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Was ist eine eSIM und was sind die Vorteile?

Die „embedded“-SIM a.k.a. eSIM ist kleiner als eine Nano-SIM und fest im Gerät verbaut. Sie kann daher im Gegensatz zu einer herkömmlichen SIM-Karte nicht herausgenommen, dafür aber per Software neu beschrieben werden. Prädestiniert ist die eSIM damit für Geräte, die besonders klein sind – wie zum Beispiel Smartwatches.

Ihr seid zudem flexibler und auch unabhängiger mit einer eSIM. Ihr müsst nicht warten, bis Euch Eure neue SIM-Karte auf dem Postweg erreicht. Ihr wechselt schnell zwischen Tarifen: Sobald Ihr den neuen Aktivierungscode habt, könnt Ihr den neuen Tarif freischalten und nutzen. Das geht mitunter binnen Minuten. 

Auch Roaming-Gebühren nerven nicht mehr, da Ihr im Ausland problemlos zu einem anderen Anbieter switchen könnt. Natürlich ist die eSIM auch nachhaltiger: Nichts muss aus Plastik für Euch hergestellt und auf dem Postweg verschickt werden. Selbst die SIM-Karten-Tools, die sich zumindest im Haushalt des Autors stets wundersam in Luft auflösen, werden obsolet.

Welche Handys und Geräte nutzen eSIM?

Auch drei Jahre nach der erfolgreichen Spezifizierung treffen wir nur wenige eSIM-fähige Smartphones an. Doch das ist wenig verwunderlich. Die eSIM spielt ihre Vorteile eher da aus, wo kleine Formfaktoren gefragt sind. Wenig verwunderlich waren Wearables wie Smartwatches die ersten Geräte in Deutschland, die die eSIM nutzten.

Handys mit eSIM

SIM-fähige Smartphones bieten neben dem Einschub für die Plastik-SIM-Karte zusätzlich eine eSIM an. Bei manchen Geräten könnt Ihr das Smartphone so de facto als Dual-SIM-Gerät nutzen, bei dem beide SIM-„Karten“ parallel aktiv bleiben. Diese Hybrid-Lösung gilt als guter Kompromiss, um Kunden und Provider sanft auf das neue SIM-System umzustellen.

Im Normalfall ist lediglich eine aktive eSIM auf dem Smartphone möglich. Apple prescht hier vor und ermöglicht es Euch mit dem iPhone 13 Pro, gleich zwei eSIMs gleichzeitig zu aktivieren.

Apple

Google

Samsung

Samsung sträubt sich bislang dagegen, auch günstige Modelle eSIM-tauglich zu machen. Bislang ist das nur für die Flaggschiff-Reihen vorgesehen.

Weitere Hersteller

Pixel 6a von der Seite
Das Pixel 6a bietet neben dem verborgenen eSIM-Modul noch einen Slot für Plastikkarten-SIMs / © NextPit Bildquelle: NextPit

Tablets mit eSIM

Apple hat die eSIM auch für seine Tablet-Familie entdeckt. Einst verwendete der Hersteller nur die „Apple SIM“; eine proprietäre Variante die nicht mit der eSIM-Spezifikation konform war. 

Apple

Wearables mit eSIM

In Deutschland war die Samsung Gear S2 Classic 3G bei Vodafone und O2 das erste Gerät mit eSIM nach GSMA-Standard. Seit 2016 hat sich einiges getan und die Auswahl wurde größer. Etliche weitere Wearables haben eine eSIM. Diese wird jedoch oft in fester Verbindung zu einem Provider verkauft und entspricht so nicht dem eSIM-Standard. Führend in Deutschland gilt hierbei Vodafone mit seinen zahlreichen V-SIM-Geräten.

Apple

  • Apple Watch Series 3
  • Apple Watch Series 4
  • Apple Watch Series 5
  • Apple Watch Series 6
  • Apple Watch Series 7
  • Apple Watch Series SE 

Samsung

  • Samsung Gear S2 Classic
  • Samsung Gear S3
  • Samsung Galaxy Watch
  • Samsung Galaxy Watch Active 2
  • Samsung Galaxy Watch 3

Weitere Hersteller

Galaxy Gear S2 an einem männlichen Handgelenk
Die Tizen-basierte Smartwatch Samsung Gear S2 war das erste eSIM-Gerät in Deutschland. / © NextPit Bildquelle: NextPit

Welche Mobilfunkanbieter unterstützen die eSIM?

