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Und der beste Bluetooth-Audio-Codec ist …

Und der beste Bluetooth-Audio-Codec ist …

Die 3,5-mm-Klinke stirbt aus. Bluetooth- und True-Wireless- Ohrhörer übernehmen den Markt. Wenn drahtloses Audio dominieren sollen, drängt sich die Frage nach der Übertragungsqualität auf. Etliche Bluetooth-Audio-Codecs machen große Versprechen. Doch was steckt hinter den technische Spezifikation von aptX, LDAC und Co.? Welcher ist der beste Audio-Codec für Bluetooth? Das erfahrt Ihr hier.

Bluetooth-Audio-Codecs spielen eine große Rolle bei Audioqualität und Latenz von drahtlosen Kopfhörern und vor allem True-Wireless-Headsets. Zusätzlichen wirken sie sich auf die Akkulaufzeit des Smartphones aus. Unterschiedliche Bitraten und Kompressionsverfahren bestimmen, wie viel Musik am Ende in Eurem Ohr noch ankommt. Die verfügbaren Codecs unterschieden sich nicht nur Tonqualität und Latenz, sondern auch in Verbindung-Stabilität sowie bequemer Handhabung: Wie schnell verbinden sich die Kopfhörer wieder mit dem Handy, nachdem ich sich sie einschalte? Gehen wir also ein mal die gängigen Bluetooth-Audio-Codecs einzeln durch.

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aptX

Der Bluetooth-Audio-Codec aptX beruht auf einer Entwicklung in den 1980er-Jahren. Nach einer Übernahme durch private Unternehmen wurde der Codec weiterentwickelt, um per Bluetooth Audio-Übertragungen in CD-Qualität zu ermöglichen. Für die drahtlose Übertragung dieser Datenmenge greift aptX auf eine latenzarme Komprimierung zurück. Der aptX-Codec unterstützt 16-Bit/48-kHz-Linear Pulse-Code-Modulation-(LPCM) -Audiodaten mit bis zu 352 kbps; zählt also zu den verlustbehafteten Formaten. Dennoch gilt aptX als der am weitesten verbreitete Bluetooth-Codec im Consumer-Bereich, der von den meisten Android-Smartphones unterstützt wird.

aptX HD

Die HD-Endung hat Euch sicher schon einen hilfreichen Tipp geliefert. Und ja es stimmt, aptX HD ist eine Art High-Definition-Version von aptX. Der Codec AptX HD gehört Qualcomm, weshalb es nicht weiter verwunderlich ist, dass Ihr wahrscheinlich gerade bei vielen der teureren Android-Smartphones mit Snapdragon-SoCs finden werdet, die ebenfalls aptX HD in ihrem Gesamtpaket haben. Dieser Bluetooth-Audio-Codec unterstützt hochauflösende Audioübertragungen bei 24 Bit/48 kHz mit einer maximalen Übertragungsrate von 576 kbps. Zusammengefasst bedeutet das, dass Ihr hier eine bessere Audioqualität bekommt als bei einer CD. Im Vergleich zum kleinen Bruder aptX ist das Signal-Rausch-Verhältnis bei aptX HD ebenfalls viel besser, sodass Ihr mehr Details aus der Musik raushören könnt. So hört Ihr auch leisere Instrumente, die selbst bei Audio in CD-Qualität gerne mal ineinander verschwimmen können.

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Die Cambridge Audio Melomania 1 unterstützen aptx HD. / © NextPit

Für aptX HD könnt Ihr leider nicht jedes Gerät nutzen. Tatsächlich könnt Ihr die Musik nur dann genießen, wenn aptX HD sowohl von Eurem Eingabegerät (z.B Smartphone oder Media Player), als auch von Eurem Ausgabegerät (etwa ein Paar Bluetooth-Kopfhörer) unterstützt wird. Zu den Smartphones, die mit aptX HD kompatibel sind, gehören beispielsweise das OnePlus 8 und 8 Pro, das Google Pixel 3a und das Huawei P30 und P30 Pro. Auf der Liste der aptX HD fähigen Kopfhörer findet Ihr vor allem die großen Namen der Over-Ear-ANCs, wie etwa die Sony WH-1000MX3 und Bowers & Wilkins PX Produkte, sowie einige weitere audiophile True-Wireless-Ohrhörer wie die Cambridge Audio Melomania 1.

