Casa Casi, Folge 15: Milliardäre im Weltall

Casa Casi, Folge 15: Milliardäre im Weltall

Er hat es getan: Jeff Bezos ist mit seiner Rakete "New Shepard" ins All abgehoben. Grund genug, dass auch das NextPit-Podcast-Raumschiff "Casa Casi" weiter durchs All und um dieses Thema kreist. 

"Normalerweise weiß Fabi ja vorher nie, worüber wir in der nächsten Folge reden werden. Das wird nächste Woche anders sein, wenn wir nämlich über Außerirdische sprechen." Diesen Satz schrieb ich vor einer Woche zu unserer ersten Weltraum-Folge. Heute möchte ich dazu sagen: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern! Oft entwickeln sich die Dinge einfach anders, als man sie erwartet. 

Wieso ich das sage? Weil wir das Thema der letzten Woche einfach nochmal aufgegriffen haben. Das hat zwei Gründe: Wie erwartet, hat sich nämlich Jeff Bezos mit der New Shepard auf den Weg ins All gemacht an seinem "Best Day EVER!", wie er hinterher begeistert feststellte. Das wollten wir also noch einmal besprechen. Zum anderen haben wir aber auch erstmals in einer anderen Konstellation zusammengesessen bei unserem Stammitaliener: Stefan hat uns Gesellschaft geleistet und hatte zum Thema viel beizusteuern, es gab also neuen Input für uns. 

Privatflüge ins All: Ego-Trips oder wissenschaftlich wertvoll?

Also haben wir noch einmal gesprochen über Milliardäre im All und ihre Ambitionen. Ich finde, Jeff Bezos hat sich da sehr merkwürdig präsentiert: Dieses Cowboy-Getue mit seinem Hut und den Cowboy-Boots fand ich schon befremdlich. Und die Moderatorin, die das "Blue Origin"-Event kommentierte und so tat, als hätte die Menschheit gerade mindestens den Welthunger besiegt und einen erdähnlichen Exoplaneten besiedelt, war auch schwer in der Cringe-Abteilung unterwegs. 

Dennoch bin ich mir irgendwie nicht ganz sicher, dass man das uneingeschränkt als das spleenige Gebaren eines minimal zu reichen Mannes verbuchen kann. Wir waren uns da auch im Podcast nicht ganz einig. Fabi war schwer begeistert von Bezos' Weltraumhopser, Stefan schlug entgeistert die Hände überm Kopf zusammen – und ich war wohl irgendwo dazwischen. 

Selbst, wenn ich bei Bezos (noch) nicht sehe, dass er für das Thema Weltraum so brennt wie Elon Musk, glaube ich dennoch, dass er da mehr im Sinn hat, als lediglich vermögende Touristen an die Grenze zum Weltall zu bringen. Auch er hat wie Musk und Space X Pläne, die deutlich darüber hinausgehen. Auch, wenn seine Vorstellungen sich eher um den Mond drehen als um den Mars. 

Lediglich Branson scheint mir tatsächlich so ein skurriler Weltraum-Cowboy zu sein, der gerne sein Ego ein bisschen pushen will und sehr gut damit leben kann, wenn er nebenher noch 'nen guten Dollar machen kann mit Weltraum-Tourismus. Auch er hatte mal höhere Ziele, im wahrsten Sinne des Wortes, aber für mein Empfinden sind diese Pläne mittlerweile ziemlich verkümmert, wenn man Virgin Galactic mit Blue Origin und vor allem SpaceX vergleicht. 

An dieser Stelle sei Euch übrigens ein anderer Podcast ans Herz gelegt: Bei Wondery geht es in sechs Folgen um das Duell zwischen Blue Origin und SpaceX. Das Duell dieser beiden Unternehmen wird in fiktionalen Dialogen nacherzählt, aber natürlich hangelt sich die Story exakt an den tatsächlichen Ereignissen entlang. 

Es ist angerichtet: Casa Casi, Folge 15

In der heutigen Folge war uns irgendwann selbst klar: Okay, wir reden hier heute doch nicht mehr über Außerirdische. Damit bleiben wir also auch in Folge 16 bei den unendlichen Weiten und kümmern uns um die Frage, ob da draußen nun intelligentes Leben ist oder nicht. 

