Samsung Galaxy S21: So nutzt Ihr die neuen Kamera-Funktionen

Update: Jetzt mit Video!
Samsung Galaxy S21: So nutzt Ihr die neuen Kamera-Funktionen

Die Regie-Ansicht, der neue Zoom Lock oder auch 10-Bit-RAW – die Kamera-Features des Samsung Galaxy S21 bieten Euch neue Möglichkeiten zur Aufnahme von Videos und Bildern. Auch wenn es einige der Funktionen schon in Vorgängermodellen oder in anderen Samsung-Smartphones gab, erkläre ich Euch in meiner Anleitung die spannenden Foto-Features des S21, S21+ und S21 Ultra.

Um direkt zu den Features zu gelangen: Die nachfolgenden Kamera-Funktionen könnt Ihr auf allen Geräten des im Januar 2021 vorgestellten Galaxy S21-Lineups benutzen. Zwar bietet das S21 Ultra eine leistungsstärkere Kamera, die Vorteile zeigen sich allerdings eher in der Qualität und in Vorteilen innerhalb eines Features. Zu letzteren gelangt Ihr direkt über die folgenden Links:

Inhalt

  1. 8K Video Snap
  2. Single Take
  3. Regie-Ansicht
  4. Space-Zoom mit Zoom-Lock
  5. 10 Bit RAW & HDR10+

Artikel als Video:

All diese Funktionen findet Ihr in der vorinstallierten Kamera-App von Samsung. Dort findet Ihr mit dem Nachtmodus oder dem Porträtmodus natürlich weitere Features. Ich konzentriere mich aber auf Funktionen, die man in dieser Form nicht in jedem Handy findet.

8K Video Snap

Beginnen wir mit dem Feature "8K Video Snap"! Dabei handelt es sich im Grunde genommen nur um eine Exportfunktion für Einzelbilder, die Ihr in einem 8K-Video aufgenommen habt. Die Auflösung der Aufnahmen beträgt somit 7.680 x 4.320 Pixel, was somit in etwa ziemlich beeindruckenden 33 Megapixeln entspricht. Im Vergleich zu exportieren Full-HD oder 4K-Bildern könnt Ihr den Bildausschnitt nachträglich also verlustfreier verändern.

Um das Feature zu nutzen, müsst Ihr zuallererst den Videomodus in der Kamera-App ansteuern. Das anschließende Vorgehen seht Ihr auf den folgenden Bildern:

Samsung Galaxy S 21 8K Video Snap
Im 8K-Modus könnt Ihr Bilder mit 33 Megapixeln extrahieren. / © NextPit
  • Wählt in der Videoauflösung den Eintrag 8K / 24 aus (nur bei der Hauptkamera)
  • Nehmt nun ein Video von Eurem Motiv auf
  • Steuert das Video nun in der Galerie an, spielt es ab und stoppt es am gewünschten Moment
  • Sucht Euch das beste Einzelbild über den Scroll-Balken aus
  • Tippt das Screenshot-Symbol an und schon landet das 8K-Foto in Eurer Galerie

Die Bildrate bei 8K-Videos ist auf 24 Bilder begrenzt. Daher kann es sein, dass das Galaxy S21 die Belichtungszeit der einzelnen Frames auf bis zu 1/30 Sekunden anhebt. Somit solltet Ihr 8K Video Snap bei möglichst viel Licht nutzen. Denn je länger die Belichtungszeit ist, desto höher ist die Gefahr von Bewegungsunschärfe, was gerade bei exportierten Einzelbildern blöd aussieht.

Single Take

Im Modus "Single Take" nehmen die neuen S21-Modelle gleichzeitig Bilder mit verschiedenen Brennweiten und Videos mit verschiedener Geschwindigkeit auf. Maximal 15 Sekunden lang könnt Ihr so ein Motiv aufnehmen, den Winkel ändern und Euch beim Bildaufbau austoben. In der Galerie-App könnt Ihr anschließend aus einer Vielzahl an Bildern und Videos wählen, die im Single Take entstanden sind.

