Am eigenen Ast sägen: Warum hasst Spotify seine Interpreten?

Am eigenen Ast sägen: Warum hasst Spotify seine Interpreten?

Musik-Streaming-Plattformen werden seit langem dafür kritisiert, dass sie den Künstlern ein zu kleines Stück vom Kuchen abgeben. Doch mit der Einführung seines neuen Song-Booster-Service schlägt Spotify dem Fass den Boden aus. In diesem Artikel stelle ich die Frage: Warum hasst Spotify seine Künstler?

Dann lasst uns den neuen Song-Booster-Service einmal auseinandernehmen. Diese Woche kündigte Spotify ein neues Tool an, mit dem Künstler mehr "Reichweite" für ihre Musik gewinnen können – und zwar im Austausch gegen reduzierte Tantiemen. Im Wesentlichen wird Spotify die Zahlen und den Algorithmus so optimieren, dass bestimmte Lieder gegen einen Preis stärker beworben werden. Sowohl Künstler als auch Plattenfirmen können die Lieder auswählen, die sie im neuen Song-Booster-Service promoten möchten. Spotify verrät, dass der Gedanke hinter dem neuen Dienst folgender ist:

Mit dem neuen Experiment können Künstler und Labels Musik angeben, die für sie den höchsten Stellenwert hat und unser System wird dieses Signal dem Algorithmus hinzufügen, der personalisierte Playlisten bestimmt. Auf diese Weise können unsere Algorithmen berücksichtigen, was für den Künstler wichtig ist - vielleicht ein Lied, von dem er besonders begeistert ist, ein Album-Jubiläum, das er feiert, ein viraler kultureller Moment, den er erlebt oder andere Faktoren, die ihm wichtig sind.

Es klingt also so, als ob Songs, die für die Promotion ausgewählt wurden, häufiger in den entsprechenden automatisch generierten Radios und Autoplay-Systemen erscheinen werden. Spotify erwähnte auch, dass es weiterhin Lieder fördern wird, die von den Benutzern gehört werden. Dies unterscheidet sich von einer regulären Promotion-Kampagne auf Spotify, bei der die Labels ein Budget für die Promotion bestimmter Lieder oder Künstler festlegen. In einer offiziellen Erklärung hieß es, dass die Zufriedenheit der Zuhörer eine Priorität für Spotify ist und dass das Programm nicht die Platzierung bei Labels oder Künstlern garantiert, sondern nur Musik empfiehlt, von der es glaubt, dass die Zuhörer sie hören wollen. Dennoch ist das, offen gesagt, ein einfaches "Wir werden Ihre Musik mehr fördern, wenn Sie zustimmen, noch weniger Geld zu nehmen"-System. Und das ist ziemlich unfair!

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Wie Spotify Abonnenten Musik empfiehlt. / © Spotify

Über wie viel Einbußen sprechen wir überhaupt?

Keine der Musik-Streaming-Plattformen spricht gerne darüber, wie viel sie den Künstlern für ihre Musik bezahlen. Aber es wird regelmäßig berichtet, dass Spotify pro Stream zwischen 0,0033 und 0,0047 US-Dollar an den Künstler ausgibt. Zum Vergleich: Einem Bericht aus dem Jahre 2019 zufolge zahlt Apple Music durchschnittlich 0,0056 Dollar, Google Play Music (heißt inzwischen YouTube Music) zahlt 0,0055 Dollar und Deezer etwa 0,00436 Dollar. Wir müssen diese Zahlen natürlich mit Vorsicht genießen, aber wenn die Berichte richtig sind, gehört Spotify schon jetzt zu den am wenigsten profitablen Plattformen für Künstler.

Worauf ich hier hinaus will, ist, dass die Künstler schon jetzt zu Recht unglücklich über die mickrigen Tantiemen sind, die Spotify ihnen zahlt. Anfang dieses Monats meldeten sich mehr als 4.000 Künstler für die Kampagne "Justice at Spotify" an. Auf der Liste der Union of Musicians and Allied Workers (UMAW) stehen Forderungen nach einem Mindestsatz von einem Cent pro Streaming-Lizenzgebühr: "Das Unternehmen hinter der Streaming-Plattform erwirtschaftet weiterhin hohe Gewinne, doch die Musikarbeiter sehen überall kaum mehr als Pfennige als Entschädigung für die von ihnen geleistete Arbeit", heißt es in der Kampagne. Neben höheren Tantiemen fordert Justice at Spotify auch Transparenz in der Praxis und fordert, dass die Plattform aufhört, gegen Künstler zu kämpfen.