Ich nehme Euch jetzt mal mit hinter die Kulissen, denn wir hatten auch noch eine andere Challenge zu bewältigen: Fabi geht in seinen hochverdienten Urlaub und wir haben daher entschieden, beide Folgen direkt hintereinander aufzunehmen. Auch da ist also Stefan natürlich wieder mit von der Partie – zum Glück, denn sein Wissen, was den Weltraum, Raketen-Technologien und vieles mehr angeht, übersteigt das von Fabi und mir doch entschieden. 

Weil wir uns aber nicht klar waren, wie wir jetzt aus der einen Folge aus- und in die nächste einsteigen, haben wir uns zu einem Ende entschieden, das irgendwo zwischen spektakulär und dämlich liegen dürfte. Mehr mag ich jetzt nicht verraten, aber Euch zumindest schon mal vorwarnen, dass der Schluss ein bisschen schräg ist. 

Dennoch hoffen wir natürlich, dass Ihr wieder Spaß beim Zuhören habt und uns nicht übel nehmt, dass wir uns zu dritt ja auch noch so ein bisschen eingrooven müssen. Ist halt schon ein Unterschied, ob nur ich ständig Fabi ins Wort falle, oder wir uns jetzt zu zweit darum kloppen, wer ihm als erstes ins Wort fällt. Lasst uns jedenfalls gerne wissen, was Ihr von der Folge haltet und vor allem, wie Ihr das Milliardärs-Rennen bewertet.

Und wie immer gilt: Empfehlt uns gerne weiter, bewertet uns, abonniert uns auf den verschiedenen Plattformen und – ja, selbstverständlich freuen wir uns auch auf Eure Kommentare und Meinungen, gerne auch mit Themen-Ideen für die nächsten Folgen.

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13 Kommentare

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  • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Der Running-Gag ist: Das alles sind Ego-Trips UND ist wissenschaftlich wertvoll...

    Die Ego-Triper machen es - weil sie es können. Die Cabriolet-Fahrer mit dunkler Sonnenbrille und lauter Techno-Musik machen es - weil sie es können. Die High-End-SmartPhone-User machen es - weil sie es können. Die Aufzählung ließe sich beliebig erweitern...

    Es ginge auch ganz ohne Trip in den Weltraum, ohne Cabriolet von A nach B oder pausenlos um den Block, ohne High-End-SmartPhone, dessen User eher selten deren Möglichkeiten gänzlich (und immer) ausschöpfen.

    Statt Cabriolet und High-End-SmartPhone und allen anderen Klimbim (den wir u.a. bei Amazon bestellen und mit PayPal bezahlen), den die meisten nicht wirklich brauchen, könnte man statt dessen den entsprechenden Gegenwert spenden. Weltweit käme mehr dabei heraus, als wenn die Ego-Trips nicht statt gefunden hätten und das somit eingesparte Geld in Spenden geflossen wären.

    ABER: würde man konsequent SO denken, dann gäbe es keine Automobile, keine Elektroautos, keine Windräder oder Solaranlagen. Wir würden immer noch die Kohlen aus dem Keller holen. Die industriellen Revolutionen, das Streben nach (noch mehr) Wohlstand, die Gier nach Profit... - und damit einhergehend auch medizinischer Fortschritt, Bildung, Wissenschaft, ... - das alles hat uns dorthin gebracht, wo wir heute stehen.

    Die Ego-Trips, die Cabriolet-Fahrer und die High-End-SmartPhone-User bringen die Welt letztlich (schneller) voran - auch die Wissenschaft. Musk kann nicht nur ein Cabriolet ohne jeden Kratzer in den Weltraum schießen - er bedient auch die Wissenschaft ganz direkt. Und das recht kostengünstig.

    Mond und Mars rücken in realistische Nähe - auch und vor allem wegen solcher Ego-Trips. Und die wären ohne UNS nicht möglich.

