Auswertung unserer Umfrage: Der Amazon Prime Day spaltet die Community

Auswertung unserer Umfrage: Der Amazon Prime Day spaltet die Community

Nächste Woche startet der Amazon Prime Day in unzähligen Ländern! Wir haben Euch letzte Woche um Eure Meinung zum Schnäppchentag gebeten und stellen nachfolgend die Ergebnisse unserer Umfrage der Woche vor. Dabei zeigt sich, dass Eure Meinungen bei Amazon ziemlich auseinandergehen.

Eine gespaltene Community

Die Umfrage wurde nicht in Brasilien veröffentlicht (mein Fehler, sorry!), daher zeigen wir nur Ergebnisse für die drei anderen Domains – COM (hauptsächlich Indien und die USA), Deutschland und Frankreich. Die erste Frage zeigt, dass die Hälfte der Mitglieder in der deutsch- und englischsprachigen Community am Prime Day teilnehmen wird.

Die französischen Leser*innen sprachen sich mit der Mehrheit von 67 % gegen den Kauf am Amazon Prime Day aus. Ein interessantes Ergebnis, dessen Ursprung uns Leserin Luna in den Kommentaren verraten hat. Denn in Frankreich hat Amazon die Übertragungsrechte für die Ligue 1 (Frankreichs höchste Fußball- / Fußball-Liga) erworben und das könnte zum frischen Unmut über das Unternehmen beitragen.

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In Frankreich gibt es einen Ausreißer, der sich aber recht einfach erklären lässt! / © NextPit

Die beliebteste Zeit für den Technikkauf

Bei so wenig Begeisterung zum Prime Day, die ich persönlich viel höher eingeschätzt hätte, stellte sich die Frage, zu welcher Zeit man am besten Technik kauft. Hier gab es deutlichere Unterschiede zwischen den Ländern, allerdings konnte der Amazon Prime Day die NextPit-Leser*innen in keinem Land so richtig abholen.

Während die englischsprachige Seite eine klare Präferenz für "sonstige" Verkäufe (46 %) hatte und der Black Friday / Cyber ​​Monday mit 27 % der Stimmen auf Platz zwei lag, war die BF/CM-Kombination der Gewinner in der deutschen Community. Die Shopping-Events zum Ende des Jahres holten sich über die Hälfte der Stimmen (52 %).

Die Tatsache, dass der Black Friday nicht an einen einzigen Online-Shop gebunden ist, mag hier eine Rolle spielen. Allerdings offenbarten die Kommentare auch eine praktischere Herangehensweise beim Einkaufen, insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung von Impulskäufen.

Die französische Umfrage hatte einen etwas anderen Aufbau, aber die Antworten gingen hauptsächlich auf Flash-Sales ein, die nicht unbedingt an eine größere Verkaufsveranstaltung gebunden waren. Nicht einmal die "French Days" – eine landesweite Rabattaktion, die 2021 vor 2 Wochen stattfand – erhielt Stimmen in der Umfrage.

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Bei der Frage nach dem besten Zeitpunkt zum Technikkauf gehen die Meinungen auseinander! / © NextPit

Was kauft Ihr am Prime Day?

Die Antworten auf die dritte Frage, für welche Art von Produkten sich unsere Leser interessieren, zeigte einen klaren Gewinn für die Option "Sonstiges" und ließ Smartphones an zweiter Stelle zurück. Weitere Kategorien mit Technikprodukten fielen noch weiter zurück.

Auf der deutschen Seite belegten "Smartphones", "Tablets", "Audioprodukte" sowie "Hardware und Zubehör für Smartphones und PCs" mit 14 % der Stimmen einen gemeinsamen zweiten Platz. Unterdessen zeigten die Franzosen Interesse am Kauf von Smart-Home-Geräten, gefolgt von TV- und Foto-/Videoprodukten.

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Smartphones kauft Ihr nicht unbedingt am Prime Day! / © NextPit

In der englischsprachigen Community zählten Audioprodukte und Zubehör für Handys und PCs zu den beliebtesten Produktkategorien. Die Ergebnisse sind aber recht durchmischt, was sich eventuell aus den verschiedenen Ländern erklären lässt, in denen NextPit.com gelesen wird.