Abschließend sollte hier ebenfalls das aptx LL, für „low latency“ erwähnt werden. Eine weitere Qualcomm-Technologie (aptx LL), die entwickelt wurde, um die End-zu-End-Geschwindigkeit der Audioübertragung auf bis zu 40 ms zu erhöhen. Aptx LL findet man häufig in Headsets für Spiele und in Audiogeräten für die Lippensynchronisation.

SBC

Die Subband–Codierung (kurz: SBC) ist der grundlegende Standard-Audio-Codec. Er stellt den niedrigsten Standard dar, mit dem Ihr Euch wirklich zufrieden geben solltet. Ein wirkliches Verkaufsargument für Smartphones oder Kopfhörer ist eine SBC-Unterstützung auf dem Markt nicht. Die meisten Geräte werden diesen Audio-Codec aber als eine Art Grundvoraussetzung unterstützen. Der Codec ist verpflichtend für alle A2DP-fähigen Geräte (Advanced Audio Distribution Profile), auch wenn seine Übertragungsrate bei maximal 320 kbps liegt.

AAC

Advanced Audio Coding (kurz: AAC) ist genau das, was Ihr bekommt, wenn Ihr Euch ein Apple iPhone kauft. Nett zu wissen: Es ist ebenfalls das Standardkompressionsformat für die kostenlose Version von YouTube. AAC erreicht vielmehr eine MP3- statt einer CD-Klangqualität und die Übertragungsrate ist auf 250 kbps begrenzt. AAC hat zudem den Nachteil, dass es leistungshungrig ist. Es senkt also die Akkulaufzeit von Smartphones und Bluetooth-Kopfhörern. Neben iPhones unterstützen Premium-Marken-Kopfhörer wie die Bose Noise Cancelling 700 AAC.

Das Duell AAC vs. aptX HD ist Teil der iPhone-vs-Android-Debatte. Ich selbst habe mit aptX bessere Erfahrungen gemacht sowohl im Bezug auf Tonqualität als auch auf Zuverlässigkeit.

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Die Bose Noise Cancelling 700 unterstützen den AAC-Bluetooth-Audio-Codec. / © NextPit

LDAC

LDAC ist der proprietäre Audio-Codec von Sony. Ein echtes Highlight ist hier die variable Bitrate von bis zu 990 kbps. Leider ist LDAC nicht wirklich weit verbreitet. Anfangs mussten wir LDAC erst manuell in den Entwicklereinstellungen aktivieren; immer vorausgesetzt natürlich, dass das Gerät auch LDAC unterstützt. Läuft der Codec aber, dann könnt Ihr mit LDAC in der gleichen Zeit die dreifache Menge an Daten übertragen wie mit SBC oder aptX.

Seit Android 8 Oreo ist LDAC Teil des Android Open Source Project (AOSP), ergo nicht mehr Sony-exklusiv. So unterstützen andere Android-Smartphones wie das LG V40 ThinQ oder das Samsung Galaxy S9+ LDAC.

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Das Samsung Galaxy S9+ unterstützt LDAC. / © NextPit von Irina Efremova

LHDC

Der Low latency and High-Definition audio Codec (LHDC) ist das Ergebnis einer dualen Entwicklung durch die Hi-Res-Wireless Audio (HWA) Union und Savitech. LHDC erlaubt Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 900 kbps und eine Abtastrate von bis zu 96 kHz. Die Latenz ist bei LHDC ebenfalls niedriger und übertrifft hier sogar das beeindruckende aptx LL. Eine Version mit noch geringerer Latenz – genannt LLAC – ist übrigens bei Gamern sehr beliebt. Das erste Gerät mit LLAC war das Huawei P30 Pro.

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Das Huawei P30 Pro war das erste Smartphone mit LLAC. / © NextPit

LHDC wird mit Android 10 ebenfalls Teil des AOSP, ist dann also auf allen neueren Android-Smartphones erhältlich. Das erste kompatible Smartphone war das Huawei Mate 10 aus dem Jahr 2017.

