Werbung in WhatsApp: KI soll verschlüsselte Nachrichten analysieren

Werbung in WhatsApp: KI soll verschlüsselte Nachrichten analysieren

Facebook sucht aktuell Forscher, die eventuell an Werbung in WhatsApp forschen sollen. Konkret geht es dabei um personalisierte Werbeanzeigen, die auf den Inhalten von Nachrichten basieren. Um auch aus verschlüsselten Nachrichten Informationen zu sammeln, will Facebook eine künstliche Intelligenz einsetzen.

  • Facebook sucht nach Entwicklern, die verschlüsselte Nachrichten per KI analysieren
  • Dabei will das Unternehmen homomorphe Verschlüsselung einsetzen
  • WhatsApp-Chef Will Cathcart dementierte die Vorwürfe bereits auf Twitter

Der Messenger WhatsApp ist trotz wiederkehrender Spekulationen bis heute werbefrei. Nun sind neue Gerüchte zu Werbeanzeigen im Umlauf, die ein wenig mehr Gewicht haben. Denn wie das Magazin The Information berichtet, könnte Facebook personalisierte Werbeanzeigen trotz aktiver Verschlüsselung anzeigen.

Durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist es Facebook bis dato nicht möglich, Inhalte von Nutzer*innen für Werbezwecke zu analysieren. Das bleibt auch erst einmal so, da durch die Verschlüsselung nur Ihr und Eure Chat-Partner*innen die Inhalte zu sehen bekommen. Allerdings behauptet The Information laut Medienberichten, dass Facebook Forscher*innen suche, die eine Analyse trotz Verschlüsselung ermöglichen.

Cathcart widerspricht dem Bericht auf Twitter

Um das zu erreichen, sucht Facebook gezielt nach Analyst*innen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Und ganz grundlegend ist das Auslesen von Daten aus verschlüsselten Systemen in der IT kein neues Thema. Wie das Frauenhofer Institut schreibt, verspreche man sich von sogenannter homomorpher Verschlüsselung sogar einen Zugewinn an Privatheit bei der Analyse von Daten. 

Will Cathcart Twitter
Cathcart dementierte die Vorwürfe bereits auf Twitter. / © Twitter / Will Cathcart

Dass WhatsApp Nutzerdaten für Werbezwecke auswerten will, wird aber dennoch den meisten Nutzer*innen sauer aufstoßen. Dessen ist sich auch WhatsApp-Chef Will Cathcart bewusst, der die Behauptungen bereits auf Twitter dementierte. Cathcart verneint dabei, dass WhatsApp auf homomorphe Verschlüsselung hinarbeite und verlinkt im gleichen Zug ein vergangenes Interview mit The Information, in dem er selbiges schon einmal behauptete.

Fürchtet Ihr um Eure Nutzerdaten bei WhatsApp? Dann haben wir die besten Alternativen zum viel kritisierten Messenger für Euch zusammengestellt.

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Top-Kommentare der Community

  • deltakula vor 1 Monat

    Sorry, liebes Nextpit-Team. Aber: Das Gendern nervt!

  • Benjamin Lucks
    • Admin
    • Staff
    vor 1 Monat

    "Und wieso macht man das seit kurzem, war doch Jahrhunderte auch in Ordnung"

    Au weia, da bringst Du aber ein Argument, das mit äußerster Vorsicht zu genießen ist. 😄

  • Aries vor 1 Monat

    Sprache wandelt sich. Das ist richtig, passiert aber unbewusst. Beim Gendern wird aber versucht, Sprache mit Gewalt zu ändern.

    Die Sonne und der Stuhl sind Gegenstände, während Analysten, Forscher, und Nutzer Mensch:innen beschreiben.

    Was machen eigentlich die Franzosen oder Spanier? Gendern die auch? Zumindest von den Spaniern kann ich es beantworten. Die lachen uns aus.

38 Kommentare

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  • Torsten vor 1 Monat Link zum Kommentar

    So geil hier. Voll die Katastrophennachricht: KI soll auf verschlüsselte Texte zugreifen, WhatsApp soll mit personalisierter Werbung kommen... Und die Diskussion geht ums Gendern 🙈


  • Tenten vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Schon witzig, dass ausgerechnet die, die argumentieren, dass es doch wesentlich wichtigere Dinge gäbe als eine gendergerechte Sprache sich dann am lautesten darüber aufregen.


  • Olaf Gutrun vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Eine Ki die verschlüsseltes so gesehen entschlüsseln kann oder nicht?

    Ja fein 👎

    Finde es schon jetzt erschreckend wie genau Instagramm ständig genau weiss was mich interessiert. Wirklich auf den Punkt genau.

    Keine Ahnung was für Methoden Fb da ein setzt. Bekam auch schon Werbung für Sachen wo ich nicht mach gegoogelt habe sondern nur drüber gesprochen habe!!!

    Und das verwirrt mich schon länger.

    Beispiel: Ich rede mit einem Kumpel üner den Kauf eines Gaming Laptops und habe definitiv nicht im Internet danach geguckt.

