C64 der Moderne: Raspberry Pi 400 für 70 Euro vorgestellt

C64 der Moderne: Raspberry Pi 400 für 70 Euro vorgestellt

Kennt Ihr noch den C64? Während der legendäre Computer aus den 80ern langsam aber sicher in Vergessenheit gerät, sorgt der Raspberry Pi 400 für nostalgischen Nachschub. Eventuell kennt Ihr den praktischen Einplatinencomputer schon, in dem der gleichnamige Hersteller alle Komponenten eines Computers in ein handliches Kreditkarten-Format bringt. Mit dem Rapsberry Pi 400 findet all das nun wie beim vermeintlichen Vorbild in einer Tastatur Platz.

Doch kurz zur Vorgeschichte des Raspberry Pi: Die Raspberry Pi Foundation hat im Jahre 2012 einen Einplatinencomputer auf den Markt gebracht. Dabei vereinten die Entwickler alle nötigen Komponenten eines herkömmlichen Computers auf einer Platine, die etwa der Größe einer Kreditkarte entsprach. Da die Komponenten genügend Leistung zum Experimentieren mitbrachten und darüber hinaus ohne Windows oder Mac ausgeliefert wurden, gab es vor knapp acht Jahren einen regelrechten Boom der Tüftler, Hobby-Entwickler und sonstiger Nutznießer.

Raspberry Pi 400 kommt in vollwertiger Tastatur

Während die inzwischen vierte Auflage des Raspberry Pi sowie die günstige Zero-Version sich für alle möglichen Basteleien eignen, ist der neue Raspberry Pi 400 weitaus unflexibler. Denn der Einplatinencomputer ist ab Werk in einer vollwertigen Tastatur mit F-Tasten und Nummernpad ausgestattet. Als Herzstück gilt auch hier ein Raspberry Pi 4, der über folgende Komponenten verfügt:

  • Broadcom BCM2711-Prozessor mit 4 Kernen
  • 4 Gigabyte LPDDR4-RAM
  • Dual-Band-WLAN (802.11 AC)
  • Bluetooth 5.0 BLE
  • Gigabit Ethernet
  • MicroSD-Kartenslot (für internen Speicher notwendig)

Auf der Rückseite der Tastatur findet sich zudem ein 40-Pin-GPIO-Header, der sich sonst direkt auf der Platine des Raspberry Pi befindet. Hinzu kommen zwei USB 3.0-Anschlüsse, ein USB 2.0-Anschluss sowie zwei Micro-HDMI-Anschlüsse mit jeweils maximaler 4K-Auflösung. Die Stromzufuhr funktioniert über einen USB-Adapter, der optional erhältlich oder im Computer-Kit für knapp 100 Euro enthalten ist. Ohne Maus, Micro-SD-Karte, Anfängerbuch und HDMI-Kabel liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei rund 70 Euro. Wählbar sind dabei zum Start Layouts für die Sprachen Spanisch, Französisch, Deutsch, Englisch und Italienisch. Weitere sollen laut Herstellerangaben folgen.

Wofür ist das Ganze gut?

Der Raspberry Pi 400 und alle weiteren Geräte des Herstellers sind natürlich keine Computer-Komplettlösungen, mit denen Ihr ohne weitere Umstände im Internet surfen sollt. Stattdessen müsst Ihr Euch ein wenig technisches Know-How aneignen, um die Computer zum Laufen bringen. Der Hersteller bietet inzwischen auch eine eigene Linux-Distribution namens PiOS an, die Ihr direkt von der Micro-SD-Karte startet. Die Anwendungszwecke sind anschließend so individuell, wie die eingeschworene Fan-Gemeinde des Raspi.

Manch einer baut sich aus einem Raspberry Pi und einer Vielzahl von Emulatoren die ultimative Retro-Konsole, andere wiederum messen mit den günstigen Einplatinencomputern die Temperatur in ihrem Smart Home. Der Pi 400 eignet sich baubedingt eher für den Einsatz im eigenen Büro und zum Ausprobieren von Software-Anwendungen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Ihr den verbauten Raspberry Pi 4 lieber in der mitgeliefert Tastatur lassen solltet. Denn recht untypisch für den sonst recht experimentierfreudigen Hersteller erlischt die Garantie, wenn Ihr die Tastatur öffnet – schade!

