiv. Das ist in der Preisklasse nicht verwunderlich und darf nicht als Mangel angesehen werden. Es bietet daher keinen optischen Zoom. Allerdings fand ich die Bildqualität bei der digitalen Vergrößerung x2 recht ordentlich. Bei x5 und x10 wird es schon schwieriger, die Fotos sind flach und zu stark geglättet (um das digitale Rauschen zu begrenzen und den Verlust von Details zu kaschieren). Der x20-Zoom ist unbrauchbar.

Die Fotos der Realme 9 Pro+ im Porträtmodus

Der Porträtmodus des Realme 9 Pro+ ist ebenfalls in Ordnung. Das Freistellen ist nicht immer sauber und einige Bereiche am Rand des Motivs im Vordergrund sind nicht immer gut weichgezeichnet. Aber das Ergebnis ist meistens ganz akzeptabel, egal ob mit dem rückwärtigen Fotomodul oder der Selfie-Kamera.

Die Selfies des Realme 9 Pro+.

Die 16 MP Selfie-Kamera des Realme 9 Pro+ würde ich als nützlich bezeichnen. Man kann nicht auf Ultraweitwinkel für Gruppenselfies umschalten (wie mache ich das mit meinen imaginären Freunden?!), das Objektiv ist nicht stabilisiert und die Videoaufnahme ist auf 1080p bei 30 FPS beschränkt. Sie bietet jedoch eine Reihe von Filtern, die ich aus Rücksicht auf mein Selbstwertgefühl nicht getestet habe, die aber natürlich ihrer Zielgruppe gefallen werden. Die Glättung ist bei den Innenaufnahmen ein wenig zu stark ausgeprägt, aber ansonsten habe ich nicht viel mehr dazu zu sagen.

Die Nachtaufnahmen des Realme 9 Pro+

Bei Nacht verhält sich das Realme-Handy anders, je nachdem, ob Ihr den AI-Modus aktiviert habt oder nicht. Dieser erkennt, dass Ihr Euch in einem schlechten Lichtverhältnis befindet und passt die Belichtung entsprechend an. Das ist zwar nicht so ausgeprägt wie der echte Nachtmodus, aber man sieht schon einen Unterschied. Und tatsächlich habe ich mich dabei ertappt, dass mir die Wiedergabe ohne Nachtmodus, aber mit AI manchmal besser gefällt als mit dem dedizierten Nachtmodus.

Im Nachtmodus hatte ich oft das Gefühl, dass die Fotos zu gelblich waren. Aber ansonsten schafft es der Nachtmodus effektiv, die Fotos besser lesbar zu machen. Starke Lichtquellen werden abgeblendet, so dass sie das Bild nicht mehr ausbrennen oder einen Flare-Effekt erzeugen, und die Texturen sind schärfer, was den Aufnahmen mehr Schärfe verleiht.

Akku: 4500 mAh und 60 Watt Schnellladefunktion

Das Realme 9 Pro+ verfügt über einen 4500-mAh-Akku, der mit 60 Watt per Kabel schnell aufgeladen werden kann, aber nicht drahtlos.


Hat mir gefallen:

  • hervorragende Akkulaufzeit
  • Schnelles Aufladen per Kabel mit 60 Watt
  • Ladegerät in der Verpackung enthalten

Hat mir nicht gefallen:

  • keine kabellose Aufladung

Der Akku des Realme 9 Pro+ hat eine Ladekapazität von 4.500 mAh und ist damit sehr ordentlich, obwohl es in dieser Preisklasse bis zu 5.000 mAh gibt. Der Hersteller erklärt jedoch, dass er die Dicke des Smartphones nicht für einen größeren Akku opfern wollte. Wenn man bedenkt, dass das Samsung Galaxy S22 nur 3.700 mAh bietet, wird der Vorschlag von Realme ohnehin noch glaubwürdiger.

Die Akkulaufzeit des Realme 9 Pro+ ist ausgezeichnet. Ich habe es dem PCMark-Benchmark unterzogen, der nicht der realistischste ist. Wobei der Bildschirm auf eine adaptive Bildwiederholrate von 90 Hz und die Helligkeit auf 200 cd/m2 (oder 200 Lux) eingestellt war. Er hielt fast 14 Stunden durch, bevor die verbleibende Akkulaufzeit unter 20 % fiel.

realme 9 pro plus review battery
Die Akku-Einstellungen der RealmeUI 3 ist übrigens recht detailliert / © NextPit.