In einer UMAW-Erklärung heißt es: "Musikarbeiter schaffen all den enormen Reichtum, den Spotify für seinen CEO, seine Investoren und die großen Labels anhäuft. Aber wir Künstler werden weiterhin unterbezahlt, in die Irre geführt und anderweitig vom Unternehmen ausgebeutet"; Sie können sich also vorstellen, wie gut dieses neue Song-Booster-Programm bei den Künstlern angekommen ist.

Wie geht es dann weiter?

Als Musikliebhaber schmerzt es mich zu sehen, in welche Richtung sich die Branche entwickelt. Es ist eine düstere Zeit, ein Künstler zu sein, seien wir ehrlich. Der Verkauf von Vinyl-Schallplatten erlebt vielleicht so etwas wie ein Comeback, aber Musik-Streaming-Plattformen haben die Schallplattenverkäufe seit ihrem Höhenflug zwischen 1960 und 2000 dezimiert. Heute ist das Live-Erlebnis der Ort, an dem die größeren Künstler ihr Geld verdienen - und es ist acht Monate her, dass viele von ihnen überhaupt einen Auftritt haben durften. Der jüngste Schritt von Spotify ist ein weiterer Schlag in die Magengrube für viele talentierte Musiker, die etwas Besseres verdient haben. Ohne Künstler gibt es keine Musik und ohne Musik hat Spotify nichts - ein Eigentor.

Ich bin der festen Überzeugung, dass man Künstler für ihre Arbeite bezahlen sollte, wenn man sie liebt. Auch ich bin schuldig darin, beim täglichen Musikgenuss auf Spotify zu vertrauen. Im Prinzip unterstütze also auch ich die Bands nicht, die ich liebe. In einer prä-covid'schen Welt habe ich dafür Konzerte besucht, wenn eine Band, die ich auch nur im Entferntesten mag, nach Berlin kam. Zwar könnte ich meine Lieblings-Artists auch mehr unterstützen, letztendlich liegt es aber an der Musik-Streaming-Plattform. Denn Spotify, Apple Music und Co. haben einen weitaus größeren Einfluss auf die finanzielle Unterstützung von Künstlern. Es muss sich also hier etwas ändern, damit wir weiterhin die Früchte ihrer Arbeit genießen können - die Musik!

Was haltet ihr vom neuen Spotify-Song-Booster-Programm? Und wie unterstützt Ihr die Musiker, die Ihr am liebsten hört? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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Quelle: The Next Web

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33 Kommentare

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  • Also ich habe jetzt mal für einen zugegebenermaßen sehr erfolgreichen Künstler (Bruce Springsteen) eine Rechnung aufgemacht. Bei der genannten Spotify Ausschüttung habe ich den Mittelwert von 0,004 US-Dollar genommen. Und habe das nur mal an EINEM Song (dem meist gestreamten: "Dancing In The Dark" 289 Millionen Streams) errechnet: Der gute Bruce hat nur mit diesem einen Song (!), nur bei Spotify (!) 1.156.007 US-Dollar verdient!


    • Angebot und Nachfrage. Viele Musiker vergessen oft, dass nicht der Streaminganbieter oder das Label ihr Einkommen bestimmen, sondern der Geschmack des Publikums. Natürlich kann man es mal versuchen und einfach mehr fordern, wenns am Ende aber keiner kauft (bzw. hört), liegt es nicht am Store sondern am Produkt.


    • Richtig. Aber das gilt halt nur für schon bekannte/erfolgreiche Künstler. Alle anderen gucken in die Röhre.


    • Haha, Peanuts! Cardi B (Nicht meine Musik) mit ihrem Song "I like it" (1.132.806.004 Streams) 4.5 Mio. verdient ;-)
      Dabei handelt es sich sogar um eine "Explicit" Version.