Was sind Eure Erfahrungen mit dem Raspberry Pi und wie findet Ihr das neue Gadget? Diskutiert mit uns über Anwendungsgebiete und lasst ein paar Tipps da! Denn die ersten Mitglieder unser Redaktion haben sich den C64-Klon schon nach Haus geordert ... je länger ich darüber berichte, desto mehr juckt es auch mir in den Fingern!

Weitere Artikel auf NextPit

Neueste Artikel bei NextPit

Empfohlene Artikel bei NextPit

13 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Sehr funktionsfähige Tastatur mit sogar Bluetooth 5.0 am Bord.


  • C64,Datasette, 5 1/4 Diskettenlaufwerk,Game On und Golden Disk 🥰.
    Schon erstaunlich was mit der Kraft des 1 MHz möglich war.
    Das Programm Geos war dem Windows 3.1 ähnlich aber hab ich nicht so genutzt.


  • Der Raspberry Pi 400 ist in keinster Weise ein C64-Klon. Dann könnt er genausogut ein Klon jedes anderen Heimcomputers aus den 80er sein. Er ist als preiswerte Alternative für Schüler gedacht. Monitor dran und schon ist Lernen per Video möglich. Schulen können die Schüler preiswert an die Technik heranführen, wenn sie mehr als Windows-Bedienung lehren wollen.

    Mir ist die Idee sympatisch und da ich selbst zwei Pi4 habe, denke ich, das Konzept kann aufgehen.


  • A. K.
    • Mod
    vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Ganz klassisch Retropie naturlich im IKEA Lack Tisch


    • Habe meinem Schwager mal eine NES-Hülle für den Pi3 geschenkt. Das sah richtig cool aus und ließ den superteuren NES Mini ziemlich alt aussehen! IKEA Lack Tisch ist natürlich auch eine Idee!


      • A. K.
        • Mod
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Welche Controller nutzt ihr da? Bluetooth oder Kabelgebunden?

        Der NES Mini sieht da kein Land gegen, das stimmt


      • Puh, ich glaube er nutzt kabelgebundene SNES-Nachbauten. Die habe ich mir auch mal gekauft, sind qualitativ echt in Ordnung. Nur die Kabel sind recht kurz. Ansonsten empfehlen sich dabei immer die Controller der "großen" Spielekonsolen. Leider natürlich ohne Retro-Chique. ^^


      • A. K.
        • Mod
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Ah ok ich hab hier einen original SNES Controller direkt ans I/O des Pi Zero (ohne W) gelötet und irgendwie will er nicht, dann müssen wahrscheinlich die USB SNES Nachbauten herhalten.


  • Mein Raspberry erledigt unauffaellig seine Arbeit als PLEX-Server und zur Netzwerkueberwachung.
    Mich wuerde die dauerhafte Verbindung mit einer Tastatur eher stoeren.


    • Es ist sicher praktisch für den ein oder anderen, der ohnehin damit herumspielt. Allerdings bin ich kein Fan solcher kleinen Tastaturen, da macht das Tippen einfach keinen Spaß und man neigt zu verkrampften Haltungen. Jedenfalls ging es mir so, als ich vom Sofa aus per BT-Tastatur einen Lapotp für den Beamer angesteuert habe (lang ist's her, auf Dauer nicht empfehlenswert).

      Sehe aber Raspberrys auch eher als unauffällige "Server", die irgendwo ihren Dienst tun.
      Bei mir könnte ich einen solchen im Schaltschrank als günstigen Ersatz für meinen Hager TJA Homeserver sehen, aber dazu bin ich noch zu faul.


    • Den PI4 ohne alles gibt es ja weiterhin. Dies ist halt eine Variante mit Tatstatur, die nur noch einen Monitor benötigt. Er ist zudem für Schüler gedacht. In Corona-Zeiten eine preiswerte Möglichkeit für Video-Schooling.


      • Die Homeschooling-Sache ist wirklich sehr passend, stimmt. Für Kinder passt dann auch die kleine Tastatur ganz gut.

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!