Gerade bei dieser Frage hätten mich die Ergebnisse der brasilianischen Community interessiert. Denn dort neigen viele Menschen zu Impulskäufen und Amazon ist hier nach wie vor recht neu. Hierdurch wird es weitaus weniger schlechte Erfahrungen mit Amazons Kundenservice geben, der gerade in der deutschen Community immer wieder als Kritikpunkt angebracht wurde. Dafür, dass die Ergebnisse aus Brasilien fehlen, entschuldige ich mich noch einmal!

Trotzdem danke ich Euch vielmals für die Antworten und Kommentare in und unter unserer Umfrage der Woche. Am kommenden Freitag starten wir in eine neue Runde und ich hoffe, Ihr nehmt auch dann wieder teil!


In manchen Ländern (beispielsweise Brasilien) findet der Amazon Prime Day erst zum zweiten Mal überhaupt statt, andernorts ist dieses Einkaufsspektakel des Milliardärs (und zukünftigen Astronauten) Jeff Bezos längst eine feste Institution. 

Aufgrund der Corona-Pandemie fand der Prime Day 2020 im Oktober (Indien: August) statt und brach damit mit der Sommer-Tradition. 2021 ist es im Juni soweit: Der Amazon Prime Day findet am 21. und 22. Juni statt. Rund um den Erdball verspricht Amazon mehr als 2 Millionen Angebote.

Dieses Jahr gibt es zudem eine exklusive Show zum Prime Day auf dem Streaming-Dienst Prime Video mit einem dreiteiligen Special, das ab dem 17. Juni verfügbar ist. Spoiler: Es geht nicht um Nachhaltigkeit, sondern um Musik. Mit am Start sind Billie Eilish, H.E.R. und Kid Kudi.

Werdet Ihr am Prime Day teilnehmen?

Die Arbeitsbedingungen bei Amazon sorgen immer wieder für Kontroversen – und brachten dem Unternehmen auch einen Kurzauftritt im preisgekrönten Film "Nomadland" ein. Aber wird deswegen Amazon am Prime Day zugunsten kleiner Händler boykottiert? Wir geben die Frage an die NextPit-Community weiter: Werdet Ihr den US-amerikanischen Handelsriesen und seinen Prime Day auslassen? Oder stürzt Ihr Euch begeistert ins Schnäppchen-Getümmel?

Nehmt Ihr am Amazon Prime Day 2021 teil?
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Wartet Ihr lieber noch ab?

Aufgrund des Einführungszyklus kann es sein, dass einige Produkttypen, etwa Fernseher und Smartphones, nicht zum günstigsten Preis angeboten werden. Außerdem dürften einige stark nachgefragte Produkte wahrscheinlich nicht mehr lieferbar sein. Hallo PS5, die Du bereits seit sechs Monaten auf vielen vielen Wunschzetteln stehst.

Andererseits könnte der Amazon Prime Day der ideale Zeitpunkt sein, um einige Produkte aus dem Vorjahr zu erwerben (solange sie nicht PlayStation, GeForce oder Radeon heißen). Frage an Euch: Könnt Ihr den zeitlich begrenzten Angeboten und dem „Noch xx auf Lager“-Countdown widerstehen und auf den besseren Zeitpunkt warten?

Wann kauft Ihr am Liebsten Elektronik?
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Was beabsichtigt Ihr zu kaufen?

Der Prime Day 2020 verzeichnete kuriose Produkte unter den Bestsellern in jedem Land, wobei der Echo Dot weltweit am meisten gekauft wurde. Besonders erstaunlich: Klopapier war nicht dabei.

