Huawei: US-Sanktionen bedrohen jetzt auch Smartphone-Produktion

Huawei: US-Sanktionen bedrohen jetzt auch Smartphone-Produktion

Bereits seit einiger Zeit ist es Huawei mittlerweile unmöglich neue Geräte mit Googles eigenen Diensten auszuliefern. Die Sanktionen der US-Regierung haben aber nicht nur Auswirkungen auf das Softwareangebot des chinesischen Unternehmens. So sagte Huawei-CEO Richard Yu im Rahmen der Konferenz „China Info 100“, dass die Chip-Produktion von Huaweis Kirin-Chips vor dem baldigen Aus stehe.

Die zweite Runde der US-Sanktionen habe dafür gesorgt, dass die Lieferanten nur Bestellungen bis zum 15. Mai akzeptiert haben. Dies sorgt laut Yu dafür, dass die Produktion der Prozessoren am 15. September 2020 endet. Huawei sei nicht in der Lage die für die Smartphones notwendigen Prozessoren selbst zu fertigen. Huaweis Lieferanten benötigen aber US-Technologien, die von den Sanktionen der US-Regierung betroffen sind. Die aktuelle Generation der Kirin-Prozessoren könnte damit auch gleichzeitig die Letzte sein, so Yu.

Huaweis Smartphone-Produktion: Keine Chips, keine Lieferungen

Yu sagte weiter, die Smartphone-Produktion „keine Chips und keine Lieferungen“ mehr haben werde. Die Smartphone-Verkäufe würden daher in diesem Jahr auch geringer ausfallen als im Vorjahr. Im Jahr 2019 konnte man noch 240 Millionen Geräte zählen. Im zweiten Quartal 2020 waren die Lieferungen von Huawei sogar noch so gut, dass man Samsung überholen konnte.

Damit konnte sich Huawei auf den ersten Platz der Smartphone-Hersteller katapultieren. Grund war laut Analysten eine enorme Nachfrage im Heimatland, während die ausländischen Verkaufszahlen gleichzeitig um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen waren.

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Das P40 Pro muss mit Huaweis AppGallery auskommen, Googles Apps sind Fehlanzeige. / © NextPIT

US-Sanktionen gegen Huawei

Im Mai 2019 sprach die Trump-Administration die Sanktionen gegen Huawei und 114 Partner des Unternehmens aus. Dies bedeutet, dass es US-Firmen nicht länger ohne explizite Erlaubnis der Regierung erlaubt ist, Technologien an das Unternehmen zu verkaufen. Dies sorgte dafür, dass Google keine Android-Lizenz vergeben durfte und Googles Anwendungen daher auf neuen Geräten fehlen.

Im vergangenen Mai kamen dann weitere Sanktionen hinzu, welche die Lieferungen von Prozessoren an Huawei von US-Firmen blockieren. Diesen sorgten dann auch dafür, dass selbst ausländische Firmen keine Produkte mehr an Huawei liefern dürfen, wenn US-Technologie in deren Fertigung zum Einsatz kommt. TSMC, der weltweit größte Chip-Produzent, soll daher die Lieferungen von Huaweis HiSilicon-Prozessoren im Mai eingestellt haben.

Es gibt jedoch vielleicht gute Nachrichten für Huawei. So soll der US-Chip-Produzent Qualcomm die Trump-Regierung in den vergangenen Tagen darum gebeten haben, die Sanktionen zu lockern, sodass man Prozessoren an Huawei liefern könne.

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Top-Kommentare der Community

  • El Loco vor 1 Monat

    Grundsätzlich gut, wenn ein gewählter Landesvertreter die Bevölkerung schützen will.
    Nur leider agiert Trump nicht als Volksvertreter sondern als übler Geschäftsmann, was anderes hat er nicht gelernt und so regiert er auch.

  • Tim vor 1 Monat

    Und dann ist er nicht mal ein guter Geschäftsmann, sondern schießt sich ständig (bzw. seinem Land) ins eigene Bein mit seinen Aktionen.