    Ein Tag Später: Direk 3 Werbe Schaltungen hintereinander bei Insta für Gaming Laptops...

    Gruselig

    U Mü


  • René H. vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Also gibt es doch eine Möglichkeit, die Verschlüsselung zu umgehen? Die NSA wird sich freuen, und bei Facebook nachfragen ob sie sich einklinken darf.


    • Aries vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Nicht bei der aktuellen Verschlüsselung. Aber die kann man ja ändern.


      • Olaf Gutrun vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Bist du dir sicher das das nicht geht?
        Klar und quantencomputer werden nur zur Forschung benutzt 😅

        So ein Ding entschlüsselt wahrscheinlich Eine Millionen Chats gleichzeitig in unter einer Sekunde.

        Als ob die Tech Riesen da nichts haben, das glaube ich nicht.


      • Aries vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Keine Verschlüsselung der Welt schützt vor Durchspielen aller möglichen Kombinationen. Das nennt sich Brute Force. Eine Verschlüsselung gilt dann als sicher, wenn die durchschnittliche Zeit für einen Brute Force-Angriff mit der leistungsstärksten Hardware länger als ein vom Anwender der Verschlüsselung definierter Zeitraum dauert. So ein definierter Zeitraum könnte ein durchschnittliches Menschenleben sein.

        Deshalb muss von Zeit zu Zeit die Schlüssellänge erweitert werden. Das passiert schon seit Beginn der Verschlüsselung und Experten wie Bruce Schneier veröffentlichen regelmässig, welche Schlüssellängen sie aktuell für sicher halten.

        Eine Verlängerung des Schlüssels um 1 Bit führt zu einer Verdoppelung der nötigen Durchläufe, um einen Schlüssel zu knacken. Ein zusätzlicher Hexadezimalwert führt bereits zu einer versechzehnfachung der Durchläufe. Ob Quantencomputer oder andere Technik, ist dabei egal.

        Die Taktfrequenz kann man mit bisheriger Technik nicht mehr weit erhöhen. Auch immer mehr Kerne sind mit der aktuellen Technik Grenzen gesetzt, an denen man ziemlich nah dran ist. Daher wird der nächste Innovationssprung in Quantencomputern gesehen und nur deshalb wird derzeit überall von ihnen geschwärmt.


    • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Es geht nicht darum, vertrauliche Inhalte zu entschlüsseln, sondern auf verschlüsselten Inhalten bestimmte Berechnungen so durchführen zu können, als wären sie unverschlüsselt. Das geht nicht immer, sondern erfordert eine bestimmte Form der Veschlüsselung, die homomorphe Verschlüsselung. Dabei sind Datenobjekte zwar verschlüsselt, die Beziehungen zwischen ihnen bleiben aber erhalten, da die Verschlüsselung eine homomorphe Abbildung darstellt. Das Thema ist wohl mathematisch ziemlich anspruchsvoll, im folgenden Blog ist aber ganz gut erklärt, worum es geht:

      https://www.venafi.com/de/blog/was-ist-homomorphe-verschluesselung-und-wie-wird-sie-verwendet

      Quelle: venafi.com


      • Torsten vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Hab den Artikel mal gelesen, danke. Aber ganz verstanden habe ich es nicht. Wenn das für KI so gut funktioniert, dass mir die personalisierte Werbung anzeigen kann, ist das für mich trotzdem so als wäre es unverschlüsselt. Ich will das nicht.


      • Michael K. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Mir ging es ganz ähnlich. In dem verlinkten Blog wird, wenn ich mich richtig erinnere, auf personalisierte Werbung gar nicht eingegangen. Es ist überwiegend davon die Rede, die verschlüsselten Daten bearbeiten zu können, also z.B. einem verschlüsselten Datensatz Daten hinzufügen zu können, ohne die Daten selber dafür kennen zu müssen. Personalisierte Werbung würde es aber erforderlich machen, Informationen aus verschlüsselten Chatnachrichten zu gewinnen, was den Sinn der Verschlüsselung in Frage stellen würde.
        Aber auch das soll möglich sein, wie sich aus folgendem Artikel ergibt:

        https://www.computerwoche.de/a/daten-insights-trotz-verschluesselung,3549693

        Demnach kann ein Arzt, als ein Anwendungsfall, verschlüsselte Patientendaten analysieren, ohne Details aus den Daten entnehmen zu können, also z.B. ohne den Namen des Patienten oder sein Alter aus den nach wie vor verschlüsselten Daten entnehmen zu können.
        Gibt es diese Zuordnung aber doch irgendwo, stellt das eine Schwachstelle dar, die es zumindest ermöglicht, bestimmte Informationen zu gewinnen.
        Bei Chats in einem Messenger gibt es die Zuordnung natürlich, denn der Dienst muss ja anhand der Metadaten wissen, wer mit wem spricht.
        Kann man z.B. mit einer KI durch Vergleich der Datenstrukturen mit denen eines unverschlüsselten Chats feststellen, das es in einem Chat um Computerspiele geht, und man bekommt dann Werbung für Spieleconsolen, ist das auch nicht das, was ich mir von Verschlüsselung verspreche.