  • Vereinigte Staaten: iRobot Roomba, MyQ Wireless Smart Garage Door Opener, LifeStraw Wasserfilter, Vitamine und das Spiel Kids Against Maturity: Card Game for Kids and Families;
  • Vereinigtes Königreich: Shark-Staubsauger; Celebrations-Schokolade, elektrische Zahnbürste von Oral-B;
  • Frankreich: Pampers Premium Windeln (fast Klopapier!), Braun Oral-B Pro elektrische Zahnbürste, Lego Harry Potter (die Eule!);
  • Deutschland und Österreich: SanDisk Extreme microSDXC Speicherkarte, Lavazza Kaffeebohnen und Jamie Oliver Tefal Pfanne;
  • Brasilien: Alexa-kompatible smarte Lampe, Faber-Castell Textmarker und Desinfektionsmittel (?!?).

Die letzte Frage für heute richtet sich schließlich an diejenigen, die am Amazon Prime Day teilnehmen werden und schon bestimmte Produkte im Blick haben:

Was wollt Ihr Euch am Prime Day kaufen?
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Wie immer bedanken wir uns bei Euch für die Teilnahme an den Umfragen und freuen uns selbstverständlich, wenn Ihr Eure Antworten und Gedanken zum Prime Day 2021 als Kommentar unter diesem Beitrag weiter ausführt. 

Die Auswertung gibt es wie immer am kommenden Montag. Dort werdet Ihr dann nachlesen können, wie die NextPit-Community nach Ländern sortiert auf unsere Fragen geantwortet hat. 

Neueste Artikel

Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 1 Woche

    Das kann man doch so alles gar nicht sagen? Ich nehme teil, wenn es was gibt, was ich brauche oder eben nicht, wenn es nichts gibt.

  • Tenten vor 4 Tagen

    Carsten hat das im Artikel zu Casa Casi neulich auch schon gemacht und ich fand es beim Lesen überhaupt nicht störend. Im Gegenteil, ich fand es sogar interessant. Ich bin dafür, dass man es auf Nextpit zumindest mal versucht. Vielleicht nicht jeder Redakteur (also ohne Zwang), aber ich für meinen Teil werde das nicht gleich von vorneherein barsch ablehnen, sondern versuchen, mich darauf einzulassen. Wenn dich so eine Kleinigkeit wie das gendern in Artikeln schon stört, dann liegt dir ohnehin nicht viel an diesen Artikeln.

  • Tenten vor 4 Tagen

    @Black Mac
    Ich habe deine Beiträge immer geschätzt, gerade weil du immer offen für alles mögliche warst. Nie warst du einer von denen, die aus Prinzip gegrantelt haben und dein Denken war immer positiv nach vorne gerichtet. Deswegen verstehe ich nicht, dass dich jetzt ein paar Doppelpunkte oder Sternchen so in Rage versetzen. Sieh es doch einfach als ein Experiment, den Versuch, Menschen, die sich ausgegrenzt fühlen, zu integrieren. Niemand weiß, ob das gelingt. Vielleicht gewöhnt man sich daran, vielleicht verschwindet es im Lauf der Zeit wieder. Niemand weiß das. Natürlich nervt es manchmal, gesprochen noch mehr als geschrieben, aber die Idee dahinter ist im Kern gut und unterstützenswert. Es waren immer die Ideen, die zu großen Veränderungen geführt haben. Und wenn es auch nur einem oder zwei Menschen hilft, sich von der Gesellschaft akzeptierter zu fühlen, dann lese ich gerne über ein paar zusätzliche Satzzeichen hinweg. Du warst nie jemand, der andere disst oder herabsetzt, deswegen weiß ich, dass du das nachvollziehen kannst. Also gib dir einen Ruck, sei nicht so stur und melde dich hier wieder an ;)