19 Kommentare

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  • Damit ist Ende Januar 2021 Schluss. Joe Biden wird trump seinen Kurs brechen und vieles wieder rückgängig machen.


    • Dein Kommentar in Gottes Ohr. Ich bete dafür !

      Sarah


    • Ich würde nicht darauf wetten, auch wenn Trump gehen muss. Anscheinend sind auch die Demokraten mit den Sanktionen einverstanden. China ist der neue große Feind.
      Sie sagen das zwar nicht so deutlich, weil sie dem politischen Gegnern nicht zustimmen wollen, aber lautstarken Protest gegen die Sanktionen von Seiten der Demokraten hat man nicht gehört.
      Ich wäre somit nicht überrascht, wenn auch bei einer neuen US-Regierung die Sanktionen bestehen bleiben.


      • Zumal ein neuer Präsident den alten nicht dadurch brüskiert, sämtliche seiner Entscheidungen sofort wieder zurückzunehmen. Das wird nicht passieren, ganz egal, wie sehr man den Vorgänger verabscheut. Wenn, dann wird das ein längerer Prozess sein, aber definitiv nicht sofort nach Trumps Abwahl.

        Sarah


  • Ich bin persönlich nach wie vor nicht so 100% von der Qualität der Huawei-Kameras überzeugt.
    Aber dass dieses Riesenland China nicht in der Lage sein soll, eine eigene Chip-Produktion aufzubauen, halte ich für unwahrscheinlich. Man kann nur erreichen, dass sie nicht so schnell an die westliche Chip-Industrie aufschließen.

    Trump versucht, sein Land zu schützen. Das ist gut so.
    Unsere Politiker machen das Gegenteil: Die subventionieren sogar noch die USA mit abgepressten Steuern an Elon Musk für eine Geldverbrennungsfirma.


    • Grundsätzlich gut, wenn ein gewählter Landesvertreter die Bevölkerung schützen will.
      Nur leider agiert Trump nicht als Volksvertreter sondern als übler Geschäftsmann, was anderes hat er nicht gelernt und so regiert er auch.


      • Und dann ist er nicht mal ein guter Geschäftsmann, sondern schießt sich ständig (bzw. seinem Land) ins eigene Bein mit seinen Aktionen.


      • Es wäre schön, würden die deutschen Regierungsvertreter auch so handeln. Ich bin immer wieder erschrocken, wenn ich im Handelsblatt lese, welche mittelständige Firmen, die technisch führend in ihrem Bereich sind, von chinesischen Firmen gekauft werden. Ein enormer Abfluss von Know How. Das wird uns richtig übel auf die Füße fallen. Da wäre mir sogar ein Trump lieber. Alle sind mir lieber als untätige Politiker, die die Hände in den Schoss legen und für nationale Belange nur ein Achselzucken übrig haben.


      • So ein Käse. Die Firmen werden nicht gezwungen zu verkaufen. Aber was die USA macht, ist erpressen, sehe Tik Tok. Das ist natürlich besser. Na gut die Chinesen Regierung ist nicht ohne aber auf dieser Art und Weise erreicht man nichts


    • Es gibt mehrere Chip-Produzenten in China, das ist nicht das Problem. Es kommt aber einfach bei weitem keiner an den technischen Fortschritt von TSMC heran, was bedeutet sie können nicht die gleichen leistungsfähigen Chips produzieren, sie Huawei bräuchte. Nicht einmal Samsung und Intel kommen an TSMC heran.


      • Ich habe auch nichts anderes geschrieben. Das ist eine Momentaufnahme. In der Zukunft weren Sie aber da herankommen. Und auch die Smartphones werden in wenigen Jahren die Qualität eines Google Pixel erreichen, bzw. es werden fast alle Smartphones auf einem sehr hohen Niveau sein.


      • Auch wenn es sich jetzt sehr böse anhören mag, deshalb denkt ja auch China nach sich Taiwan notfalls militärisch einzuverleiben (der Standort von TSMC). Ich weiß nicht ob ich das dann gut oder schlecht finden soll.


