AdMob Werbung in App - Rechtliche Rahmenbedingungen

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  • Forum-Beiträge: 12

16.10.2020, 14:53:28 via Website

Hallo,
ich möchte in meiner Android App demnächst mit Google AdMob Werbung schalten. Dazu habe ich aber noch ein paar Fragen. Meine App wird fast ausschließlich von Schulkindern benutzt. Muss ich daher bei AdMob einstellen, dass keine unangemessene Werbung gezeigt wird und dadurch Verluste machen? Wer haftet im Schadensfall ich oder AdMob? Des Weiteren würde mich interessieren, welche Datenschutz Maßnahmen getroffen werden müssen.
Ich hoffe Ihr könnte mir da weiter helfe
Gruß Felix

— geändert am 16.10.2020, 14:53:47

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  • Forum-Beiträge: 19.458

16.10.2020, 18:59:16 via Website

Du stellt eine juristische Frage, hast aber auf jeden Hinweis bereits die Antwort, die App sei rein privat. Dann ist doch alles klar! In Art. 2, Absatz 2c steht, dass sie für "persönliche und familiäre Tätigkeiten" keine Anwendung findet.

Ich sage Dir aber, Deine App ist nicht sehr schnell rein privat. Alleine aufgrund der Tatsache, dass Du Werbung schaltest, kann sie kommerziell werden lassen. "Kommerziell" ist nicht an Gewinnerzielung gekoppelt!

Du hast zudem mit Minderjährigen zu tun. bei denen musst Du bezüglich Werbung noch viel mehr beachten. Neben der DSGVO können Die auch Wettbewerber mit den Wettbewerbsrecht ein Bein stellen.

Nimm Dir einen Anwalt!

— geändert am 16.10.2020, 18:59:43

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  • Forum-Beiträge: 19.458

16.10.2020, 16:01:39 via Website

Dazu solltest Du Dich von einem Fachanwalt gut beraten lassen!

Die DSGVO fordert bereits bei vollständig Geschäftsfähigen eine umfassende Information und wirksame Einwilligung bezüglich der damit verbundenen Datenübertragung. Bei Miderjährigen kommen weitere Aspekte hinzu. Beispielsweise muss von Geschäftsunfähigen und beschränkt Geschäftfähigen unterschieden werden. Wen sprichst Du an?

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  • Forum-Beiträge: 12

16.10.2020, 16:23:10 via Website

Es handelt sich um eine private Vertretungsapp für ein Gymnasium.

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  • Forum-Beiträge: 19.458

16.10.2020, 17:46:05 via Website

Gymnasium! Also nicht privat in Sinne der DSGVO.
Hol Dir anwaltliche Unterstützung!

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  • Forum-Beiträge: 12

16.10.2020, 18:33:36 via Website

Doch doch, vollkommen privat. Die Schule hat damit absolut nichts zu tun nur sind ihre Schüler meine Zielgruppe. Meine Frage ist ja allgemeiner Natur, was die Haftung für Werbeinhalte betrifft. Bezüglich des Datenschutzes betrifft werde ich nun einfach einen Zusatz hinzufügen und auf die Datenschutzerklärung von AdMob verweisen.

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  • Forum-Beiträge: 19.458

16.10.2020, 18:59:16 via Website

Du stellt eine juristische Frage, hast aber auf jeden Hinweis bereits die Antwort, die App sei rein privat. Dann ist doch alles klar! In Art. 2, Absatz 2c steht, dass sie für "persönliche und familiäre Tätigkeiten" keine Anwendung findet.

Ich sage Dir aber, Deine App ist nicht sehr schnell rein privat. Alleine aufgrund der Tatsache, dass Du Werbung schaltest, kann sie kommerziell werden lassen. "Kommerziell" ist nicht an Gewinnerzielung gekoppelt!

Du hast zudem mit Minderjährigen zu tun. bei denen musst Du bezüglich Werbung noch viel mehr beachten. Neben der DSGVO können Die auch Wettbewerber mit den Wettbewerbsrecht ein Bein stellen.

Nimm Dir einen Anwalt!

— geändert am 16.10.2020, 18:59:43

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  • Forum-Beiträge: 12

16.10.2020, 19:20:42 via Website

Mit privat meinte ich lediglich, dass die Schule damit nichts zu tun hat. Mit einem Anwalt bin ich natürlich auf der sicheren Seite da werde ich mich mal drum kümmern.
Vielen Dank für deine Hilfe
Gruß Felix

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  • Forum-Beiträge: 2.306

17.10.2020, 12:00:30 via Website

Eine Frage, die ich mir vorher auch noch stellen würde, wenn das wirklich nur in so kleinem Rahmen vertrieben werden soll:
Was genau erhoffst Du dir von der Werbung in der App?
Nennenswerte Einnahmen wirst Du bei der kleinen Zahl von Usern eher nicht erzielen.
Daher weiß ich nicht, ob ich den Aufwand treiben würde dafür.
Bei (geschätzt) einigen Hundert Usern wird das mit Glück ein/zwei Euro pro Monat generieren.
Wenn der Anwalt für seine Beratung 50€ nimmt, brauchst du Jahre, um das wieder reinzuholen ;-)

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  • Forum-Beiträge: 19.458

17.10.2020, 15:35:14 via Website

Rafael K.