    Für den Preis eines Tickets in den Weltraum kauft sich Ronaldo jeden Monat einen schicken Schlitten - für´s Ego; weil er es kann. Wo ist der Nutzen für die Menschheit, dass Ronaldo so viel Geld verdient und es mit vollen Händen auch ausgibt? Muss ein Fußballer überhaupt so viel Kohle machen, nur weil er gegen einen Ball treten kann?

    Nee, muss er nicht. WIR ermöglichen es ihm.


    • Reginald Barclay vor 1 Monat Link zum Kommentar

      "...kauft sich..jeden Monat einen schicken Schlitten...weil er es kann. Wo ist der Nutzen für die Menschheit,...viel Geld...mit vollen Händen...ausgibt..."

      Die, die die Schlitten produzieren leiden sicher keinen Hunger, auch haben die Zulieferer Arbeit und die jeweiligen Bäcker in den Straßen, wo die alle wohnen, muß nicht abwarten, bis er das alte Brot heruntersetzt, um es loszuwerden, usw...
      Wer richtig viel Kohle hat, kann die ja schlecht allein mit Waschmittel, Brötchen und Käsekuchen und gelegentlich neuer Bettwäsche wieder unter die Leute bringen. Und für Bedürftige und Arbeitslose zu spenden, ist ja ok aber die haben doch Zeit, Schlitten zu bauen und Brötchen zu backen...
      Alternativ könnte man auch Eintrittspreise für's Stadion herabsetzen und das Fernsehen umsonst reinlassen. Dann würden die Profifußballer für Durchschnittslöhne arbeiten, dafür aber könnten sich die Stadionbesucher und die Leute vor der Glotze mehr Kartoffelchips und Bier leisten...


      • René H. vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Die Stadionbesucher kaufen die Eintrittskarten weil sie es können und wollen.


      • dieCrisa vor 1 Monat Link zum Kommentar

        "Die, die die Schlitten produzieren leiden sicher keinen Hunger..."
        Das ist ja auch gut so!

        Und jeder Bäckergeselle oder Reifenmonteur gönnt sich - auch - seinen kleinen Luxus: das schicke Cabriolet oder das SmartPhone mit dem Apfel auf der Rückseite. Wir "Kleinen" sind auch nicht so viel besser als die "da oben". Wer von uns hat nicht irgendwelche Luxusgüter, die man eigentlich (so) nicht nötig hat? Und manch Einer lässt das auch "raus hängen". ;)

        Klar, wir können uns Eintrittskarten leisten - und tun dies auch. Jeder macht das gerne und freut sich auf das Gebotene.

        Genau DAS meinte ich ja auch: WIR machen es möglich, dass die "da oben" ihren Ego-Trip fahren (können). UND wir selbst haben den einen oder anderen kleinen Ego-Trip. Und alles zusammen bringt uns voran!

        Es macht also kaum Sinn, auf die "da oben" zu zeigen.


  •   11
    Gelöschter Account vor 1 Monat Link zum Kommentar

    wenn ich so viel geld hätte, würde ich auch einmal diesen flug machen und danach 99% meines geldes spenden 😉


  • Conjo Man vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Was sollen die Milliardäre auch anderes tun mit ihrem Geld? Sie haben alle möglichen Autos, Yachten, Flugzeuge sprich materielle Dinge sind nicht mehr von Bedeutung.

    Also nutzen sie halt exotische Abenteuer um für ihre Verhältnisse "Leben" zu erfahren.
    Tiefsee / Weltall sind da die einzigen Möglichkeiten, die es bislang auch mit riesigem Geld Konto nicht zu berreisen galt...das mit dem 50km Weltall Blick auf die Erde ist nun touristisch eröffnet worden. Also wissenschaftlich sehe ich da nichts, wohl eher die Dollarzeichen in den Augen der Milliardäre wenn die "einfachen" (Multi-)Millionäre 200Tsd Dollar Tickets kaufen, um damit rumprotzen zu können auf ihren Insta/Twitter/TikTok Accounts wie atemberaubend der Blick von oben ist - zweifelsohne ist es das. Ganz nach dem Motto: Angesagt ist der, der oben war


    • René H. vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Was sollen sie auch anderes machen wenn sie schon alles andere haben. 😉


  • Martin vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Mit genug Kohle wuerde ich das auch machen und ich wuerde auch jeden daran teilhaben lassen. Warum denn auch nicht ?


