Das VanMoof Electrified S2, dessen Vorgänger vor zwei Jahren im Test gut abgeschnitten hat, ist ein technisch sehr ausgefuchstes E-Bike, und mit einem Preis von gut 3.000 Euro auch alles andere als günstig. Einer der herausragenden Merkmale des E-Bikes soll die Sicherheit sein. VanMoof betont dies stark auf der eigenen Webseite. Dort steht:

„Dein wachsames Fahrrad reagiert mit einem lauten Warnsignal, wenn ein Dieb sich an ihm zu schaffen macht. Sollte ihn das noch nicht abschrecken, dann kriegt er ein wesentlich penetranteres Alarmsignal auf die Ohren. Wenn ihm das immer noch nicht reichen sollte, dann schaltet das Fahrrad seinen Motor und seine smarten Funktionen aus, um Energie zu sparen und gibt mit seinen Lampen ein SOS-Signal ab. Sobald es als gestohlen gemeldet wird, verschickt das Electrified ein Tracking-Signal, bis du (oder unsere Bike Hunters) es wiederfinden.“

Das zentrale Merkmal des VanMoof Electrified S2 ist die eingebaute SIM, über die das Rad überall geortet und von den Bike Hunters gefunden werden kann. Der Hersteller gibt an, man müsse das Signal über ein Jahr lang rund um die Uhr blockieren, um die Ortung zu verhindern. Zudem soll das Electrified S2 sich abschalten und quasi unbrauchbar werden, wenn es gestohlen wird.

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Auch das Cowboy Bike hat eine eingebaute SIM-Karte. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Keine Gewalt nötig, nur ein Schraubenzieher

Das mag alles zutreffen, wenn der Dieb einfach das Schloss knackt und das Fahrrad mitnimmt. Digital Trends hat zusammen mit einem Sicherheitsexperten allerdings gezeigt, wie leicht sich das System von VanMoof ausschalten lässt. In nur einer Minute und ausschließlich mit zwei Torx-Schraubenziehern hatte der anonym bleibende Experte die Steuereinheit freigelegt und die SIM-Karte aus dem Rad entfernt.

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Damit würden auch alle andere Alarmsysteme ausgeschaltet, während das Rad die volle Funktionalität behalte, so das Magazin. Kein Alarmsignal, kein SOS-Blinken, kein Abschalten des Motors oder der smarten Funktionen, und eben auch keine Gefahr durch die Bike Hunter. Eine Torx-30-Schraube hält den Sattel fest, vier kleine Torx-10-Schräubchen schützen das „Gehirn“ des VanMoof Electrified S2. Spezialwerkzeug oder Gewalt sind nicht nötig, um das teure E-Bike zu stehlen – und das Marketingversprechen des Herstellers zu entlarven.

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Update: VanMoof reagiert

Mittlerweile hat VanMoof ein Statement zu der Angelegenheit veröffentlicht und sieht seine Technologie zu Unrecht am Pranger. In dem Video sei zu sehen, dass das Schloss des Rades nicht aktiviert sei, deshalb würden die Schutzmechanismen nicht greifen. Die Tatsache, dass die Elektronik und die SIM-Karte so leicht zu entfernen seien, sei so gewollt, um das VanMoof Electrified S2 leicht reparierbar zu machen. Man könne die SIM-Karte zwar leicht entfernen, habe dann aber ein unbrauchbartes Rad mit blockiertem Hinterrad und ohne smarte Funktionen – allerdings eben nur, wenn das E-Bike zuvor abgeschlossen wurde. VanMoof hat sich an Digital Trends gewandt und möchte den Test gerne mit abgeschlossenem Rad wiederholen lassen. Wie der nach Ansicht des Herstellers ausgehen wird, zeigt ein selbst produziertes Video:

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