Mittlerweile verdichtet sich das Feld, so dass Ihr eine breite Auswahl an Mobilfunkanbietern auf dem deutschen Markt vorfindet, die die eSIM unterstützen. Das sind die Namen in alphabetischer Reihenfolge. Sollte Eurer Meinung nach ein Name fehlen, weist uns gerne in den Kommentaren darauf hin:

Seid Ihr generell gerade auf der Suche nach einem neuen Tarif? Da können wir Euch weiterhelfen! Welche Tarife sich lohnen, erfahrt Ihr in den nachfolgenden NextPit-Tarifübersichten. Worauf Ihr beim Tarifabschluss achten müsst, erfahrt Ihr zudem in unserem Handyvertrags-Guide.

eSIM bestellen, aktivieren, einrichten

Oben haben wir Euch die verschiedenen Anbieter verlinkt. Auf den Seiten bekommt Ihr die jeweiligen Infos, die je nach Service voneinander abweichen. Im Normalfall könnt Ihr einen Tarif aber einfach über eine App oder einen QR-Code buchen und werdet nach wenigen Minuten freigeschaltet. Alternativ könnt Ihr bei praktisch allen Anbietern auch die Telefon-Hotline anrufen.

Unterschiede gibt es schließlich noch bei den Kosten der eSIM: So zahlen Vertragskunden keine zusätzlichen Kosten für eSIMs bei der Telekom. Auch o2 unterstützt die eSIM kostenlos mit bis zu zehn Profilen. 1&1 verlangt 4,99 Euro monatlich, setzt aber einen Vertrag mit mindestens zwei Jahren Laufzeit voraus. Auch Vodafone bittet zur Kasse: 4,95 Euro werden monatlich fällig und 39,99 Euro einmalig – Prepaid-Verträge bleiben außen vor.

Für das Aktivieren einer eSIM checkt bitte auch die Seiten Eures Anbieters, da das Procedere je nach Marke anders ist. Bei Vodafone beispielsweise scannt Ihr nur einen QR-Code, wählt ein Profil aus, gebt die PIN ein und dann seid Ihr schon fertig mit der Aktivierung. 

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Manchmal wird auch die eID Eures Gerätes abgefragt. Die eID findet Ihr unter Einstellungen in den Geräte-Informationen des eSIM-Devices oder direkt auf der Verpackung.

eSIM-Profile verwalten, übertragen, löschen

Einmal eingerichtet wird ein eSIM-Profil fest in eurem Gerät gespeichert. Wollt ihr etwa auf Reisen ein anderes verwenden, könnt ihr euer heimisches Profil einfach vorübergehend deaktivieren. Derzeit schöpfen Hersteller und Mobilfunkanbieter noch nicht alle Möglichkeiten der eSIM aus. In der Theorie könntet ihr Profile herunterladen, ähnlich wie Apps aus dem Play Store, und diese Profile bei Bedarf wechseln.

Leider könnt ihr einmal aktivierte eSIM-Profile nicht auf ein anderes Gerät übertragen. Wechselt ihr die Smartwatch oder das Smartphone, müsst ihr beim Provider ein neues Profil bestellen. Meistens geht das kostenlos über die Bühne. Manche Provider verlangen für diesen Vorgang jedoch eine Gebühr.

Besonders Drillisch tut sich hier negativ hervor und verlangt für jeden Umzug auf ein neues Handy eine Gebühr von knapp 15 Euro. Ein Kunde klagte gegen diese Kosten und bekam sogar Recht. Es ist leider ein Einzelfall, so dass sich daraus keine generellen Schlüsse ziehen lassen. 

Die eSIM lässt sich zudem nicht physisch aus dem Gerät entnehmen, ohne es zu zerstören. Das hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist, dass gestohlene Smartphones von Euch und der Polizei länger anhand der SIM-Karte verfolgt werden können. Der Nachteil ist, dass ihr vor dem Verkaufen eures Smartphones das eSIM-Profil löschen müsst und für das neue Smartphone natürlich wieder ein neues Profil braucht oder eben eine klassische SIM-Karte.