Vorwurf der Monopolstellung: Google von 38 US-Bundesstaaten angeklagt

Vorwurf der Monopolstellung: Google von 38 US-Bundesstaaten angeklagt

Eine Koalition von 38 US-Bundesstaaten hat Google wegen wettbewerbswidriger Praktiken verklagt. Das Design der Suchmaschine sei insofern strittig, als dass es Googles eigene Produkte und Dienstleistungen gegenüber denen der Konkurrenz bevorzuge.

Diese Kartellklage, die Dritte in zwei Monaten gegen Google, wird von einer parteiübergreifenden Koalition aus Bundesstaaten unter Führung der Generalstaatsanwälte von Colorado und Nebraska eingereicht. Laut der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James (Demokratin) "steht Google an der Kreuzung vieler Bereiche unserer digitalen Wirtschaft und hat seine dominante Position genutzt, um seine Konkurrenten zu schädigen, fast jeden Aspekt unseres digitalen Lebens zu überwachen und Milliardengewinne zu machen."

Google reagiert mit Statement

In den USA werden offenbar also erst im Jahr 2020 die Effekte der immer größer werdenden Hegemonie der Gafas (Google, Amazon, Facebook, Apple) entdeckt. Laut einer Pressemitteilung der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft fordern die Bundesstaaten das Gericht dazu auf, das illegale Verhalten von Google zu beenden und "einen wettbewerbsfähigen Markt wiederherzustellen". Sie versuchen auch, "jeglichen Vorteilen, die Google aus seinem wettbewerbswidrigen Verhalten gezogen haben könnte, entgegenzuwirken", einschließlich möglicher Veräußerungen.

Turn Off Google Assistant
Eigene Dienste und Produkte wie Googles Smart-Speaker sollen in der Google-Suche bevorzugt werden. / © NextPit

In einem Blogbeitrag, der am Donnerstag, den 17. Dezember veröffentlicht wurde, reagierte Googles Direktor für Wirtschaftspolitik, Adam Cohen, auf die Beschwerde. "Wir wissen, wie wichtig die Überwachung großer Unternehmen ist und wir sind bereit, Fragen zu beantworten und an diesen Themen zu arbeiten."

Aber der Chef aus Mountain View fügte hinzu: "Diese Klage zielt darauf ab, das Design der Suche auf eine Art und Weise zu überdenken, die den Amerikanern nützliche Informationen vorenthält und die Fähigkeit von Unternehmen untergräbt, direkt mit Kunden in Kontakt zu treten. Wir freuen uns darauf, diesen Fall vor Gericht zu bringen, während wir uns weiterhin darauf konzentrieren, unseren Nutzern ein hochwertiges Sucherlebnis zu bieten".

Manipulation der Google-Suche als unlauterer Wettbewerb

Konkret wird Google vorgeworfen, über seine Algorithmen Einfluss zu nehmen oder gar einzugreifen, damit bei den Suchanfragen in der Google-Suche die eigenen Produkte und Dienstleistungen hervorgehoben werden. Unlauterer Wettbewerb in Verbindung mit einem Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung, der nicht oder nicht mehr besteht.

Die beiden anderen Beschwerden gegen Google in diesem Monat betrafen Googles Werbepraktiken und seine Bemühungen, Chrome als Standardbrowser auf Android- und Apple-Geräten durch Exklusivverträge mit den betreffenden Herstellern durchzusetzen.

Die dritte Klage der Koalition zielt speziell darauf ab, dass "Google Werbung an bestimmte, spezialisierte, vertikale Anbieter verkauft, aber je nach Geschäftsfeld deren Nutzen unnötig einschränkt. Und aufgrund seiner Monopolmacht extrahiert Google von bestimmten spezialisierten Anbietern massive Mengen an proprietären Kundendaten, die Google nutzen kann, um mit ihnen zu konkurrieren".

Ähnliche Vorwürfe wurden im April letzten Jahres gegen Amazon erhoben, die darauf hinwiesen, dass Gafa Daten von den Drittanbietern, die es in seinem MarketPlace beherbergt, sammelt und diese für die Ausrichtung der eigenen Produkte und Dienstleistungen verwendet.

Auch hier war der einzige Zweck dieser Praktiken, "die bestmögliche Erfahrung für seine Kunden zu bieten", wie Amazon in einer Pressemitteilung als Reaktion auf die oben genannten Enthüllungen betont hatte. Aber auch andere Gafas wie Facebook und dessen Tochterunternehmen Instagram werden vom US-Justizministerium und der US-Wettbewerbsbehörde (FTC) im Rahmen einer breit angelegten kartellrechtlichen Untersuchung, die 2019 gegen die Tech-Giganten insgesamt eingeleitet wurde, unter die Lupe genommen.

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4 Kommentare

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  • Google ist halt nun mal Monopolist - allein, was die Google Suche oder Google Maps angeht, da kommt einfach niemand sonst ran... Google hat einfach eine einzigartige Erfahrung, wenns um Datensammelei geht.


    • Schon mal https://www.openstreetmap.org/ angeschaut?
      Schon mal Magic Earth ausprobiert?

      Es ist eher so, dass die ganzen Online Marketing-Fuzzis alles außer Google nicht kennen oder nicht nutzen. Würden die Firmen ihre Daten bei OpenStreetMap genauso pflegen wie ihren Google-Business-Account, wären auch Öffnungszeiten und ähnliches dort zu finden.

      Bei Suchmaschinen schau Dir mal https://metager.de/ an

      Zur Speicherung von Adressen, Terminen, Aufgaben und Notizen kann man problemlos DAV-Konten nutzen, die sogar die meisten Anbieter nutzen. Aber Android kann sich damit nicht verbinden. Man muss erst einen Connector wie DAVx5 inbstallieren, der im Play Store etwas kostet. F-Droid kennt kaum jemand.

      Auch für Cloud-Speicher gibt es genügend DAV-Anbieter (WebDAV) und mit CollaboraOffice gibt es auch eine Lösung für gemeinsames arbeiten. Leider unterstützt der Dateimanager von Android kein WebDAV. Es bedarf einer Nachinstallation.

      Chrome erlaubt unter Android keine AddOns, womit man nichts gegen Tracking machen kann. Firefox für Android erlaubt AddOns.

      Es gibt viele Alternativen, aber Google macht es dem unbedarften Anwender nicht leicht, dessen goldenen Käfig zu verlassen.

      Andererseits ist die Bezahlung mit Daten mittlerweile beim Anwender weitgehend akzeptiert. Der Anwender sieht aber nicht, dass er nicht nur mit seinen Daten, sondern auch mit denen seiner Kontakte bezahlt! Jeder sollte sich die Frage stellen, wie er wohl reagieren würde, wenn ich eine Kopie meines Adressbuchs beim Supermarkt, Bäcker, Metzger usw. lassen würde.


      • Ach ja, das gute, alte Metager. Das hab ich lange schon vor Google genutzt. Das waren noch Zeiten :)


      • Warum "waren"? Das nutze ich immer noch. Alternativen sind Startpage, DuckDuckGo und Qwant (wobei Qwant oft Aussetzer hat)

        Als Ableger der Leibnitz-Universität Hannover habe ich in Metager jedoch ein recht großes Vertrauen. Auch in die Lebensdauer.

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