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Gewinner und Verlierer: Nachhaltigkeit punktet, Facebooks weirde Ausrede

Gewinner und Verlierer: Nachhaltigkeit punktet, Facebooks weirde Ausrede

Diese Woche geht der Siegertitel an das neue Fairphone 4, das mit einer Fünf-Jahres-Garantie und mit geplanten Updates bis hin auf Android 15 glänzt. Auf der Verliererseite steht Facebook und die seit Wochen andauernde Kontroverse über den mangelnden Jugendschutz in sozialen Netzwerken.

Unter den Highlights der letzten Tage möchte ich mit dem Debüt des neuen NextPit-Designs beginnen! Sicher habt Ihr die vielen Veränderungen samt Dark-Mode schon gesehen, oder? Wir freuen uns sehr über das Feedback aus der Community und sind sicher, dass es erst der Anfang einer Reihe von Entwicklungen ist, die in den nächsten Monaten kommen.

Um Euch einen Überblick über die wichtigsten Themen zu geben, habe ich Euch die fünf wichtigsten Artikel auf NextPit aus der letzten Woche zusammengefasst:

Es ist also an der Zeit, über unsere Tipps für die Gewinner und Verlierer dieser Woche zu sprechen!

Gewinner der Woche: Fairphone

Das Fairphone 4 ist erschienen! Und mit dieser Einführung flammt auch die Diskussion über Nachhaltigkeit in der Smartphone-Branche auf. Wir hatten die Gelegenheit, das Handy kurz zu testen. Und wie mein Kollege Benjamin Lucks sehr treffend feststellte, "heißen die Innovationen bei Fairphone nicht 'Super Retina XDR mit ProMotion', sondern faire Arbeitsbedingungen, nachhaltige Materialien und Modularität.

Wir heben oft die Ankündigung von besonders leistungsstarken Smartphones hervor, wie im Fall vom iPhone 13 oder dem Galaxy Z Fold 3, deren Testberichte ich Euch oben schon verlinkt habe. Es gibt also nichts Faireres, als die Bemühungen Fairphones anzuerkennen, die Ketten der geplanten Obsoleszenz zu durchbrechen und ein Smartphone mit einer Fünf-Jahres-Garantie und nachhaltigeren Hardware-Upgrade-Optionen auf den Markt zu bringen.

Das Fairphone 4 mag nicht das Flaggschiff des Jahres 2021 sein, aber es leistet bereits jetzt einen großen Dienst, indem es relevante Fragen zur Produktionskette einer Industrie aufwirft, die pro hergestelltem Mobiltelefon rund 86 Kilo Abfall produziert. Darüber hinaus bringt es uns dazu, unser Konsumverhalten zu hinterfragen und die Auswirkungen, die wir auf die Welt haben, wenn wir im Durchschnitt alle zwei Jahre unser Smartphone wechseln.

Verlierer der Woche: Facebook

Und wenn das Fairphone 4 uns Hoffnung macht, so gilt das mal so gar nicht für das Unternehmen, das diese Woche auf der Verliererseite steht: Facebook! Die Kontroverse um die Sicherheit junger Menschen auf Facebook und Instagram zieht sich noch eine weitere Woche hin. Ja, Facebook hat das Projekt eines Instagram für Kinder auf Eis gelegt. Aber das bedeutet nicht, dass junge Menschen auf der ganzen Welt geschützt sind – ganz im Gegenteil.

Am Donnerstag wurde eine Anhörung im US-Senat einberufen, um über die schädlichen Auswirkungen von Facebook und Instagram bei Jugendlichen ab 13 Jahren zu diskutieren. Das war eine direkte Folge einer WSJ-Untersuchung (The Facebook Files), die aufdeckte, dass Facebook sich durchaus darüber bewusst ist, dass Instagram ein toxisches Umfeld für junge Menschen darstellt.

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Sind wir das, was wir konsumieren? © Nadir Keklik / Shutterstock.com

Zu den Enthüllungen des WSJ gehört eine Facebook-Umfrage aus dem Jahr 2019, in der das Unternehmen behauptet, bei einem von drei Mädchen im Teenageralter "Probleme mit dem Selbstbild" vergrößert zu haben. Dem Artikel zufolge hat diese interne Untersuchung auch die Auswirkungen des sozialen Netzwerks auf die Zunahme von Angstzuständen und Depressionen aufgezeigt.

Ehrlich gesagt ist das alles nichts Neues. Wirklich beunruhigend ist jedoch das Argument, mit dem das Unternehmen das Anpassen von Instagram und Facebook für Kinder legitimiert. So habe Facebook festgestellt, dass Minderjährige immer früher Mobiltelefone erhalten. Und das erhöhe den Bedarf an speziell angepassten Apps.

Aber Moment mal – wenn eine interne Umfrage ergeben hat, dass Facebook die Ursache für die Probleme von Teenagern mit ihrem eigenen Image ist, dann liegt die Lösung sicher nicht darin, den Zugang von Kindern zu sozialen Netzwerken noch leichter zu machen, oder? Wir sind noch lange nicht am Ende dieser Geschichte angelangt. Aber hier ist ein kleiner Aufruf, die Story Kapitel für Kapitel weiterzuverfolgen.

Und damit ist die Sonntagskolumne beendet! Was haltet Ihr von der Auswahl diese Woche? Teilt uns Eure Meinung in den Kommentaren zu diesem Artikel mit!

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2 Kommentare

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  • Jörg W. vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Nachhaltigkeit ist für mich gestorben . Vor ein paar Jahren hieß es noch fahrt Eure Autos länger und kauft nicht alle paar Jahre ein neues Auto dann sollte man sein altes Auto abgeben und sich ein 6d Fahrzeug kaufen wegen der Umwelt und jetzt sind die Fahrzeuge auch wieder nix und man soll auf E Fahrzeuge umsteigen . Mir reicht es . Kaufe mir so oft ich will neue Geräte und fertig .


  • Babb vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Zum Fairphone 4 möchte ich noch anmerken, dass auch die Ersatzteilversorgung (über Jahre) dieses Konzept der Nachhaltigkeit (mit) stützen sollte!
    Dies war jedoch bei den ersten drei Generationen nicht immer so der Fall!
    Ich hatte mich - wie bei Neuanschaffungen meist üblich - über eine lange Zeit in diversen Foren eingelesen. Als Ergebnis stand für mich letztendlich fest, dass selbst einfache Dinge (ob anfänglich oder nach ca. einem Jahr) nicht/schwer oder nur über Umwege (Kleinanzeigen) zu bekommen waren.Deswegen konnte ich mich letztendlich nicht zum Erwerb der 3er-Serie durchringen.

    Durch Arbeitsplatzverlust & Arbeitslosigkeit wird sich in naher Zukunft leider daran nichts ändern. Interesse wäre auf alle Fälle gegeben. Der Formfaktor sowie top aktuelle Kamera/Prozessorleistung wären mir weniger wichtig als Reparierbarkeit/Nachhaltigkeit inkl. gerechter Löhne.