Gewinner und Verlierer der Woche: Mehr Megapixel und weniger Provision

Gewinner und Verlierer der Woche: Mehr Megapixel und weniger Provision

Die vergangene Woche war sowas wie die Ruhe vor dem Sturm, denn in den kommenden Tagen sollten neue Produkte von Apple, Google und Samsung auf den Markt kommen. Es ist diese Woche einiges passiert, was in den kommenden Monaten und Jahren erhebliche Auswirkungen haben dürfte. Bei den Gewinnern und Verlierern dieser Woche handelt es sich genau um die drei oben genannten Tech-Giganten. Gute Nachrichten gibt es für Freunde hoher Megapixel-Zahlen, nicht so gute Nachrichten für die App-Shops ...

Doch bevor wir Euch die Gewinner und Verlierer der Woche vorstellen, werfen wir einen kurzen Blick auf einige der wichtigsten Ereignisse der letzten Tage in der Welt der Technik.

Telegram erreicht Version 8

Am Dienstag stellte Telegram seinen Messenger in Version 8.0 bereit. Die Änderungen waren jedoch etwas subtiler, als der Zahlensprung vermuten lässt. Das größte Highlight bei den Neuerungen ist die Aufhebung der Teilnehmerbegrenzung bei Gruppen-Videoanrufen.

Die frühere Begrenzung auf 30 Personen wurde zwar aufgegeben, aber einige Leute sind immer noch skeptisch, wie "unbegrenzt" die Kapazität der Telegram-Server dann tatsächlich ist, um so viel Traffic in den Griff zu bekommen.

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Es ist möglich, den Autor der Nachricht bei der Weiterleitung zu verbergen / © NextPit

Telegram hat auch eine Option erhalten, um den Link des ursprünglichen Nachrichtenautors beim Weiterleiten zu entfernen. Damit wird ein kniffliges Problem für diejenigen beseitigt die in der App so anonym wie möglich bleiben wollen.

Qualcomm verspricht Audio in CD-Qualität über Bluetooth

Seid Ihr mit der Klangqualität Eurer Bluetooth-Kopfhörer unzufrieden? Qualcomm scheint auf die Beschwerden der Öffentlichkeit gehört zu haben und hat den verlustfreien Codec aptX angekündigt. Das Audioformat verspricht CD-Qualität – 16 Bit 44,1 KHz – verlustfrei über Bluetooth.

Die Bandbreite des Standards kann bis zu 1 Mbit/s erreichen, nutzt aber Techniken, um die Datenrate je nach Qualität der Verbindung zwischen Headset und Gerät anzupassen.

Der US-Hersteller hat angekündigt, dass die Technologie bis Ende 2021 auf den Markt kommen soll. Da aber sowohl das Mobiltelefon als auch das Headset unterstützt werden müssen, bleibt noch Zeit, etwas Geld zu sparen und auf die ersten Testberichte zu warten.

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Neuer Codec ist Teil der "Snapdragon Sound"-Initiative / © Qualcomm

iPhone 13 mit Satellitenkonnektivität

Eines der exotischsten Gerüchte der Woche war, dass das iPhone 13 mit einem Satellitenkommunikationssystem ausgestattet sein würde. Laut dem bekannten Analysten Ming-Chi Kuo wird die Funktion von einer angepassten Version des Snapdragon-X60-Modems des Geräts angeboten – das X55-Modem stattet die iPhone-12-Reihe aus, wie wir wissen.

Das Bauteil würde es dem Analysten zufolge ermöglichen, das iPhone mit einem der Satelliten der im erdnahen Orbit (LEO) zu verbinden, sofern beide dieselbe Übertragungsfrequenz unterstützen.

Das Gerücht klingt wie eine Fanfiction von Apple und Elon Musk / Starlink, könnte aber bei Naturkatastrophen, Reisen durch entlegene Gebiete oder einem einfachen regionalen Stromausfall große Auswirkungen haben. Es bleiben nur noch wenige Tage, um herauszufinden, ob das Gerücht wahr ist oder nicht.

Gewinner der Woche: Samsung kündigt 200-Megapixel-Sensor an

Am Donnerstag stellte Samsung seinen Isocell HP1-Sensor vor und bestätigte damit die monatelangen Gerüchte über die Einführung eines 200-Megapixel-Fotosensors für Mobiltelefone. Das Bauteil verdoppelt fast den aktuellen Rekord in Smartphones mit 108 MP, den Samsung Semiconductors selbst bei der Ausstattung des Xiaomi CC9 im Jahr 2019 mit der Isocell HMX aufgestellt hat.

