Huawei: Neuer Plan zur Chip-Produktion soll Existenz sichern

Huawei: Neuer Plan zur Chip-Produktion soll Existenz sichern

Das chinesische Unternehmen Huawei hat seit einiger Zeit mit den Sanktionen der USA zu kämpfen. Nun hat man angeblich einen Plan ausgearbeitet, um diesen zu entgehen.

Huawei muss aufgrund von US-Sanktionen auf den Einsatz vieler amerikanischer Technologien verzichten. Diese Einschränkungen reichen vom fehlenden Play Store auf den Android-Smartphones des Unternehmens bis hin zu fehlender Hardware, wie etwa den Prozessoren von Qualcomm.

Wie die die Financial Times in einem Bericht schreibt, haben sich die Chinesen auf der Suche nach einer Alternative nun dazu entschieden, die Chip-Produktion in eigene Hände zu nehmen. So plant man angeblich eine eigene Chip-Fabrik in Shanghai, die dabei helfen soll, Prozessoren für die Mobilfunkprodukte zu produzieren. Die Fabrik soll den Quellen der Financial Times zufolge von einem Huawei-Partner, Shanghai IC R&D Center (ICRD), betrieben werden.

Die Sanktionen der USA hatten dafür gesorgt, dass Huawei damit begonnen hat, sich einen Chip-Vorrat anzulegen. Diese Vorräte könnten möglicherweise genügen, um die Zeit bis zur Eigenproduktion zu überbrücken. Langfristig könnte die Chip-Fabrik damit einen Weg für das Überleben des Unternehmens bedeuten.

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Das Mate 40 Pro ist der jüngste Spross des chinesischen Unternehmens / © Huawei

Huawei: Fabrik soll mit Low-End-Chips beginnen

Den Anfang sollen zunächst Low-End-Chips machen, die im 45-nm-Verfahren hergestellt werden. Diese Technologie setzten die bekannten Chip-Giganten bereits vor 15 Jahren ein. Aktuell sind 5-nm-Chips, die etwa von TSMC für Apple produziert werden. Huawei hat also enormen Aufholbedarf, bis man mit den aktuellen Herstellern konkurrieren kann.

Bis Ende nächsten Jahres will man mit der Fertigung von 28-nm-Chips begonnen haben. Dies ist laut der Financial Times genug, um etwa Chips für Smart TVs oder das „Internet of Things“ zu fertigen.

Für Ende 2022 visiert man eine Fertigung im 20-nm-Verfahren an. Damit könne man immerhin den Bedarf für das Mobilfunk-Equipment des Unternehmens sättigen. Experten sagen aber, dass selbst dies nicht ausreichen werde, um Chips für Smartphones produzieren zu können.

Der Plan von Huawei könnte aber dafür sorgen, dass Chinas Ambitionen für die Fertigung von eigenen Chips steigen – in der Hoffnung, die Abhängigkeit von den US-Giganten und deren Technolgien zu reduzieren. Gegenüber der Financial Times wollten sich weder Huawei noch ICRD zu dem Bericht äußern.

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Quelle: Financial Times

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7 Kommentare

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  • Das klingt nach einem vernünftigen Langzeitplan, wird aber natürlich die Probleme auf kurze Sicht nicht lösen. Hier wird sich Huawei wohl Partner holen oder bei anderen Unternehmen einkaufen müssen. Mediathek ist nicht mehr so schlecht wie sein Ruf.
    Ich bin sehr gespannt, glaube dass sich die Amis momentan heftig selber ins Bein schießen mit ihrer Politik.
    Die Zeit wird es zeigen.


  • Eine konkurrenzfähige eigene Chipproduktion aufzubauen kostet Geld und Zeit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Huawei so viele Vorräte sich an Chips angelegt hat um die Zeit vollständig überbrücken zu können


    • Sicherlich nicht ohne sich irgendwo einzukaufen, so wie es Branchenüblich ist.
      Allerdings glaube ich schon, dass der Weg für Huawei der richtige ist.
      Ich glaube, dass sich die Vereinigten Staaten momentan heftig ins eigene Bein schießen damit.


    • Und selbst wenn die einen solchen Vorrat angelegt hätten. Bis die aufgeholt haben, gehen Jahre ins Land. Bis dahin ist der Vorrat auch hoffnungslos veraltet. Diese Chips kann man ja schon Ende nächsten Jahres nur noch in der gehobenen Mittelklasse einsetzen.

      Und die Chips kann man nicht irgendwo einkaufen, dass ist ja deren Problem. Huawei geht ganz strengen Zeiten entgegen. Ich bin mir gar nicht so sicher, dass die das schaffen und sich die Amerikaner selber ins Bein schießen. Ganz im Gegenteil. Die Chinesen müssen ihre Ressourcen jetzt anders einsetzen. Nicht mehr in die Weiterentwicklung und Innovationen, sondern quasi in die Vergangenheit. Und auch chinesische Ressourcen sind endlich. Daher wird auch ein neuer Präsident an das Embargo festhalten.


      • Die Chips um die es hier geht, sind für Mobilfunkantenen, weniger für die Smartphones. Die veralten nicht so schnell, da kein Provider seine Antennen alle zwei Jahre austauscht und auf diese zielen die Sanktionen vor allem ab. Weil man Chinas technologischen Vorsprung bei 5G zurückdrängen will.


      • Ist mir auch aufgefallen. Ändert aber null an meinen letzten Absatz. Die Aufholjagd bindet wichtige Ressourcen, während wichtige Margen im Mobilfunk wegbrechen.


  • Gute News aus dem Osten.

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