Samsung Galaxy S21 Single Take 1
Das Feature "Single Take" erlaubt Euch unter anderem das Wechseln der Brennweite im Nachhinein. / © NextPit
  • Steuert in der Kamera-App den Menüpunkt "Single Take" an
  • Hier wählt Ihr aus, wie lang die Aufnahme sein soll
  • Nehmt maximal 15 Sekunden lang ein Video von dem Motiv aus
Samsung Galaxy S21 Single Take 2
Automatisch erstellt das Galaxy S21 anschließend Bilder und Videos aus den Aufnahmen. / © NextPit
  • Steuert nun die Galerie an und per Tipp auf "Single Take" eines der Bilder oder Videos aus

Der Modus ist besonders praktisch, wenn Ihr ein Motiv nicht lange sehen könnt. Denn dank Single Take kümmert Ihr Euch um den Bildaufbau, um die Brennweite und um den Stil einfach später.

Regie-Ansicht

Habt Ihr beim Drehen von Videos ein wenig mehr Zeit, solltet Ihr das Feature "Regie-Ansicht" kennen. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um einen Aufnahmemodus, der Euch gleichzeitig die Live-Sucherbilder aller Kameras anzeigt. Zudem könnt Ihr dank der Regie-Ansicht auch gleichzeitig Selfie-Videos und Aufnahmen der Hauptkamera festhalten.

Samsung Galaxy S 21 Directors View
Im Modus "Regie-Ansicht" könnt Ihr die Live-Vorschau der Triple-Kamera im Blick behalten. / © NextPit
  • Steuert das Menü "Mehr" in der Kamera-App an
  • Wählt hier "Regieansicht"
  • Am rechten Bildschirmrand seht Ihr nun die Live-Vorschau der einzelnen Kameras
  • Das Symbol am linken oberen Bildschirmrand steuert die Einblendung des Selfie-Bildes
  • Hinweis: Während das Selfie-Bild auch im späteren Video zu sehen ist, wird immer nur eine Brennweite aufgezeichnet.

Space-Zoom mit Zoom-Lock

Den Space-Zoom kennt Ihr bereits aus vorigen Samsung-Smartphones, beispielsweise dem Galaxy S20 Ultra oder dem Note 20 Ultra. Neu hinzugekommen ist aber der sogenannte "Zoom-Lock". Hier hält das Galaxy S21 recht clever an Motiven fest und schafft es so, Bewegungen bei hohen Zoomstufen noch ein wenig besser zu unterbinden. Beim Motivwechsel "klebt" das vorige Motiv dabei ein wenig in der Bildmitte fest.

Samsung Galaxy S21 Zoom Lock
Der neue Zoom-Lock! / © NextPit
  • Wischt auf der Zoom-Auswahl in der Bildvorschau nach unten, um zum Space-Zoom zu gelangen
  • Nehmt nun das gewünschte Motiv in den Fokus und tippt für eine Sekunde auf das Display
  • Nun sollte das Motiv mittig zentriert bleiben und stabilisiert werden

Zoom-Lock sorgt zwar nicht unbedingt für bessere Fotos, die Standard-Aufnahmen des Space-Zoom sind natürlich auch stabilisiert, aber für die Motivauswahl ist das Feature durchaus praktisch. Zum Beobachten von Vögeln oder Flugzeugen ist die Funktion ebenfalls von Vorteil.

10 Bit RAW & HDR10+-Video

Ganz kurz möchte ich noch auf die Formate, beziehungsweise "Standards", in den neuen Galaxy S21-Modellen eingehen. Dabei ist nur die Bittiefe im RAW-Format neu, aber für bessere Fotos und Videos solltet Ihr das 10 Bit RAW und Videoaufnahmen in HDR10+ kennen.

Bei Aufnahmen mit 10-Bit-RAW speichert das Galaxy S21 zusätzlich zu den JPEG (oder HEIF)-Aufnahmen der Kamera auch noch die Rohdaten des Sensors ab. Während bei 8 Bit maximal 256 Farbwerte pro Pixel gespeichert werden können, sind es bei 10 Bit bereits 1.024. Somit können die Aufnahmen theoretisch statt knapp 16,7 Millionen Farben mehr als 1 Milliarden Farben enthalten. RAW-Aufnahmen müsst Ihr nach der Aufnahme allerdings in einem Bildbearbeitungsprogramm "entwickeln" und erlebt dabei deutlich weniger Qualitätsverluste bei der Bearbeitung.

