In-App-Käufe deaktivieren und mehr: So werden App-Stores kindersicher

In-App-Käufe deaktivieren und mehr: So werden App-Stores kindersicher

Smartphones und Tablets eignen sich sehr gut dazu, Kinder für ein paar Augenblicke zu beschäftigen. Allerdings stellen sie auch ein potenzielles Risiko dar, wenn Mobile Games und Apps In-App-Käufe enthalten. NextPit verrät Euch daher, wie Ihr ungewollte Einkäufe unter Android und iOS verhindern könnt.

Was damals noch der Fernseher im Wohnzimmer war, ist heute das Smartphone oder das Tablet. Auch wenn es pädagogisch nicht immer ganz wertvoll ist, gibt Technik einen echt guten Instant-Babysitter ab. Im Google Play Store und im AppStore finden sich daher zahlreiche Apps für Kinder und Jugendliche. Allerdings enthalten insbesondere Mobile Games etliche Möglichkeiten, in der App Geld auszugeben.

Geschichten über Kinder, die ihren Eltern aus Versehen viel Geld aus der Tasche gezogen haben, gibt's immer wieder. Das liegt insbesondere an der Ein-Klick-Kauffunktion, bei denen Kinder zum Teil gar nicht genau wissen, dass sie Geld ausgeben. Sowohl Google als auch Apple bieten Tools zur Kontrolle oder Stopp von Käufen auf Android oder iOS / iPadOS an. In diesem Artikel stelle ich sie Euch genauer vor.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Android
  2. Apple iOS

Fall 1: Kind benutzt Euer Smartphone gelegentlich mit

Wenn das Kind (oder der Jugendliche) Euer Mobiltelefon oder Tablet und Euer Google-Benutzerkonto verwendet, ist die einfachste Lösung, alle Einkäufe durch Bestätigung des Kontopassworts genehmigen zu lassen. Befolgt dafür einfach die nachfolgenden Schritte:

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Zwingt den Play Store dazu, immer ein Passwort von Euch zu verlangen / © NextPit
  1. Tippt auf das Profilbild in der oberen Ecke des Bildschirms im Play Store
  2. Wählt die Option "Einstellungen"
  3. Tippt auf das Feld "Authentifizierung", um die Optionen zu öffnen
  4. Wählt "Authentifizierung für Käufe erforderlich"
  5. Wählt "Für alle auf diesem Gerät getätigten Google Play-Käufe"
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Aktiviert die biometrische Authentifizierung bloß nicht, wenn das Kind das Gerät mit biometrischen Daten entsperren kann! / © NextPit

Wie die Option selbst schon sagt, müsst Ihr die Schritte auf allen Tablets und Handys wiederholen, die das Kind benutzt.

Wichtig: Aktiviert die Option Biometrische Authentifizierung am besten nicht, da das Kind sonst Einkäufe mit seinem Fingerabdruck oder einem anderen auf dem Gerät registrierten biometrischen System autorisieren könnte.

Natürlich ist das Passwort privat und sollte nicht dem Kind mitgeteilt werden. Nachdem Ihr die obigen Schritte ausgeführt habt, müsst Ihr jedes Mal, wenn Ihr – oder eine andere Person – einen Kauf tätigt, diesen durch Eingabe des Google-Kontopassworts autorisieren. Das gilt auch bei Apps und Spielen, die das Zahlungssystem von Google Play Services verwenden. Durch diese Option könnt Ihr dann auch ungewollte In-App-Käufe deaktivieren.

Fall 2: Kind benutzt ein eigenes Smartphone oder Tablet

Unser zweites Szenario ist, dass Euer Kind ein eigenes Handy oder ein eigenes Tablet nutzt. Hier könnt Ihr die Kaufgenehmigung nur bei elterlicher Zustimmung aktivieren. Zu diesem Zweck bietet Google die App "Family Link" an. Mit der App könnt Ihr ein Benutzerkonto speziell für Euer Kind erstellen und weitere Verwaltungsoptionen für YouTube, die Websuche und vieles mehr nutzen.

Nachdem Ihr die App auf Eurem Mobiltelefon oder auf dem Smartphone des Erziehungsberechtigten des Kindes installiert habt, öffnet Ihr Family Link und folgt dann den angegebenen Schritten:

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Family Link zentralisiert die elterliche Kontrolle für Google-Konten / © NextPit
  1. Nachdem die App angezeigt wird, wählt Ihr das Benutzerkonto des Erziehungsberechtigten aus
  2. Wählt auf dem nächsten Bildschirm die Option "Elternteil"
  3. Wählt dann "Weiter" und dann "Ganz rechts"
  4. Auf dem nächsten Bildschirm entscheiden wir uns für die Erstellung eines neuen Kontos für das Kind, indem wir auf "Nein" tippen
    1. Wenn Ihr bereits ein Google-Konto habt, geht auf dem anderen Gerät einfach auf Einstellungen, dann auf Google > Kindersicherung und richtet das Gerät so ein, dass es über Euer Telefon verwaltet werden kann
  5. Tippt auf Weiter, um mit der Kontoerstellung zu beginnen. Diese erfordert recht viele Informationen und nimmt etwa 10 Minuten Zeit in Anspruch
    1. Bei diesem Schritt müsst Ihr zusätzlichen Nutzungsbedingungen zustimmen und Euer Benutzerpasswort bestätigen. Auch die Datenschutzbestimmungen für das neue Konto müsst Ihr akzeptieren
  6. Tippt am Ende des Erstellungsprozesses auf die Schaltfläche Weiter
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Das Erstellen eines neuen Kontos für Euer Kind oder Euren Teenager erfordert ein wenig Geduld / © NextPit

