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Xiaomi Redmi Buds 4 Lite im Test: Einmal In-Ears ohne alles

NextPit Redmi Buds 4 Lite Open Case
© nextpit

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Schon im Februar betraten die Redmi Buds 4 Lite in China die Bühne, mittlerweile sind sie auch hier erhältlich. Grund genug, uns ausführlich mit den preiswerten In-Ears aus dem Hause Xiaomi zu beschäftigen. Im Test finden wir heraus, ob die Ohrhörer tatsächlich günstig sind im Vergleich zu dem, was sie leisten ... oder nur billig. 

Xiaomi Redmi Buds 4 Lite

Pro

  • Sehr günstig
  • Angenehmer Tragekomfort
  • Ansprechendes Design
  • Unkomplizierte Einrichtung und Bedienung

Contra

  • Kaum Bässe, recht dünner Sound
  • keine App-Unterstützung
  • Lautstärke zu gering
Xiaomi Redmi Buds 4 Lite
Xiaomi Redmi Buds 4 Lite
Xiaomi Redmi Buds 4 Lite: Alle Angebote

Kurzfazit und Verfügbarkeit

Endlich haben die Xiaomi Redmi Buds 4 Lite es auch nach Deutschland geschafft. Für eine UVP von 34,99 könnt Ihr sie in drei Farben erwerben: Weiß (wie unser Testgerät), Schwarz oder Orange. Die grüne Ausführung hat es anscheinend nicht nach Europa geschafft. Mit dem Preis sind es wirklich günstige True-Wireless-In-Ears, aber der Straßenpreis lässt Euch die Dinger aktuell sogar schon für unter 23 Euro kaufen.

Für die ganz Eiligen unter Euch habe ich hier auch eine knappe Einschätzung: Ihr bekommt ein schnödes, überschaubares Feature-Paket, gefangen im Möchtegern-Körper hochwertiger Apple AirPods. Highlights wie ANC, anspruchsvolle Codecs oder Trageerkennung sucht Ihr vergeblich – völlig normal in dieser Preisregion.

Allerdings würde ich mir auch bei günstigen Kopfhörern ein paar Dinge wünschen, die ich hier vermisse: Der Bass ist mir zu dünn, der Sound generell zu flach und manchmal zu kratzig – und ja: Ich fände eine App super. Zudem mangelt es zumindest für meine konzertgeschädigten Ohren an Lautstärke. Andererseits blättert Ihr halt auch nur kleines Geld hin. Wenn Ihr nicht gerade durch lauten Berufsverkehr spaziert, sondern zu Hause Podcasts hört, kann das absolut ausreichen.

Design

Die Redmi Buds 4 Lite haben sich als AirPods verkleidet und setzen ausschließlich auf Plastik. Lade-Case und Earbuds mit Stängel sehen ansprechend aus, sind gut verarbeitet und zudem IP54-zertifiziert.


Stärken der Redmi Buds 4 Lite:

  • Sehr leicht und angenehm zu tragen
  • Ordentliche Verarbeitung
  • IP54-zertifiziert
  • Ansprechender, an Apple angelehnter Look

Schwächen der Redmi Buds 4 Lite:

  • keine Trageerkennung
  • Keine Akkuanzeige
Redmi Buds 4 Lite liegen lose auf dem Tisch
Doch, ein kleines bisschen an Apple AirPods erinnern die Redmi Buds 4 Lite schon, oder? / © NextPit

Als ich die kleinen Biester erstmals mitsamt Ladecase aus der Verpackung gefummelt hatte, war ich auf Anhieb positiv überrascht. Die Redmi Buds 4 Lite, die uns Xiaomi in unschuldigem Weiß zusandte, bestehen zwar komplett aus Plastik, sehen aber echt ansprechend aus und präsentieren sich zudem gut verarbeitet.

Ein klitzekleines bisschen erinnert das Design samt der kurzen Stängel natürlich an die Konkurrenzveranstaltung aus Cupertino. Dem kompakten Case entnehmen wir die beiden jeweils weniger als vier Gramm leichten Ohrhörer, die dann auch wie von selbst ihren perfekten Sitz im Ohr finden (was bei meinen Elefantenohren echt was heißen will). 

Blick auf die LED am Case der Redmi Buds 4 Lite
Was macht das weiße Licht? Es leuchtet weiß! / © NextPit

Eigens für diesen Test tanzte ich ein wenig Pogo auf dem Wohnzimmerteppich und headbangte zum Sound der Electric Callboys engagiert vor mich hin. Mit dem Ergebnis: Jau, die Dinger sitzen bombensicher. Später bin ich sogar Podcast-hörend eingepennt, und auch, als mich die altersbedingte schwache Blase um vier Uhr morgens ins Bad trieb, saßen beide Hörer noch exakt dort, wo sie sein sollten.

Das finde ich ganz spannend, weil ich bislang mit solchen Plastikmodellen meistens meine Schwierigkeiten hatte und daher die Alternativen mit Gummistöpseln präferierte. Ebenfalls freut es mich als ambitionierten Schwitzer, dass Xiaomi den Redmi Buds 4 Lite zumindest eine IP54-Zertifizierung spendierte. Sport könnt Ihr mit den Teilen also problemlos ausführen, sowohl was Halt als auch Schweiß angeht. 

