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Qi2 oder: Warum gibt's noch kein MagSafe für Android?!

qi2
© WPC, Umar/Adobe Stock

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Im Januar 2023 angekündigt, versprach der neue kabellose Ladestandard Qi2 den Komfort von MagSafe für alle. Mehr als ein Jahr später lässt sich die Zahl der Geräte an einer Hand abzählen, welche diesen Standard unterstützen. Die nextpit-Redaktion hat mit dem für den Standard verantwortlichen Konsortium gesprochen und einige interessante Antworten erhalten, die wir Euch nicht vorenthalten wollen.

Qi2 bringt eigentlich MagSafe für alle?

Um ehrlich zu sein, versprach die ursprüngliche Qi2-Ankündigung auf der CES 2023 "zertifizierte Mobiltelefone und Ladegeräte für die Urlaubssaison 2023". Und auf der IFA 2023 (September 2023) haben wir bereits eine Reihe von zertifizierten Ladegeräten und anderem Zubehör gesehen. Aber auf der Seite der "zertifizierten Mobiltelefone" fehlt uns noch was. Deshalb hat sich nextpit mit ein paar Fragen an das WPC (Wireless Power Consortium) gewandt, dem Verband, der für den Standard verantwortlich ist.

Paul Golden, Marketing Director beim WPC, war sehr direkt, als wir ihn fragten, wie viele Handys zum Zeitpunkt des Interviews (16. Februar 2024) Qi2-zertifiziert waren: "Vier verschiedene iPhone 15 Modelle", war die unbefriedigende Antwort des Direktors. Wie nicht anders zu erwarten, äußert sich der Verband nicht zu Telefonen, die sich in der Entwicklungs- oder Zertifizierungsphase befinden.

Apple Smart Display
Die native Unterstützung für die magnetische Qi2-Ausrichtung ist immer noch exklusiv für die iPhone-Familie. / © nextpit

Warum gibt's bislang nur vier Qi2-Handys?

Dass Apple einen Vorsprung hat, ist keine Überraschung, denn die Verbindung zwischen Qi2 und der MagSafe-Technologie des iPhones wurde bereits in der ersten Ankündigung erwähnt. Aber es gibt noch weitere Gründe dafür, dass nur das iPhone-Quartett 2023 die einzigen Qi2-Handys im Jahr 2024 sein werden. Neben der Tatsache, dass die Entwicklung von Smartphones ein mehrjähriger Prozess sind, nannte Golden einen weiteren Grund:

Die Zertifizierung begann im Dezember 2023 und der Zeitpunkt verpasste die Markteinführungszyklen der meisten Hersteller. Bei diesen Marken werden die neuen Handys im Einklang mit ihren jeweiligen Entwicklungszyklen zertifiziert.

Der Geschäftsführer stellte später klar, dass die Aufgabe des WPC darin besteht, den Standard zu entwickeln und zu verwalten und später seine Einführung zu fördern. Nachdem die Qi2-Ratifizierung und die Konformitätsprüfung begonnen haben, liegt es nun an den Geräte- und Zubehörherstellern, für die Verwendung des Standards zu werben. Das haben wir bereits gesehen, als viele Ladegeräte und Powerbanks sowohl auf der IFA 2023 als auch auf der CES 2024 mit der Qi2-Unterstützung geworben haben (und das erklärt auch, warum der WPC auf dem MWC 2024 nicht mit einer eigenen Präsenz vertreten war).

Qi2: Das sind die Vorteile

Auf unsere Frage, ob sich Qi2 negativ auf die Gesundheit und Langlebigkeit der meist fest verbauten Akkus auswirkt, antwortete Golden, dass die richtige Ausrichtung der Qi2-kompatiblen Geräte und Ladegeräte nicht nur zu einer höheren Effizienz, sondern auch zu schnelleren Ladezeiten und niedrigeren Temperaturen führt, was die Lebensdauer der Komponenten verlängern dürfte.