Sobald das Family Link-Konto erstellt ist, verwendet Ihr das Login als Haupt-Google-Konto auf dem Gerät Eures Kindes. Geht dann zurück zu Eurem Handy und öffnet die Family Link-App, um die Einschränkungen für das Konto des Kindes einzurichten:

  1. Tippt auf die Schaltfläche "Anzeigen" unter dem Profil mit den eingeschränkten Käufen
  2. Öffnet die Option "Einstellungen verwalten"
  3. Wählt "Google Play"
  4. Tippt auf die Option "Genehmigung erforderlich für"
  5. Wählt die Option "Alle Inhaltstypen"
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Mit Family Link könnt Ihr die Nutzung anderer Google-Dienste einschränken und verwalten. / © NextPit

Sobald dies geschehen ist, muss das Kind jedes Mal, wenn es versucht, Inhalte zu kaufen, die Transaktion auf dem Gerät der Eltern oder des Erziehungsberechtigten autorisieren.

Je nach Konfiguration des sekundären Kontos ist es sinnvoll zu überprüfen, ob auf dem Konto auch keine Zahlungsmittel registriert sind. Ist dies der Fall, befolgt einfach die Schritte im nächsten Punkt.

Radikale Lösung: Entfernt Eure Zahlungsmittel

Diese Option ist etwas radikaler und wird nicht empfohlen, wenn Ihr viele Apps kauft. Auch wenn Ihr Abonnements mit Eurem Google-Konto verknüpft habt oder den Google Pay-Dienst nutzt, solltet Ihr die nachfolgenden Schritte vermeiden. Das Entfernen von Zahlungsmethoden aus Eurem Google-Konto gilt für alle Geräte, die mit dem Login verbunden sind. Also denkt gut nach, bevor Ihr Eure Zahlungsmittel löscht.

Um eine Kreditkarte, Debitkarte oder eine andere Zahlungsmethode aus der Anwendung zu entfernen, befolgt die nachfolgenden Schritte:

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Der Vorgang kann auch über die Google Pay-Website oder in der Pay-App durchgeführt werden / © NextPit
  1. Öffnet die Play-Store-App und tippt auf Euer Profilbild
  2. Wählt die Option Zahlungen und Abonnements
  3. Wählt Zahlungsarten
  4. Scrollt auf dem Bildschirm nach unten und öffnet die Option "Weitere Zahlungseinstellungen"
  5. Der Browser öffnet sich und zeigt die auf dem Konto registrierten Zahlungsmethoden an
  6. Bestätigt das Entfernen der Karte aus dem Konto, indem Ihr erneut auf Löschen tippt
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Wiederholung lohnt sich: Entfernt Zahlungsmethoden aus Google Pay und anderen Google-Diensten / © NextPit

Ihr müsst die Schritte für jede registrierte Zahlungsmethode sowie für alle mit dem Gerät verbundenen Benutzerkonten wiederholen.


Unter Apple iOS

Nutzt Euer Kind ein iPhone oder ein iPad, habt Ihr sicherlich schon bei der Einrichtung ein spezielles Kinderkonto angelegt. Da Ihr hier zusammen über die iCloud vernetzt seid, könnt Ihr die Bildschirmzeit Eures Kindes ganz ohne zusätzliche Installationen beschränken. Teil der Funktion "Bildschirmzeit" ist, dass Ihr In-App-Käufe bei Eurem Kind ausschalten könnt. Geht dabei wie folgt vor:

  1. Aktiviert die Bildschirmzeit unter "Einstellungen" und "Bildschirmzeit"
  2. Tippt nun auf "Beschränkungen" und gebt Euren Elterncode ein
  3. Wählt nun "Inhalt und Datenschutz" aus
  4. Hier wählt Ihr die Option "Käufe im iTunes & App Store"
  5. Tippt hier auf "In-App-Käufe" und wählt "Nicht erlauben" aus

Anschließend kann Euer Kind keine Käufe innerhalb von Apps mehr durchführen. Da diese Einschränkungen an das Konto Eures Kindes gebunden sind, gelten die Änderungen sowohl für iPhones als auch für iPads.

Fandet Ihr diese Anleitung nützlich und konntet Ihr die In-App-Käufe beim Konto Eures Kindes einschränken? Falls Ihr weitere Tipps für einen sicheren Umgang mit Smartphones und Tablets habt, teilt uns das gerne in den Kommentaren mit!

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