Redmi Buds 4 Lite - ein Ohrhörer liegt auf dem Tisch
Die Redmi Buds 4 Lite tragen sich bequemer, als sie aussehen. / © NextPit

Weniger gefällt mir, dass es keine Trageerkennung gibt, was aber vermutlich auch der Preisklasse geschuldet ist. Ansonsten vermisse ich eine Möglichkeit, mir den präzisen Akkustand anzeigen zu lassen. Es gibt lediglich eine weiße LED, die gelangweilt vor sich hin leuchtet, die mir aber nun auch nicht gerade signalisiert, ob die Buds oder das Ladecase knüppelvoll oder fast leer sind. Lediglich beim Koppeln mit einem Xiaomi-Smartphone wird Euch der Ladestand kurz auf dem Handy-Display angezeigt. 

Funktionen und Konnektivität

Die Xiaomi Redmi Buds 4 Lite sind einfach einzurichten und ähnlich leicht zu bedienen. Aber eine App vermisse ich schon, ehrlich gesagt.


Stärken der Redmi Buds 4 Lite:

  • Google Fast Pairing wird unterstützt
  • Leichte Einrichtung/Verbindung
  • Unkomplizierte Touchgesten-Bedienung
  • Bluetooth-5.3-Unterstützung

Schwächen der Redmi Buds 4 Lite:

  • Keine Lautstärkeregelung
  • Keine App

Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass die Redmi Buds 4 Lite ruckzuck mit meinem Smartphone verheiratet waren. Soll heißen, dass dank Fast Pairing in Sekundenschnelle das Smartphone Verbindung aufgenommen hat, sobald Ihr die beiden Buds aus dem Case gekramt habt. Mehr müsst Ihr dann auch gar nicht tun, damit es losgehen kann, denn eine unterstützende App gibt es nicht. Support gibt es übrigens auch für Bluetooth 5.3.

Es gibt für Euch also herzlich wenig zu konfigurieren, und Ihr könnt direkt mit Musik auf den Ohren losmarschieren, ohne lange Anleitungen zu studieren (welche in diesem Fall eh nicht sonderlich ergiebig ist).

Redmi Buds 4 Lite liegen auf dem Tisch
Ihr bedient die Redmi Buds 4 Lite per Touchgeste am obeen Ende / © NextPit

Auch die Gestensteuerung ist simpel und leicht erlernbar: Wollt Ihr einen Song pausieren, genügt ein gezielter Handkantenschlag aufs Ohr, mit einem gut platzierten Kinnhaken überspringt Ihr den Song. Haha, okay – das hab ich mir nur ausgedacht. 

Tatsächlich tippt Ihr links oder rechts oberhalb des Stängels zweimal auf die Ohrhörer, um einen Song zu pausieren oder weiterlaufen zu lassen. Ebenso nehmt Ihr mit zweimaligem Tippen Anrufe an. Mit dreimaligem Tippen legt Ihr wieder auf, und bei der Musikwiedergabe springt Ihr mit dem dreifachen Tippen zum nächsten Track. 

Mehr gibt es bei der Bedienung fast schon nicht zu sagen, denn die Lautstärke kontrolliert Ihr leider nicht über die Redmi Buds. Allerdings gibt es noch einen Low-Latency-Modus, den Ihr aktiviert, indem Ihr beide Seiten für 1,5 Sekunden gedrückt haltet. Aber ganz ehrlich: Beim Zocken machte diese gesenkte Latenz keinen wirklich wahrnehmbaren Unterschied.

Audioqualität

Die Redmi Buds 4 Lite sind nicht sonderlich laut, bieten nicht sonderlich viel Bass und kratzen auch manchmal ein wenig.  Das mag nicht besonders positiv klingen, erfüllt aber ziemlich genau das, was ich für In-Ears um 20 Euro erwarte. 


Stärken der Redmi Buds 4 Lite:

  • Meistens okayer, unaufgeregter Klang
  • Sprachqualität in Ordnung

Schwächen der Redmi Buds 4 Lite:

  • Wo waren hier noch mal die Bässe?
  • dünner, bisweilen etwas kratziger Sound
  • zu leise

Vorweg: Wenn ich hier beklage, dass die gehörte Musik zu kratzig klingt, ich Bass vermisse, oder der gesamte Audio-Eindruck auf mich uninspiriert und etwas fad wirkt, sage ich das unabhängig vom Preisschild. Ich würde mir also wünschen, dass Dave Gahans kratzige Stimme mir bei seinem "Let me hear you Stripped down to the bone" nicht die Ohren ausschabt. Ich würde aus den 12-mm-Treibern gerne wummernde Bässe und glasklare Höhen vernehmen und das am liebsten in einer Lautstärke, die die Nachbarn vier Häuser weiter noch die Polizei rufen lässt. 