    • René H. vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Ich wüsste anderes mit soviel Geld anzufangen. Spenden z.B.


      • Martin vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Klar, das Geld anderer kann man immer leicht spenden.

        Warum sollte ich, bloss weil ich wohlhabend bzw. stinkreich bin, auf einmal anfangen Geld zu spenden ? Da flieg ich doch lieber in den Weltraum, kaufe mir das zehnte Luxusauto, ne schicke Yacht oder verzocke meine Kohle beim Froschweithüpfen.


  • Aries vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Branson und Bezos im Weltall sind doch nur Marketing. Bezos ist sogar mit seiner eigenen Firma geflogen. Die Flüge hätten so und so stattgefunden, aber einfach im Stillen ist doch langweilig. Das sind privatwirtschaftlich geführte Firmen. Die brauchen eine Außendarstellung damit Kapitalgeber mehr Geld geben. Mich würde mal interessieren, ob die beiden wirklich auch nur einen privaten Cent für den Flug bezahlt haben.

    Bezüglich mRNA: Villeicht haben die Phamaleute auch gewitzelt, weil es gar nicht so einfach möglich ist, aus RNA DNA zu machen?

    "Space X hatte noch Anfang dieses Jahrzehnts große Probleme"
    Wie würdest Du das Jahr 2021 zeitlich einordnen?

    Mich würde interessieren, ob Euch die Flucht geglückt ist.


  • Olaf vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Grundsätzlich könnte uns der elitäre Club der Superreichen eigentlich niemals besser vor Augen führen, wie abgehoben dort mittlerweile viele sind: Ab in die obere Stratosphäre und all den Kleingeld-Nutzern da unten mal einen Gruß vom Rande des Weltalls per Tipp an die Cowboyhut-Krempe senden.

    Natürlich fallen einem neben dem ausgeprägten Ego der Probanden, welches offensichtlich längst nicht mehr durch den x-ten Bentley und die noch einen Meter längere Yacht befriedigt werden kann, viele Gründe ein, weshalb jeweils so viel Geld in dieses kleine Abenteuer investiert wird. Noch mehr Geld machen dürfte jedoch die Hauptantriebsfeder dahinter sein. Egal, ob nun das 200. 000 Dollar-Ticket für den geneigten Touri, oder die Begehrlichkeiten, welche der Wertstoffabbau auf dem Mond oder auf Asteroiden weckt, der erste Schritt zu dem, was heute noch pure Fiktion ist, dürfte getan sein. Und sei es der für die Generation der Urenkel, die dereinst das Erbe antreten werden. Da reicht dann auch fürs Erste der Erkenntnisgewinn, dass die hier gebastelten Gerätschaften weder explodieren, noch verglühen oder ähnliches.

    Ob diese Entwicklung der Menschheit als solcher zuträglich ist? Vermutlich weniger. Es lässt sich natürlich nicht leugnen, dass wiederverwertbare Raketen der Marke SpaceX die Raumfahrt günstiger als bislang machen werden. Dennoch fällt die Ökobilanz solcher Triebwerke wohl eher ernüchternd aus. Die für den Schub in einer Höhe von 30 km für die nächsten derer 50 wohl noch ernüchternder. Und etwas Neues ist dieser Ansatz auch nicht wirklich. Eine SpaceX-Startbasis auf dem Mond indes würde der Erforschung des Weltraums in Ermangelung der irdischen Schwerkraft - und sei es nur per Sonde - sicherlich deutlich mehr zupass kommen.

    Bis es allerdings so weit ist, wird uns vermutlich auch weiterhin der eine oder andere Milliardär mit und ohne Cowboy-Hut von oben zuwinken und sich selbst feiern lassen. Und doch gibt es sicherlich irgendwo intelligentes Leben da draußen. 😉


  • C. F.
    • Admin
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Der Running-Gag fehlt...☹️

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