Screenshot 20210128 184618 Video Player
Auf diesem Screenshot seht Ihr, dass HDR10+ zu unschönen Artefakten führen kann. / © NextPit

Der HDR10+-Standard ermöglicht es, bei Videoaufnahmen einen höheren Kontrast und mehr Helligkeit aufzunehmen. Der Standard wurde von Samsung und Amazon Video selbst entwickelt und wird unter anderem auf den eigenen UHD-Fernsehern des Herstellers unterstützt. Besitzt Ihr einen solchen Fernseher, erlebt Ihr den Unterschied am besten selbst.

Sind Fragen zu den Kamera-Features des Galaxy S21, S21+ und S21 Ultra offen geblieben? Dann schreibt mir in den Kommentaren und ich ergänze Unklarheiten im Artikel!

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Top-Kommentare der Community

  • Benjamin Lucks
    • Admin
    • Staff
    vor 1 Monat

    Hmm, sagen wir "jein" :D
    Also man kann die Bilder mit der Galerie-App bearbeiten, dabei fehlen allerdings wichtige Features, die man zur RAW-Konvertierung benötigt. Beispielsweise eine Rauschreduzierung, was bei RAW dringend nötig ist, da man ja das Entrauschen des Bildprozessors, oder beim Handy den ISP, umgeht.

    Apple will mit ProRAW ja quasi den Mittelweg gehen und gibt an, dass man die "Informationen des standardmäßigen RAW-Formats mit der iPhone-Bildverarbeitung" kombiniert. Im Grunde genommen speichert Apple aber auch JPGs und zusätzliche RAWs im DNG-Format. Hab mir mal eine der Dateien am Computer angeschaut und das sah für reine Sensordaten viel zu gut aus. Das wäre mal spannend zu prüfen, ob Apple da nicht noch nachhilft bzw. reinpfuscht.

    Für mich ergibt's aber in beiden Fällen nicht so wirklich Sinn, die Aufnahmen am Handy zu bearbeiten. Es ist ja eben der große Vorteil der Aufnahme von RAW-Dateien, diese nachher in einem Programm zu "entwickeln". Daher denke ich, die meisten Profis ziehen sich die DNG-Dateien (sowohl Apple als auch Samsung) eh vom Speicher und legen abseits der SoC-ISPs Hand an.

    ... Profis nutzen aber eh wahrscheinlich weder das Galaxy S21 noch das iPhone 12 für ihre Aufträge :P

13 Kommentare

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  • Bin begeistert, dass es möglich ist mit der Kamera meines S21+ klare Mondbilder zu schießen!


  • @ Benjamin Lucks Vielen Dank!


  • @ Benjamin Lucks Vielen Dank!


  • Hallo NextPit, werden einige dieser Funktionen auch noch auf S10er Modelle kommen bzw. habt ihr diesbezüglich in der Gerüchteküche was gehört? Vielen Dank 😊


  • Bietet Samsung eigentlich wenigstens auch an, diese tollen 10-Bit Fotos direkt in der Samsung Fotos App bearbeiten kann oder geht das mal wieder nicht, wie so oft bei neuen Kamera-Funktionen bei Samsung?
    Bei Apple kann man die ProRAW-Bilder ja direkt in der Fotos App bearbeiten, exakt wie alle anderen Bilder.
    Wäre irgendwo echt blöd, wenn man erstmal eine Drittanbieter-App finden muss, um die beworbenen Features überhaupt richtig nutzen zu können.


    • Benjamin Lucks
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Hmm, sagen wir "jein" :D
      Also man kann die Bilder mit der Galerie-App bearbeiten, dabei fehlen allerdings wichtige Features, die man zur RAW-Konvertierung benötigt. Beispielsweise eine Rauschreduzierung, was bei RAW dringend nötig ist, da man ja das Entrauschen des Bildprozessors, oder beim Handy den ISP, umgeht.

      Apple will mit ProRAW ja quasi den Mittelweg gehen und gibt an, dass man die "Informationen des standardmäßigen RAW-Formats mit der iPhone-Bildverarbeitung" kombiniert. Im Grunde genommen speichert Apple aber auch JPGs und zusätzliche RAWs im DNG-Format. Hab mir mal eine der Dateien am Computer angeschaut und das sah für reine Sensordaten viel zu gut aus. Das wäre mal spannend zu prüfen, ob Apple da nicht noch nachhilft bzw. reinpfuscht.