Die Isocell HP1 ist größer als die Hauptmodelle der HM-Serie – 1/1,22", im Vergleich zu 1/1,33" bei HM3, HM1 und HMX – was die Auswirkungen der Unterbringung so vieler Megapixel in einem kompakten Bauteil etwas abschwächt. Jedes Pixel des neuen Sensors misst 0,64 µm, gegenüber 0,8 µm bei den drei genannten Modellen.

Samsung Isocell GN5 HP1
Isocell GN5 (links) hat 50 Megapixel mit 1 µm, HP1-Sensor (rechts) hat 200 MP mit je 0,64 µm / © Samsung

Eine weitere Änderung gegenüber den Vorgängergenerationen ist, dass das System der Pixelkombinationen – Tetracell für vier Punkte oder Nonacell für neun Punkte – noch einmal erweitert wurde: ChameleonCell sammelt das von 16 Punkten eingefangene Licht (Hexadecacell wäre wirklich kein einprägsamer Marketingname), um ein endgültiges Bild mit 12,5 Megapixeln zu erzeugen, von denen jedes "2,56 µm" groß ist.

Trotz des offensichtlichen Wettlaufs zwischen den Mobiltelefonherstellern um die höchste Pixelzahl in ihren Kameras scheint Samsung Semiconductor der einzige Fotosensorlieferant zu sein, der sich für diesen Wettstreit interessiert, da seine Hauptkonkurrenten, Sony und OmniVision, ihre Komponenten weiter mit bis zu 64 Megapixeln für Mobiltelefone anbieten.

Nach Angaben der Südkoreaner sind bereits Muster des Bauteils für interessierte Hersteller verfügbar und sollen im nächsten Jahr auf den Markt kommen. In welchem Gerät wird der neue Sensor zum Einsatz kommen? Hinterlasst uns Eure Gedanken dazu unten in den Kommentaren!

Verlierer der Woche: Google und Apple müssen möglicherweise ihre App-Shops in Südkorea öffnen

Die Verlierer der Woche sind diesmal zu zweit: Es handelt sich um Apple und Google. Die beiden Giganten werden am stärksten von einem Gesetzesentwurf betroffen sein, den das südkoreanische Parlament dem Präsidenten des Landes zur Genehmigung vorlegt.

Nach Angaben des Wall Street Journal besteht eine der wichtigsten Auswirkungen der Gesetzesänderung darin, dass die Inhaber von App-Shops nicht mehr in der Lage sein werden, die Nutzung ihrer Zahlungssysteme zu erzwingen. Mit anderen Worten: App- und Spieleentwickler könnten andere Dienste für die Abwicklung von In-Store-Verkäufen nutzen und so möglicherweise die vom Play Store oder App Store erhobene Provision von bis zu 30 % umgehen.

Sollte Präsident Moon Jae-In die Änderung genehmigen, wäre vor allem Google betroffen, das von Samsungs Dominanz auf dem südkoreanischen Markt profitiert, wo der Hersteller der Galaxy-Reihe fast zwei Drittel des Smartphone-Segments beherrscht.

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Die Praktiken der App-Shops stehen im Auge des Hurrikans / © NextPit

Apple hatte unterdessen mit dem Abschluss eines Vergleichs mit der japanischen Kartellbehörde einige negative Nachrichten zu vermelden. In einer Pressemitteilung teilte der Inhaber des App Store mit, dass "Leser"-Apps Links zum Erstellen und Einrichten von Benutzerkonten enthalten können.

Obwohl die Vereinbarung mit dem japanischen Organ geschlossen wurde, ist die Entscheidung weltweit gültig und wird mit ungewöhnlichen Situationen enden, wie z. B. Netflix- und Spotify-Anwendungen, die nur die Möglichkeit zur Anmeldung anbieten, so dass potenzielle Abonnenten den Browser öffnen müssen, um den Dienst zu mieten (und Apple nicht 30 % der monatlichen Gebühr einbehalten darf).

Sehr zum Leidwesen derjenigen, die Fortnite auf dem iPhone spielen wollen, gilt die Entscheidung jedoch nur für "Reader"-Apps (in Apples eigenen Worten), die das Unternehmen als solche definiert:

Reader-Apps bieten zuvor gekaufte Inhalte oder Abonnements für digitale Zeitschriften, Zeitungen, Bücher, Audio-, Musik- und Videoinhalte.