Low Complexity Communication Codec (LC3)

Der brandneue LC3 ist zwar noch nicht wirklich verfügbar, wird jedoch zunehmend relevanter. Der neue Codec stammt direkt von der Bluetooth Special Interest Group (SIG), die ihn als den bisher fehlenden Audio-Teil der Low-Energiy-Sparte (Bluetooth LE, oder BLE schon gehört?) behandelt. Dieser soll einen Kompromiss aus Audioqualität und Stromverbrauch finden.

Technisch gibt es noch wenige ausgereifte Details zu LC3, soll wird in der Pressemitteilung deutlich, dass er SBC als Standard-Bluetooth-Codec ablösen soll. Finale Spezifikationen von LC3 und damit von BLE-Audio sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2020 veröffentlicht werden.

Welcher ist der beste Bluetooth-Audio-Codec?

Wie bei allem anderen auch, so ist auch die Qualität von Audio und Musik im Allgemeinen sehr subjektiv. Jeder von uns möchte gerne hochauflösende Audio und niedrige Latenzzeiten, für beides müssen aber Kompromisse eingegangen werden und dazu gehören auch der Stromverbrauch und die Stabilität der Verbindung. Die Wahrheit ist, dass es auf die persönlichen Vorlieben ankommt.

Qualcomms aptX HD Codec ist sowas wie ein Industriestandard für HD-Audio auf Android geworden. Fragt Ihr aber nur einen einzigen Apple-Fan, dann wird der Euch sagen, dass AAC ebenso gut sei.

Letztendlich sollte man nicht vergessen, dass für eine erfolgreiche Codec-Nutzung nicht nur die Audio-Quelle, sondern ebenfalls der Kopfhörer denselben Codec unterstützen muss. Bei der Auswahl der richtigen Produkte wird man eher zum Match-Maker, der Paare finden muss, die möglichst viele der gefragten Bluetooth-Audio-Codecs-Unterstützungen anbieten. Wenn Ihr Euer Smartphone, ebenso wie ich, mit mehreren Bluetooth-Audiogeräten, wie beispielsweise Kopfhörerpaaren und drahtlosen Lautsprechern nutzt, dann geht es nicht mehr darum das eine perfekte Paar zu finden. Vielmehr wird es dann zu Eurer Aufgabe, die Parität zwischen all Euren Geräten herzustellen.

Hat Euch dieser Leitfaden zu Bluetooth-Audio-Codecs geholfen? Welchen Codec verwendet Ihr?

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28 Kommentare

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  • Ein test ohne Aussage ist kein test, das hier ist lediglich eine Vorstellung der Technik, ohne dass es was mit der Überschrift zu tun hat. Wozu? Technische Daten kann jeder schnell erhalten echte test aufgrund mangelnder Geräte eben nicht das hätte ich erwartet, verschwendete Lebenszeit schade.


    • Wo steht, dass es ein Test ist? Es heißt lediglich "Und der beste Bluetooth-Audio-Codec ist..." Es geht nur um den Vergleich von Daten. Es wird nichts getestet!


  • Schöne Übersicht, ich vermisse aber die Einflüsse von BT-Übertragungsgeschwindigkeit, BT-Reichweite und Buffering. Sind das nicht oft die Flaschenhälse?


    • Wichtig für der Audio-Übertragung ist das A2DP-Protokoll. Es ermöglicht generell das Zusammenarbeiten von 2 Geräten (Sender-Empfänger). Da sogar Bluetooth 1 ausreichend Bandbreite hat (knapp über 700kbps) ist eigentlich nur der Codec für die Soundqualität relevant

      Tim


      • Die Schallwandler (Minilautsprecher) sind eigentlich noch wichtiger. Der beste Codec nutzt nichts, wenn die Schallwandler nichts taugen.