  • Carsten Drees
    • Staff
    vor 4 Tagen

    Okay, ich bin spät dran mit meiner Antwort, weil der Nutzer tatsächlich seinen Account gelöscht hat. Finde ich schade, aber auch schräg, ehrlich gesagt. Ich schreib jetzt dennoch ein paar Gedanken dazu, weil hier ja auch Menschen mitlesen, die seiner (Black Macs) Meinung sind und ich mir erhoffe, dass wir möglichst viele Menschen mitnehmen können auf unserem Weg:
    Wir sind hier nicht gezwungen zu gendern, auch ist es nicht einheitlich und ganz sicher vergessen wir auch schon mal, einen Begriff entsprechend zu gendern. Aber ich denke, dass es die Mühe wert ist. Einmal, weil sich eben dann wirklich jeder mitgemeint fühlen kann – und weil es ja anscheinend auch ein bisschen mehr Awareness ist, die man aufs Thema lenkt.
    Manche Dinge gehen mir auch einfach nicht in den Kopf. Da muss ich dann nochmal und nochmal drüber stolpern, bis der Groschen irgendwann fällt. Bis ich merke, dass es nicht darum geht, wie ich persönlich über etwas denke, was für mich unproblematisch ist. So ist es beim Gendern auch: Liest sich irgendwie auffälliger, man muss sich mehr konzentrieren, bekommt in den Kommentaren Gegenwind. Aber wenn das dazu führt, dass wir uns alle mehr und mehr daran gewöhnen und unterm Strich dann so viele Menschen inkludieren, die vorher ausgegrenzt wurden, dann lohnt sich das doch locker, oder nicht?
    Wenn ich in Podcasts oder in den Nachrichten die kurze Pause in den gegenderten Worten kaum noch bewusst wahrnehme, ist das für mich ein Zeichen dafür, wie leicht man sich dran gewöhnen kann, wenn man sich nicht mit Kraft dagegen sperrt.
    Wichtig ist für mein Empfinden, dass wir jetzt einfach mal generell ausprobieren, wie wir am besten damit klarkommen, uns smarter auszudrücken. Es muss eben alle Menschen mitmeinen, darf die Sprache aber auch nicht zu sehr entstellen. Auf dem Weg werden wir alle viel ausprobieren müssen, uns über manche Formulierung ärgern oder lustig machen – aber am Ende kommt dann irgendwas bei raus, mit dem die meisten Menschen gut leben können. Und diejenigen, die es nicht können, werden vermutlich nach und nach weniger, denn so wie ich es beobachte, tun sich die jungen Leute deutlich weniger schwer damit.

    Ehrlich gesagt tue ich mich auch schwer damit, jemandem nachzuweinen, dessen Verbundenheit zu NextPit an einem so seidenen Faden hängt, dass ihm drei gegenderte Begriffe in einem Text zu so einem Schritt treiben. Entweder haben wir ihn in unserer Art zu schreiben, mit unseren Themen oder sonst was nicht so komplett abholen können. Das ist schade, aber das Gendern allein kann – oder sollte – es jedenfalls nicht sein.

  • Tenten vor 1 Woche

    Kann ich nicht zustimmen. Ich hatte kürzlich ein Problem mit einem Comic als eBook, das irgendwie falsch formatiert war. Der Service hat sich sehr lange Zeit genommen dafür, konnte den Fehler aber erstmal nicht reproduzieren. Ich habe mein Geld sofort zurückerhalten, der Support hat sich mit dem Verlag in Verbindung gesetzt und nach etwa einer Woche habe ich eine Mail erhalten, dass das eBook nun überarbeitet zum Download zur Verfügung steht. Und es stellt sich heraus, dass ich mein Geld zurückbekommen hatte, aber das eBook immer noch in meinem Besitz war. Ich konnte es also ohne es neu bezahlen zu müssen laden. Und natürlich funktionierte es jetzt. Vor einigen Jahren hatte ich ähnliche Probleme mit einem epub eBook von Thalia für den Tolino. Da hat es niemanden überhaupt nicht nur nicht interessiert, dass das Buch nicht zu laden war, ich habe noch nicht mal die 20 € für das fehlerhafte Buch zurückerhalten.
    Ich kann über den Service von Amazon nur sagen, dass sich da alle anderen Anbieter gleich mehrere Scheiben von abschneiden können.
    Aber so macht halt jeder andere Erfahrungen.