Laut Apple wird die Änderung Anfang 2022 in Kraft treten, nachdem die Regeln und das Verfahren zur Bewertung von Apps im App Store geändert wurden.

Für sich genommen hat diese Nachricht vielleicht keine direkten Auswirkungen auf unser tägliches Leben, aber es sei daran erinnert, dass die Geschäftspraktiken der beiden App-Shops auch Gegenstand von Untersuchungen der US-Regierung und der Europäischen Kommission sind.

In Erwartung all dessen, was wir an spannenden Geschichten in den nächsten Wochen erwarten dürfen, beschließen wir jetzt unseren Rückblick der Woche. Könnt Ihr Euch mit unserer Entscheidung bezüglich der gekürten Gewinner und Verlierer anfreunden? Teilt uns Eure Meinung in den Kommentaren mit – und wir lesen uns wieder nächste Woche!

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6 Kommentare

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  • C. F.
    • Admin
    vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Als Verlierer der Woche hätte ich jetzt mehr WhatsApp gesehen...


    • route9 vor 1 Woche Link zum Kommentar

      ..nur dass WhatsApp offenbar nicht wirklich verliert, wenigstens bei weitem nicht so viel, als es eigentlich verdienen würde. WhatsApp würde ich stattdessen eher eine goldene Himbeere verleihen wollen.


  • Tim vor 1 Woche Link zum Kommentar

    Ich finde die News aus Südkorea ehrlich gesagt für Nutzer alles andere als gut. Denn potentiell heißt dieses Gesetz, dass Apps für ihre Dienste irgendwelche Bezahldienste einbauen können. Und am Ende braucht man dann 5 verschiedene Dienste, um überall bezahlen zu können, die unter Umständen fragwürdige Sicherheit bieten, statt derzeit jeweils einem, der sicher ist.

    Zudem sehe ich jetzt schon Leute, die sich vor allem bei Apple beschweren, wenn Apple kein Geld zurückerstattet bzw. erstatten kann (wie es derzeit problemlos möglich ist), weil man in einer App nur mit Überweisung oder so bezahlen kann. Bei sowas wird dann immer die Schuld zu Apple (und Google) geschoben, die nichts dafür und nichts dagegen können.

    Die Geschichte aus Japan hingegen ist ein guter Schritt. Was außerhalb der Apps passiert, darauf sollte Apple keinen Einfluss haben können. Und dazu gehört mMn auch, darauf hinweisen zu dürfen, dass man außerhalb der Apps den Dienst bezahlen kann.


    • route9 vor 1 Woche Link zum Kommentar

      Mich stören am Appstore ganz andere Dinge, nämlich dass man oft erst nach!! dem Installieren einer App erfährt , dass es sich dabei nur um eine sinnlose Test- oder Einstiegsversion handelt und man sowieso eine Bezahlversion benötigt. So etwas gehört vorweg kundgetan, empfinde ich als unehrlich gegenüber dem Kunden und gehört per Gesetz geregelt. Der Playstore widerum ist mE mittlerweile sowieso zu einer unüberschaubaren Müllkippe angewachsen, bei der man viele Apps installiert und erkennen muss, dass sie gar nicht mehr funkionieren. Ich denke, 2/3 kann Google da, im Sinne der Kundenzufriedenheit, locker wieder aus dem Regal nehmen.

      Also mein Verlierer der Woche wäre, nach meiner Rückkehr von iOS zu Android, eindeutlig das Chaos namens "Playstore" (eigentlich ist das der Verlierer des Jahres)


      • Tim vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Ja, da stimme ich zu. Hab auch schon viel zu viele "kostenlose" Apps installiert, nur um unmittelbar nach dem Start, noch bevor man irgendwas ausprobieren kann, direkt ein "jetzt Abo bestellen" vorgesetzt zu bekommen. Viele Apps sind da also nicht mal Testversionen, weil man gar nichts testen kann


      • Tenten vor 1 Woche Link zum Kommentar

        Oder du musst dich erstmal registrieren, um die App überhaupt testen zu können. Was mich aber noch mehr stört sind diese ganzen Appleichen, die von ihren Entwicklern aufgegeben wurden. Hier wäre eine Regelung gut, dass Entwickler sich in bestimmten Abständen um ihre Apps kümmern müssen, ansonsten fliegen sie aus dem Store. Es gibt genug Archive im Netz, wo man nach solchen Apps suchen kann, wenn man sie unbedingt braucht, im Store selbst haben sie nichts zu suchen.

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