Dank LiDAR: iPhone 12 Pro kann blinde Nutzer vor Beulen schützen

Dank LiDAR: iPhone 12 Pro kann blinde Nutzer vor Beulen schützen

Das iPhone 12 Pro verfügt als erstes iPhone über einen LiDAR-Scanner, der Abstände messen kann. Während sich viele Tester der neuen iPhone-Modelle darüber wundern, wofür die Tiefeninformationen am Ende gut sind, hat Apple eine Antwort: Der neue Abstandsmesser kann blinden Nutzern und Nutzerinnen dabei helfen, sich in neuen Umgebungen vor Beulen zu schützen.

Steht beim Lesen dieser News kurz auf, macht die Augen zu und lauft mit ausgestreckten Armen durch den Raum. Während Euch die Arbeitskollegen jetzt wahrscheinlich verdutzt anschauen, spürt ihr diese Angst vor dem Ungewissen. Laufe ich gleich gegen etwas gegen oder steht plötzlich ein Fremder vor mir? Menschen mit einer Sehbehinderung helfen sich in solchen Situationen mit einem Gehstock oder mit einem geschulten Gehör weiter. Ruht zusätzlich das iPhone 12 Pro in ihrer Tasche, haben sie nun eine weitere Hilfestellung im Alltag.

LiDAR-Scanner verrät Abstände zu Wänden und Gegenständen

Denn wie Techcrunch in der neusten Beta-Version von iOS entdecken konnte, wird es zukünftig ein neues Feature für Menschen mit Sehbehinderung geben. Bei diesem macht sich das iPhone die Informationen des LiDAR-Scanners zu Nutze, um die Distanz zu Menschen oder Gegenständen zu messen. Dabei soll das leistungsstärkste iPhone sogar erkennen können, ob es sich bei dem kritischen Objekt um einen Menschen oder einen leblosen Gegenstand handelt.

Dieses Feature sei aus Apples ARKit entstanden, für das Apple ein Feature namens "People Occlusion" entwickelt habe. Die Funktion ermögliche es in Augmented-Reality-Anwendungen, dass virtuelle Objekte hinter Menschen auftauchen und ohne Clipping und sonstige optische Fehler um die Personen herumgezeichnet werden. 

Diese Möglichkeiten bietet die Erkennung für Blinde

Zukünftig soll das Feature in der Lupen-App des iPhones zu finden sein. Das Apple-Smartphone öffnet dann die Ultraweitwinkelkamera und misst die Abstände über besagten Scanner. Per Sprachausgabe wird Nutzern dann mitgeteilt, ob sich Menschen im Sichtfeld des iPhones befinden und wie weit diese vom iPhone entfernt stehen. Zusätzlich zu den Informationen der Sprachausgabe soll auch der Stereo-Sound des iPhones und angeschlossener Hardware wie den Apple AirPods Hinweise auf den Standort der Personen im Sichtfeld geben.

Nutzer sollen die Distanzmessung mit eigenen Hinweisen verfeinern können, indem sie beispielsweise Töne für bestimmte Distanzen festlegen. Wie Techcrunch bemerkt, könnte das gerade in Zeiten der Corona-Pandemie hilfreich sein. In ruhigen Umgebungen oder bei zusätzlichen Beeinträchtigungen beim Hören kann das iPhone 12 Pro Distanzen auch über Vibrationsimpulse vermitteln. Limitiert sei das Feature allerdings durch die Helligkeit im gemessenen Raum. Denn da die Ultraweitwinkelkamera dem iPhone ein zuverlässiges Bild liefern muss, funktioniert die Funktion in der Dunkelheit nicht.

Apple zeigt sich mit dem neuen Feature mal wieder kreativ, wenn es um die Nutzung der Sensoren in modernen Smartphones geht. Im Menü für die Barrierehilfen finden sich aktuell schon Funktionen wie eine auf Vibrationen basierende Steuerung der iPhones inklusive einer Tastatur. Für Menschen mit Beeinträchtigungen beim Sehen und Hören sind Apple-Smartphones daher oft eine gute Wahl. Wie gut sich die neuen Apple-Smartphones in der Praxis schlagen, verrät Julia bereits in ihrem ersten Hands-On zu den neuen iPhone 12-Modellen.

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Quelle: Techcrunch

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14 Kommentare

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  • Vielleicht hab ich den Artikel nicht richtig gelesen oder Verstanden. Aber wie können Blinde ein Handy bedienen? Wie genau funktioniert das,das sie blind die App starten können?