62 Kommentare

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  • Tut mir leid, dass ich dieses Fass wieder aufmache. Aber ich möchte einfach mal zeigen, welche Ausmaße dieses "gendern" annimmt. Ein paar (nicht ganz korrekte oder unbeachtete) Beispiele aus diesem Artikel:

    ...war die BF/CM-Kombination *der Gewinner* in der deutschen Community...

    ...für welche Art von Produkten sich *unsere Leser* interessieren...

    ...weniger schlechte Erfahrungen mit Amazons *Kunden*service geben...

    ...Amazon am Prime Day zugunsten kleiner *Händler* boykottiert...

    Wer nach der Sinnhaftigkeit bei "Kundenservice" fragt, kennt wohl nicht die Empfehlungen des Duden, die z.B. "benutzerfreundlich" zu "benutzungsfreundlich" macht. Bitte alles mit einem Zwinkern betrachten! :-) Heißt es jetzt eigentlich immer noch Arztpraxis??


    • Daran sieht man gut, wie schwierig Inklusion ist. Einen Neubau, zum Beispiel einer Schule, Kita oder auch eines Verwaltungsbaus kann man problemlos barrierefrei und behindertengerecht gestalten. Bei einer Sanierung eines bestehenden Gebäudes gestaltet sich das ungleich schwieriger und ist in Teilbereichen vielleicht sogar unmöglich. Da muss man dann Kompromisse eingehen und eventuell lässt sich auch für wenige einzelne Räume die Barrierefreiheit gar nicht umsetzen. Sollte man aber deshalb gleich ganz darauf verzichten?


      • Den Vergleich verstehe ich nicht so ganz. Eine gendergerechte Sprache ist keine Notwendigkeit, um kommunizieren zu können. Eine Rampe für einen Rollstuhlfahrer z.B. hingegen schon, da er sonst nicht das Gebäude betreten kann.

        Außerdem ist der Vergleich von Frauen mit körperlich behinderten Menschen an sich nicht der richtige Weg an dieser Stelle oder meinst du nicht? a


      • Ich vergleiche nicht Frauen mit behinderten Menschen, ich vergleiche Sprache mit einem bestehenden Gebäude. Es geht auch nicht um behinderte Menschen, sondern um Inklusion. Das betrifft alle Menschen, die bei einer Sache ausgeschlossen sind. Das können Kinder sein, aber auch alte Menschen, andere Geschlechter, Menschen in einer bestimmten Lebenssituation, eigentlich jeder und jede von uns. Inklusion betrifft uns alle. Übrigens geht's bei einer gendergerechten Sprache nicht nur um Frauen, sondern um alle Geschlechter.
        Auch die Frage, ob etwas notwendig sei oder nicht, muss man differenziert betrachten. Du empfindest eine gendergerechte Sprache als nicht notwendig. Andere Menschen sehen das anders.

        Du deutest in deinem ersten Beitrag an, dass Gendern nicht durchdacht sei, weil es Fälle gibt, die sprachlich deiner Meinung nach nicht gut umsetzbar sind. Ich vergleiche Sprache mit einem fertigen Gebäude, bei dem es auch nicht immer möglich ist, Inklusion perfekt umzusetzen.
        Damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass man, auch wenn man etwas nicht in allen Punkten perfekt lösen kann, es trotzdem versuchen sollte umzusetzen. Ich wundere mich nur, dass ich das auch noch erklären muss.


      • Na gut, dann habe ich unter "[...] kann man problemlos barrierefrei und behindertengerecht gestalten." wohl etwas falsch verstanden??
        Die Diskussion hier bezieht sich darauf, Frauen auf sprachlicher Ebene den Platz einzuräumen, der ihnen zusteht. Also eine klare Abgrenzung von männlich/weiblich. Als dritte und letzte Form bleibt sprachlich nur noch das Neutrum und davon ist weder hier noch in der öffentlichen Debatte die Rede. Mir würde auch spontan keine neutrale Form zu Arzt einfallen. Somit geht es also doch unterm Strich um Frauen. Die neutrale Form findet nur dort Anwendung, wo eine rein feminine Bezeichnung sprachlich nicht möglich ist.