Aber wir sind hier nicht beim Wunschkonzert, denn sonst würde Xiaomi die Dinger auch nicht für unter 30 Euro verhökern können. Setze ich das, was ich höre, also mit dem Preisetikett in ein Verhältnis, dann ist es eigentlich echt okay. Mit den ordentlichen Mitten kann ich gut leben, selbst Höhen und Bässe gehen klar, wenngleich mir das beides etwas dünn gerät.

Redmi Buds 4 Lite im Lade-Case
Der Klang der Redmi Buds 4 Lite ist meistens okay, aber mir sind die Dinger zu leise. / © NextPit

Auch die Sprachqualität habe ich oben tatsächlich als Vorteil genann. Die Mikros liefern zwar nichts Großartiges ab, aber das tun auch die Mikrofone in fünfmal so teureren In-Ears oft nicht. Mein Gegenüber kann mich gut verstehen, das soll für 20 Euro mal reichen, oder? 

Ärgerlicher als der Klang ist die mitunter sehr geringe Lautstärke. Wobei ich hier wohl unterscheiden muss: Gefühlt höre ich nämlich denselben Song auf derselben Plattform (Spotify) lauter auf meinem Test-Smartphone von Xiaomi als auf meinem eigenen Huawei. Da es keine App und somit keinen Equalizer gibt, könnte die fehlende Lautstärke echt ein Problem werden, wenn Ihr Euch in der lauten Stadt befindet. Seid Ihr aber in der Küche und brutzelt Euer Mittagessen, oder erledigt durch die Bude flitzend die Hausarbeit, reicht die Lautstärke natürlich allemal. 

Das ganz große Codec-Feuerwerk wird hier natürlich auch nicht entfacht. Von aptX ist hier also weit und breit nichts zu sehen bzw. hören. Welche Codecs exakt welche Rolle spielen, wollt Ihr wissen? Dann riskiert doch mal einen schüchternen Blick auf unseren umfassenden Leitfaden, um alles über Audio-Codecs zu erfahren.

Akku und Aufladen

Bis zu fünf Stunden Akku sollen drin sein, bzw. bis zu 20 Stunden inklusive Ladecase, sagt Xiaomi. In der Praxis liege ich da leicht drunter, finde das aber absolut okay.


Stärken der Redmi Buds 4 Lite:

  • Bis zu viermal Aufladen übers Ladecase
  • kurzes Ladekabel im Lieferumfang enthalten

Schwächen der Redmi Buds 4 Lite:

Redmi Buds 4 Lite, geschlossenes Ladecase mit Blick auf den USB-C-Port
Geladen wird am Ladecase des Redmi Buds 4 Lite mittels USB-C-Anschluss. / © NextPit

Huch, der Drees nennt keine Schwächen beim Akku? Jau, richtig. Weil ich mich über die fehlende Ladestandsanzeige schon an anderer Stelle beklagte und ich sonst tatsächlich nichts zu mosern habe. Xiaomi packt uns ein kurzes Ladekabel in die Verpackung, das ist doch schon mal was. Die fünf Stunden ohne Aufladen hab ich in der Praxis nicht ganz erreicht, aber deutlich über vier Stunden finde ich absolut brauchbar in der Preiskategorie, und dank Case könnt Ihr die In-Ears ja noch zusätzliche dreimal voll aufladen. Kabelloses Laden wird nicht unterstützt, kann ich Xiaomi angesichts dieses Preises aber ebenfalls nicht ankreiden.

Fazit

Die Redmi Buds 4 Lite sind richtig günstig, angenehm leicht und sehen klasse aus. Wenn das alles ist, was Euch interessiert, schlagt zu. Wollt Ihr Eure In-Ears jedoch präzise per App auf Eure Hörgewohnheiten einstellen, könnt ohne ANC, Multipoint oder hochwertige Codecs nicht ruhig schlafen und mögt es, wenn der Bass Euch empfindlich in den Magen boxt? Tja, dann sind die günstigen Buds von Xiaomi nichts für Euch. 

Mir persönlich sind sie zu leise, und ich habe mich stellenweise über zu kratzige Sounds geärgert. Im Großen und Ganzen tun sie aber, was sie sollen, wobei mir die Qualität bei Podcasts noch mal entschieden besser gefällt als bei Musik. Sowohl beim Klang, bei der Sprachqualität der Mikrofone als auch der Akkulaufzeit empfinde ich sie als "okay". Das schnelle Connecten und die unkomplizierte Bedienung haben mir recht gut gefallen. Ebenso mag ich den Apple-esquen Look und den guten Sitz der Redmi Buds 4 Lite. 

Kein kabelloses Laden, kein ANC, kein Equalizer? Ja, das ist eben genau das, was Euch für 30 Euro erwartet. Deswegen kann ich guten Gewissens 3,5 Sterne vergeben. 

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Carsten Drees

Carsten Drees
Senior Editor

Fing 2008 an zu bloggen und ist irgendwie im Tech-Zirkus hängengeblieben. Schrieb schon für Mobilegeeks, Stadt Bremerhaven, Basic Thinking und Dr. Windows. Liebt Depeche Mode und leidet mit Schalke 04.

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