Pro: Performance

Zugegeben, es gibt Smartphones, die auf dem Papier vielleicht noch ein paar Pünktchen schneller durch die üblichen Tests und Benchmarks flitzen als das Mate 20 Pro. Trotzdem hat mich die Performance des Huawei-Smartphones nie enttäuscht, im Gegenteil. Der Kirin 980 im Mate 20 Pro hat zusammen mit dem üppig dimensionierten Arbeitsspeicher mehr als genug Power, um in jeder Lebenslage eine Top-Leistung abzuliefern. Das wird, da lege ich mich fest, auch nach ein, zwei Jahren noch so sein.

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Kontra: Fingerabdrucksensor

Bei der Performance kann der Fingerabdrucksensor im Display des Mate 20 Pro aber nicht mithalten. Er ist noch immer langsamer und nicht ganz so fehlerfrei in der Erkennung wie die „normalen“ Sensoren, mit denen Huawei mich seit ein paar Jahren begeistert hat. Ich habe ihn deshalb nur in Ausnahmefällen benutzt und sonst auf die Gesichtserkennung des Mate 20 Pro gesetzt. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten ist die mittlerweile schließlich sowohl sicher als auch schnell.

Pro: Akku

Smartphones und die Akkulaufzeit, da hat jeder irgendeine Horrorgeschichte auf Lager. Mit dem Mate 20 Pro ist damit Schluss. In den gut drei Monaten, in denen ich das Huawei-Smartphone jeden Tag benutzt habe, hat mich der Akku des Mate 20 Pro nie enttäuscht. Egal, was Ihr mit dem Ding anstellt, es wird Euch kaum gelingen, den Akku vor dem Abend in die Knie zu zwingen. Im Normalbetrieb habe ich das Mate 20 Pro in der Regel nur alle zwei Tage geladen. Das fühlt sich richtig gut an, glaubt mir!

In mein Lob muss ich außerdem die Ladegeschwindigkeit einschließen. Mit dem beiliegenden Netzteil lädt das Huawei Mate 20 Pro geradezu rekordverdächtig schnell den Akku wieder nach, und das hat mir tatsächlich zwei, drei Mal den Tag gerettet. Kabelloses Laden ist ein nettes Extra, auch wenn ich das selbst nicht so oft verwende.

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Das Mate 20 Pro hat einen großartigen Akku! / © NextPit Bildquelle: NextPit

Kontra: Multitasking

Nicht unbedingt begeistern kann mich das Huawei Mate 20 Pro, wenn es um das Multitasking geht. Das liegt nicht an zu wenig Speicher oder einem zu langsamen Prozessor, sondern an der Software. Die wirft geöffnete Apps zu schnell aus dem Arbeitsspeicher, und das führt dazu, dass sie häufiger neu gestartet werden müssen, wenn man sie wieder nach vorne holen möchte. Das bekommen andere Smartphones oft besser hin, vor allem diejenigen, die auf eine Software setzen, die etwas näher am nackten Android ist als das extrem stark veränderte EMUI-System von Huawei. 

Pro: Kamera

Drei Brennweiten, aufwendige KI-Unterstützung, bis zu 40 Megapixel Auflösung, Videos mit maximal 960 Bildern pro Sekunde – auf dem Papier ist die Triple-Kamera des Mate 20 Pro ein wahres Wunderwerk der Technik. Nach drei Monaten begeistert mich die Kamera des Smartphones noch immer, und das liegt vor allem an zwei Dingen: dem Ultraweitwinkel und dem Fünffach-Zoom. Auch wenn mir die KI manchmal ein bisschen zu arg eingreift und nicht jeder Schuss ein Treffer ist: Die Kamera des Huawei Mate 20 Pro bietet in meinen Augen mehr kreative Möglichkeiten als alle anderen aktuellen Smartphone-Kameras und sucht damit ihresgleichen.

Kontra: Lautsprecher

Ich fand die Idee von Huawei, den Lautsprecher des Mate 20 pro in den USB-C-Port zu integrieren, wirklich pfiffig. Schade nur, dass das Ganze nicht so richtig gut funktioniert. Der Klang ist ohnehin schon nicht besonders beeindruckend und einen Tick zu leise, und das wird noch viel schlimmer, wenn man ein Kabel in die Buchse steckt. Dann ist das Mate 20 Pro einfach zu leise und der Klang wird ziemlich unverständlich.

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Der Lautsprecher sitzt im USB-Anschluss – keine so gute Idee. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Pro: Display

Das AMOLED-Display im Mate 20 Pro ist eine echte Augenweide. Hochauflösend, knackig scharf, tolle Blickwinkel und immer hell genug. Die automatische Helligkeitsregelung ist angenehm feinfühlig, nur in dunkler Umgebung könnte der Bildschirm des Smartphones nach meinem Geschmack ruhig noch ein bisschen weiter gedimmt werden. Die vielen Optionen, mit denen sich die Darstellung beim Mate 20 Pro anpassen lässt, machen das aber für mich locker wett. Das Display ist eines der zentralen Merkmale eines Smartphones, und da überzeugt das Mate 20 Pro auf ganzer Linie.

Kontra: Displaykanten

So gut mir das Display auch gefällt, perfekt ist es nicht, und das liegt an den leicht gebogenen Kanten. Die gehen mir nämlich in unschöner Regelmäßigkeit auf die Nerven. Die leicht verzerrte Darstellung ist mir mittlerweile egal, das sieht man irgendwann nicht mehr. Aber vor allem beim Tippen reagiert der Touchscreen nicht immer auf Anhieb, wenn man eine Taste drücken will, die an der Kante liegt. Bei Spielen ist es das selbe, ganz am Rand liegende Elemente erwische ich nicht zuverlässig beim ersten Mal. Ich gebe zu, die Kanten sorgen dafür, dass das Smartphone ein bisschen runder und angenehmer in der Hand liegt. Davon abgesehen haben sie aber keinen Mehrwert, im Gegenteil.

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Das Huawei Mate 20 Pro hat ein tolles Display. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Fazit

Auch nach 100 Tagen ist mir das Mate 20 Pro noch nicht langweilig geworden. Ich finde das Smartphone immer noch klasse: Es sieht toll aus, ist schnell, hat eine extrem vielseitige Kamera und macht einfach jede Menge Spaß. Klar, ein paar kleine Schwachpunkte gibt es natürlich auch, aber die verzeihe ich dem Mate 20 Pro gerne.