      Für mich ergibt's aber in beiden Fällen nicht so wirklich Sinn, die Aufnahmen am Handy zu bearbeiten. Es ist ja eben der große Vorteil der Aufnahme von RAW-Dateien, diese nachher in einem Programm zu "entwickeln". Daher denke ich, die meisten Profis ziehen sich die DNG-Dateien (sowohl Apple als auch Samsung) eh vom Speicher und legen abseits der SoC-ISPs Hand an.

      ... Profis nutzen aber eh wahrscheinlich weder das Galaxy S21 noch das iPhone 12 für ihre Aufträge :P


      • Apple ProRAW ist ein DNG, das bereits mit „Computational Photography“ vorbehandelt wurde: etwa durch Entrauschen, Nachtmodus oder Deep Fusion. Sonst wäre die Qualität in Anbetracht der winzigen Sensoren und Linsen nicht zu gebrauchen und es sähe aus, wie ein Samsung-RAW. 😈

        Tim


      • @Benjamin
        Trotzdem sollte man, wenn man solche Features anbietet, sie eben auch direkt auf dem Smartphone bearbeiten können...
        Aber das war Samsung irgendwie schon immer völlig Schnuppe. Als Samsung anfing, 4K Video in ihre Smartphones mitzuliefern, hat es über 3 Jahre gedauert, bis man diese dort überhaupt zuschneiden konnte. Bei RAW-Aufnahmen konnte man diese Anfangs sogar nicht einmal auf dem Smartphone anzeigen lassen und später dann nur so halb mit viel niedrigerer Auflösung. Und jetzt macht man anscheinend fast das gleiche nochmal...


      • Benjamin Lucks
        • Admin
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        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        @Black Mac:
        Ja, das hatte ich schon vermutet, als ich die DNG-Datei nachher am Rechner angeschaut habe. Ist natürlich die Frage, ob das die Rohdaten am Ende bereichert oder eben wieder durch "computing" verwäscht. Da müsste man sich mal die einzelnen Kanäle anschauen und ein bisschen analysieren.

        Spannendes Thema auf jeden Fall, wobei das neben Dir, Tim & Stefan womöglich echt keinen interessiert :D

        Die Frage, ob RAW bei Smartphones einen Mehrwert bietet, ist aber durchaus spannend. Ich schreibe es mir mal auf =)


      • Benjamin Lucks
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        @Tim

        Dann wirst du dich vlt. über meinen Absatz über das Schneiden von 8K-Videos freuen. ^^
        Wieder eine Funktion, die niemand braucht und die am Ende nur ruckelnd und mit Einschränkungen funktioniert.

        Tim


      • @ Tim: “Als Samsung anfing, 4K Video in ihre Smartphones mitzuliefern, hat es über 3 Jahre gedauert, bis man diese dort überhaupt zuschneiden konnte. ”

        Ähhh … und Apple bietet seit Jahren 4K-Videos mit 60 fps, die ich zwar mit iMovie schneiden, aber nur mit 30 fps exportieren kann. Das verstehe wer will, ich nicht.

        Zum Glück gibt es Luma Fusion.


      • Habe das S21 Ultra und bin insbesondere von dem 3- fachen und 10- fachen Zoom begeistert, der wirklich beeindruckende Ergebnisse liefert.Eine Frage hätte ich zwar nicht zu den Kamerafunktionen sondern zur Fotobearbeitung in der Samsunggalerie.Bei der Vorstellung der S21 Serie wurde demonstriert, dass in der Galerie unerwünschte Gegenstände/Personen aus dem Bild entfernt werden können,wofür man sonst z.b."Retouch" benötigt hat.Diese Funktion kann ich nicht finden.Auch in den Einstellungen unter " Tipps und Benutzerhandbuch" wird darauf nicht eingegangen.Weiß vielleicht jemand wie das geht?


      • Benjamin Lucks
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Hey Caro!

        Das ist bislang nur als Beta-Funktion verfügbar, die ich allerdings im Testzeitraum schon aktivieren konnte.

        Dafür musst du bei der Foto-Bearbeitung oben rechts auf die drei Punkte tippen, dann auf "Labs" und dort kannst du den "Object Eraser" aktivieren.

        Das Feature funktioniert bei mir leider noch so schlecht, dass ich es erstmal aus dem Artikel gelassen habe. Aber interessant ist es allemale!

        Viele Spaß dabei!

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