        Ich verstehe trotzdem nicht, warum auf Teufel komm raus überall ein feminines Gegenstück benutzt werden soll. Niemand würde bei einem Unfall fragen "Hast du die Notärztin gerufen?". Ebenfalls gibt es kein weibliches Pendant zu Arztpraxis, obwohl der Begriff Arzt als solches wiederum Frauen ausschließt. Es gibt zig Beispiele, die aufgrund mangelnder sprachlicher Umsetzungsfähigkeit plötzlich hingenommen werden.

        Das ist eine Eigenart der deutschen Sprache und kein Versuch die Frauen zu unterdrücken. Davon mal abgesehen, glaube ich nicht, dass bspw. die Frauen in England ein emanzipierteres Leben führen als diejenigen in Deutschland.

        Und ich behaupte nochmals: Sagt eine Frau, sie geht zum Arzt, hat sie ihr Vorhaben klar und deutlich für jeden formuliert. Steht ein Rollstuhlfahrer vor einer Treppe, kann er sie nicht benutzen. Also MUSS ich eine Rampe bauen. Anders ist es mit der Sprache, bei der ich nicht zwingend männlich/weiblich gleichstellen muss, um mich zu artikulieren. Daher ist der Vergleich noch immer nicht passend.


      • Auch schöne Beispiele: der Supervisor oder der Präsident. Eine weibliche Form dieser Bezeichnungen ergibt im Grunde gar keinen Sinn und wird nur deswegen angewandt, weil es in der deutschen Sprache ein maskulines Substantiv ist.


      • "Die Diskussion hier bezieht sich darauf, Frauen auf sprachlicher Ebene den Platz einzuräumen, der ihnen zusteht. Also eine klare Abgrenzung von männlich/weiblich."

        Das ist nicht das, worum es bei einer gendergerechten Sprache geht.

        "Somit geht es also doch unterm Strich um Frauen."

        Nein.

        "Niemand würde bei einem Unfall fragen "Hast du die Notärztin gerufen?". "

        Das kannst du nicht wissen. Du würdest es nicht tun, aber du weißt nicht, ob nicht andere genau das machen würden.

        " Ebenfalls gibt es kein weibliches Pendant zu Arztpraxis, "

        Nochmal, es muss nicht weiblich sein. Darum geht es nicht. Man könnte in einer gendergerechten Form auch einfach nur von Praxis sprechen. Oder von Kanzlei, statt Anwaltskanzlei. Du hast aber nicht verstanden, dass es nicht darum geht, partout jede männliche Form zu eliminieren und zu ersetzen.

        "Das ist eine Eigenart der deutschen Sprache und kein Versuch die Frauen zu unterdrücken."

        So wie es eine Eigenart unseres Wirtschaftssystems ist, Frauen schlechter zu bezahlen und kein Versuch, Frauen zu unterdrücken? Oder um auf mein Beispiel zurückzukommen, Häuser nicht barrierefrei zu bauen ist auch kein Versuch, manche Menschen draußen zu halten. Fakt ist, Menschen fühlen sich dadurch ausgegrenzt. Deshalb die Diskussion darum. Und deshalb auch der Versuch einer gendergerechten Sprache, um diese Leute einzuschließen. Wer das mit vorgeschobenen Argumenten ("geht ja nicht bei allen Begriffen" ) von vornherein ablehnt, sagt damit klar, dass ihm die Befindlichkeiten dieser Menschen egal sind.

        Ich beende an diesem Punkt die Diskussion mit dir, weil es off topic ist und ich auch denke, dass du die Diskussionen um eine gendergerechte Sprache leider nur einseitig verfolgt hast und (noch) nicht erkannt hast, worum es dabei im Kern eigentlich geht.


      • Dein Beispiel würde folgendermaßen Sinn ergeben: Ab heute muss für jedes neue Gebäude (privat oder öffentlich) mit einer Treppe auch eine Rampe und ein Aufzug gebaut werden. Ohne Ausnahme. Das würde passen.