    • Hi Bandit!

      Wie das unter Apple im Detail funktioniert, weiß ich aus dem Effeff gerade nicht.
      Unter Android gibt es die Funktion "Talkback", bei der man einen Finger auf den Bildschirm hält und das Betriebssystem alles darunterliegende über eine Sprachausgabe ausgibt. Per Doppeltipp wählt man das entsprechende Element anschließend aus.

      Auf YouTube findest Du da viele Videos zu, gerade beim iPhone soll die Tastatur für Menschen mit Sehbehinderung gut funktionieren.

      Liebe Grüße
      Ben


  • Ich finde es toll, dass die Behinderten etwas davon haben und wünsche viel Glück bei der Anwendung – denn ich bin scheinbar zu doof für den LiDAR-Scanner. Ich habe mir die vielgepriesene “3d Scanner App” geladen, von der wahre Wunderdinge berichtet werden. Aber alles, was ich scanne, wirkt wie der Hölle entfleucht.

    Aber unsere Staubsauger-Roboter haben ebenfalls LiDAR-Scanner – und dort funktioniert es hervorragend! 👍🏻


  • Tim vor 3 Wochen Link zum Kommentar

    Finde ich klasse!
    Mal ganz blöd gefragt, bevor jetzt der ein oder andere direkt wieder "FANBOY!!!!1" um sich schreit, weil er nichts anderes hinkriegt, aber wieso braucht es bei solchen "Spielereien" eigentlich fast immer erst wirklich Apple, damit da irgendein Nutzen bei rum kommt? LiDAR ist in der Form zwar wirklich ziemlich neu in einem Smartphone, es gab aber schon SO viele Hersteller, die bei ihren Flaggschiffen mit Time-of-Flight-Sensoren um sich geworfen haben und was hatten die für einen Nutzen? Absolut gar keinen. Nicht mal die beworbenen Portrait-Bilder wurden besser, ganz zu schweigen von sowas hier.
    Hoffe andere Hersteller übernehmen das!


    • Don't feed the troll :D


    • An und für sich finde ich solche Sachen sehr gut für Behinderte aber ich denke man sollte erstmal abwarten und es testen bevor hier gemeckert oder ein Lobgesang angestimmt wird würde ich sagen. Nicht alles was sich nützlich anhört ist in der täglichen Umsetzung dann auch sinnvoll.


      • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        Sicher sicher. Ich hab aber bei Apple schon das Gefühl, dass gerade solche Features, wenn sie kommen, auch entsprechend funktionieren ^^ Aber ja, muss man abwarten, keine Frage.


      • Die frage ist ja nicht ob es funktioniert. Da denke ich wird sich Apple nicht die Blöße geben. Die frage ist ob es auch von Behinderten benutzt wird und was sie davon halten. Meine Schwester ist sehr stark Sehbehindert. Und nicht alles was für Behinderte als Erleichterung gedacht ist empfindet sie auch als solches. Leider werden viele sachen für Behinderte von gesunden Menschen entworfen ohne diese mit einzubinden. Was schade ist finde ich.


    • Mal ganz blöd gefragt: wieso antwortest du nicht auf Fragen, wenn man dir mit exakt aufgeschlüsselten Argumenten kommt?


      • @Stefan. Höchstwarscheinlich weil keine passenden Gegenargumente vorhanden. 😉


      • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        @Stefan
        Welche Fragen denn?
        Ich habe dieses nervige "( ) Informiert mich, wenn andere Mitglieder diesen Kommentar beantworten" nicht aktiviert und entsprechend kriege ich nicht mit, wenn mir jemand antwortet. Das habe ich einmal versehentlich gemacht und habe fast das Kotzen gekriegt, von den Mails, die deswegen reinkamen.
        Ich schaue ab und an unter Artikel noch mal rein oder kriege es durch dieses "Xyz Bedankt sich"-Zeugs mit, wenn man die Seite lädt.
        Ich gehe doch nicht händisch durch sämtliche Artikel und schaue, ob jetzt mal jemand geantwortet hat oder nicht. Hab besseres zu tun.

        Wenn ich unter etwaige Artikel gehe, dann antworte ich in der Regel meistens auch darauf, wenn mir jemand geantwortet hat.


      • Siehe Artikel: OxygenOS 11 im Test: OnePlus spaltet seine Fangemeinde

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