        Tim


      • klar, hast vollkommen recht.. aber da ging es um BT-Übertragung. Der beste Schallwandler (Nahfeldmonitor) bringt genauso wenig, wenn man einen miesen Schallwandler (Spielzeugmikrofon) für hochwertige Konzertaufnahmen verwendet 😜 (falls man nicht mit Sound experimentiert)


  • Nein.
    AAC


  • Ich möchte mich mit gar keinem dieser Codecs auseinandersetzen. Kabel rein und gut ist, ganz einfach. Ist ein bisschen wie mit WLAN zu Hause, Verbindungsfehler, Abbrüche, Passwortpflege, Geschwindigkeit variiert, Kanal aussuchen, Wlan Repeater für den Garten und der ganze Quatsch. Man kann auf Wlan nicht völlig verzichten, leider, aber ich nutze Netzwerkkabel wo immer möglich. Und Bluetooth ist auch kein Königsweg, mMn.


    • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Hat auch glaube keiner behauptet, dass Bluetooth das sei ^^ Nur da gerade im 600€+ Bereich so gut wie kein aktuelles Smartphones mehr die Klinke hat, bleibt nur Bluetooth oder eben Adapter.


      • HEB vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Oder halt das neue Sony Xperia 1 M2.


      • Tim vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        @HEB
        Deswegen ja "so gut wie kein" ^^ auch LGs Geräte und das Motorola Edge+ hat die Klinke. Aber das war's im wesentlichen. Drei Geräte von... (gefühlt) 100?


      • HEB vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Dann sollte man, wenn man das möchte auch diesen Marken einfach mal eine Chance geben.

        H G


  • Hier eine kleine Hilfestellung von mir:

    Alle codecs werden den meisten leuten reichen. SBC in seiner höchsten Qualitätsstufe klingt eigentlich genauso wie AptX.

    Im vergleich AptX gegen AAC zeiht AptX definitiv den kürzeren, klingt deutlich flacher und weniger lebendig.

    Mit AptxHD habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt, aber wenn er mit dem selben kompressionsverfahren wie AptX arbeitet, muss ich das vermutlich auch gar nicht, aber mann kann sich ja auch irren.

    LDAC liefert wirklich sehr gute ergebnisse vor allem wenn man ihn richtig einstellt (hohe Qualität, 96kHz, 24bit). Der eindruck entsteht aber vor allem durch die hohe Auflösung und wahrscheinlich weniger durch die schlaue komprimierung.

    Getestet mit flac 24bit/96kHz


    • Dein Hörerlebnis mit den Codecs kann ich nicht bestätigen. In meinem Setting aus Smartphone und Kopfhörer bemerke ich einen deutlichen Unterschied zwischen Aptx/AAC und SBC. Wenn ich zwischen AAC und Aptx umschalte ist der Unterschied minimal, wobei ich Aptx den Vorzug gebe. Und AptxHD setzt nochmal einen oben drauf, wobei man da schon das passende Genre und die entsprechende Aufnahmequalität braucht, um eine Verbesserung zu hören.


      • Also scheint mir das ganze eventuell wirklich in die Subjektivität abzurutschen.

        Tim


      • Würde auch sagen, dass es ab einem gewissen Punkt subjektiv ist. Und es kommen eben viele Dinge zusammen bis der Schall das Ohr schlussendlich erreicht wobei der Übertragungs-Codec nur ein Aspekt ist. Ab AAC oder Aptx sind meiner Meinung nach für den Durchschnittsnutzer, zu denen ich mich auch zähle, andere Dinge entscheidender wie beispielsweise der Kopfhörer selber...


    • Bei etwas anspruchsvolleren Musik-Genres wie Klassik und Jazz, sofern das Material verlustfrei ist (flac, ogg), hör ich bei aptX einen leichten Vorteil gegenüber AAC. Im Gegensatz zu dir eben hörbar voluminöser, lebendiger und schärfer. Bei poppigen Titeln (die meinst schon beim Mastern zermatscht wird) merke ich kaum einen Unterschied und sobald mp3 und Streaming im Spiel ist noch weniger.

      Bei Lautsprechern konnte ich bisher nur aptX austesten

      Ich glaube auch, dass den meisten die genannten Codecs völlig ausreichen. Ich hänge allerdings immer noch lieber am Kabel 😬

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