  • Als ehemaliger, langjähriger Radio-Macher, der viele Newcomer unterstützte & "nebenbei" noch diverse Bands promotete/vermarktete: Seit diese "Streaming"-Wellen (auch im terrestrischen/I-net-Radio) mit den lächerlichen Bit-Raten selbst die besten Songs mehr verhunzen als wiedergeben, lass' ich das Radio-hören und -machen. So einen feinen/vielschichtigen Song/Sound, wie z. B. Led Zeppelin's "Stairway To Heaven", geben die Datenreduzierten Plärrdienste und -kisten einfach nicht korrekt wieder.
    Im Übrigen ist Musik nur das Vehikel für die Meistverdiener (also nicht die Künstler). Wenn TV nur mit Standbild Geld verdienen würde, wäre es denen auch recht...


  • Die Musikbranche hat sich doch selber ins Bein geschossen, als das alles anfing.
    Wenn man aber mal Autosammlungen und Häuser der Stars der Branche sieht, sind das wohl eher Krokodilstränen.


  • Die Arbeit von Künstlern unterliegt nun mal Marktbedingungen, wie die von Stahlarbeitern oder Autobauern auch, oder von Hoteliers und Gastwirten, und insbesondere letztere leiden ebenfalls unter der gegenwärtigen Pandemie. Die Künstler zwingt niemand zu Verträgen mit bestimmten oder überhaupt mit Streaminganbietern, und wenn sie die dennoch abschließen, müssen sie sich eben deren Bedingungen unterwerfen. Auch der Streamingdienst ist ein normales Unternehmen, das Gewinne erwirtschaften muss und diese optimieren will (und das gelingt anscheinend auch nicht allen Streaming-Anbietern) und so sind es eben die Gesetze des Marktes, die letztlich festlegen, was die Künstler für ihre Arbeit erhalten.
    Im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitsbereichen können aber gerade Musiker ein einmal erstelltes Produkt beliebig oft verkaufen, und wenn sie damit erfolgreich sind, deshalb auch so zu sagenhaften Reichtum kommen.
    Die Tantiemen werden aber nicht nur durch die mickrige Summe pro Stream erzielt, sondern durch das Produkt aus dieser Summe und der Anzahl der Ausspielungen dieses Streams.
    Das neue Angebot von Spotify kann also gerade für unbekannte Künstler eine Chance sein, durch häufigeres Abspielen ihrer Songs bekannter zu werden, muss aber auch bei bekannten Künstlern nicht bedeuten, dass sie dadurch weniger verdienen.
    Die Musiker, die ich höre "liebe" ich auch nicht, jedenfalls nicht mehr als das Personal des von mir bevorzugten Lebensmitteldiscounters, wobei ich letzteres noch besser kenne und es "nahbarer" ist als viele Künstler. Ich kaufe Produkte, wenn sie mich überzeugen, und der Preis dafür mir gerechtfertigt erscheint. Das ist bei Musikern eben deren Musik, nach Experimenten mit Streamingdiensten wieder bevorzugt auf CD.
    Konzerte besuche ich gelegentlich auch, wenn sie stattfinden, weil sie ein "Kulturerlebnis" sind, das mit Studiomusik oder Live-Musik auf Tonträgern oder gestreamt nicht vergleichbar ist.


    • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Naja von "niemand zwingt sie" kann man mMn in der heutigen Zeit, wo Musik-Streaming so ziemlich die Oberhand gewonnen hat, nicht sprechen. Du kannst ja auch nicht sagen, dass die Bauern nicht gezwungen sind, ihr Zeug bei Rewe, Kaufland und Co. anzubieten und mit den schlechten Preisen zu leben. Sie MÜSSEN es machen, weil sie nur so überhaupt Kunden / Nutzer erreichen.
      Wenn ein Musikschaffender seine Musik nicht auf Spotify, Apple Music und Co. anbietet, dann hört die auch niemand und er verdient gleich gar nichts...
      Also ich denke man kann sehr wohl "gezwungen" dazu sein, wenn man in diesem Bereich tätig ist.


