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Design und Verarbeitung

Samsung hat sich beim S4 Active nah am Original-S4 orientiert, unterstreicht aber mit einigen Akzenten dessen Robustheit und Outdoor-Tauglichkeit. Das Gehäuse ist etwas dicker, Ober- und Unterseite sind mit gummierten Kunststoffecken versehen, der Micro-USB-Anschluss ist hinter einer Klappe versteckt, der Kopfhöreranschluss liegt hingegen frei. Vier dicke Nieten halten das Gehäuse fest zusammen.

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Gummierter Kunststoff an den Ecken… / © NextPit Bildquelle: NextPit
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… und dicke Nieten unterstreichen auch optisch die Outdoortauglichkeit des S4 Active. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Der abnehmbare Akkudeckel mit seinem feinen Wabenmuster ist aus mattem, glatten Kunststoff, die quadratische Kameralinse trägt zum etwas kantigeren Look bei. Auf der Vorderseite sind die auffälligsten Akzente die drei Hardwarebuttons unterhalb des Displays, deren Oberfläche texturiert ist und auf denen die chromglänzenden Symbole reliefartig aufgesetzt sind. Auch der Powerbutton und die Lautstärkewippe haben eine texturierte Oberfläche. 

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Die Hardware-Tasten unterm Display sind texturiert… / © NextPit Bildquelle: NextPit
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… ebenso wie die Lautstärketaste und der Power-Knopf. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Zum robusten Eindruck trägt neben dem kantigen Design auch das Gewicht bei: Mit 151 Gramm ist es deutlich schwerer als andere Smartphones gleicher Größe. Die Verarbeitung ist zudem gut und tadellos, breite Spaltmaße und lockere Teile finden sich nicht. 

Outdoor-Tauglichkeit

Im Outdoor-Bereich macht das S4 Active durch die robuste Verarbeitung eine gute Figur: Zum Buddeln im Sandkasten taugt es, also übersteht es es auch den Strandausflug unbeschadet, allerdings gelangt einiger Sand in die offene Kopfhörerbuchse, den man durch Klopfen entfernen muss. Oder man spült es im Wasser ab, denn auch die Wasserdichtigkeit konnte das Handy im Test meiner ukrainischen Kollegin Valerie beweisen. Das Video könnt Ihr ab morgen hier anschauen, und auch wenn man kein Russisch versteht, die Botschaft wird klar.

Vorsicht ist aber geboten, denn die empfindlichen Teile im Geräteinnern sind nur durch eine Gummidichtung auf der Innenseite des Akkudeckels geschützt. Wenn ihr diesen nicht fest verschließt, kann schnell Wasser ins Gehäuse dringen. 

Display

Das Display des S4 Active misst 5 Zoll in der Diagonalen und hat eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Damit liegt es mit dem S4 gleich auf. Anders als sonst bei Samsung üblich, ist im S4 Active aber kein AMOLED-Display, sondern ein IPS-Display mit LCD-Panel verbaut. Das ist vor allem für die Lesbarkeit unter freiem Himmel gut, da LC-Displays mit Hintergrundbeleuchtung arbeiten. Im Direktvergleich mit dem Bildschirm des Galaxy S4 weist das S4 Active das deutlich hellere und klarere Bild auf, außerdem die reine Darstellung von weißen Farbbereichen. Bei voller Helligkeit wirkt das Display des S4 Active somit bedeutend heller und strahlender. 

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Deutlich sind die Unterschiede zwischen den Displays des S4 Active (links) und des S4 (rechts). / © NextPit Bildquelle: NextPit

Software  

In Sachen Software steht das S4 Active dem S4 in nichts nach. Android 4.2.2 wird komplettiert von S4 Zoom, die zwar beide das S4 im Namen tragen, aber aufgrund fehlender Sensoren einige dieser Funktionen nicht mitbringen. 

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Die hohe Berührungsempfindlichkeit (links), die wir schon vom S4 kennen, ist beim S4 Active auch dabei, außerdem eine praktische Taschenlampen-Funktion (rechts). / © NextPit Bildquelle: NextPit

Ein paar Extra-Funktionen hat das S4 Active zudem: So kann man zum Beispiel bei ausgeschaltetem Bildschirm die Taschenlampe per Tastendruck starten. Neben dem üblichen Software-Paket aus Samsung- und Google-Apps ist auf dem S4 Active noch die Kartensoftware ape@map vorinstalliert. Die für ein Jahr lizenzierte kostenlose Pro-Version der App bietet Offline-Navigation per GPS und zeigt Wander-, Rad- und Skirouten in Deutschland, Österreich und Südtirol an, außerdem Karten der balearischen und der kanarischen Inseln.

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Wandern und Radfahren mit ape@map – die Software ist auf dem S4 Active für ein Jahr kostenlos. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Prozessor und Leistung

Das S4 Active kommt mit dem gleichen Prozessor wie das S4 auf den Markt, dem Quadcore-Chipsatz Qualcomm Snapdragon 600 mit 1,9-Gigahertz Taktrate und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Damit ist das Smartphone auf dem neuesten technischen Stand und liefert mehr Leistung als die meisten anderen Android-Phones. Entsprechend flüssig ist auch die Bedienung, die Mikroruckler, die mir in meinem Test des S4 aufgefallen waren, traten beim S4 Active nicht auf. 