      • "So wie es eine Eigenart unseres Wirtschaftssystems ist, Frauen schlechter zu bezahlen und kein Versuch, Frauen zu unterdrücken?"
        Würde das auch passieren, wenn eine Frau den Vorsitz hat? Passiert es bei jedem Mann zu jeder Zeit, der eine Frau einstellt? Nein! Also kein Produkt der Wirtschaft, sondern von einer bestimmten Gruppe von Männern.

        Anwaltskanzlei => Kanzlei
        Arztpraxis => Praxis

        Inwiefern ist das keine Eliminierung der männlichen Form??


      • Meine Güte, Sebastian, es geht doch nicht um eine Eliminierung der männlichen Form und es geht auch nicht darum, für alles eine weibliche Form zu finden.
        Das ist das gleiche Fehlverständnis wie in den Achtzigern, als die Männer dachten, Frauen wollten ihnen mit der Emanzipation ihre Rechte wegnehmen. Ich empfehle dir dringend, Beiträge von Betroffenen zu lesen, damit du erkennst worum es eigentlich geht. Mir scheint, du hast dich bislang nur mit der Seite der Gegner befasst und die stellen die Argumente der Befürworter nunmal gerne sehr verzerrt dar.
        Hier ist aber nicht der Platz und auch nicht der Ort, um das zu vertiefen.


      • Genau das ist ja das Problem! Die Stimmen der Betroffenen (komischerweise zu 90% Frauen) sind noch unverständlicher. :-D Ich fühle mich auch nicht meiner Männlichkeit beraubt oder diskriminiert. Nein, das ist doch alles völliger Mumpitz! Stimmen der Betroffenen und diskriminierten:
        Bsp. 1: https://www.genderleicht.de/interview-mara-pfeiffer-fruef-fussball-maenner-und-frauen/
        Hier gibt es "männliche Kollegen" und die "Kolleg*innen". Sind Kollegen nicht immer männlich?? Was soll das denn?
        Bsp. 2:
        https://www.genderleicht.de/Textlabor/kunde-und-kollege-gegendert/
        Der letzte Absatz ist der Hammer!!
        Bsp. 3:
        https://www.lucia-clara-rocktaeschel.de/wann-gendern-unsinn-ist/#comment-698
        Benutzerhandbuch => Benutzungshandbuch
        aber jetzt kommt die absolut logische Schlussfolgerung
        Fahrerkabine = Fahrerkabine
        denn es bezieht sich im Gegensatz zu Benutzerhandbuch auf eine Sache. Ganz schön pfiffig, da wäre bestimmt niemand drauf gekommen.

        Nichts für ungut, aber Frauenfussball mag zwar wie bei den Männern derselbe Sport sein, allerdings sind die Unterschiede gewaltig und nicht von der Hand zu weisen.

        Übrigens: Der "Rat für deutsche Rechtschreibung" erkennt weder das Gendersternchen noch dessen Alternativen an und daher gibt es auch keine Regelungen dazu. Macht nichts, denn es gibt auch keine Steigerung von aktuell, wird aber trotzdem benutzt. Sind halt alle am schreiben, wie sie wollen. ;-)


      • Seit den Achtzigern verfolge ich die Feminismusdebatte, bin mit vielen Feministinnen gut befreundet, habe an einigen Vorträgen und Veranstaltungen teilgenommen (oft als einziger Mann) und deshalb weiß ich natürlich, dass es auf beiden Seiten Leute gibt, denen es nie weit genug geht und die es gerne noch etwas radikaler hätten. Daran darf man sich aber nicht abarbeiten. Denn der Kern der Sache ist etwas Positives, auch hier beim "Sprach-Gendern". Man muss doch jetzt nicht für jeden Begriff eine Regel aufstellen oder eine Form finden, in der sowohl Maskulin als auch Feminin vorkommen. Wozu so verbissen? Der Sinn der Sache ist, aufeinander zuzugehen und den anderen etwas mehr zu respektieren. Mir fiele als Mann kein Zacken aus der unverdienten Krone, wenn zukünftig nur noch die weibliche Form verwendet werden würde, aber das fordert ja auch keiner. Aber warten wir es doch einfach mal ab, was sich durchsetzt und wie sich die Sprache entwickeln wird. Denn die Sprache formt auch das Denken und eine empathischere Ausdrucksweise führt meiner Meinung nach auch zu mehr Empathie im Denken.