      • Der Anteil der Streaming-Dienste am gesamten Musikmarkt beträgt in Deutschland weniger als 50%, Künstler, die sich allen Streaming-Diensten verweigern würden, müssten im Schnitt also auf weniger als die Hälfte ihrer Einnahmen verzichten. Tatsächlich wohl deutlich weniger, weil echte Fans, die ihre Stars "lieben", ihre Musik dann eben als CD oder Download kaufen würden, statt im Stream zu mieten, und Einnahmequellen wie Konzertauftritte oder Merchandising davon nicht oder nicht vollständig betroffen wären.
        Es gibt auch Beispiele für Künstler, die sich Streamingdiensten verweigern, oder zumindest dies schon getan haben.
        Auch könnten Künstler ihre eigene Streamingplattform gründen, oder in einer Künstlergewerkschaft gemeinsam gegenüber den Streamingdiensten auftreten, um höhere Tantiemen durchzusetzen, genauso wie Bauern ihre Produkte selber vermarkten könnten, oder Großgenossenschaften bilden. Das sind theoretische Möglichkeiten, so wie jeder Arbeitnehmer überall seinen Arbeitsplatz wählen kann ...in der Theorie. Die Praxis setzt dem häufig enge Grenzen entgegen.
        Ein Teil dieser Grenzen kommt eben von der Begrenztheit der Märkte, in denen weder beliebig viel Geld noch beliebig viel Zeit zur Verfügung stehen.
        Wenn die Bauern doppelt so hohe Milchpreise durchsetzen könnten, heisst das noch lang nicht, dass sie doppelt soviel verdienen würden. Der Milchkonsum ginge deutlich zurück, einige Betriebe würden wohl besser verdienen, andere müssten dicht machen.
        Wenn die Künstler gegenüber den Streaming-Diensten doppelt so hohe Tantiemen durchsetzen könnten, und die Streaming-Dienste daraufhin die Preise erhöhen würden, würde auch viel Umsatz dadurch wegbrechen, und so das Einkommen der Künstler begrenzen.
        Musiker stehen nicht nur untereinander in Konkurrenz, sondern auch mit neuen und alten Unterhaltungsformen wie Videostreaming, Fernsehen und sogar dem guten alten Buch, für die in Summe nur begrenzte Geldmittel, und bei den Konsumenten auch nur begrenzte Zeit zur Verfügung stehen. Möglicherweise müssen sich Musiker dauerhaft mit niedrigeren Einnahmen abfinden, weil ihnen andere Unterhaltungsformen den Rang ablaufen.
        Das Beispiel mit den Bauern, denen ich durchaus ebenfalls höhere Einkünfte gönne, zeigt ein weiteres mal, dass Künstler eben nicht die einzigen sind, die mit den Widrigkeiten von Märkten zu kämpfen haben.


        https://www.heise.de/newsticker/meldung/Marktanteil-von-Musik-Streaming-in-Deutschland-waechst-auf-46-4-Prozent-4328080.html

        Quelle: heise.de


      • @Tim
        Das hat sich aber letztens bei dem Thema Epic gegen Apple/ Google noch ganz anders angehört. Da hieß es niemand wird gezwungen, sie können ihre Sachen ja selber übers Internet verkaufen. Bei den Musikdiensten ist das jetzt plötzlich anders. Da ist es jetzt auf einmal ein Zwang. Seltsam wenn mit zweierlei Maß gemessen wird.


      • @Nobody: Beim App Store ist das natürlich (!) etwas gaaaaaaanz anderes. ^^


      • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        @Nobody
        Vielleicht weil dein Vergleich massiv hinkt?
        Es IST niemand gezwungen, direkt bei Apple / iOS etwas zu bringen. Der Markt gehört zu 86% Android, nicht iOS. Man ist vielleicht gezwungen generell für Android oder iOS zu entwickeln, ja, aber nicht ausschließlich für iOS, so wie es bei der Apple/Epic Geschichte hingestellt wurde.
        Genauso ist keiner gezwungen ausschließlich bei Spotify seine Musik anzubieten, sondern allgemein bei Streaming-Anbietern. Meiner Einschätzung nach.
        Zudem gibt es bei weitem nicht nur iOS und Android. Man KANN auch für Windows, MacOS, Linux und Co. entwickeln. Keine Ahnung wie du das jetzt mit den Musik-Anbietern vergleichen willst. Dein "zweierlei Maß" hinkt.

        Nebenbei habe ich nie gesagt, dass "sie ihre Sachen ja selbst übers Internet verkaufen können". Leg' mir keine Aussagen in den Mund, die ich nie getätigt habe.


      • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        @bigfraggle
        Weil es auch schlicht und ergreifend etwas anderes ist 🤦🏻‍♂️


      • Man ist ja noch nicht mal gezwungen, Musik zu machen. Wenn man es nicht als Hobby betreibt, sondern damit Geld verdienen will, dann ist es wie bei jedem anderen Beruf auch, ich muss mir vorher überlegen, ob mir der Beruf Spaß macht und ob mir das Einkommen, das der Markt mir bietet, auch reicht. Es wird ja niemand zum Musiker ernannt und muss dann zusehen, wie er damit zurecht kommt. Nur weil man etwas gut kann, bedeutet das nicht, dass es auch einen Markt gibt, der das ausreichend honoriert.