Kamera

Die Kamera des S4 Active löst mit 8 Megapixeln auf und bietet damit etwas weniger als die High-End-Konkurrenz und das Original-S4. Die zahlreichen voreingestellten Aufnahme-Modi sind aber auch beim Active-Modell an Bord, darüber hinaus verfügt das Smartphone über einen Wasser-Modus, der speziell für Aufnahmen unter Wasser gedacht ist. Dabei wird die Lautstärketaste zur Kamera- oder zur Aufnahmetaste. 

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Das Modus-Menü des S4 Active mit dem speziellen Unterwasser-Modus. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Eine wirklich geeignete Unterwasserlandschaft konnten wir in unserer Büroumgebung leider nicht finden, die nächstgelegenen Brunnen liefern unter der Oberfläche nur verschwommen grüne Bilder. Aber auch spannende Aufnahmen wie dieses Foto der Frontkamera sind so möglich.  

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Halb über und halb unter Wasser: Das S4 Active kurz vor dem Tauchgang. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Die Testaufnahmen, die ich bei gutem Licht am hellichten Tag gemacht habe, konnten mich leider nur bedingt überzeugen. Im populären 16:9-Format haben die Bilder nur 6 Megapixel, zudem waren alle Aufnahmen trotz der guten Aufnahmebedingungen leicht unscharf und detailarm.

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Bei Tageslicht macht das S4 Active ausgewogene Bilder, allerdings mit wenig Details und leicht unscharf. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Das ist besonders schade, weil doch der Unterwasser-Modus beim S4 Active der Smartphone-Fotografie neue Einsatzfelder eröffnet. So macht das S4 Active zwar absolut akzeptable Fotos, kann aber nicht so einen Eindruck schinden wie das Galaxy S4. Und für richtige Unterwasserfgotos sollte man ohnehin auf eine Kamera zurückgreifen, die für diese Zwecke gebaut wurde. 

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Diese HDR-Aufnahme macht einen guten, natürlichen Eindruck… / © NextPit Bildquelle: NextPit
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… ebenso wie diese Makroaufnahme. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Akku

Der Akku hat die gleiche Kapazität wie beim S4 und gehört mit 2.600 Milliamperestunden zu den leistungsstarken Kraftzellen im 5-Zoll-Bereich. Auch bei der Laufzeit tun sich das S4 und das S4 Active nicht viel, bei durchschnittlicher Nutzung mit mobilem Internet, Nachrichten schreiben, Fotos knipsen und kurzen Telefonaten kommt das S4 Active locker durch den Tag, mit den entsprechenden Energiespareinstellungen sind auch gute anderthalb Tage kein Problem. Eine endgültige Aussage zur Akkulaufzeit kann ich aber nach dem kurzen Testzeitraum noch nicht treffen.  

Technische Daten und Preis

Das S4 Active hat mit seinen technischen Daten eines der derzeit attraktivsten Gesamtpakete auf dem Smartphone-Markt. Das 5-Zoll-Display mit seiner Full-HD-Auflösung ist gestochen scharf, der Prozessor unter den schnellsten, die aktuell verfügbar sind, der Akku ist zudem angenehm ausdauernd. Das hat allerdings auch seinen Preis: Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 649 Euro ist das S4 Active kein Schnäppchen, wenn auch rund 70 Euro günstiger als das S4. Über Amazon sind beide derzeit ab rund 500 Euro zu bekommen.  

Das S4 Active:  Die wichtigsten technischen Daten
Prozessor 1,9 GHz, Quad-Core, Qualcomm Snapdragon 600
Arbeitsspeicher 2 GB
Display 5 Zoll, LCD 1.920 x 1.080 Pixel
Interner Speicher 16 GB, durch microSD erweiterbar
Kamera 8 MP (Rückseite), 2 MP (Front)
System Android 4.2.2, TouchWiz UI
Abmessungen 139,7 x 71,3 x 9,1 mm
Gewicht 151 g
Akku 2.600 mAh
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Wasser auf der Linse: kein Problem für das S4 Active. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Fazit

Ich bleibe dabei: Das S4 Active ist das bessere S4. Wer sich für das robuste Outdoor-Phone entscheidet, nimmt allerdings das hohe Gewicht und die etwas größeren Maße in Kauf. Wenn Ihr das S4 also eh schon zu groß findet, lasst lieber die Finger vom Active. Der abnhembare Akkudeckel ist zwar ein Risikofaktor für den effektiven Schutz gegen Wasser, ergibt aber bei einem Outdoor-Smartphone, das auch mal ein paar Tage nicht in die Nähe einer Steckdose kommen könnte, absolut Sinn. Einziger Wermutstropfen ist die Kamera, die mich zumindest in meinem oberflächlichen Foto-Test nicht so recht überzeugen konnte. Ansonsten hat Samsung mit dem S4 Active eine ideale Ergänzung für sein Portofolio und eine High-End-Alternative zum Xcover 2 geschaffen: Die Zielgruppe, die ihr Handy viel im Freien benutzt und dabei auf Robustheit und Langlebigkeit angewiesen ist, bekommt hiermit ein Top-Gerät, bei dem auch die inneren Werte und der Look nicht mehr viel zu wünschen übrig lassen.