      • Meine Frau und ich kennen uns seit der Kindheit. Zum Jahrtausendwechsel wollte sie für spätere Zwecke mit einer soliden Ausbildung als Malerin/Lackiererin beginnen. Ja, sie wollte, durfte aber nicht. Teilweise habe ich sie begleitet und sie kannte zum Ende hin JEDE Ausbildungsstätte im Großraum Köln. Sie wurde ausgelacht, wegen fehlender sanitären Anlagen, oder weil der alteingesessene Meister keine Frauen wollte, überall weggeschickt. Später hat sie zumindest ein Angebot des Arbeitsamtes ergattern können und zum Dank wurde sie dort in einer Pause von 5 "Kollegen" abgefangen, die ihr an die Wäsche wollten.
        Ja, ich weiß auch bescheid wie das abläuft.

        Nichtsdestotrotz halte ich die Diskussion zu diesem Thema völlig überzogen, was den wahren Wert leider mit runterzieht. Ich gehe auch zu einer Ärztin und habe Kolleginnen und meine Tochter ist auch noch Schülerin. Aber wenn ich ein neues Handy kaufe, lese ich ein Benutzerhandbuch. Bis heute habe ich diesen Begriff nicht ansatzweise in Relation zu einer Geschlechterrolle wahrgenommen und werde es auch zukünftig nicht so handhaben.


  • Ist zwar etwas vom Thema weg, würde mich aber trotzdem interessieren:
    Warum stören sich viele Franzosen daran, dass Amazon die erste Fussballliga überträgt?
    Canal+ hatte die Rechte früher, ist aber doch auch Pay-TV. Steigen die Preise?


  • C. F.
    • Blogger
    vor 4 Tagen Link zum Kommentar

    Da nach knapp 1,5 Jahren Pandemie der Einzelhandel quasi am Boden liegt, werde ich alles bei örtlichen Geschäften kaufen. Auch wenn’s etwas teurer sein sollte. Amazon hat dank Corona genug Geld gescheffelt.


    • Ich hab am Samstag festgestellt, dass ohnehin sehr viele Einzelhändler jetzt Rabatte bis 20 % und mehr gewähren. Da ist es teilweise schon günstiger als online. Ich hab Schuhe und einen Rucksack gekauft und gegenüber Onlinekauf über 70 € gespart.


      • Jepp nur leider ist es andersherum genauso.
        Es gibt sehr viele die einem das Geld nur aus der Tasche leiern. Für manche Sachen bin ich durchaus bereit mehr zu zahlen ,aber man sollte nicht gleich im Abzockmodus kommen.
        Übrigens spar ich wahrscheinlich jeden monat weit mehr als 200 dadurch.
        Und ja nebenbei geh ich gerne zum Spielwarengeschäft nebenan ,weil er faire Preise hat.


  •   36
    Gelöschter Account vor 4 Tagen Link zum Kommentar

    „Die französischen Leser*innen …“

    Und das war’s mit diesem Beitrag. Wenn bei NextPit in Zukunft gegendert wird, suche ich meine Zerstreuung anderswo. Das ist ein absolutes No-Go.


    • Carsten hat das im Artikel zu Casa Casi neulich auch schon gemacht und ich fand es beim Lesen überhaupt nicht störend. Im Gegenteil, ich fand es sogar interessant. Ich bin dafür, dass man es auf Nextpit zumindest mal versucht. Vielleicht nicht jeder Redakteur (also ohne Zwang), aber ich für meinen Teil werde das nicht gleich von vorneherein barsch ablehnen, sondern versuchen, mich darauf einzulassen. Wenn dich so eine Kleinigkeit wie das gendern in Artikeln schon stört, dann liegt dir ohnehin nicht viel an diesen Artikeln.

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