      • @Sabrina
        So einfach ist das nicht wirklich. TSMC steht fortschrittlich nicht still, sondern entwickelt sich schnell weiter. Da ran zu kommen ist alles andere als einfach - selbst wenn sich TSMC nicht weiterentwickeln würde, bräuchte gerade die chinesische Konkurrenz noch viele Jahre um überhaupt aufzuschließen.
        Die Qualität eines Pixels ist zudem jetzt echt kein hoher Standard, wenn man mal ehrlich ist...


      • Diese Befürchtung halte ich für unrealistisch. Die Volksrepublik China hat Taiwan nie als eigenen Staat anerkannt und immer Anspruch darauf erhoben, ebenso wie Tschiang Kai-tshek bis zu seinen Tod Anspruch auf Gesamtchina erhoben hat.
        Taiwan steht unter dem Schutz der USA und es ist für China deshalb völlig unrealistisch Taiwan militärisch zu erobern, wenn es nicht eine Eskalation hin bis zum nuklearen Schlagabtausch riskieren will. Zudem dürfte der Schwerpunkt militärischer Schlagkraft bei seinem riesigen Heer liegen. Eine Okkupation Taiwans würde aber in erster Linie aufwändige See- und Landungsmanöver in Verbindung mit Luftüberlegenheit erfordern, von dem her ist sie völlig unrealistisch. Aber selbst wenn sie gelingen sollte, was wäre ein TSMC, das dann infolge globaler Embargos von der Versorgung mit Wafern (z.B. auch der deutsche Firma Wacker) oder Spezialchemikalien abgeschnitten wäre, noch wert? Es müsste dann ebenso in Kürze seine Arbeit einstellen.
        Taiwan ist nicht gefährdet, Huawei könnte es durchaus sein. Langfristig dürfte sich die Maßnahme dennoch als Rohrkrepierer erweisen, wie ich schon an anderer Stelle erläutert habe.
        Trump versucht den Geist der Globalisierung, den seine Vorgänger einst aus der Flasche gelassen haben, in selbige zurück zu bekommen. Das wird nicht gelingen.


      • Denke Samsung kann sich aber mit den eigenen Exynos gut behauptet und so schlecht wie suggeriert sind die Exynos nunmal auch nicht.


    • Der Markt für solche Maschinen ist sehr eng, da weltweit nur relativ wenige davon benötigt werden. Deshalb ist es gut möglich, das China derzeit keine solche Maschinen bauen kann, oder nur einfachere. Allerdings bin ich überzeugt, dass sich aufgrund der gegenwärtigen Situation China sehr intensiv darum bemühen wird, selber diese Technologie zu beherrschen, selbst wenn Biden im November Präsident wird.
      Sollte das im Verlauf weniger Jahre gelingen, könnte Trump damit der Wirtschaft seines Landes einen Bärendienst erweisen, denn dann treten chinesische Hersteller als Konkurrenten zu diesen noch gut funktionierenden US-Wirtschaftsbereichen (insbesondere auch in der Entwicklung von Halbleitern) auf.
      Die werden solche Maschinen nicht nur günstiger anbieten. Schon, dass plötzlich für bereits bezahlte Maschinen über Lizenzen nachträglich Bedingungen für deren Verwendung auferlegt werden, stellt meiner Ansicht nach eine Maßnahme dar, die mich davon absehen lassen würde, Maschinen aus US-Fertigung oder aus anderer Fertigung mit US-Technologie zu kaufen, wenn ich diese auch aus anderen Ländern beziehen kann.


    • Das Problem ist das es sich in den meisten Fällen um US Patente handelt also Technologie aus den USA. Aber wenn es um 5G Patente von Huawei handelt ist es den Amis Wurst. Ganz nach Pippi Langstrumpf, ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt


    • Trump hat nur ein Wohl im Sinn - sein eigenes. Was der schon kaputt getrumpelt hat, wird sein Nachfolger nicht toppen können.


    • @Sabrina
      China wird es gewiss schaffen eigene Chip herzustellen, tut es wohl auch schon. Nur erreichen sie noch nicht die Qualität, wie die etablierten Produzenten. Aber jetzt werden sie natürlich alles geben, auch hier unabhängig zu werden.

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