Wenn der Anwalt für seine Beratung 50€ nimmt, brauchst du Jahre, um das wieder reinzuholen ;-)

Hast Du rechts eine 0 vergessen?

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  • Forum-Beiträge: 473

18.10.2020, 05:01:12 via Website

Ich schätze die Anwaltskosten eher auf 1200,- und mehr.

Öffne Dein Herz und Du wirst die Welt sehen, öffne Deinen Geist und Du wirst sie verstehen.

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  • Forum-Beiträge: 167

18.10.2020, 13:05:43 via Website

Und was genau soll der Anwalt sagen? Selbst wenn der Anwalt die europäische Gesetzeslage kennt, hast Du immer noch das Risiko, dass er sie anders interpretiert als später ein Gericht. Eine absolute Sicherheit gibt Dir auch ein Anwaltsgutachten nicht. Zum zweiten wirst Du Dir schwertun einen Anwalt zu finden, der zusätzlich zur Gesetzeslage die Richtlinien kennt, die Google/AdMob ihrerseits auferlegen. Und drittens geht es hier um eine App die spezifisch Minderjährige anspricht. Da musst Du den Jugendschutz und die beschränkte Geschäftsfähigkeit Deiner Nutzer beachten. Das ist nochmal komplexer.

Also konrekt: den fiktiven Fall gesetzt, eine App ist für Schüler eines Gymnasiums gedacht. In diesem Fall richtet Sie sich spezifisch an Minderjährige zwischen 7 und 18 Jahren. Diese sind beschränkt geschäftsfähig. Damit greifen nach meinem Verständnis die Google Play Familienrichtlinien. Laut diesen muss für AdMob im Programmcode der Kenner tagForChildDirectedTreatment(true) gesetzt werden. Die maximale Altersfreigabe für Anzeigen muss auf "G" wie "General Audience" gesetzt sein (max_ad_content_rating). Beispielcode dafür findest Du auf der Google Play Seite oben.

Ebenso musst Du meiner Ansicht nach den AdMob Kenner setzen, dass der Nutzer Deiner App beschränkt geschäftsfähig ist:

RequestConfiguration requestConfiguration = new RequestConfiguration.Builder()
.setTagForChildDirectedTreatment(TAG_FOR_CHILD_DIRECTED_TREATMENT_TRUE)
.setTagForUnderAgeOfConsent(TAG_FOR_UNDER_AGE_OF_CONSENT_TRUE)
.build();

Dann musst Du Deine App im Google Play Store für das "Designed for Families" Programm anmelden.

Ich habe das für eigene Apps so durchexerziert. Die Erfahrung war, dass AdMob dann praktisch keine Anzeigen mehr in der App darstellt, da offenbar kaum ein Anzeigenkunde seine Werbeanzeigen für diese Zielgruppe freigegeben hat.

Ich würde mir an Deiner Stelle den ganzen Aufwand sparen. Und erst recht kein Geld für einen Anwalt ausgeben. Da glaube ich auch eher, dass Du kostenmäßig im vierstelligen Bereich landest, ohne dass Du nacher viel mehr weißt oder mehr Sicherheit hast (wenn jemand schon mal mit einem solchen Thema beim Anwalt war, gerne und bitte die Erfahrung damit hier posten). Überlege Dir doch lieber, ob Du nicht In-App Purchases einbaust. Da hat Google Möglichkeiten geschaffen, wie Eltern diese für Ihre Kinder freigeben können.

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  • Forum-Beiträge: 3.516

18.10.2020, 13:23:00 via Website

@Tobias,

na das nenne ich mal eine ausführliche und informative Erklärung - Hut ab ! :-)

An den TE :
Auch wenn Du alle Restriktionen von Tobias nicht umsetzen würdest, lohnt sich der wirtschaftliche
Aufwand für die Pizza im Jahr überhaupt nicht.
(Abgesehen vom Shitstrom der Schüler - jeder hasst Werbung - und die App soll ja zahlreich genutzt werden - ansonsten macht Deine Arbeit wenig Sinn)

P.S mein 16 Jähriger meinte , dass er ohne Weiteres für eine gute App Geld ausgeben würde.
Hat mir aber gleich die Schmerzgrenze zwischen 1,00 Eus und 1,50 Eus genannt.

— geändert am 18.10.2020, 13:23:40

Liebe Grüße - Stefan
[ App - Entwicklung ]

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