Eine Auswahl an ESR-Ladegeräten auf einem Tisch
Unternehmen wie ESR (im Bild), Belkin, Anker und Mophie haben bereits mehrere zertifizierte Qi2-Ladegeräte auf den Markt gebracht. / © ESR

Hoffentlich sind die Zeiten vorbei, in denen man zu spät merkt, dass das Handy nicht richtig auf das kabellose Ladegerät gelegt wurde, aber bis dahin müssen sich Android-Nutzer:innen noch etwas gedulden, und es gibt immer Bedenken, wie hoch der Preisaufschlag für die Qi2-Unterstützung und ihre zusätzlichen Anforderungen sein wird. Golden hat zwar nicht bestritten, dass zusätzliche Kosten auf die Verbraucher zukommen könnten, aber er glaubt, dass die breite Unterstützung der Industrie und Größenvorteile die Einstiegshürde für Qi2 senken werden.

In der Zwischenzeit gibt es immer die Möglichkeit, ein MagSafe-kompatibles Gehäuse für ein Android-Phone zu kaufen, aber da der Name von Apple geschützt ist, müssen die Hersteller von Gehäusen bei der Auflistung ihres Zubehörs kreativ werden, sodass es nicht immer einfach ist, eines zu finden.

Was ist mit Euch? Seid Ihr auch enttäuscht, dass es keine Qi2-Handys auf dem Android-Markt gibt? Würdet Ihr ein Handy-Upgrade verschieben, um auf die Qi2-Unterstützung zu warten, oder würdet Ihr ein Case eines Drittanbieters verwenden? Teilt uns Eure Meinung in den Kommentaren unten mit!

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Zu den Kommentaren (2)
Rubens Eishima

Rubens Eishima

Seit 2008 habe ich für zahlreiche Webseiten in Brasilien, Spanien, Deutschland und Dänemark geschrieben. Mein Fachgebiet sind Smartphone-Ökosysteme inklusive der Hardware, Komponenten und Apps. Mir sind dabei nicht nur die Leistung und die technischen Daten wichtig, sondern auch Reparierbarkeit, Haltbarkeit und Support der Hersteller. Trotz Tech-Brille auf der Nase arbeite ich immer hart daran, die Sicht der Endverbraucher nicht aus den Augen zu verlieren.

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2 Kommentare
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  • 69
    Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Qi und Qi2 beschreiben "resonante Ladeverfahren", deren Hauptvorteil eigentlich darin liegt, dass eine völlig exakte Ausrichtung der Ladespulen gar nicht erforderlich ist, ohne dass es gleich zu dramatischen Einbrüchen in der übertragbaren Ladeleistung kommt.
    Tatsächlich sind auch im Qi2-Standard die Magnete nicht zwingend vorgeschrieben. Wer nur das "Extended Power Profile" unterstützt, muss keine Magnete verwenden und kann trotzdem Qi2-kompatibel sein, muss neben dem Logo allerdings darauf hinweisen. Es darf dann auch nur das Qi-Logo sein, auch wenn die Qi2-Kompatibilität ja eigentlich trotzdem gegeben ist. Er unterstützt dann aber eben nur Qi V2.0 und nicht Qi2.

    Da die Magnete nicht nur Vorteile haben, zumindest verteuern sie das Ladeverfahren, und viele Android-Geräte ohnehin sehr viel leistungsfähigere kabelgebundene Ladeverfahren unterstützen, kann der Anreiz für viele Android-Hersteller, das "Magnetic Power Profile" von Qi2 zu unterstützen sich in engen Grenzen halten.


    Quellen:

    https://www.handyhase.de/magazin/news/ladestandard-qi2-mit-und-ohne-magneten/

    https://www.infineon.com/cms/de/applications/consumer-electronics/adapters-and-chargers/wireless-charging/resonant/

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Qi_(induktive_Energie%C3%BCbertragung)

    Hiro010


  • 1
    Achim Gilbert Eckhardt vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Gerade gelesen, dass gerade die Qi Standart Ladegeräte im öffentlichen Bereich ihre Informationen zwischen den Geräten nicht verschlüsseln. Dadurch besteht die Gefahr der Überhitzung, wenn Fremde die Übertragung manipulieren. Ob das auch beim Qi 2 Standard der Fall ist, kann ich nicht sagen - aber bislang bin ich mit den 12 Watt im Pixel 8 Pro ausreichend versorgt - ohne Überhitzungsmöglichkeit und Fremdeinwirkung und Qi-Standard.

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