      • Stimmt. Weil es bei Apple immer etwas anderes ist. War mir klar. Hab auch keine andere Antwort erwartet da ich ja schon gewusst habe wie sie ausfällt.


      • @Tim
        Wenn du meinen Kommentar aufmerksam gelesen hättest dann wäre dir sicher aufgefallen das ich Apple UND Google geschrieben hab. Aber wenn du das Wort Apple ließt kommt sofort der Beiseflex durch und du verstehst die sachen nur noch so wie sie dir am besten passen oder? Bei den Streaming Anbietern wird man deiner Meinung nach gezwungen aber bei den Appstores ist es freiwillig? Seltsam. Wo ist da jetzt der Unterschied? Und da passt das zweierlei Maß sehr wohl.


  • "Es klingt also so, als ob Songs, die ..."
    Du schreibst also einen Artikel über ein System dessen genaue Bedingungen du nicht kennst? Sehr professionell.

    'Dennoch ist das, offen gesagt, ein einfaches "Wir werden Ihre Musik mehr fördern, wenn Sie zustimmen, noch weniger Geld zu nehmen"-System.'
    Ja und? Das nennt sich 'Werbung.' Gibt es in anderen Bereichen auch. Was ist daran jetzt schlimm?

    "Spotify [gibt angeblich(!)] pro Stream zwischen 0,0033 und 0,0047 US-Dollar an den Künstler [aus]. [...] Apple Music [zahlt] durchschnittlich 0,0056 Dollar, Google Play Music (heißt inzwischen YouTube Music) zahlt 0,0055 Dollar und Deezer etwa 0,00436 Dollar. [...] wenn die Berichte richtig sind, gehört Spotify schon jetzt zu den am wenigsten profitablen Plattformen für Künstler."
    Wie genau kommst du auf diese Schlussfolgerung? Was meinst du mit "profitabel"? Spotify ist mit Abstand der größte Anbieter mit den meisten Nutzern. Selbst wenn die nur ein Zehntel der Konkurrenz zahlen würden: Wenn meine Musik hundert mal so so oft als bei den paar Deezer-Nutzern gehört wird, sind meine Spotify Einnahmen zehmal so hoch wie bei Deezer...

    "Anfang dieses Monats meldeten sich mehr als 4.000 Künstler für die Kampagne "Justice at Spotify" an."
    Kennt man auch nur einen einzigen der Künstler?

    "Auf der Liste [...] stehen Forderungen nach einem Mindestsatz von einem Cent pro Streaming-Lizenzgebühr"
    Hier sieht man schon die Lächerlichkeit der Kampagne. Bei 2 Stunden Musik pro Tag (bei ~3 min pro Lied) wären das 12€ pro Monat. Die Abopreise würden so hoch sein, dass (fast) keiner mehr ein Abo hat, dann gibt es (fast) gar keine Einnahmen mehr.

    '"Musikarbeiter schaffen all den enormen Reichtum, den Spotify für seinen CEO, seine Investoren und die großen Labels anhäuft. Aber wir Künstler werden weiterhin unterbezahlt, in die Irre geführt und anderweitig vom Unternehmen ausgebeutet"'
    Wer genau schließt einen Vertrag mit Spotify ab? Der Künstler oder sein Label? Bekommt der Künstler in beiden Fällen die selben Konditionen oder nimmt sich das Label auch noch einen Teil davon? Wieso macht der Künstler nicht einfach sein eigenes Label auf und vermarket seine Musik selbst wenn nur das Label mit der Musik Gewinn macht? (Die Frage ist rhetorisch)


  • Und was ist daran so schlimm? Bekommen die Künstler nicht schon von GEMA & Co. Tantiemen?


    • Ja genau, und das selbst für verkaufte Speicher und Computer, die niemals in Zusammenhang mit Musik verwendet werden.


    • Ein T.
      • Blogger
      vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Nur wenn Sie Mitglied sind und Beitrag zahlen. Was sich für sehr kleine Künstler kein Stück lohnt.

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