NextPit

12 MBit/s! Oppo zeigt Chip & Codec für verlustfreie Audio-Übertragung

oppo marisilicon y image
© Oppo

Oppo hat auf seiner Hausmesse eine neue Übertragungstechnologie für Bluetooth vorgestellt. Dank eines neuen Chips und eines proprietären Codecs will der Hersteller eine Datenübertragungsrate von 12 MBit/s erreichen. Das wäre mehr als zehnmal so viel wie bei Qualcomms aptX Lossless.

Auf den Oppo Inno Days gibt's nicht nur einen neuen Roboterhund und zwei neue Foldables zu sehen, sondern auch spannende Audio-Technologie. Der chinesische Hersteller hat einen neuen Audio-Chip für In-Ear-Kopfhörer namens MariSilicon Y vorgestellt und passend dazu einen neuen, proprietären Bluetooth-Codec namens URLC – vermutlich kurz für Ultra-high Resolution Lossless Codec.

Der MariSilicon Y wird von TSMC im 6-Nanometer-Verfahren gefertigt, genauer im N6RF-Prozess. Dank der geringen Strukturbreite verspricht Oppo einen geringen Energieverbrauch bei gleichzeitig kompaktem Format – zwei enorm wichtige Aspekte für In-Ear-Kopfhörer. Gleichzeitig soll der Prozessor mit nominal 590 GOPS ordentlich Rechenpower bieten.

Wie viel diese 590 GOPS in der Praxis nutzen, bleibt abzuwarten. Um laut Oppo "verlustfreies" Audio bei 12 MBit/s über Bluetooth zu schicken, ist auf jeden Fall ordentlich Rechenpower erforderlich. Die Auflösung soll dabei 24 Bit bei 192 kHz Abtastrate betragen. Schuss ins Blaue: Wir werden es mit den Oppo Enco X3 erfahren. Matt war von den aktuellen Highend-Kopfhörern, den Oppo Enco X2, im Test jedenfalls restlos begeistert.

Wie auch immer sie heißen werden, Oppos nächste Flaggschiff-Ohrhörer werden noch weitere rechenintensive Features mitbringen. Die Webseite zum MariSilicon Y verspricht da beispielsweise  "Personalized Spatial Audio". Dröseln wir das einmal auf: Spatial Audio dürfte sich darauf beziehen, dass die Kopfhörer die Kopfbewegungen des Trägers erkennen und die virtuellen Tonquellen im Raum gegenläufig mitbewegen – so wie bei Apples 3D-Audio.

Oppo Enco X2
Die Oppo Enco X2 haben Matt im Test überzeugt. / © NextPit

Personalized Spatial Audio dürfte entsprechend bedeuten, dass Ihr via Smartphone-App Eure Kopf- und Ohrform einscannt und so eine sogenannte Head-Related Transfer Function (HRTF) erstellt. Diese simuliert jene Effekte, die verlorengehen, wenn eine Tonquelle direkt in Euren Gehörgang feuert. Denn bei realen Tonquellen hört Ihr immer auch den Raum selbst mit sowie Reflexionen und Resonanzen der Schallwellen an Eurem Kopf und Ohr – daher das Einscannen per Smartphone. Mit HRTFs haben wir uns übrigens bei Creatives SXFI (zum Test) neulich ausführlicher auseinandergesetzt.

Außerdem verspricht Oppo auch eine Funktion namens Music Extraction. Hier soll es sogar möglich sein, einzelne Teile eines Tracks zu extrahieren und diese im virtuellen Raum zu platzieren. Wie das genau funktionieren soll und ob Euch Taylor Swift mit den nächsten Enco-Kopfhörern die Lyrics dann von der Seite in den Gehörgang flüstert oder Euch wahlweise frontal anplärrt – wir werden sehen.

Hinweis: Die Oppo-Webseite zum MariSilicon Y ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht erreichbar. Wir haben Euch daher einen Link auf die Seite im Google-Cache in die Quellenangabe gepackt.

Stefan Möllenhoff

Stefan Möllenhoff

Schreibt seit 2004 über Technik und brennt seither für Smartphones, Fotografie und AI. Treibt täglich Sport mit mindestens zwei Fitness-Trackern am Körper und ist überzeugt, dass man fast alles selber bauen kann, inklusive Photovoltaik-Anlage und Powerstation.

Zeige alle Artikel

Empfohlene Artikel

Hat Dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!
Jetzt mitdiskutieren

4 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Gerade bei einem Hersteller wie Oppo würde ich diese "12Mbit/s" doch mit einer gewaltigen Ladung Skepsis betrachten.
    Am Ende sind diese 12Mbit/s nichts weiter als irgendein Pseudo-AI-Upscaling, das nur "so klingt wie 12Mbit/s".
    Zumal die auf diesen dämlichen "Inno days" nicht selten irgendwas vorstellen, das dann so niemals auch nur im Ansatz auf dem Markt landet.


    • Thomas Oppenheim vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Nur weil Apple nicht in die Puschen kommt, ist echt nicht nötig Hersteller mies zu machen, die sich um Fortschritte bemühen.


      • Gianluca Di Maggio vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Richtig. Wie lange sind die Apple Glasses schon in Arbeit? Bisher kam nix außer Gerüchte.


      • Oleole vor 1 Monat Link zum Kommentar

        Ich finde man kann schon Zweifel an der Alltagstauglichkeit von 12Mbit/s haben. Selbst wenn es technisch geht, wird schon bei den hochwertigen Codecs von Sony oder Qualcomm, die nur einen Bruchteil dieser Datenmenge transportieren, bei nicht idealen Verbindungsbedingungen runter skaliert. Ich vermute, dass Oppo für eine akzeptable Stabilität der Verbindung die Qualität meistens erheblich drosseln müsste.

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!