        Quelle: computerwoche.de


  • deltakula vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Sorry, liebes Nextpit-Team. Aber: Das Gendern nervt!


    • paganini vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Seh ich auch so! Ich fühle mich auch diskriminiert bei so Wörtern wie DIE Sonne, DIE Herdplatte, DIE Wärme….
      Wieso heißt das nicht DER? Unfassbar 😱

      Es ist einfach nur noch lächerlich geworden. Genauso mit dem Wort Indianer etc.


    • Benjamin Lucks
      • Admin
      • Staff
      vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Was genau nervt Dich daran? Dass es den Lesefluss unterbricht oder fühlst Du dich nicht mehr angesprochen ohne das generische Maskulinum?


      • paganini vor 1 Monat Link zum Kommentar

        @Benjamin
        Finde es nicht mehr so „flüssig“ zum lesen. Und wieso macht man das seit kurzem, war doch Jahrhunderte auch in Ordnung 🤔


      • Benjamin Lucks
        • Admin
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "Und wieso macht man das seit kurzem, war doch Jahrhunderte auch in Ordnung"

        Au weia, da bringst Du aber ein Argument, das mit äußerster Vorsicht zu genießen ist. 😄


      • paganini vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Finde ich nicht. Für mich ist das nur lächerlich, wieso stellt man zum Beispiel Homosexuelle Paare nicht gleich mit Ehepartnern? Es gibt so viele andere Baustellen die wichtiger sind. Es gibt auch Menschen die sehen sich selbst als Tiere zum Beispiel Hunde, soll man jetzt bei Stellenbeschreibungen auch noch explizit „auch für Hunde geeignet“ schreiben weil „divers“ nicht gut genug passt?

        Aber nun gut ich glaube dazu hat jeder seine Meinung


      • Aries vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Und das ist das typische Gegenargument der Gender-Befürworter. Fehlt noch "Sprache entwickelt sich"

        Apropos Mensch (der)!
        Machen wir davon jetzt das Mensch:in?


      • Carsten Drees
        • Staff
        vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Hexen verbrennen war auch echt lange in Ordnung oder Frauen nicht wählen lassen. Verrückt, wie sich manche Dinge einfach so ändern, obwohl es ewig lange anders ging.
        Auch die Argumentation mit Begriffen wie "die Sonne" geht komplett ins Leere, weil es ja den Kern der Gender-Debatte nicht im Ansatz berührt. Es wird ja nicht jedes maskuline Wort ins feminine umgewandelt – "der Stuhl" wird also nicht bald "die Stühlin" sein.
        Es geht um Inklusion und darum, dass wir alle doch bestrebt sein sollten, so viele Menschen wie möglich anzusprechen.
        Sprache wandelt sich und im Moment wird eben ausgetestet, wie wir möglichst viele Leute mitnehmen können statt sie weiterhin zu übergehen. Wir testen das hier gerne mit und sobald es etwas gibt, was praktikabler ist und ebenfalls alle inkludiert, gibt es keinen Grund, den umständlicheren Weg zu gehen.
        Aber wie gesagt: Auf diesem Weg befindet man sich derzeit und auch wir bei NextPit experimentieren damit. Wir können darüber diskutieren, welcher Weg hier der richtige ist und müssen selbst natürlich auch open minded bleiben für andere Ansätze. Aber eins können wir hier ganz sicher jetzt schon sagen: "Das war doch schon immer so" taugt generell schon mal nicht als fundiertes Argument – und gerade auf einem Tech-Portal wäre es absurd, sich mit dieser Argumentation Neuerungen gegenüber zu sperren.


      • Aries vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Sprache wandelt sich. Das ist richtig, passiert aber unbewusst. Beim Gendern wird aber versucht, Sprache mit Gewalt zu ändern.

        Die Sonne und der Stuhl sind Gegenstände, während Analysten, Forscher, und Nutzer Mensch:innen beschreiben.

        Was machen eigentlich die Franzosen oder Spanier? Gendern die auch? Zumindest von den Spaniern kann ich es beantworten. Die lachen uns aus.


      • paganini vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Ich sage nichts gegen einen Wandel daher auch mein Argument mit der gleichgeschlechtlichen Ehe. Es bringt einem einfach nichts, nur Mehraufwand beim Schreiben und an der Situation der Leute ändert sich nichts. Hier wird wieder Zeit und Geld investiert und schlussendlich fallen wichtige Themen bei dem Thema hinten runter.

        Wir machen uns mit dem ganzen Thema eh schon lächerlich. Ich werde sicher in meinen E-Mails nicht schreiben

        Sehr geehrte Frau, sehr geehrter Mann, sehr geehrte*r Divers, sehr geehrte*r Hund/Katze/Delfin (und was auch immer)

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