Das ist ein hervorragendes Ergebnis, mit dem Realme 9 Pro+ mehr als einen vollen Tag (theoretisch 12 Stunden) durchhalten kann, ohne dass dem Gerät der Saft ausgeht. Wenn Ihr es nur mäßig und nicht zum Spielen verwendet, haltet Ihr problemlos zwei Tage durch, ohne es aufladen zu müssen.

Was das Aufladen betrifft, so akzeptiert der Realme das kabelgebundene Aufladen mit SuperDart mit 60 Watt, aber auch Dart mit 30 Watt und den universellen Standard Power Delivery 3.0 mit 18 Watt (wenn Ihr z. B. kein kompatibles Ladegerät habt). Das 60-Watt-Ladegerät ist in der Verpackung enthalten. Das Realme 9 Pro+ unterstützt leider kein drahtloses Aufladen.

Datenblatt

   
Produkt
Abbildung Realme 9 Pro+
Farben Sunrise Blue, Aurora Green, Midnight Black
Abmessungen & Gewicht

160,2 x 73,3 x 7,99 mm / 182 g

Display

6,4 Zoll AMOLED / Full HD+ 1080 x 2400p / 90 Hz Bildwiederholrate / 180 Hz Touch-Sampling-Rate / Helligkeit 430/600 nits (typ/HBM)

Speicher 6/256 GB / 8/256 GB (UFS 2.2 / LPDDR4X)
SoC & GPU MediaTek Dimensity 920 5G / Mali G-68
OS RealmeUI 3.0 basierend auf Android 12.
Kamera
  • Weitwinkel-Hauptobjektiv: 50 MP / Blende f/1.8 / PDAF und OIS
  • Ultraweitwinkelobjektiv: 8 MP / Blende f/2.2 / FOV 119,7°.
  • Makroobjektiv: 2 MP / Blende f/2.4
  • Selfie: 16 MP / Blende f/2.4 / FOV 78°.
Video
  • Rückseite: 720p bei 30/60 FPS / 1080p bei 30/60 FPS / 4K bei 30 FPS
  • Selfie: 720p und 1080p bei 30 FPS
Audio Doppelte Stereolautsprecher / Dolby Atmos / 3,5-mm-Klinkenstecker
Akku 4500 mAh / 60 Watt SuperDart kabelgebundenes Laden / Kein Wireless-Charging
Preis 379,99 € / 429,99 €

Fazit: Realme 9 Pro+ – gut oder schlecht?

Das Realme 9 Pro+ hat mich insgesamt ziemlich überzeugt! Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist stimmig und die Tatsache, dass Realme alles auf die Fotoqualität setzt, hat sich bezahlt gemacht. Das 50 MP Hauptobjektiv und der Sony IMX766 Sensor sind sehr effektiv. Ich würde nicht sagen, dass das Realme 9 Pro+ ein Kameraflaggschiff ist, nein. Aber ich fand es bei Nacht besser als zum Beispiel mein OnePlus Nord 2.

Das MediaTek Dimensity 920 5G SoC hat mich beim Gaming nicht gerade begeistert, aber ich habe es während meines Tests auch nicht an seine Grenzen gebracht. Für den alltäglichen Gebrauch erledigt es die Arbeit problemlos. Beim Gaming muss man das richtige Gleichgewicht zwischen Grafik und Framerate finden. Auf jeden Fall ist die Leistung u.a. dank einer sehr guten Temperaturkontrolle stabil.

Die Akkulaufzeit des Realme 9 Pro+ ist schlichtweg hervorragend. Der Hersteller ist in diesem Punkt generell sehr stark und auch die Tatsache, dass Ihr mit 60 Watt schnell aufladen könnt, ist nicht zu verachten. Kurzum, bei einem Preis von 349,99 Euro für die Basisversion, die 256 GB Speicherplatz statt nur 128 GB bietet, finde ich das Realme 9 Pro+ absolut angemessen.

Wenn ich jedoch ein Smartphone unter 400 Euro kaufen müsste, wäre das OnePlus Nord 2 mit seinem stärkeren SoC und seiner umfangreicheren Update-Politik immer noch ziemlich unverwüstlich. Ich habe dem Nord 2 4,5 Sterne gegeben, also gebe ich dem Realme 9 Pro+ 4 Sterne.

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